Die Blockchain und ihr Nutzen für Finanzinstitute


Hausarbeit, 2020

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichni

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichn

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Systematik der Literaturrecherche
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Funktionsweise der Blockchain
2.1 Kryptographie
2.2 Dezentralität
2.3 Sicherheit und Transparenz
2.4 Anonymität
2.5 Einsatz der Blockchain im Zahlungsverkehr
2.5.1 Währungen
2.5.2 Börse
2.5.3 Smart Contracts

3 Lösungsansatz zum Nutzen der Blockchain für Finanzinstitu

4 Diskuss

5 Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gegenüberstellung der Aufgaben von Banken und die Nutzung der Blockchain

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

*In der Hausarbeit sind stets Personen männlichen und weiblichen Geschlechts gleichermaßen gemeint; aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird im Folgen­den nur die männliche Form verwendet.

1 Einleitung

Seit der Veröffentlichung des Whitepapers am 1. November 2008 zum Thema Bit­coin durch das Pseudonym Satoshi Nakamoto hat die Bedeutung der damit verbun­denen Blockchain-Technologie stetig gewonnen.1 Laut Statista gab es 2008 37 Pa­tentanmeldungen weltweit zum Thema Blockchain. 2013 waren es 72 Anmeldun­gen, 2016 895 und 2018 gab es 4.673 Patentanmeldungen zu diesem Thema.2 Hier zeigt sich die steigende Relevanz des Themas. Dagegen hat der Digitalverband Bit­kom in seiner Studie 2019 festgestellt, dass gerade 2% der Deutschen Unternehmen die Blockchain im Einsatz haben. 6% der über 1.000 befragten Unternehmen aus der Stichprobe planen den Einsatz bzw. diskutieren über das Thema. Bei 89% der Befragten ist die Blockchain bisher kein Thema.3 Damit zeigt sich das große Po­tential für die Blockchain.

1.1 Problemstellung

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden Ideen und Lösungsansätze zum Nutzen der Blockchain für Finanzinstitute gesucht. Die Arbeit soll die Frage beantworten, ob Banken perspektivisch als Intermediäre4 noch erforderlich sind oder ob, die Netzwerkteilnehmer eigenständig handeln können. Die Betrachtung erfolgt aus Sicht der Existenzgefährdung des Finanzsektors. Zentrales Element ist eine Gegen­überstellung der Aufgaben von Banken mit den Vorteilen und Eigenschaften der Blockchain. Auf diese Weise werden die möglichen Betätigungsfelder für Banken identifiziert.

1.2 Systematik der Literaturrecherche

Zuerst wurde das Thema anhand der Suche über die Suchmaschine Google einge­grenzt. Anschließend wurde mithilfe der virtuellen Fachbibliothek econbiz die Aus­wahl der Literatur vorgenommen. Hierfür wurden Suchbegriffe wie „Bitcoin“, „Blockchain“, „Finanzsektor“, „Bankensektor“, „Banken“, „Finanzinstitute“, „Fi­nanzwesen“, „Börse“, „Kryptographie“, „Anonymität“, „Transparenz“, „Smart Contracts“ oder „Zahlungsverkehr“ genutzt. Ergänzend wurde diese Suche auf die Fachbibliothek des Springer Verlags ausgeweitet. Abschließend wurde die Recher­che durch Analyse des Statistikportals Statista beendet.

1.3 Aufbau der Arbeit

Zu Beginn der Arbeit wird die Funktionsweise der Blockchain erläutert. Hierbei wird auf eine detaillierte technische Erläuterung verzichtet. Anschließend folgt das Kapitel der Kryptografie, um die Verkettung der Blockchain näher zu beschreiben. Darauffolgend wird auf die zentralen Merkmale Dezentralität, Sicherheit, Transpa­renz und Anonymität der Blockchain näher eingegangen. Daran anknüpfend wird der Einsatzbereich der Blockchain beleuchtet. Hierzu wird auf den Zahlungsver­kehr, Währungen, Börsen und Smart Contracts eingegangen. Im Kapitel „Lösungs­ansatz zum Nutzen der Blockchain für Finanzinstitute“ werden die Aufgaben von Banken den Vorteilen und Eigenschaften der Blockchain gegenübergestellt. Hier­durch werden mögliche Einsatzfelder der Blockchain für Finanzinstitute identifi­ziert und die perspektivische Rolle von Banken in der Blockchain kurz beschrieben. Außerdem wird die Frage beantwortet, ob die Aufgaben von Banken durch die Nut­zung der Blockchain-Technologie entfallen können. Abschließend folgen die Dis­kussion und Zusammenfassung. Die Begriffe Banken und Finanzinstitute werden im Folgenden synonym verwendet.

2 Funktionsweise der Blockchain

Die Blockchain-Technologie bietet die Chance, dass sich Informationen und Trans­aktionen sicher und schnell in einem Netzwerk mit vielen Beteiligten austauschen lassen. Der Ausgangspunkt ist eine Datenbank, die alle Transaktionen speichert und sie fälschungssicher ablegt. Die Datenbank wird auf vielen Rechnern in einem Peer- to-Peer-Netzwerk5 abgelegt. Jeder Rechner mit einer vollständigen Datenbank hat die Aufgabe, Transaktionen zu überprüfen und zu dokumentieren. Denn die Infor­mationen der Transaktionen sind jedem öffentlich zugänglich.6

Am Beispiel der Bitcoin-Blockchain kann der Aufbau der Blockchain beschrieben werden. Bitcoin bezeichnet eine digitale Einheit. Bei der Blockchain wird eine Kette von Datensätzen gebildet. Durch den sogenannten Proof-of-Work-Algorith- mus werden die Datensätze bzw. Bitcoins erzeugt. Hierbei werden die Daten ver­schlüsselt und miteinander verkettet. Das erfolgt durch einzelne Computer im Netz­werk, um getätigte Transaktionen zu verrechnen, sodass der gesamte Datensatz in die Blockchain integriert werden kann.7

2.1 Kryptographie

In der Blockchain werden Transaktionen durch Kryptographie miteinander verrech­net und durch einen Hash verschlüsselt. Der Hash bildet eine Prüfsumme aus allen Transaktionen des Blocks und der nächste Block beinhaltet den Hash des vorheri­gen Blocks. Dadurch entsteht die Verkettung und es wird sichergestellt, dass die Kette nicht verändert werden kann. Eine Manipulation von früheren Transaktionen würde den Hash des Blocks verändern und somit würden die folgenden Blöcke nicht mehr zu den vorherigen passen. Zusätzlich erhält jeder Block einen Zeitstem­pel. Damit wird abgelegt, wann der Block errechnet wurde.8

Diese Aufgabe übernehmen Miner. Der Vorgang wird verglichen mit dem Schürfen von Gold und wird daher mining genannt. Miner fungieren bei Kryptowährungen wie Rechnungsprüfer. Sie bestätigen die Korrektheit der Transaktionen. Zur Ver­schlüsselung der Bitcoin wird der SHA256-Algorithmus verwendet.

Als Anreiz erhalten Miner zwei Belohnungen. Für das Erstellen eines Blocks erhal­ten sie seit dem 11.04.2020 6,25 Bitcoin. Alle 210.000 Blöcke wird die Höhe der Belohnung halbiert. 2009 gab es noch 50 Bitcoins als Belohnung, im November 2012 waren es 25 und 2016 noch 12,5 Bitcoins.

Zusätzlich erhalten Miner die Transaktionsgebühren, die in einem Block enthalten sind. Das sind derzeit zwischen 0,4 bis 2 Bitcoins. Hier ist die Höhe des Transakti­onsvolumens ausschlaggebend.

Um diese Belohnungen zu erhalten, müssen die Miner ein Ratespiel lösen. Das Konzept heißt „Proof of Work“. Die Miner treten gegeneinander an und wer zuerst den sogenannten Target Hash errät, ist der Gewinner. Dazu müssen sie eine Number only used once (Nonce) finden. Bei Bitcoin ist diese 32 Bit bzw. 4.294.967.296 Byte groß.9

2.2 Dezentralität

Das Grundgerüst der Blockchain ist Dezentralität. Die Informationen der Block­chain werden nicht zentral auf einem Server gespeichert. Jeder Teilnehmer im Netz­werk speichert und verarbeitet die Daten der Blockchain. Die Technik nennt sich Distributed Ledger Technologie (DLT). Das bedeutet, dass viele verschiedene Teil­nehmer über das Internet miteinander verbunden sind und die gesamte Blockchain auf ihrem Computer gespeichert haben. Diese Computer nennen sich Nodes oder auch Knotenpunkte. Sie haben die Bitcoin-Software installiert und betreiben den Programmcode.10 11 Hierfür wird auf jedem Rechner entsprechender Speicherplatz verbraucht. Die Bitcoin-Blockchain hatte am 18.04.2020 eine Größe von ca. 273 GB.11

2.3 Sicherheit und Transparenz

Durch die DLT wird jede Transaktion sicher dokumentiert und für alle Beteiligten transparent. Updates sind nur möglich, wenn alle Teilnehmer im Netzwerk zustim­men. Falls ein Teilnehmer angibt, dass er einen höheren Kontostand hat als es der Wahrheit entspricht, können die Nutzer in ihren eigenen Datenbanken nachschauen und vergleichen. Hierdurch wird der Schwindel transparent. Zusätzlich kann durch den Abgleich der Betrüger ausfindig gemacht und aus dem Netzwerk ausgeschlos­sen werden. Damit sind die Daten in einer Blockchain akkurat, transparent und kon­sistent. Durch die Dezentralität der Daten ist es für Hacker nahezu unmöglich Daten zu verändern. Da sich die Hash-Werte verändern würden und dies würde von den übrigen Teilnehmern des Netzwerkes nicht akzeptiert werden.12

2.4 Anonymität

Banken gewähren ihren Kunden Anonymität indem getätigte Transaktionen nur dem Sender und Empfänger gezeigt werden. Bei der Blockchain sind jedoch sämt­liche Transaktionen öffentlich bekannt. Anonymität kann trotzdem gewährleistet werden. In der Blockchain werden die gesendeten Beträge öffentlich gezeigt, ebenso wie die Kontostände. Die Sender und Empfänger sind jedoch anonym. Die­ses Prinzip ähnelt einer Börse. Es werden der Zeitpunkt und die Größe von Trans­aktionen veröffentlicht, die Identität der involvierten Parteien bleibt geheim.13

Falls die Adresse eines Nutzers einem Namen zugewiesen werden kann, wird die Anonymität aufgehoben. Danach lassen sich alle weiteren Transaktionen der Per­son einsehen.14

2.5 Einsatz der Blockchain im Zahlungsverkehr

Die Anwendung der Blockchain ist prädestiniert für den Zahlungsverkehr. Ähnlich wie im Bitcoin-Netzwerk könnten zukünftig Zahlungen grenzüberschreitend in Echtzeit direkt zwischen den Vertragspartnern durchgeführt werden. Hier bedarf es keiner weiteren Intermediäre. Bislang benötigen selbst webbasierte Zahlungsver­kehrssysteme wie PayPal Banken und Kreditkartenunternehmen als Dienstleister.15

2.5.1 Währungen

Das technische Modell der Blockchain wurde im Rahmen der Kryptowährung Bit­coin entwickelt. Bitcoin fungiert als webbasiertes, dezentrales Buchhaltungssys­tem. Es werden alle Transaktionen, die jemals getätigt wurden, gespeichert. Durch die Einsparung der Intermediäre zahlen die Teilnehmer geringere Transaktionsge­bühren und sind schneller als traditionelle Zahlungsverkehrs-Anbieter.16 Laut Sta­tista kostet die länderübergreifende Transaktion bei Bitcoin 0,016% und dauert ca. 10 Minuten. Dagegen kostet eine transnationale Banküberweisung durchschnittlich 7,6% und beansprucht 2-5 Tage. Zu den größten Kryptowährungen zählen Bitcoin, Ethereum und Ripple. Bitcoins Marktkapitalisierung beträgt 80%, Ethereum hat 9% und Ripple 2%. Weitere kleine Kryptowährungen vereinen 9% der Marktkapitali­sierung auf sich.17

[...]


1 Vgl. Nakamoto, 2008

2 Vgl. Statista, 2019

3 Vgl. Gentemann, 2019

4 Vermittler zwischen Gläubigern und Schuldnern auf dem Finanzmarkt

5 Rechner-Netze, bei denen mehrere Computer untereinander verbunden sind und zusammenarbei­ ten

6 Vgl. Hülsbömer, 2020

7 Vgl. Schiller, Blockchainwelt, 2020

8 Vgl. Nakamoto, 2008

9 Vgl. Gruber, 2018

10 Vgl. Schiller, Blockchainwelt, 2020

11 Vgl. Blockchain, 2020

12 Vgl. Meier & Fill, 2020

13 Vgl. Nakamoto, 2008

14 Vgl. Schiller, Blockchainwelt, 2020

15 Vgl. Brühl, 2017

16 Vgl. Hülsbömer, 2020

17 Vgl. Brandt, 2016

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Blockchain und ihr Nutzen für Finanzinstitute
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V937248
ISBN (eBook)
9783346262202
ISBN (Buch)
9783346262219
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blockchain, Banken, Finanzinstitute, DLT, Kryptographie, Dezentralität, Sicherheit, Transparenz, Smart Contracts, Börse, Währung, Bitcoin, NONCE, Distributed Ledger Technology, Number only used once, Satoshi Nakamoto, White Paper, Clearing, Fristentransformation, Risikotransformation, Losgrößentransformation, Portfoliomanagement
Arbeit zitieren
Tim Kösling (Autor:in), 2020, Die Blockchain und ihr Nutzen für Finanzinstitute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937248

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