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Das Milgram Experiment. Eine sozialpsychologische und ethische Betrachtungsweise des Gehorsams gegenüber Autoritäten

Title: Das Milgram Experiment. Eine sozialpsychologische und ethische Betrachtungsweise des Gehorsams gegenüber Autoritäten

Term Paper , 2020 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nina H. (Author)

Psychology - Social Psychology
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit soll den Lesenden einen Überblick über die Thematik des Gehorsams und der damit verbundenen ethischen Problematik bezüglich der empirischen Erforschung des Gebiets des Gehorsams gegenüber Autoritäten geben. Dabei wird insbesondere auf das äußerst bekannte Milgram-Experiment eingegangen, bevor konkrete Lösungsansätze für die Einhaltung ethischer Richtlinien in der Forschung aufgezeigt werden. Zudem sollen Beispiele negativer Mechanismen zu Autorität und Gehorsam in der Unternehmenspraxis beleuchtet und Maßnahmen, die negativen Fehlentwicklungen entgegenwirken, erörtert werden.

Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen dargestellt. Dabei werden mit dem Thema Gehorsam gegenüber Autoritäten zusammenhängende theoretische Begriffe erläutert und anschließend wird das Milgram Experiment detailliert beschrieben. Im Mittelpunkt stehen sowohl der Aufbau, Ablauf sowie Variationen des Versuches als auch die hieraus entsprungenen Ergebnisse und die vier Faktoren des Gehorsams, die sich daraus ableiten lassen.

Das zweite Kapitel dieser Hausarbeit widmet sich der ethischen Problematik zu diesem Thema. Dabei werden für die Thematik relevante ethische Richtlinien beschrieben, um das Milgram-Experiment mit diesen in Einklang zu bringen. Im Anschluss werden negative Wirkmechanismen des Autoritätsgehorsams durch praxisnahe Beispiele beleuchtet. Aus diesen werden im dritten Teil der Arbeit konkrete Maßnahmen schlussgefolgert, die dabei helfen können, möglichen negativen Fehlentwicklungen in Organisationen entgegen zu wirken.

Wer mit Autoritätspersonen wie Eltern, Lehrer oder Polizisten aufgewachsen ist, für den ist es ganz normal sich gehorsam zu zeigen. Der Einfluss des Gehorsams gegenüber Autoritäten kann in diesem Zusammenhang als positiv und förderlich für das Zusammenleben von Individuen gedeutet werden. So wurden Richtlinien und Gesetze, wie beispielsweise die Menschenrechtskonvention, verfasst, an die sich alle Menschen gleichermaßen und ohne Widerrede halten müssen.

Neben der positiven Sicht auf die Thematik des Gehorsams gegenüber Autoritäten zeigen sich jedoch auch problematische Mechanismen, die durch die erschreckenden Ergebnisse des Milgram-Experiments offenbart wurden. Die Durchführung dieses Experimentes lieferte die Erkenntnis, dass jeder normale Mensch aufgrund autoritärer Anweisungen in der Lage ist, unschuldigen Menschen Schmerzen zuzufügen und sogar dazu bereit ist, ihren Tod in Kauf zu nehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Begriffserklärungen

2.1.1. Gehorsam

2.1.2. Autorität

2.1.3. Neue Autorität

2.2. Das Milgram-Experiment

2.2.1. Darstellung des Versuchs

2.2.2. Darstellung der Versuchsvariationen

2.2.3. Darstellung der Ergebnisse und Bedeutung

2.2.4. Moderatoren des Milgram-Effekts und Faktoren für Gehorsam

3. Ethische Betrachtungsweise des Milgram-Experiments

4. Negative Auswirkungen von Gehorsam in der Unternehmenspraxis

5. Maßnahmen gegen Fehlentwicklungen

5.1. Ebene der Erziehung

5.2. Ebene der Gesellschaft

5.3. Organisationsebene

5.4. Allgemeine Maßnahme

6. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das sozialpsychologische Phänomen des Gehorsams gegenüber Autoritäten, analysiert kritisch das Milgram-Experiment sowie dessen ethische Implikationen und beleuchtet negative Auswirkungen in der Unternehmenspraxis, um daraus präventive Maßnahmen für Organisationen abzuleiten.

  • Theoretische Fundierung von Gehorsam und Autorität.
  • Detaillierte Analyse des Milgram-Experiments und seiner Einflussfaktoren.
  • Ethische Bewertung sozialpsychologischer Forschungsmethoden.
  • Analyse negativer Gehorsamsmechanismen im betrieblichen Kontext.
  • Ableitung praxisnaher Präventionsstrategien.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Darstellung des Versuchs

In der ersten Ausführung des Milgram-Experiments wurden Teilnehmer aus New Haven mittels einer Zeitungsannonce gesucht. Als Vergütung für eine Teilnahme wurden vier Dollar und die Fahrtkosten in Höhe von 50Cent ausbezahlt. Das Alter der Versuchspersonen lag zw. 20 und 50 Jahren und die Professionen waren sehr unterschiedlich, sodass Ingenieure, Postbeamte, Vertrete, Arbeiter u.A. vertreten waren. Insgesamt wurden 40 Personen geladen.

Bei dem Experiment wird der Versuchsperson vorgegeben, dass die Lern- und Gedächtnisfähigkeit eines Schülers getestet wird. Tatsächlich wird jedoch nicht der Schüler, sondern die Versuchsperson getestet. Die Versuchsperson übernimmt im Experiment die Rolle der Lehrperson. Die Rollenverteilung Lehrperson – Schüler wird ausgelost, sodass jede Versuchsperson den Eindruck erhält, nur durch Zufall die Lehrerrolle erhalten zu haben. In Wahrheit ist der Vorgang aber manipuliert: Schüler ist immer derselbe, ein 21-jähirger Student, der mit allen Einzelheiten des Experiments vertraut ist und einen freundlichen und liebenswürdigen Eindruck vermittelt und Lehrperson ist immer die Testperson. Die Manipulation erfolgt durch zwei mit „Lehrer“ beschriftete Lose. Dadurch, dass immer die Testperson als erstes ein Los ziehen muss, bekommt folglich auch immer die Testperson die Rolle des Lehrers und hinterfragt die Aufteilung nicht. Lehrer und Schüler sitzen in verschiedenen Räumen und das für die gesamte Dauer des Versuchsvorganges. Die Verbindung zwischen den beiden besteht lediglich aus einer Wechselsprechanlage und einem Bestrafungsapparat, mit dem der Schüler Elektroschocks vom Lehrer erhalten würde. Die Elektroschocks sind zw. 15 und 450 Volt stark. Neben dem Schüler und dem Lehrer gibt es noch die Rolle des Versuchsleiters. Der Versuchsleiter wird gespielt von einem 31-jährigen Highschool Lehrer, der einen strengen und leidenschaftslosen Eindruck vermittelt, einen grauen Technikerkittel trägt, um als Forscher identifiziert zu werden und ebenfalls in alle Einzelheiten des Versuchs eingeweiht wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Gehorsams gegenüber Autoritäten ein, umreißt die Problematik des Milgram-Experiments und definiert das Ziel der Arbeit, Präventionsmöglichkeiten für negative Fehlentwicklungen aufzuzeigen.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Gehorsam und Autorität, beschreibt das Milgram-Experiment sowie dessen Variationen, Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Faktoren für Gehorsam.

3. Ethische Betrachtungsweise des Milgram-Experiments: Hier werden die ethische Kontroverse und die rechtlichen sowie moralischen Richtlinien für sozialpsychologische Experimente kritisch beleuchtet.

4. Negative Auswirkungen von Gehorsam in der Unternehmenspraxis: Dieses Kapitel überträgt die Erkenntnisse über autoritären Gehorsam auf das Arbeitsumfeld und illustriert die Problematik anhand realer Fallbeispiele.

5. Maßnahmen gegen Fehlentwicklungen: Es werden konkrete Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen wie Erziehung, Gesellschaft und Organisation vorgestellt, um negativem, blindem Gehorsam entgegenzuwirken.

6. Diskussion: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Bearbeitung der Thematik und skizziert den Bedarf an zukünftiger Forschung.

Schlüsselwörter

Gehorsam, Autorität, Milgram-Experiment, Sozialpsychologie, Ethische Richtlinien, Unternehmenspraxis, Fehlentwicklungen, Prävention, Neue Autorität, Gruppendynamik, Verantwortlichkeit, Elektroschocks, Autonomie, Führung, Psychologische Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialpsychologischen Bedeutung von Gehorsam gegenüber Autoritäten, den Gefahren dieses Gehorsams und Möglichkeiten, diesen reflektiert zu begegnen.

Welches zentrale psychologische Experiment steht im Fokus?

Das Milgram-Experiment, das die Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autoritäten unter Anwendung potenziell schmerzhafter Reize untersuchte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über die Thematik zu geben und Lösungsansätze sowie Maßnahmen aufzuzeigen, um negativen Fehlentwicklungen durch Gehorsam in Organisationen entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden empirischen Studien sowie ethischen Richtlinien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des Gehorsams, eine ethische Analyse des Milgram-Experiments, eine Untersuchung von Gehorsam im Unternehmensalltag sowie die Erarbeitung von Präventionsmaßnahmen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Gehorsam, Autorität, Milgram-Experiment, Ethik, Unternehmenspraxis, Neue Autorität und Prävention.

Warum wird das Konzept der „Neuen Autorität“ in der Arbeit thematisiert?

Das Konzept nach Haim Omer wird als konstruktive Alternative zur traditionellen, rein autoritären Führung präsentiert, um Autonomie und Verantwortungsbewusstsein in Erziehung und Organisation zu stärken.

Wie kann eine Führungskraft Gehorsam in der Unternehmenspraxis kritisch hinterfragen?

Durch die Anwendung von zwei Leitfragen: „Ist die Autorität tatsächlich ein Experte?“ und „Wie ehrlich ist der Experte in dieser Situation?“, kann ein „Sicherheitsnetz“ gegen automatische Beeinflussung aufgebaut werden.

Welche Rolle spielt die „Physische Nähe“ beim Gehorsam im Milgram-Experiment?

Die Ergebnisse zeigten, dass eine verringerte physische Distanz zum „Opfer“ die Gehorsamsrate der Testperson signifikant sinken ließ.

Wie bewertet die Arbeit die ethische Vertretbarkeit des Milgram-Experiments heute?

Die Arbeit betont, dass das Experiment aufgrund der Verletzung ethischer Prinzipien (wie Täuschung und psychische Belastung) in seiner ursprünglichen Form heute nicht mehr durchführbar wäre.

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Details

Title
Das Milgram Experiment. Eine sozialpsychologische und ethische Betrachtungsweise des Gehorsams gegenüber Autoritäten
College
SRH - Mobile University
Course
Sozialpsychologie
Grade
1,3
Author
Nina H. (Author)
Publication Year
2020
Pages
31
Catalog Number
V936557
ISBN (eBook)
9783346266392
ISBN (Book)
9783346266408
Language
German
Tags
Milgram Experiment Sozialpsychologie Ethik Autorität Autoritäten Neue Autorität ethisch gehorsam Unternehmenspraxis Fehlentwicklung Fehlentwicklungen Maßnahmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina H. (Author), 2020, Das Milgram Experiment. Eine sozialpsychologische und ethische Betrachtungsweise des Gehorsams gegenüber Autoritäten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936557
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