Action-Learnings bei der Abarbeitung einer Aufgabe. AL am Beispiel des Projekts "Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck"


Studienarbeit, 2019

23 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Action Learning
2.1 Geschichte des Action Learnings
2.2 Definition von Action Learning
2.3 Lernen innerhalb von Action Learning
2.4 Bedeutung von Action Learning für die Abarbeitung einer Aufgabe, für das Individuum und das Team
2.5 Bedeutung von Führung in einem AL-Team

3 Projekt „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“
3.1 Darstellung des Projekts „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“
3.2 Ablauf des Projekts „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“
3.3 Action Learning Anteile im Projekt „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“
3.3.1 Fachliche Betrachtung
3.3.2 Individuelle Betrachtung
3.3.3 Blickwinkel des Teams
3.3.5 Setverlauf
3.4 Reflektion des Projekts „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“

4 Schlussbetrachtung

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1_Lernzyklus des Erfahrungslernens nach Kolb

Abbildung 2_Projektsteckbrief vom 19.09.2018

Abbildung 3_Vereinbarung zum VAL-Projekt

Abbildung 4_Powerpoint Präsentation Folie 3 Projektplan

Abbildung 5_Logo

Abbildung 6_Flyer

Abbildung 7_PowerPoint Präsentation Folie17_Projektergebnis

Abbildung 8_Zuordnung der Kompetenzen und der Kompetenzklassen

Abbildung 9_PowerPoint Präsentation Folie 9_eigene Person

Abbildung 10_Feedback Tafel Fürstenfeldbruck

1 Einleitung

Egal ob im Alltag oder im Beruf, jeder Mensch sieht sich tagtäglich neuen Problemen ausgesetzt, für die es eine schnelle und effektive Lösung zu finden gilt. Im Arbeitsleben werden Problemstellungen meist in Form eines Projektes beauftragt. Da das Konstrukt unserer Gesellschaft und Wirtschaft immer komplexer wird, entstehen auch immer mehr Problemstellungen auf die es bisher keine anwendbaren Lösungsansätze gibt. Um diesen Situationen entgegenwirken zu können, werden verschiedene Modelle und Theorien entwickelt, die es erlauben auch mit schwierigen Problemstellungen umzugehen. Eines davon ist der Ansatz des Action Learnings. Der Fokus dieses alternativen Vorgehensmodells liegt dabei auf dem Lernprozess an sich, welcher im normalen Projektalltag sonst kaum Beachtung findet. Im Gegensatz zum typischen „Schullernen“, welches Wissen auf Vorrat ansammelt, kommt im Action Learning das Praxislernen als Kernelement hinzu.

Bei diesem handlungsorientierten Lernen geht es darum, eine neuartige Situation ohne Vorwissen zu erforschen. In kleinen Gruppen greifen Personen wichtige Themen oder Probleme auf und lernen aus Ihren Versuchen, die Dinge zu ändern. Das setzt somit voraus, dass alle Beteiligten eines Projektes, sich dabei als Lernende verstehen und dadurch auch eine offene Haltung einnehmen. Durch den stetigen Lernprozess sollen Menschen dazu befähigt werden, Probleme nicht nach einem vorgegebenen Schema zu lösen, sondern Ihre Fehler und Lösungswege eigenständig zu erkennen. Dies kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Mitarbeiter die Bereitschaft mitbringen, Neues zu lernen und sein Umfeld gründlicher zu analysieren. Dadurch eröffnet sich dann die Möglichkeit der persönlichen Einflussnahme am Geschehen.

Action Learning ist somit ein Ansatz zur Entwicklung von Personen und Organisationen. Es soll aktuelle Fragestellungen und Probleme durch die gemeinsame Arbeit im Team bearbeiten und lösen. Der wichtigste Nutzen für die Teammitglieder ist der des Lernens. Durch Action Learning können schnelle Erfolge erzielt werden, was wiederum das Lernen selbst begünstigt und so direkt erlebbar macht. Wobei der Nutzen für den Auftraggeber meist monetärer Natur ist.

Die vorliegende Arbeit soll neben dem theoretischen Anteil über Action Learning, Aufschluss über den Ablauf des Projektes „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“ sowie die Ergebnisse des Action Learnings geben. Außerdem soll die persönliche Weiterentwicklung genauer betrachtet werden und welche Hürden es zu überwinden gab.

2 Action Learning

Vor Beginn des Kurses war der Begriff Action Learning bzw. Projektbasiertes Lernen für mich völlig unbekannt. Weder im bisherigen Studienverlauf, noch in meiner praktischen Tätigkeit hatte ich bisher Berührungspunkte mit dieser Form der Lernmethodik. Um die Idee und die Vorgehensweisen des Action Learning besser kennenzulernen, wurde in Lerngruppen, sogenannten Sets, eigenständig ein Projekt ins Leben gerufen um anwendungsorientiert und interaktiv den aktionsorientierten Lernprozess, neben dem fachlichen Input, zu erlernen. Damit wird durch das Action Learning eine Verknüpfung zwischen dem Gelernten und dem Projekt hergestellt. Zuerst möchte ich grundlegende und notwendige Begriffe definieren und ihre Bedeutung aufzeigen, damit man eine erfolgreiche Einführung in das Thema und somit eine klare Übersicht über das Action Learning bekommt.

2.1 Geschichte des Action Learnings

Als Begründer des Action Learnings, auch handlungsorientiertes Lernen genannt, gilt der Forscher Reginald Revans. Schon in den dreißiger Jahren konnte er damals seine Kollegen beim gegenseitigen Austausch zu wissenschaftlichen Themen beobachten und stellte dabei fest, dass sich die Gruppe als Unterstützungsmedium nutzte und selbst Nicht-Experten miteinbezogen wurden. (Revans, 2011). Zeit seines Lebens beschäftigte er sich mit dieser Thematik und entwickelte diese weiter. Eines der wichtigsten Merkmale der Methode ist Außenseiter und Nicht-Experten in den Austausch miteinzubeziehen, um aus einem anderen Blickwinkel neue Fragen stellen zu können und Grundannahmen kritisch zu hinterfragen. Hilfreich um Wahrnehmungseinschränkungen in Form von „Gruppendenken“ zu umgehen, ist dabei die systematische Betrachtung von verschiedenen Perspektiven. Action Learning ist so gesehen ein systematischer Versuch, den Mechanismen des Gruppendenkens entgegenzuwirken und seinen realitätszerrenden Aspekten zu entkommen. (Hauser, 2008).

2.2 Definition von Action Learning

„There can be no learning without action, and no action without learning“ (Revans, 2017 S.53) oder auf Deutsch „Es gibt kein Lernen ohne Aktion und keine (besonnene und wohlüberlegte) Aktion ohne Lernen.“ Diese Aussage stammt von dem britischen Physiker und Erfinder der Action Learning Methode Reginald Revans. Auch weitere Wissenschaftler haben sich mit der Thematik beschäftigt.

Hauser erläutert Action Learning wie folgt: „Im Action Learning stehen die Personen und das Lernen eines jeden Sets im Vordergrund. Fokussiert wird sich in diesem Bereich vor allem auf das „Wie“. Wie werden ungelöste Probleme angegangen und wie können diese gelöst werden. Doch gerade hier ist es wichtig, dass das hauptsächliche Problem bzw. die gestellte Aufgabe nicht aus den Augen verloren werden darf. Durch ständige Aktion und Reflexion soll auf eine Lösung des Problems hingearbeitet werden.“ (vgl. Hauser, 2012, S. 117ff). Die hierbei beschriebene Version von Action Learning entspricht zugleich auch dem idealen Ablauf eines Action Learning Projekts. Doch nicht jedes Action Learning Projekt verläuft erfolgreich, indem eine sinnvolle Lösung bzw. überhaupt eine Lösung erzielt wird.

Neben den Forschern Reginald Revans und Bernhard Hauser definieren noch weitere Wissenschaftler den Begriff Action Learning. Folgend eine Auswahl von einigen Definitionen:

- „Action Learning ist die Lösung komplexer und realer Probleme zugunsten Dritter, Lernen mit unterschiedlichen Lernpartnern, lernen zu lernen und zwar im Lernen von – und zu miteinander“ (Donnenberg, 1999, S. 54)
- „On its most basic level, Action Learning is nothing then learning by doing in a controlled environment.“ (Dotlich & Noel, 1998, S. 1)

Man merkt wie unterschiedlich die Definition des Begriffes ausgelegt wird. Vereinfacht kann man jedoch sagen, dass es beim Action Learning um das „Learning by doing“, übersetzt dem „Lernen beim Handeln“ geht.

Dies wird zusätzlich bestätigt durch die Lernformel, welche 1998 von Revans aufgestellt wurde (Boshyk & Dilworth, 2010):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Damit wird beschrieben, dass

- L = Lernen, aus der Addition von
- P = „Programmed Learning“ (Theorie, also was man lehren oder lesen kann)
- und Q = „Questioning Insight“ Erkenntnis aufgrund von kritischen Fragen resultiert.

Nach dieser Lerngleichung ist Lernen, eine Addition von Expertenwissen und explorativem Erkunden von Neuland, wobei das „Q“ ist im Action Learning besonders wichtig ist. Es steuert, welches „P“ zur Lösung der Herausforderungen sich eignet und hinzugezogen wird.

2.3 Lernen innerhalb von Action Learning

„Die wichtigste Ressource zur Orientierung in unserem Leben ist unsere Fähigkeit zu lernen. Durch Lernen begreifen wir unsere Umgebung und haben gleichzeitig auch Möglichkeiten, sie zu gestalten. Unsere Wirksamkeit hängt dabei in einem hohen Maße von der Kooperation mit anderen ab, d.h. von Beziehungen und Interaktionen, die soziale Lernprozesse ermöglichen. Action Learning ist ein Weg, soziale Lernprozesse intensiv und hochwirksam zu gestalten, um nachhaltig agieren zu können.“ (Hauser, 2012, S.142). Beim Action Learning oder Erfahrungslernen geht es um das gezielte Lernen durch Ausprobieren und Reflektieren. Gelernt wird an einem konkreten Anwendungsfall/Projekt. Erfahrungslernen ist die vielleicht am meisten Richtung im Action Learning. Sie ist besonders gut anschlussfähig an Verhaltenstraining und verwendet zum Teil ähnliche Methoden, um Lernen in Gang zu setzen und zu sichern. Diese Richtung nutzt systematisch den Lernzyklus von Kolb (1984) als Grundlage. Das Erfahrungslernen beschreibt, wie Erfahrungen aufgrund von Handeln genutzt werden können, um die zugrunde liegenden Annahmen zu verbessern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1_Lernzyklus des Erfahrungslernens nach Kolb

Ausgangspunkt hierbei ist immer eine konkrete äußere Erfahrung, die von einer inneren Erfahrung begleitet wird. Daraus bilden sich zwei Möglichkeiten zu reagieren:

1. Beobachtungen werden bewusst ausgewertet (Reflexion)
2. Beobachtungen werden nicht bewusst ausgewertet (automatisierte Denk- und Handlungsmuster gewinnen an Einfluss)

So hilfreich automatisierte Muster zur Orientierung und für rasches Handeln sein können, können sie doch auch echtes Lernen sehr wirksam verhindern, denn echte Probleme werden durch Vermeidung eines offenen Hinterfragens meist nicht wirklich gelöst, sondern allenfalls verschoben und häufig in unfruchtbaren Wiederholungsschleifen verewigt. (vgl. Hauser, 2011, S. 67 ff). Echtes Erfahrungslernen benötigt also die Phase der Reflexion, um die Möglichkeit zu schaffen, aus eigenen unproduktiven Denk- und Handlungsmustern auszusteigen und neue sinnvolle Interventionen zu planen.

Der Erfolg des Action Learning wird außerdem nicht an Projektergebnissen gemessen. Das Action Learning soll stattdessen spezieller auf Lern- und Entwicklungsergebnisse hinweisen. Nicht jedes Action Learning Projekt verläuft erfolgreich, indem eine sinnvolle Lösung bzw. überhaupt eine Lösung erzielt wird. Ein Projekt, welches mit Action Learning durchgeführt wird, kann auch scheitern. Trotzdem ist dies beim Action Learning nicht der Hauptfokus. (vgl. Hauser, 2012, S. 117ff). Sondern Lernen ist der zentrale Aspekt im Action Learning, der dazu beiträgt, eingefahrene Wege des Denkens und Handelns zu verlassen und neue Lösungen zu entwickeln.

„Dabei verlässt man sich nicht auf Erfahrungswerte der Vergangenheit, sondern nutzt die Gegenwart ganz konkret zum Lernen, Handeln und Problemlösen. Aus all dem ergibt sich, dass die Art von Lernen, die im Action Learning wichtig ist, nicht durch Anordnung erreicht werden kann, sondern nur durch Inspiration und Motivation, ausgelöst durch drängende Probleme und ein inneres Anliegen, etwas zu unternehmen.“ (Hauser, 2012, S. 25)

Doch wie läuft Lernen mithilfe von Action Learning eigentlich ab?

Zunächst einmal wird ein Auftraggeber benötigt, da dieser die Rahmenbedingungen sowie auch die Leistungen für das Projekt festlegt. Um die Forderungen zu erfüllen, wird ein Team, ein sogenanntes „Set“ von vier bis sechs, manchmal auch acht Leuten zusammengestellt, welche sich der Aufgabe annehmen eine Lösung zu finden. (vgl. Hauser, 2008, S. 118 ff.) Die Sets werden so zusammengesetzt, dass die Teilnehmer möglichst bunt gemischt sind, z.B. hinsichtlich Qualifikation, Herkunft, Erfahrungen und Aufgaben. Die Vielfalt dieser Perspektiven fördert intensive Lernprozesse. Das Set im untenstehenden Praxisfall hat gemeinsam das Projektthema, sowie den Arbeitsprozess festlegt. Das zusammengestellte Set arbeitet in der Regel von der Analyse bis zur Umsetzung miteinander. Bedeutend ist, ob die Teilnehmer daran interessiert sind, sich gegenseitig zu unterstützen, in Bezug auf ihre Anliegen aktiv zu werden und aus ihren Aktionen zu lernen Ein Hauptinstrument die fortlaufende, gemeinsame Auswertung und Reflexion des Projektes.

2.4 Bedeutung von Action Learning für die Abarbeitung einer Aufgabe, für das Individuum und das Team

Ausgangspunkt beim Action Learning ist demnach ein Problem, welches als Projekt aufgesetzt wird. Es gibt einen Owner des Problems, welcher großes Interesse am Lösen dieses hat und den Projektauftrag gibt. Außerdem gibt es eine Gruppe von Leuten, die als Projektteam das Problem bearbeiten. Diese Gruppe wird auch als Set bezeichnet und die Teilnehmer als Set-Mitglieder. Obwohl jedes Set anders verläuft und andere Themen bearbeitet, gibt es bei der Abarbeitung der Aufgabe immer einen Prozess.

Diese einzelnen Prozessbestandteile im Action Learning sind:

- Die Identifikation des Problems
- Die Zusammensetzung und Beauftragung des Action-Learning-Teams
- Die Sammlung und Analyse von Daten
- Die Erprobung von Lösungen
- Die Rückmeldung von (Zwischen-)Ergebnissen
- Die Implementierung in der Breite
- Die Reflexion der Lernfortschritte, Vorgehensweisen und Ergebnisse

Dabei können Punkt 1 und Punkt 2 des Prozesses auch in umgekehrter Reihenfolge auftreten. Hauser verwendet zur Darstellung des Ablaufs eines Action Learning Projekts unter anderem die Durchbruchsstrategie von Schaffer. Dabei wird zu Beginn Gesamtziel aufgestellt, um anschließend im Team ein sogenanntes „Break-Through-Goal“ vorzunehmen. Dies führt zu einer Projektidee und zugleich zu einer Analyse des Problems. Anschließend wird ein Maßnahmenplan und dessen Ausführung aufgestellt, um am Ende dem Auftraggeber ein Ergebnis präsentieren zu können (vgl. Hauser, 2008, S. 119 ff). Um ein effektives Zusammenarbeiten im Set zu gewährleisten finden regelmäßige Set Meetings statt, damit auch der Zeitplan und die Aufgabenabarbeitung im Blick behalten wird.

„Durch die Bearbeitung von Problemen und Projekten kann es immer wieder zu Krisen im Set kommen. Sie stellen eine Herausforderung, aber auch eine Chance für das Lernen dar.“ (Hauser, 2012, S.142). Große und kleine Krisen, Ungereimtheiten, Überraschungen, Widerstände, Barrieren, Blockaden und Emotionen gehören zum Alltag im Unternehmen und daher auch in Action-Learning-Projekten. Da alle Set Teilnehmer an einem Gesamtziel arbeiten, trotz individueller Ziele und Aufgaben, werden Krisen von allen Beteiligten miterlebt. Der große Vorteil: Man kann unmittelbar damit arbeiten und Lernprozesse in Gang setzen. Um solche Krisen zu meistern bietet eine ehrliche Reflexion in der Gruppe und aber auch die individuelle Reflexion oftmals Lösungsmöglichkeiten. Wobei auch das Scheitern eine wunderbare Lernmöglichkeit für die Zukunft bietet. Eine Reflektion ist die Basis des Aufarbeitens, Verstehens und nachhaltigen Veränderns. Sie ist die Chance für Lernen und Entwicklung des Teams sowie für das Individuum.

2.5 Bedeutung von Führung in einem AL-Team

Laut Hauser steht Action Learning im Kontext einer ganzen Reihe handlungsorientierter Ansätze. Da er sehr praxisbezogen und flexibel ist, sollte die Führungskraft nicht an den traditionellen Führungsansätzen festhalten, sondern offen für Neues sein. Führung in einem Action Learning Team ist ein stetiger Lernprozess. „Der große Vorzug von Action Learning ist, dass es eine einzigartige Chance bietet, moderne Führungskonzepte, die auf Schnelligkeit, Flexibilität, Veränderung, Einbindung, Umsetzungsstärke und Reflexion setzen, mit Leben zu füllen und einzuüben. Action Learning bietet einen Rahmen, in dem Menschen mitgestalten, lernen und Probleme lösen und damit sich selbst und gemeinsam die ganze Organisation weiterentwickeln.“ (Hauser, 2012, S.86). Somit ist klar, dass es in einem Set oder Action Learning Team keine klaren Führungskonstrukte wie in der Arbeitswelt gibt. Das Set ist ein geschlossenes Team, welches ein Problem oder Aufgabenstellung bewältigt. Die Führungskraft kann hierbei die Rolle des Facilitators übernehmen. Ein Facilitator ist „jemand, der es dem Set und der Organisation leichter macht, produktive Lernprozesse zuzulassen, der geschmeidig mit unterschiedlichen Kräften umgeht und der seine Rolle als wohlwollender Unterstützer und Förderer sieht, der Sicherheit vermittelt. Vor diesem Hintergrund ist er aber auch bereit, zu intervenieren und zu konfrontieren, um Reflexionsprozesse anzustoßen.“ (Hauser, 2012, S.151). Aufgrund dieser Aussage sehe ich die Führungskraft in einem Action Learning Team eher als Berater oder Moderater. Das Set an sich wählt sich auch den/die Setleiter/in, jedoch trägt das Set im Ganzen die Verantwortung für den eingeschlagenen Weg oder das Ergebnis. Da alle Set Teilnehmer prinzipiell freiwillig an dem Set arbeiten, besteht die große Chance, dass in einem hohen Maße Motivation und Engagement zur gemeinschaftlichen Gestaltung freigesetzt wird und Lernerfahrungen gemacht werden, welche zur individuellen Weiterentwicklung beitragen.

3 Projekt „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“

Da Action Learning oder Projektbasiertes Lernen findet mit Hinblick auf die Lösung eines spezifischen Problems immer in einem Projekt Setting statt, dabei ist es zunächst nur eine offene Haltung gegenüber dem Lernprozess und dem Team, welche sich dann erst im Laufe der Zeit zur Methode entwickelt. In der ersten Präsenz wurde nach einer theoretischen Einführung in das Kursthema, die Studiengruppe durch die Dozentin Frau Elisabeth Götz in Kleingruppen geteilt, welche sich selbstständig ein Projektthema suchen und ausarbeiten sollten. Hierbei hatte sich unser Set für ein gemeinnütziges, soziales Projekt entschieden mit den Namen „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“. In diesem Teil wird zunächst einmal das Projekt kurz dargestellt, sowie der Ablauf. Des Weiteren wird ein Bezug zur Theorie hergestellt und anhand des Projekts werden die einzelnen Action Learning Aspekte herausgearbeitet. Zum Schluss wird das Projekt an sich reflektiert.

3.1 Darstellung des Projekts „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“

Ausgangspunkt des Projektes war der Auftrag durch Frau E. G. in Kleingruppen ein Projekt zu starten, welches auch in der Realität durchgeführt wird. Somit setzte sich unser Team, bestehend aus sieben Personen (am ersten Präsenztag fünf Personen) zusammen, um mithilfe von Brainstorming eine Aufgabe zu finden. Da uns gerade im Hinblick auf die anstehende Vorweihnachtszeit der soziale Aspekt wichtig erschien, wollten wir, Studenten der HAM Ismaning, in Zusammenarbeit mit einer Tafel bedürftigen Eltern helfen, ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen und somit die Kinder glücklich machen. Das Problem hierbei war die komplette Organisation der zu spendenden Päckchen ohne damit monetäre Kosten zu verursachen, sowie eine passende Tafel zu finden. Um den Auftrag verbindlich festzuhalten wurde zunächst ein Projektplakat erstellt, sowie eine Vereinbarung zu unserem Virtuellen Action Learning – Projekt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2_Projektsteckbrief vom 19.09.2018 Abbildung 3_Vereinbarung zum VAL-Projekt

3.2 Ablauf des Projekts „Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck“

Nachdem das Projekt mit Hilfe eines Projektsteckbriefes und der Vereinbarung verbindlich in Auftrag gegeben wurde, nahm man der ersten Schritt auf recherchierte ähnliche Aktionen, wie zum Beispiel die „Johanniter-Weihnachtstrucker“ der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. oder der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ des christlichen Hilfswerks Samaritan's Purse. Bevor das Team mit der Projektarbeit beginnen kann muss zunächst auch eine strukturierte Übersicht aller Aktivitäten erstellt werden. Diese werden dann in sogenannte Arbeitspakete unterteilt. Diese beschreiben geschlossene Aufgabenstellungen. Ein Arbeitspaket kann daran erkannt werden, dass es von einer Person oder einer Organisationseinheit, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens, mit einem definierten Ergebnis und Aufwand erbracht werden kann. Die Unterteilungen in zeitlicher Hinsicht werden als Projektphasen bezeichnet. Für die Einteilung der einzelnen Aktivitäten wird ein Ablaufplan erstellt. Diesem werden in der Terminplanung in einem logischen Zusammenhang miteinander gebracht und Einschätzungen für benötigte Zeiträume werden pro Arbeitspaket notiert. Dazu beginnt man in der Planung mit allen Arbeitspaketen die am Anfang des Projektes anfallen oder keinen Vorgänger haben müssen und damit auch an den Anfang des Projektes geschoben werden können. Danach werden die Folgeaktivitäten jeweils an den Vorgänger angehängt. Aktivitäten können dabei verschiedenen Abhängigkeiten unterliegen. Folgt eine Aktivität direkt auf die nächste so spricht man von einer Ende-Anfang-Beziehung. Auch ein zeitgleicher Beginn oder ein zeitgleiches Ende zweier Arbeitspakete ist möglich.

Eines der wichtigsten Elemente des Ablaufplanes ist die Einteilung in Projektphasen sowie das Setzen von Meilensteinen. Diese definieren oft Phasenübergänge und sind Ereignisse besonderer Bedeutung. An diesen Punkten sind Entscheidungen über Freigaben, Ergänzungen oder Veränderungen der Aktivitäten zu treffen. Weiterhin werden Meilensteinen angestrebte Ergebnisse zugeordnet um den Projektstatus besser beschreiben zu können.

Um das ganze auch visuell zu verdeutlichen, wird der Projektplan gezeigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4_Powerpoint Präsentation Folie 3 Projektplan

Hier wurde der Ablaufplan in vier Phasen unterteilt. Die Organisatorische Planungsphase, die Umsetzungsphase, die Auswertungsphase und die Finalisierung bzw. das Projektende. Zwischen jeder Phase wurde ein oder mehrere Meilensteine platziert, welche ein Zwischenergebnis erforderten um mit der nächsten Phase beginnen zu können. Die Meilensteine wurden mit blauen Rauten dargestellt und die einzelnen Phasen erkennt man an den grauen Balken, welche einen größeren Zeitrahmen einnehmen.

[...]

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Details

Titel
Action-Learnings bei der Abarbeitung einer Aufgabe. AL am Beispiel des Projekts "Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck"
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,0
Jahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V936481
ISBN (eBook)
9783346306128
ISBN (Buch)
9783346306135
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernen, Action Learning, Projekt, Erfahrungslernen, Lernzyklus, Team, Projektarbeit, Probleme, Problemlösung, Lernprozess, Lösungswege, Handlungsorientiertes Lernen, Entwicklung, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Pädagogik
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Action-Learnings bei der Abarbeitung einer Aufgabe. AL am Beispiel des Projekts "Studentische Weihnachtsengel Fürstenfeldbruck", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936481

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