Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Satire im 21.Jahrhundert und vor allem mit der Berufsgruppe der Satiriker. Der Autor geht dabei der Frage nach dem Rollenselbstbild von Satirikern nach. Die Forschungsfrage dieser Forschungsarbeit lautet folgendermaßen: „Welches Rollenselbstbild besitzen Autoren von Satireangeboten in Deutschland im 21. Jahrhundert?“
Der Autor wird das Rollenselbstbild von Satirikern wissenschaftlich fundiert bestimmen, damit Missverständnisse verhindert werden können, der öffentliche und wissenschaftliche Diskurs besser funktionieren kann und weitere Forschungen innerhalb der Satireforschung an dieser Arbeit anknüpfen können.
Die Arbeit ist in vier Abschnitte gegliedert. Zunächst wird die, dieser Forschung zugrunde liegende, Rollentheorie dargestellt und relevante Begriffe werden definiert. Anschließend ist eine Zusammenstellung des bisherigen Forschungsstandes zu dem Thema der Satire zu lesen. Im Anschluss daran, wird die Methodik zur Erhebung der Daten vorgestellt, sowie die daraus resultierenden Ergebnisse. Die Ergebnisdarstellung bezieht sich auf den deskriptiven Gehalt der geführten Interviews. Es werden Zusammenhänge zwischen den Ergebnissen der Interviews und des Forschungsstandes gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2. 1 Die Geschichte der Rollentheorie bis Dahrendorf
2. 2 Der „Homo Sociologicus“ von Ralf Dahrendorf
2. 3 Begriffsdefinitionen
2. 4 Medienethik
3. Forschungsstand der Satireforschung.
3. 1 Etymologie
3. 2 Geschichte der Satire
3. 3 Was ist Satire?
3. 4 Satirische Ästhetik
3. 5 Was darf Satire?
4. Methodenteil
4. 1 Methodenwahl
4. 2 Hypothesen
4. 3 Leitfadeninterview
4. 4 Grundgesamtheit
4. 5 Stichprobenziehung
4. 6 Operationalisierungsübersicht
4. 7 Vorbereitung auf die Interviews
4. 8 Methode zur Auswertung
5. Ergebnisteil
5. 1 Darstellung der Ergebnisse
5. 2 Ergebniszusammenfassung
6. Fazit
Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, das Rollenselbstbild von Autoren von Satireangeboten in Deutschland im 21. Jahrhundert wissenschaftlich fundiert zu bestimmen, um bestehende Rollenmissverständnisse zu vermeiden und den Diskurs in der Demokratie zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der explorativen Erforschung des Selbstverständnisses der Kommunikatoren hinter der satirischen Kommunikation.
- Rollentheorie und das Modell des "Homo Sociologicus" von Ralf Dahrendorf
- Wissenschaftliche Definition und Abgrenzung des Begriffs Satire
- Satirische Ästhetik und ihre konstitutiven Merkmale (Aggression, Soziales, Ästhetik/Indirektheit)
- Methodik der qualitativen Experteninterviews
- Analyse des Rollenselbstbildes, externer/intrinsischer Erwartungen und medienethischer Verantwortung
Auszug aus dem Buch
3. 2 Geschichte der Satire
Ihren Ursprung hat die Satire, je nachdem wie trennscharf sie definiert wird, im antiken Griechenland. Hier trat sie zum ersten Mal in den Schriften des Aristophanes auf (vgl. Behrmann, 2002, S. 12). Aristophanes wurde um das Jahr 444 v. Chr geboren. Ihm werden ungefähr 40 Werke zugeschrieben (vgl. Möllendorff, 2002, S. 58ff.). Oftmals bedienen sich seine Werke, aus heutiger Sicht, klassischer satirischer Mittel wie scharfen Spott und humorvollen Beschreibungen. So zum Beispiel in seiner Komödie „Die Wespen“, in der sich Aristophanes mit dem athenischen Justizwesen satirisch komödiantisch auseinandersetzt (vgl. Scheliha, 1975, S 51 ff.) Charles E. Schutz (forschte zu politischen Humor) betont 1995 außerdem die Qualität seiner Schriften: „Aristophanes perfected its dramatic form for radical social criticism and satire“ (Schutz, 1995, S. 53; Kursive durch den Verfasser dieser Arbeit).
Unabhängig von Aristophanes wird die Satire im Wesentlichen der römischen Antike als die maßgeblich prägende Epoche, zugeschrieben. Der erste römische Satiriker war Gajus Lucilius. Er lebte von 180 v. Chr. bis 102 v. Chr. und verfasste unterschiedliche Verse mit dem Anspruch, politische und gesellschaftliche Missstände anzuprangern. Diese Verse nannte er „Saturae“. (vgl. Behrmann, 2002, S. 12) Er galt nach Horaz Meinung (wichtiger Schriftsteller der römischen Satire) als Erfinder (Inventor) der Satire, denn er war es, der der Satire eine Richtung gegeben haben soll und sie mit dem Stil, den sie grundlegend bis heute aufweist, ausgestattet habe (vgl. Knoche, 1982, S. 21). Horaz galt, neben Persius und Juvenal, als der „historischen Hauptvertreter der Satire“, wobei Horaz für eine Satire mit Anspruch auf Verbesserungen steht und Juvenal für eine zerstörerische (vgl. Behrmann, 2002, S. 13).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Satire im 21. Jahrhundert heraus und formuliert die Forschungsfrage zum Rollenselbstbild von Satirikern.
2. Theorie: Das theoretische Fundament bildet die Rollentheorie nach Ralf Dahrendorf, um das "Rollenselbstbild" wissenschaftlich zu definieren.
3. Forschungsstand der Satireforschung.: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Geschichte, Etymologie und verschiedene Definitionsansätze der Satire sowie deren satirische Ästhetik.
4. Methodenteil: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, welches auf Experteninterviews und der strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring basiert.
5. Ergebnisteil: Die Ergebnisse der Interviews werden kategorisch aufbereitet und zusammengefasst, um das Rollenselbstbild der befragten Satiriker abzubilden.
6. Fazit: Die Forschungsfrage wird beantwortet und die Validität der gewählten Methode zur Erfassung der Forschungsdaten bestätigt.
Schlüsselwörter
Satire, Rollenselbstbild, Rollentheorie, Homo Sociologicus, Satireforschung, Experteninterviews, Medienethik, satirische Ästhetik, Ironie, Satiriker, Kommunikation, Ideologiekritik, qualitative Sozialforschung, Inhaltsanalyse, Verantwortung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Rollenselbstbild von Autoren von Satireangeboten in Deutschland im 21. Jahrhundert, um wissenschaftliche Lücken in der Satireforschung zu schließen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen soziologische Rollentheorien, die historische und ästhetische Definition von Satire sowie medienethische Fragestellungen.
Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welches Rollenselbstbild besitzen Autoren von Satireangeboten in Deutschland im 21. Jahrhundert?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine qualitative Forschungsmethode, konkret Experteninterviews, die nach dem Modell der strukturierenden Inhaltsanalyse von Mayring ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Rollentheorien, einen detaillierten Forschungsstand zur Satire und den methodischen sowie ergebnisorientierten Teil der Untersuchung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Satire, Rollenselbstbild, Rollentheorie, Medienethik und qualitative Sozialforschung definiert.
Welche Bedeutung hat das Modell des „Homo Sociologicus“ für diese Arbeit?
Das Modell von Ralf Dahrendorf dient als theoretisches Fundament, um das Rollenhandeln von Satirikern innerhalb ihrer sozialen Position und deren Internalisierung von Erwartungen zu verstehen.
Wie gehen Satiriker laut der Arbeit mit der Forderung nach Verantwortung um?
Satiriker definieren ihre Verantwortung primär durch das Prinzip, nicht "nach unten" zu treten, wobei sie sich oft als Gesinnungsethiker positionieren, die ihre Arbeit retrospektiv bewerten.
- Arbeit zitieren
- Jona Drewes (Autor:in), 2019, Die Satire im 21. Jahrhundert. Das Rollenselbstbild der Autoren in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937064