Diese Arbeit behandelt das Thema Anorexia Nervosa (Magersucht). Dieses Thema und vor allem das Phänomen dahinter, dass immer mehr junge Menschen daran erkranken, hat die Autorin lange beschäftigt. Diese Arbeit wird einen Einblick in die Verhaltensstörung geben, sowie die Ätiologie und die psychischen Symptome dieser Krankheit näher erläutern. Der zweite Teil befasst sich mit Strategien und Konzepten zur Bekämpfung der Krankheit. Im abschließenden Fazit wird die Frage erläutert, wieso man diese Krankheit in der Sozialen Arbeit nicht unterschätzen sollte.
Die wissenschaftliche Bezeichnung für Magersucht lautet "Anorexia Nervosa". Dieser Terminus kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt "nervlich bedingte Appetitlosigkeit". Durch den Begriff nervosa, also nervlich, kann man schon von einer Erkrankung ausgehen, die sich auf eine psychische Störung zurückführen lässt.
Die Betroffenen haben eine gestörte Wahrnehmung ihres Körpers und verweigern die Nahrungsaufnahme aus Angst zuzunehmen. Sie wollen die Kontrolle über ihren Körper haben und versuchen mit allen Mitteln ihr Gewicht zu reduzieren. Im Vordergrund steht eine körperliche Störung, bei der die psychischen Prozesse eine wesentliche Bedeutung beitragen. Daraus lässt sich schließlich schlussfolgern, dass Magersucht auf einer psychisch-körperlichen Wechselwirkung basiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Magersucht (Anorexia Nervosa)
2.1. Begriffserläuterung
2.2. Das Krankheitsbild der Magersucht (Anorexia Nervosa)
3. Magersucht und ihre Ursachen
4. Behandlungskonzepte und Strategien
4.2. Strategien für eine ambulante Behandlung
4.3. Strategien für eine stationäre Behandlung
4.4. Stationäre Psychotherapie
4.5. Gruppentherapie
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein tiefgreifendes Verständnis für das Krankheitsbild der Anorexia Nervosa (Magersucht) zu entwickeln, die ätiologischen Faktoren zu beleuchten und verschiedene therapeutische Strategien im Kontext der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit zu analysieren.
- Klinische Einordnung und Charakterisierung der Anorexia Nervosa
- Multifaktorielle Ursachenanalyse unter Berücksichtigung soziokultureller und individueller Einflüsse
- Vergleich und Darstellung ambulanter versus stationärer Behandlungskonzepte
- Psychotherapeutische Ansätze, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie
- Bedeutung und Wirksamkeit der Gruppentherapie bei Essstörungen
Auszug aus dem Buch
4.3. Strategien für eine stationäre Behandlung
Eine stationäre Behandlung ist meist in Kliniken und in Wohngruppen möglich. Auch hier müssen zunächst einige Bedingungen erfüllt werden: Erstens, der BMI muss unter 15 liegen. Zweitens, das Gewicht geht stetig nach unten. Drittens, beim Patienten gibt es keine Einsicht und der Betroffene möchte sich nicht helfen lassen. Viertens, die ambulante Therapie führte nicht zur Besserung. Das Leben des Betroffenen ist gefährdet. Wenn dies alles zutrifft, ist eine Einweisung erforderlich.
Zu Beginn der Einweisung wird zunächst ein Behandlungsplan mit dem Patienten erarbeitet. Gemeinsam wird über den Verlauf der Behandlung gesprochen und es werden klare Ziele definiert. Als erstes wird eine Informationserhebung durchgeführt. Darauf aufbauend werden die Ziele daran angepasst und jedes weitere Mal aufs Neue kontrolliert und angepasst. Bei negativen Resultaten beginnt man erneut mit der Informationserhebung. Damit bezweckt man, dass die Ziele für den Patienten ständig präsent sind (Vgl. Meermann/Vandereycken, 1987, S.104).
Des Weiteren sind der Therapeut und der Betroffene dadurch in der Lage den Fortschritt der Therapie jederzeit zu analysieren (Vgl. Meermann/Vandereycken, 1987, S. 104). Es ist wichtig zu Beginn der Behandlung alles genau festzulegen. Dem Patienten wird zugesichert, dass sie ihr Gewicht langsam steigern können. Auf diese Weise ist es einfacher für den Betroffenen sich an sein neues Körperbild zu gewöhnen. Auch wird ein schriftlicher Vertrag aufgesetzt, in dem alles festgehalten wird. In diesem wird ebenfalls festgehalten wie viel der Patient pro Woche zunehmen soll. Der Rahmen bewegt sich zwischen 700 g und 3 kg. Letzteres ist der Maximalbetrag. Der Patient bekommt normale Krankenhausmahlzeiten. Er darf das Essen nicht lagern oder zwischendurch Imbisse zu sich nehmen (Vgl. Meermann/Vandereycken, 1987, S. 108). Werden die Punkte nicht eingehalten, muss der Betroffene mit Konsequenzen rechnen. Die Behandlung besteht aus drei Stufen. Auf jeder Stufe hat der Patient mehr Freiheiten. Werden die Vertragsbedingungen nicht erfüllt, verliert der Patient Freiheiten (Vgl. Meermann/Vandereycken, 1987, S.107).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation der Autorin sowie das Ziel, einen Einblick in die Ätiologie, Symptomatik und Behandlungsstrategien der Magersucht zu geben.
2. Magersucht (Anorexia Nervosa): Dieses Kapitel definiert den Begriff der Anorexia Nervosa wissenschaftlich und beschreibt das Krankheitsbild sowie die damit verbundene psychosomatische Problematik.
3. Magersucht und ihre Ursachen: Hier werden multifaktorielle Entstehungsursachen, von soziokulturellen Einflüssen über familiäre Faktoren bis hin zur individuellen psychischen Komponente, analysiert.
4. Behandlungskonzepte und Strategien: Dieser Hauptteil differenziert zwischen ambulanten und stationären Therapieansätzen, erörtert die Rolle des Patientenwiderstands und beschreibt spezifische Methoden wie die kognitive Verhaltenstherapie und die Gruppentherapie.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz einer frühzeitigen Intervention zusammen und betont die präventive Rolle der Sozialen Arbeit, insbesondere im Hinblick auf den Einfluss von Social-Media.
Schlüsselwörter
Anorexia Nervosa, Magersucht, Essstörung, Psychosomatik, Kognitive Verhaltenstherapie, Stationäre Behandlung, Ambulante Therapie, Gruppentherapie, Körperbild, Selbstwertgefühl, Soziale Arbeit, Prävention, Familiensystem, Essverhalten, Kalorienzählen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Krankheitsbild der Anorexia Nervosa, beleuchtet deren Ursachen und untersucht verschiedene Behandlungs- und Strategiekonzepte innerhalb der Sozialen Arbeit.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die medizinisch-psychologische Charakterisierung, die Ursachenforschung und die konkreten therapeutischen Vorgehensweisen im ambulanten sowie stationären Setting.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Magersucht entsteht, warum sie für Betroffene schwer zu überwinden ist und welche therapeutischen Strategien eine effektive Hilfe darstellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachliteratur und klinischer Leitfäden zum Thema Essstörungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse sowie die detaillierte Darstellung therapeutischer Strategien, inklusive Vertragskonzepten in Kliniken und der Wirksamkeit von Gruppentherapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Anorexia Nervosa, Essstörung, Therapiekonzepte, Soziale Arbeit, Prävention und Körperbild.
Welche Rolle spielt das soziale Umfeld bei der Behandlung?
Das soziale Umfeld, insbesondere die Familie, ist laut Arbeit sowohl für die Entstehung als auch für die erfolgreiche Umstrukturierung des Essverhaltens und der Genesung von entscheidender Bedeutung.
Wie bewertet die Autorin den Einfluss von Social-Media?
Die Autorin identifiziert Social-Media als maßgeblichen Verstärker für die Entwicklung von Essstörungen, da unrealistische Schönheitsideale den Selbstwert junger Menschen gefährden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Anorexia Nervosa. Behandlungskonzepte der Magersucht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936520