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Psychologische Grundbedürfnisse in Kindheit und Jugend und ihre Bedeutung für ein gelingendes Leben. Was sind Maßnahmen Sozialer Arbeit?

Title: Psychologische Grundbedürfnisse in Kindheit und Jugend und ihre Bedeutung für ein gelingendes Leben. Was sind Maßnahmen Sozialer Arbeit?

Bachelor Thesis , 2020 , 90 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stephan Gatzke (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die Soziale Arbeit als Profession verbindet die Prävention und Lösung sozialer Problemlagen mit Bildungs- und Erziehungsprozessen, die Menschen befähigen sollen, diese Problemlagen aktiv und als Subjekte ihres Lebens zu bewältigen. Doch nicht jeder kann aus eigener Kraft heraus sich den Schwierigkeiten des Lebens stellen und empfindet es als mühsam und problematisch. Die unterschiedlichen Problemlagen der menschlichen Individuen erzeugen Komplexität und stellen hohe Anforderungen an die Profession Soziale Arbeit. Damit die Sozialarbeiter_innen diesem gerecht werden können, gibt es in der Sozialen Arbeit verschiedene Konzepte, Methoden und Theorien, die der Arbeit als "Handwerkzeug" dienen. Ob und wie das Wissen eingesetzt wird, ist je nach Adressaten_innen unterschiedlich und ist an den Einzelfall beziehungsweise Gruppenfall gebunden. Jeder einzelne macht unterschiedliche Erfahrungen im Leben, beginnend in der Kindheit und Jugend. In diesen Lebensphasen werden Menschen intensiv geprägt. Angefangen bei der Entwicklung von Instinkten (z.B. Urvertrauen), der Aneignung kognitiver Kompetenzen, bis hin zu sozialen Fähigkeiten – das Leben im Miteinander. Krisensituationen müssen überstanden werden, damit "Normalität" schnell wieder einkehrt.

Die Arbeit gliedert sich deshalb in sechs Teile. Zu Beginn werden wichtige Fachbegriffe geklärt, die dem Verständnis des Themas dienen. Anschließend folgt eine Auseinandersetzung mit den Fragestellungen: "Was ist gelingendes Leben?", und „Was bedeutet gelingendes Leben für die Soziale Arbeit?“. Als Nächstes werden die psychologischen Grundbedürfnisse dargestellt und erläutert. Ausgehend von den Erläuterungen zum Thema gelingendes Leben und psychologische Grundbedürfnisse wird im nächsten Kapitel eine Analyse durchgeführt, die anhand eines Fallbeispiels aus der Literatur die Auswirkungen der psychologischen Grundbedürfnisse in der Kindheit und Jugend auf ein gelingendes Leben untersucht. Im vorletzten Abschnitt setzt sich der Autor mit bedürfnisorientierten Maßnahmen Sozialer Arbeit auseinander. Untersucht werden die Methoden der Arbeitsfelder Schulsozialarbeit und der offenen Jugendarbeit. Ein Fazit, welches die zuvor erläuterten Aussagen noch einmal zusammenfasst und miteinander in Verbindung setzt, mit einem kurzen Ausblick auf mögliche Lösungsansätze, beschließt die Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsannäherung

2.1 Soziale Arbeit

2.1.1 Definitionsvielfalt Soziale Arbeit

2.1.2 Soziale Arbeit als Dienstleistung

2.1.3 Soziale Arbeit als Wissenschaft/Theorie

2.2 Was ist die Kindheit?

2.3 Was ist die Jugend?

3 Das gelingende Leben

3.1 Die unterschiedlichen Theorieansätze

3.1.1 Das gelingende Leben nach Martha Nussbaum

3.1.2 Das gelingende Leben nach dem Konzept der Lebensbewältigung von Lothar Böhnisch

3.1.3 Das gelingende Leben nach dem Konzept der Lebensweltorientierung von Hans Thiersch

3.2 Gelingendes Leben in der aktuellen Theoriediskussion Sozialer Arbeit

3.3 Zusammenfassende Betrachtung: Gelingendes Leben und die Bedeutung für die Soziale Arbeit?

4 Psychologische Grundbedürfnisse in Kindheit und Jugend

4.1 Geschichtlicher Überblick und aktueller Erkenntnisstand

4.2 Eltern (Familie) geben Orientierung

4.3 Die psychologische Grundbedürfnisse nach der Konsistenztheorie von Grawe

4.3.1 Das Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung

4.3.2 Das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle

4.3.3 Das Bedürfnis nach Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung

4.3.4 Das Bedürfnis nach Bindung

4.4 Zusammenfassende Betrachtung: Die psychologischen Grundbedürfnisse im Zusammenspiel

5 Psychologische Grundbedürfnisse und die Bedeutung für ein gelingendes Leben

5.1 Psychologische Grundbedürfnisse – Interpretation des Amoklaufes von Emsdetten

5.1.1 Kontrolle/Orientierung

5.1.2 Lustgewinn/Unlustvermeidung

5.1.3 Bindung

5.1.4 Selbstwerterhöhung/Selbstwertschutz

5.2 Analyse der Bedeutung der Bedürfnisbefriedigung für ein gelingendes Leben am Fallbeispiel „Amoklauf von Emsdetten“

5.2.1 Gelingendes Leben und das Grundbedürfnis nach Bindung

5.2.2 Gelingendes Leben und Grundbedürfnis nach Selbstwerterhöhung/Selbstwertschutz

5.2.3 Gelingendes Leben und das Bedürfnis nach Lustgewinn/Unlustvermeidung

5.2.4 Gelingendes Leben und das Bedürfnis nach Kontrolle/Orientierung

5.3 Abschließende Betrachtung der Grundbedürfnisse im Fall von Sebastian und die Bedeutung für ein gelingendes Leben

6 Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse – Maßnahmen Sozialer Arbeit

6.1 Schulsozialarbeit

6.1.1 Ziele und Aufgaben der Schulsozialarbeit

6.1.2 Ganztägige Angebote

6.1.3 Schulsozialarbeit – Möglichkeit der Befriedigung psychischer Grundbedürfnisse

6.2 Die offene Jugendarbeit

6.2.1 Ziele und Aufgaben der offenen Jugendarbeit

6.2.2 Die Gruppenarbeit

6.2.3 Jugendarbeit – Befriedigung der psychologischen Grundbedürfnisse in der Praxis

7 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Bachelor-Thesis untersucht die Bedeutung psychologischer Grundbedürfnisse für ein gelingendes Leben von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Soziale Arbeit durch präventive und lösungsorientierte Maßnahmen zur Bedürfnisbefriedigung beitragen und somit die Entwicklung junger Menschen hin zu einem gelingenden Leben unterstützen kann, wobei insbesondere das Fallbeispiel des Amoklaufs von Emsdetten analysiert wird.

  • Psychologische Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe
  • Konzepte des gelingenden Lebens (Nussbaum, Böhnisch, Thiersch)
  • Analyse von Bedürfnisverletzungen am Beispiel Emsdetten
  • Präventive Ansätze in Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Kontrolle/Orientierung

Der Mensch hat das Bedürfnis seine Umwelt zu verstehen und diese vorherzusagen (Orientierung), um sie dadurch beeinflussen (Kontrolle) zu können. Für das psychische Wohlbefinden und eine konstruktiv-aktive Handlungsorientierung ist eine Befriedigung dieses Bedürfnisses essenziell (vgl. Grawe, 2004, S. 249).

Was Sebastian Orientierung gibt, schreckt ihn gleichzeitig ab: „Man hat mir gesagt ich muss zur Schule gehen, um für mein leben zu lernen, um später ein schönes Leben führen zu können. Aber was bringt einem das dickste Auto, das grösste Haus, die schönste Frau, wenn es letztendlich sowieso für'n Arsch ist. Wenn deine Frau beginnt dich zu hassen, wenn dein Auto Benzin verbraucht das du nicht zahlen kannst, und wenn du niemanden hast der dich in deinem scheiss Haus besuchen kommt!“ (heise.de, 2006).

Er erkennt, dass Lebenssinn von jedem Menschen selbst konstruiert wird. Sebastian beschreibt seinen eigenen Lebenssinn und verdeutlicht darüber eine Verneinung, nämlich was er nicht will: „Was hat denn das Leben bitte für einen Sinn? Keinen! Also muss man seinem Leben einen Sinn geben, und das mache ich nicht indem ich einem überbezahlten Chef im Arsch rumkrieche oder mich von Faschisten verarschen lasse die mir erzählen wollen wir leben in einer Volksherrschaft“ (heise.de, 2006).

Im Abschiedsbrief wird deutlich, dass Sebastian keine Kontrollmöglichkeiten sieht. Aus seiner Sicht erklärt er, dass man alles machen kann, was von einem erwartet wird und trotzdem gewinnt man keine Kontrolle über die Umwelt (,,... wenn es letztendlich sowieso für'n Arsch ist“). „Dreh- und Angelpunkt sind dabei in seinen Augen die Werte und Normen, die zu einer ‚Normalbiographie‘ führen und mit einer Konsumorientierung einhergehen“ (Borg-Laufs/Dittrich, 2009, S. 137).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Sozialen Arbeit zur Bewältigung komplexer Lebenslagen bei Kindern und Jugendlichen ein und formuliert die Forschungsfrage zur Bedeutung psychologischer Grundbedürfnisse.

2 Begriffsannäherung: Dieses Kapitel klärt fachliche Grundlagen zur Sozialen Arbeit als Profession und Wissenschaft sowie die Definitionen der Lebensphasen Kindheit und Jugend.

3 Das gelingende Leben: Hier werden zentrale theoretische Ansätze zum Begriff des gelingenden Lebens von Nussbaum, Böhnisch und Thiersch vorgestellt und in den Kontext der aktuellen Theoriediskussion gestellt.

4 Psychologische Grundbedürfnisse in Kindheit und Jugend: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick und erläutert die Konsistenztheorie von Grawe mit Fokus auf die vier zentralen Grundbedürfnisse.

5 Psychologische Grundbedürfnisse und die Bedeutung für ein gelingendes Leben: Anhand des Amoklaufs von Emsdetten wird analysiert, wie die Verletzung dieser Grundbedürfnisse die psychische Entwicklung und das Lebensgelingen beeinflusst.

6 Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse – Maßnahmen Sozialer Arbeit: Das Kapitel untersucht, wie Schulsozialarbeit und offene Jugendarbeit als Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit gezielt zur Bedürfnisbefriedigung beitragen können.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, psychologische Grundbedürfnisse als Leittheorie und Handlungsmaßstab stärker in der Sozialen Arbeit zu verankern.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Gelingendes Leben, Psychologische Grundbedürfnisse, Kindheit, Jugend, Lebensbewältigung, Lebensweltorientierung, Klaus Grawe, Bedürfnisbefriedigung, Schulsozialarbeit, offene Jugendarbeit, Amoklauf Emsdetten, Bindung, Kontrolle, Selbstwertschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Erfüllung psychologischer Grundbedürfnisse und einem gelingenden Leben bei Kindern und Jugendlichen im Kontext der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft Theorien des gelingenden Lebens mit der psychologischen Konsistenztheorie nach Grawe und analysiert deren praktische Anwendung in sozialpädagogischen Handlungsfeldern.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Bedeutung haben die psychologischen Grundbedürfnisse in der Kindheit und Jugend für ein gelingendes Leben?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch eine fallbezogene Analyse ergänzt wird, um die Auswirkungen von Bedürfnisverletzungen auf das Lebensgelingen zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung des Lebensgelingens und der Grundbedürfnisse sowie deren Anwendung auf das Fallbeispiel Sebastian (Amoklauf Emsdetten) und die Ableitung konkreter Maßnahmen für die Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Gelingendes Leben, Psychologische Grundbedürfnisse, Bedürfnisbefriedigung, Schulsozialarbeit und offene Jugendarbeit.

Warum wurde der Amoklauf von Emsdetten als Fallbeispiel gewählt?

Das Beispiel dient dazu, die massiven negativen Auswirkungen von langfristigen Verletzungen zentraler psychologischer Grundbedürfnisse auf das Denken, Handeln und das Lebensgelingen eines jungen Menschen empirisch greifbar zu machen.

Welche Konsequenzen leitet der Autor für die Praxis der Sozialen Arbeit ab?

Der Autor plädiert dafür, psychologische Grundbedürfnisse nicht nur als theoretisches Konstrukt, sondern als handlungsleitende Leittheorie in Schulen und Jugendzentren zu etablieren, um gezieltere präventive Unterstützung leisten zu können.

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Details

Title
Psychologische Grundbedürfnisse in Kindheit und Jugend und ihre Bedeutung für ein gelingendes Leben. Was sind Maßnahmen Sozialer Arbeit?
College
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf
Grade
1,3
Author
Stephan Gatzke (Author)
Publication Year
2020
Pages
90
Catalog Number
V936437
ISBN (eBook)
9783346291967
ISBN (Book)
9783346291974
Language
German
Tags
psychologische grundbedürfnisse kindheit jugend bedeutung leben maßnahmen sozialer arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Gatzke (Author), 2020, Psychologische Grundbedürfnisse in Kindheit und Jugend und ihre Bedeutung für ein gelingendes Leben. Was sind Maßnahmen Sozialer Arbeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936437
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