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Belastungserleben, Unterstützungsbedarf und Ressourcen von Eltern hörgeschädigter Kinder

Title: Belastungserleben, Unterstützungsbedarf und Ressourcen von Eltern hörgeschädigter Kinder

Seminar Paper , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Melanie Klawitter (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Die Arbeit beschäftigt sich gemäß dem Titel mit dem Belastungsempfinden, dem Unterstützungsbedarf und den Ressourcen von Eltern hörgeschädigter Kinder. Dabei werden Forschungsergebnisse unterschiedlicher Studien vorgestellt und Konsequenzen für die Elternarbeit daraus abgeleitet. Der Forschungsbedarf auf dem Gebiet des Belastungsempfindens von Eltern hörgeschädigter Kinder wurde vor etwa 20 Jahren erkannt. Bis dahin stand in den 1970er und 1980er Jahren eher das elterliche Erziehungsverhalten im Fokus der Forschung. Es wurde vielfach untersucht, wie Eltern nach der Diagnose „Hörschädigung“ auf die Nachricht und insbesondere auf das Kind reagieren. In unterschiedlichen Veröffentlichungen wurde immer wieder auf die besondere Herausforderung für Eltern hörgeschädigter Kinder hingewiesen: „Die neue Mutter- und Vaterrolle verlangen vor allem die Übernahme ungewohnter Verantwortung für ein sehr abhängiges Familienmitglied.“ Es konnte belegt werden, dass elterliche Auseinandersetzungs- und Verarbeitungsprozesse in Bezug auf die Hörschädigung des Kindes in Wechselwirkung mit der Entwicklung und Sozialisation des betroffenen Kindes stehen .
Hintermair legte bereits 1981 seine Dissertation zu elterlichen Erziehungsstilen und der Genese des kindlichen Selbstkonzepts vor . Die wichtigste Erkenntnis lag in dem Beleg, dass ein signifikanter Zusammenhang von positiven Erziehungsstilen und der Familienatmosphäre besteht. Es konnte weiterhin belegt werden, dass der Erziehungsstil Einfluss auf das Selbstkonzept des Kindes nimmt und es somit folglich in Abhängigkeit vom Erziehungsverhalten der Eltern zu Problemen in der Eltern-Kind-Beziehung kommen kann. Es wurde versucht das (damals noch recht defizitorientiert als „falsch“ beurteilte) Erziehungsverhalten der Eltern zu kategorisieren. Seifert legte 1982 dazu beispielhaft drei Reaktionsformen von betroffenen Eltern vor. Er unterscheidet das Erziehungsverhalten in Überbehütung, Ablehnung und Akzeptanz.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Geschichte und Bedeutung des Forschungsgebietes

2. Forschungsergebnisse

2.1 Zur Gesamtbelastung von Eltern hörgeschädigter Kinder

2.2 Belastungsempfinden in Abhängigkeit von der individuellen Entwicklung des Kindes

2.3 Zum unterschiedlichen Belastungsempfinden von Mütter und Vätern

2.4 Zum Stellenwert der Eltern-Kind-Kommunikation

2.5 Zur besonderen Situation von betroffenen Eltern mit Migrationshintergrund

3. Konsequenzen für die Elternarbeit

3.1 Unterstützungsbedarf von betroffenen Eltern

3.2 Resilienzforschung und ressourcenorientierte Ansätze

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Belastungserleben von Eltern hörgeschädigter Kinder, identifiziert die zentralen Unterstützungsbedarfe und analysiert, wie moderne ressourcenorientierte Ansätze in der Elternarbeit helfen können, die familiäre Situation nachhaltig zu entlasten.

  • Faktoren und Ursachen elterlicher Belastung nach der Diagnose Hörschädigung.
  • Unterschiedliche Belastungsprofile von Müttern und Vätern im Erziehungsprozess.
  • Herausforderungen in der Kommunikation und die Bedeutung des sozialen Netzwerks.
  • Besondere Bedürfnisse von Familien mit Migrationshintergrund.
  • Anforderungen an Hörgeschädigtenpädagogen als professionelle Berater.

Auszug aus dem Buch

Zur besonderen Situation von betroffenen Eltern mit Migrationshintergrund

Laut Tsirigotis stammen mittlerweile rund ein Drittel bis die Hälfte hörgeschädigter Kinder aus Familien, in denen ein oder beide Elternteile einen Migrationshintergrund haben.

„Dass unbelastetes Kommunizieren angesichts der Umstände von Diagnoseschock, Leben in der Fremde, schlechten sozialen Bedingungen und Arbeitslosigkeit nicht leicht ist, liegt auf der Hand.“

Dennoch wird diesen Eltern, (ebenso wie den betroffenen deutschstämmigen Eltern) in der Zusammenarbeit mit Fachleuten und der Förderung und Erziehung ihrer Kinder viel abverlangt. Neben all den Sorgen und Befürchtungen um das Kind sowie einer gewissen Hemmschwelle gegenüber Fachleuten und anderen Betroffenen, haben Familien mit Migrationshintergrund eine Reihe weiterer Probleme, die die Eltern belasten und die Elternarbeit erschweren können.

Zum einen kann es bei vielen Familien Probleme in der Sprachverständigung geben. Gerade im Gespräch mit Ärzten und Psychologen werden eine Reihe von Fachtermini und eine Wissenschaftssprache gebraucht, die für Eltern mit Deutsch als Zweit- oder Drittsprache kaum verständlich ist, da sie von der alltäglichen Umgangssprache abweicht. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass Eltern aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds mit ganz anderen Erwartungen an den Lehrer herantreten, als deutsche Eltern- wobei natürlich generell alle Eltern ganz unterschiedliche Erwartungen, Vorstellungen und ein unterschiedliches Vorwissen mitbringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Geschichte und Bedeutung des Forschungsgebietes: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Forschung nach, die sich von einer defizitorientierten Betrachtung des Erziehungsverhaltens hin zur wissenschaftlichen Untersuchung der elterlichen Belastung verschoben hat.

2. Forschungsergebnisse: Hier werden zentrale Erkenntnisse zur Gesamtbelastung, den Unterschieden zwischen Elternteilen sowie den Einflüssen von Kindesentwicklung, Kommunikation und kulturellem Hintergrund dargestellt.

3. Konsequenzen für die Elternarbeit: Dieses Kapitel leitet aus der Forschung konkrete Bedarfe für die Unterstützung von Eltern ab und plädiert für den Wechsel zu einem systemischen und ressourcenorientierten Beratungsansatz.

4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die individuelle Lebenssituation der Familie in den Fokus rücken muss und betont die Bedeutung von Fachkompetenz und Sensibilität bei der Elternarbeit.

Schlüsselwörter

Hörschädigung, Belastungserleben, Elternberatung, Frühförderung, Eltern-Kind-Kommunikation, Migrationshintergrund, Resilienz, soziale Netzwerke, Ressourcenorientierung, Erziehungsverhalten, systemische Beratung, pädagogische Fachkraft, psychosoziale Belastung, Diagnoseeröffnung, Familienzentriertheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der psychischen und sozialen Belastung von Eltern hörgeschädigter Kinder und diskutiert, wie professionelle Beratung diese Familien effektiv unterstützen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das elterliche Belastungsempfinden, die Auswirkungen der Hörschädigung auf das Familienleben sowie die Anforderungen an eine moderne, ressourcenorientierte Elternarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Faktoren der elterlichen Belastung zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Pädagogen durch eine familienorientierte Sichtweise die Lebensqualität betroffener Familien verbessern können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender empirischer Studien sowie psychologischer Messinstrumente wie dem Parenting-Stress-Index (PSI).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen elterlicher Belastung, untersucht Unterschiede in der Belastung zwischen Müttern und Vätern und beleuchtet die besonderen Herausforderungen für Familien mit Migrationshintergrund.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Belastungserleben, Ressourcenorientierung, Hörgeschädigtenpädagogik, soziale Netzwerke und die Familienzentriertheit der pädagogischen Arbeit.

Warum spielt das soziale Netzwerk für die Eltern eine so große Rolle?

Soziale Netzwerke dienen als wichtiger Resilienzfaktor, da sie die Last der Behinderung auf mehrere Schultern verteilen und emotionale sowie instrumentelle Unterstützung im Alltag bieten können.

Welche Rolle spielt die Kultur für die betroffenen Eltern?

Der kulturelle Hintergrund beeinflusst maßgeblich, wie eine Behinderung wahrgenommen wird und welche Erwartungen Eltern an Fachleute stellen; eine kultursensible Arbeit ist daher essenziell.

Warum wird die Kindzentriertheit zugunsten der Familienzentriertheit hinterfragt?

Eine reine Kindzentriertheit vernachlässigt oft die Bedürfnisse der Eltern, die nur dann gut für ihr Kind sorgen können, wenn sie selbst stabilisiert und in ihren Ressourcen gestärkt sind.

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Details

Title
Belastungserleben, Unterstützungsbedarf und Ressourcen von Eltern hörgeschädigter Kinder
College
University of Cologne  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Course
Frühförderung und Elternberatung im Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation
Grade
1,3
Author
Melanie Klawitter (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V93695
ISBN (eBook)
9783640100569
ISBN (Book)
9783640113507
Language
German
Tags
Belastungserleben Unterstützungsbedarf Ressourcen Eltern Kinder Frühförderung Elternberatung Förderschwerpunkt Hören Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Klawitter (Author), 2008, Belastungserleben, Unterstützungsbedarf und Ressourcen von Eltern hörgeschädigter Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93695
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