Ziel dieser Hausarbeit ist es zu untersuchen, ob und inwieweit, sich der Sprechstil eines Sprechers in der Interaktion mit einem Hund vom Sprechstil in der Interaktion mit einem Erwachsenen unterscheidet. Es soll außerdem der Frage nachgegangen werden, durch welche Faktoren ein möglicher Style-Shift gegenüber einem nicht sprechendem Individuum beeinflusst wird.
Um diese Fragen zu beantworten sollen in der vorliegenden Hausarbeit artikulatorische Besonderheiten der Dog-Directed-Speech gemessen werden. Dazu sollen zunächst einige Studien, die sich mit dem Sprechstil in der Interaktion mit Hunden beschäftigen, vorgestellt werden. Anhand dieser Studien sollen Hypothesen für eine eigene Studie aufgestellt werden. Schließlich ist es Ziel der Hausarbeit eine eigene akustische Analyse anhand ausgewählter Parameter durchzuführen. Für die akustische Analyse soll der Sprechstil in der Interaktion mit einem Hund mit dem Sprechstil in der Interaktion mit einem Erwachsenen verglichen werden. Anschließend sollen die Faktoren, die eine mögliche Veränderung des Sprechstils während der Dog-directed-speech bewirken, diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund
3. Hypothesen
4. Experiment
4.1. Aufbau
4.1.1. Teilnehmer
4.1.2. Materialien
4.1.3. Durchführung
4.2. Messungen und Ergebnisse
4.2.1. Grundfrequenz
4.2.2. Formanten
5. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht akustische Unterschiede im Sprechstil bei der Interaktion mit Hunden (Dog-Directed-Speech) im Vergleich zur Interaktion mit Erwachsenen (Adult-Directed-Speech). Das primäre Ziel besteht darin, durch eine eigene empirische Analyse zu prüfen, ob sich Parameter wie Grundfrequenz und Vokalartikulation in Abhängigkeit vom Rezipienten systematisch verändern.
- Audience Design als theoretische Grundlage für Sprechstil-Anpassungen.
- Akustische Analyse der Grundfrequenz (Mean Pitch) und Variabilität.
- Untersuchung der Vokalhyperartikulation mittels Vokaldreiecken.
- Vergleich der Ergebnisse mit der Infant-Directed-Speech.
- Analyse des didaktischen Zwecks und des Einflusses der sprachlichen Kompetenz des Rezipienten.
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Grundfrequenz
Als erster Parameter wurde die Grundfrequenz während der Adult-Directed- und Dog-Directed-Speech gemessen und die daraus resultierenden Werte miteinander verglichen. Nach Pompino-Marschall (1995) handelt es sich bei der Grundfrequenz um „die tiefste Frequenz einer komplexen periodischen Schwingung“ (296). Sie ergibt sich aus der „Rate der Schwingung der Stimmlippen“ (ebd., 39). Zunächst wurde die Grundfrequenz in Praat während der Adult-Directed-Speech gemessen, danach die Grundfrequenz während der Dog-Directed-Speech. Beide Messungen wurden nach demselben Prinzip und mit denselben Einstellungen durchgeführt (vgl. Mayer, 2017, 117).
Für die Messungen wurden im Sound-Editor in Praat zunächst die Pitch Settings auf Standardeinstellungen zurückgesetzt und eine Pitch Range von 100 – 400 Hz ausgewählt, da es sich bei der analysierten Stimme um eine Frauenstimme handelte (vgl. ebd.). Darüber hinaus wurde die „Analysemethode auf cross-correlation umgestellt“ (ebd.), da Jörg Mayer in seiner Praat-Anleitung beschreibt, dass die „autocorrelation-Methode […] zu Ungenauigkeiten“ (ebd.) führe. Auch bezüglich der Advanced Pitch Settings wurden die Standardeinstellungen verwendet (vgl. Mayer, 2017, 117). Die Grundfrequenzmessung wurde mittels des Voice Reports durchgeführt. Dafür wurde in Praat zunächst „die Pulses-Analyse eingeschaltet“ (ebd.) und Signalabschnitte von jeweils zehn Sekunden ausgewählt (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Sprechstil-Anpassung (Audience Design) und Definition des Forschungsziels, Unterschiede zwischen Dog-Directed-Speech und Adult-Directed-Speech zu untersuchen.
2. Hintergrund: Darstellung relevanter Vorstudien, insbesondere zur Infant-Directed-Speech und bisherigen Erkenntnissen zur Vokalhyperartikulation sowie zu Grundfrequenzänderungen in der Interaktion mit Hunden.
3. Hypothesen: Herleitung der Erwartung, dass DDS durch eine höhere Grundfrequenz und größere Variabilität gekennzeichnet ist, jedoch keine Vokalhyperartikulation aufweist.
4. Experiment: Beschreibung des Versuchsaufbaus, der Teilnehmerin, der verwendeten Materialien und der Methodik der akustischen Messungen in Praat.
5. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse, Bestätigung der Hypothesen und Reflexion über die motivationale Funktion (didaktischer Zweck vs. Aufmerksamkeitssteuerung) der DDS.
Schlüsselwörter
Dog-Directed-Speech, Adult-Directed-Speech, akustische Analyse, Grundfrequenz, Vokalhyperartikulation, Praat, Audience Design, Infant-Directed-Speech, Sprechstil, Phonetik, didaktische Funktion, Stimmumfang, sprachliche Variation, Border Collie, Formanten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht akustische Merkmale des Sprechstils von Menschen, wenn sie mit Hunden interagieren, im Vergleich zur Konversation mit anderen Erwachsenen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind das Audience Design, die Grundfrequenzmessung (Pitch), die Analyse von Formanten zur Vokalhyperartikulation und der Vergleich zur kindgerichteten Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll empirisch belegt werden, ob Sprecher in der Kommunikation mit Hunden ihren Stil durch höhere Grundfrequenzen anpassen und ob eine didaktisch motivierte Hyperartikulation von Vokalen stattfindet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine akustische Analyse mittels der Software Praat, um quantifizierbare Parameter wie Mean Pitch, Standardabweichung und Vokaldreiecke zu erstellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Literaturübersicht, die Aufstellung von Hypothesen, die detaillierte Beschreibung des Experiments und die Analyse der Messergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Dog-Directed-Speech, Grundfrequenz, Vokalhyperartikulation und Sprechstil-Anpassung.
Warum zeigt die Untersuchung keine Vokalhyperartikulation bei der Dog-Directed-Speech?
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Vokalhyperartikulation primär einen didaktischen Zweck zur Sprachvermittlung bei kompetenten Rezipienten erfüllt, was bei Hunden aufgrund ihrer fehlenden menschlichen Sprachfähigkeit entfällt.
Welche Rolle spielt die Grundfrequenz in der Kommunikation mit Hunden?
Die höhere Grundfrequenz und größere Variabilität dienen der Aufmerksamkeitssicherung des Hundes und können zusätzlich durch das Baby-Schema bei besonders jungen Tieren beeinflusst sein.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Akustische Analyse der Dog- und Adult-Directed-Speech, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936785