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Die Politisierung des Heimatbegriffs. Historische Begriffsentwicklung und Gefahr der Objektivierung

Titel: Die Politisierung des Heimatbegriffs. Historische Begriffsentwicklung und Gefahr der Objektivierung

Hausarbeit , 2019 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Antonia Schiller (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Diskurs um Heimat, insbesondere der Politisierung des Begriffs Heimat und der damit verbundenen Probleme. Aufgrund seiner Aktualität bzw. neuen Konjunktur wird sich in dieser Arbeit damit kritisch auseinandergesetzt.

Um zu erörtern, inwiefern das erneut verstärkte Aufkommen von Heimat in der Politik als rhetorisches Zugeständnis an die Rechtspopulisten zu verstehen ist, wird zunächst versucht, sich an den Begriff Heimat anzunähern. Hierbei wird kurz auf die historische Entwicklung des Begriffs und das grundsätzliche, menschliche Verlangen nach Identität eingegangen. Im Anschluss soll weiterführend analysiert werden, ob bzw. inwiefern Globalisierung und Heimat sich ausschließen. Hierfür werden ältere Auffassungen mit modernen Auffassungen von Heimat verglichen, um die Schwierigkeit des Begriffs Heimat insbesondere im politischen Kontext zu demonstrieren.

Im letzten Teil des zweiten Kapitels wird sich im Hinblick auf die Leitfrage mit Hilfe von Jens Korfkamp, der subjektiven (persönlichen) und objektiven (politischen) Auffassungsebene von Heimat beschäftigt, um anschließend die Gefahren der Politisierung des Begriffs Heimat aufzuzeigen. Hierzu wird der Begriff Nation explizit von dem der Heimat abgegrenzt. Der Rechtspopulismus wird im vierten Kapitel thematisiert: Rechtspopulisten verstehen es besonders mit Hilfe von Rhetorik, die Identitätsängste der Bevölkerung mit Hilfe des Heimat Begriffs zu ihren Gunsten zu mobilisieren bzw. diese Ängste zu intensivieren. Zuletzt wird das Heimatsministerium, welches von Horst Seehofer 2018 ins Leben gerufen wurde, thematisiert und mit Hilfe von kritischen Stellungsnahmen, wie z.B. die der Journalistin Katrin Auer oder Margarita Tsomou beurteilt, ob das Heimatsministerium als eine rhetorische Zustimmung an den Rechtspopulismus gedeutet werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Relevanz und Zielsetzung

1.2 Inhaltliche Gliederung

2 Annäherung an den Heimat Begriff

2.1 Historische Begriffsentwicklung

2.1.1 Menschliches Verlangen nach Identität

2.2 Heimat & Globalisierung = Paradoxie?

2.3 Subjektivistische und objektivistische Auffassung von Heimat

3 Gefahr der Objektivierung bzw. Politisierung

3.1 Abgrenzung zur Nation

4 (Rechts-)Populismus

4.1 Macht der Medien & Rhetorik

4.2 Heimatministerium

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die steigende Politisierung des Heimatbegriffs in der heutigen Zeit und analysiert, inwieweit diese Entwicklung als rhetorisches Zugeständnis an rechtspopulistische Tendenzen zu verstehen ist, wobei das Beispiel des Heimatministeriums im Fokus steht.

  • Historische Entwicklung und Bedeutungswandel des Heimatbegriffs
  • Spannungsfeld zwischen Globalisierung und dem Bedürfnis nach Heimat
  • Instrumentalisierung des Heimatbegriffs durch rechtspopulistische Akteure
  • Kritische Analyse des Heimatministeriums als Symbolpolitik
  • Unterscheidung zwischen subjektiver Identitätsstiftung und politischer Objektivierung

Auszug aus dem Buch

2.1 Historische Begriffsentwicklung

Im etymologischen Lexikon von Braun wird Heimat als: „(...) Ort, Land, wo man geboren, wo man zu Hause ist, Vaterland h e i m a t l i c h adj. ‚in der Heimat vorhanden, die Heimat betreffend, zu ihr gehörend‘ (18. Jh.)“ definiert. (Braun, 1993, S. 525) Zu dieser Zeit waren Menschen meist noch an den Ort gebunden an dem sie geboren wurden, welcher dann auch als ihre Heimat galt.

Die Verknüpfung der Heimat an einen konkreten Ort reicht bis ins 19. Jh. Diese territoriale Assoziation von Heimat wurde nicht zuletzt durch die ‚Romantik‘ intensiviert. Zur Zeit der Industrialisierung, eine Zeit in der viele ihre Heimat (ihren Geburtsort) auf Grund der Urbanisierung verlassen mussten, gewannen idyllische Bilder bei Menschen, die ihre Heimat vermissten (bzw. Heimweh empfanden) an Bedeutung. In chaotischen Zeiten bzw. Zeiten der Umstrukturierung und dadurch empfundenen Unordnung spendeten nostalgische Bilder von Landschaften, Bächen und Alpenpanoramen den Menschen Trost. Dies ließ Heimat immer mehr auch zu einem Sehnsuchtsort werden, um den sich bis heute noch bemüht wird. (Schumann, 2002)

Eine Gefahr, die die Sehnsucht jedoch immer in sich trägt, ist die Gefahr, dass Menschen Imagination/Fiktion nicht mehr von der Realität unterscheiden können und diese vermischen. Veränderung über Zeit wird z.B. auf Grund fehlender physischer Präsenz nicht mehr wahrgenommen und die Erinnerung an das Bekannte und „Heimliche bzw. Heim(e)liche“ durch die Sehnsucht intensiviert. (Pfeifer, 2019) Die Enttäuschung ist groß, wenn realisiert wird, dass die Realität den Sehnsuchtsgedanken nicht entspricht. Die Heimat wirkt auf einmal nicht mehr vertraut, sondern „unheimlich“, einen Begriff der besonders von Sigmund Freud in Bezug seiner Psychoanalyse aufgegriffen wurde. Denn Unheimliches ist einem nicht bekannt bzw. vertraut und somit auch neu.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Heimatbegriffs und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die den Zusammenhang zwischen Heimatdiskurs und Rechtspopulismus untersucht.

2 Annäherung an den Heimat Begriff: Dieses Kapitel widmet sich der etymologischen Entwicklung und dem Spannungsverhältnis zwischen individueller Sehnsucht nach Identität und globalisierten Lebenswelten.

3 Gefahr der Objektivierung bzw. Politisierung: Hier wird analysiert, wie der Heimatbegriff historisch und gegenwärtig politisch instrumentalisiert wird und warum eine Abgrenzung zum Nationsbegriff notwendig ist.

4 (Rechts-)Populismus: Dieses Kapitel untersucht, wie rechtspopulistische Akteure den Heimatbegriff rhetorisch für ihre Zwecke nutzen und beleuchtet dabei kritisch die Symbolpolitik des Heimatministeriums.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Debatte um den Heimatbegriff als Chance, um gesellschaftliche Gefahren der Ausgrenzung offen zu legen und kritisch zu diskutieren.

Schlüsselwörter

Heimat, Heimatministerium, Rechtspopulismus, Identität, Globalisierung, Politisierung, Rhetorik, Symbolpolitik, Nation, Diskurs, Instrumentalisierung, Gesellschaft, Fremdenangst, Moderne, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Renaissance des Heimatbegriffs im aktuellen politischen Diskurs und untersucht dessen Instrumentalisierung durch den Rechtspopulismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die historische Genese des Begriffs, die Auswirkungen der Globalisierung auf Identitätsbedürfnisse sowie die Strategien der rhetorischen Vereinnahmung durch populistische Parteien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu erörtern, ob die politische Wiederbelebung des Heimatbegriffs als gezieltes rhetorisches Zugeständnis an rechtspopulistische Strömungen interpretiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die soziopolitische Konzepte mit aktuellen Entwicklungen und Debatten verknüpft.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Abgrenzung von Heimat zur Nation, die Analyse rechtspopulistischer Rhetorik und die Fallbetrachtung des Heimatministeriums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Heimat, Rechtspopulismus, Identität, Politisierung und Symbolpolitik.

Wie wird das im Jahr 2018 geschaffene Heimatministerium in der Arbeit bewertet?

Das Ministerium wird kritisch als Form der Symbolpolitik betrachtet, die Gefahr läuft, statt echter Integration eher Exklusion zu fördern und ein statisches, teilweise nationalistisches Heimatbild zu bedienen.

Inwiefern unterscheidet sich der Begriff Heimat vom Begriff Nation?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Heimat im Kern subjektiv und emotional geprägt ist, während Nation einen objektiven, administrativen und politischen Rahmen beschreibt, wobei die Vermischung beider Konzepte zu einer „toxischen Mischung“ im Diskurs führt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Politisierung des Heimatbegriffs. Historische Begriffsentwicklung und Gefahr der Objektivierung
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
1,3
Autor
Antonia Schiller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V936407
ISBN (eBook)
9783346278197
ISBN (Buch)
9783346278203
Sprache
Deutsch
Schlagworte
politisierung heimatbegriffs historische begriffsentwicklung gefahr objektivierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Antonia Schiller (Autor:in), 2019, Die Politisierung des Heimatbegriffs. Historische Begriffsentwicklung und Gefahr der Objektivierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936407
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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