Das Interesse dieser wissenschaftlichen Arbeit liegt darin zu untersuchen, inwiefern die Produktion und Rezeption der #A4waistchallenge-Bilder das weibliche Schönheitsideal und die Identitätsbildung prägen könnte.
Um dieser Fragestellung nachzugehen müssen zunächst einige Themengebiete aufgefasst werden. Einführend wird ein Überblick über die unterschiedlichen Schönheitsideale bis zum 20. Jahrhundert gegeben, um daraufhin den Fokus auf das Schönheitsideal des 21. Jahrhundert zu legen. Folglich kommt dem Aspekt des Selbstporträtierens Aufmerksam zu.
Dabei werden zurückliegende Formen kurz erläutert, um dann genauer auf die heutige Selfie-Kultur einzugehen. Anschließend wird ein Konzept der Identitätsbildung erläutert. Daraufhin folgt ein Unterkapitel zum Verhältnis von Körper und Weiblichkeit, sowie Identität und Medien. Letztlich folgt die Analyse. Dabei wird einleitend die methodische Vorgehensweise erläutert.
Diese Arbeit stützt sich methodische auf das drei Stufenmodell der Ikonologie von Erwin Panofsky. Dabei werden drei ausgewählte Bilder mit dem Verweis #A4waistchallenge einer Bildanalyse unterzogen. Nach einer Beschreibung und Analyse, folgt die Interpretation des Bildes. In diesem Zusammenhang werde die zuvor erläuterten Themengebiete in Bezug zu der Analyse gesetzt und die Fragestellung beantwortet. Letztlich folgt das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schönheitsideale im Wandel der Zeit
2.1 Schönheitsideale bis zum 20. Jahrhundert
2.2 Schönheitsideal des 21. Jahrhunderts
3 Das Selbstporträtieren
3.1 Tradition des Selbstporträtierens in Malerei und Fotografie
3.2 Selfie-Kultur
4 Identität
4.1 Identitätsbildung im Jugendalter
4.2 Körper und Weiblichkeit
4.3 Identität und Medien
5 Analyse
5.1 Methodische Vorgehensweise
5.2 Bildanalysen der Selfie-Challenge #A4waistchallenge
5.2.1 Vorikonographische Beschreibung
5.2.2 Ikonographische Analyse
5.2.3 Ikonologische Interpretation
5.3 Auswirkung auf das Schönheitsideal und die Identitätsbildung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der #A4waistchallenge-Bilder auf die Ausprägung des weiblichen Schönheitsideals sowie auf die Identitätsbildung jugendlicher Mädchen. Dabei wird analysiert, inwieweit Produktion und Rezeption dieser spezifischen Selfie-Form die Wahrnehmung des eigenen Körpers und gesellschaftlicher Schönheitsvorstellungen prägen.
- Wandel historischer und gegenwärtiger weiblicher Schönheitsideale
- Entwicklung des Selbstporträtierens von der klassischen Kunst bis zur modernen Selfie-Kultur
- Theoretische Grundlagen der Identitätsbildung in der Adoleszenz unter mediensoziologischen Aspekten
- Methodische Bildanalyse nach Erwin Panofsky am Beispiel der #A4waistchallenge
- Reflexion über mediale Körperinszenierungen als Mittel zur Selbstdefinition und zum sozialen Protest
Auszug aus dem Buch
2 Schönheitsideale im Wandel der Zeit
Um die Veränderungen des weiblichen Schönheitsideals darzulegen, muss zunächst ein Abriss des früheren Wandels angefertigt werden. Da sich diese wissenschaftliche Arbeit speziell mit dem Körper als Schönheitsattribut beschäftigt, werden die Erläuterungen der unterschiedlichen Ideale diesen fokussieren. Der Schwerpunkt liegt in dieser wissenschaftlichen Arbeit auf dem weiblichen Körper, da speziell beim weiblichen Geschlecht der Begriff der Schönheit und des Körpers eine prägende Rolle spielt (vgl. Posch 1999: 16).
2.1 Schönheitsideale bis zum 20. Jahrhundert
Wird versucht ein „Ideal“ zu definieren, stößt man auf Beschreibungen wie „Vollkommenheit“ oder auch ein „erstrebenswertes Vorbild“ (Wahrig/Krämer/Zimmermann 1981: 700). Ein Ideal impliziert demnach ein festgelegtes Leitbild und den Wunsch dieses zu Erreichens. Der Begriff „schön“ wird, laut Definition, primär mit dem Aspekt des Äußerlichen assoziiert. Der Brockhaus fasst die Begrifflichkeit weiter, als eine „eine Komponente, die die sinnliche Wahrnehmung angenehm berührt“ (Wahrig/Krämer/Zimmermann 1983: 628). „Schön“, in diesem Sinne, beinhaltet demnach eine positive Wirkung auf Andere und wird im Kontext von Wahrnehmungsprozessen charakterisiert. Was als „schön“ verstanden wird ist somit nicht von den Blicken anderer und deren Bewertung getrennt. Das Schönheitsideal ist folglich ein erstrebenswertes Leitbild, dessen Erschaffung nicht von der sozialen Umwelt separiert werden kann. Unter dieser sozialen Umwelt werden, nach Waltraud Posch, der historische Kontext und die herrschende Kultur verstanden (vgl. Posch 2009: 172). Die von Waltraud Posch aufgefasste Abhängigkeit von Zeit und Kultur in Zusammenhang mit Schönheitsidealen, lässt sich an den vielfältigen Vorstellungen unterschiedlicher Epochen erkennen. Demnach gilt es nun einen grundlegenden Abriss vielseitige Ideale zu erfassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Selfie als Phänomen der digitalen Kommunikation vor, führt die #A4waistchallenge als Untersuchungsgegenstand ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses auf das weibliche Schönheitsideal.
2 Schönheitsideale im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung weiblicher Schönheitsideale und deren Abhängigkeit von soziokulturellen Kontexten bis hin zur heutigen, westlich geprägten Vorstellungen von Jugendlichkeit und Schlankheit.
3 Das Selbstporträtieren: Hier wird die historische Tradition des Selbstporträts beleuchtet und der Übergang zur zeitgenössischen Selfie-Kultur sowie deren Rolle als Medium der Identitätsinszenierung und -reflexion analysiert.
4 Identität: Dieses Kapitel erläutert Konzepte der Identitätsbildung im Jugendalter nach Erikson und beleuchtet die besondere Bedeutung des Körpers sowie die Rolle der Medien als zentrale Sozialisationsinstanzen.
5 Analyse: Die Analyse verwendet das Ikonologie-Modell von Panofsky, um drei spezifische Bilder der #A4waistchallenge hinsichtlich ihrer Intention, Rezeption und Auswirkung auf Schönheitsvorstellungen zu untersuchen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die #A4waistchallenge keine einheitliche Wirkung hat, sondern je nach individueller Rezeption unterschiedliche Identitätsangebote bietet.
Schlüsselwörter
#A4waistchallenge, Selfie-Kultur, Schönheitsideal, Identitätsbildung, Adoleszenz, Körperbild, Mediensozialisation, Ikonologie, Erwin Panofsky, Selbstporträt, visuelle Kommunikation, Instagram, Körperinszenierung, Selbstoptimierung, Geschlechterrollen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Selfie-Phänomen #A4waistchallenge und analysiert, wie diese digitale Herausforderung das weibliche Schönheitsideal und die Identitätsfindung von Jugendlichen beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung von Schönheitsidealen, die soziologische Bedeutung des Selbstporträts, Identitätsentwicklung in der Pubertät und die Analyse visueller Medieninhalte.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern die Produktion und Rezeption von Bildern der #A4waistchallenge das weibliche Schönheitsideal und die Identitätsbildung bei Jugendlichen prägen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die qualitative Bildanalyse nach dem Drei-Stufen-Modell der Ikonologie von Erwin Panofsky (vorikonographische Beschreibung, ikonographische Analyse, ikonologische Interpretation).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die historische Herleitung des weiblichen Körperideals, die Einordnung des Selfies als kulturelle Praxis, theoretische Grundlagen der Identitätsbildung sowie die praktische Analyse von drei ausgewählten Instagram-Beiträgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie #A4waistchallenge, Körperbild, Identitätsbildung, Selfie-Kultur, Mediensozialisation und Ikonologie charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die #A4waistchallenge von früheren Schönheitsidealen?
Im Gegensatz zu früheren Idealen, die oft durch physische Kleidung oder Diäten angestrebt wurden, bietet die Challenge eine rein virtuelle, leicht zugängliche Plattform zur Demonstration eines Körperideals, bei der die "reale" Überprüfung durch das Medium Foto entfällt.
Welches Ergebnis liefern die Bildanalysen hinsichtlich der Wirkung der Challenge?
Die Analysen zeigen ein ambivalentes Bild: Während einige Teilnehmende das Ideal der #A4waistchallenge befürworten, nutzen andere die Challenge als Protestform gegen gesellschaftliche Schönheitszwänge, wodurch die Challenge verschiedene, teils gegensätzliche Identitätsangebote macht.
- Quote paper
- Lena Marie Her (Author), 2018, Selfie-Challenge Körper? Wie die Fotografie der neuen Medien das weibliche Schönheitsideal und die Identitätsbildung prägt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936674