Ziel der Arbeit ist es, den grundsätzlichen Charakter der politischen Wissenschaft herauszuarbeiten und anhand von Beispielen darzustellen, wie verschiedene Denkschulen mit dieser Aufgabe umgegangen sind.
Zuerst einmal möchte ich anhand verschiedener Definitionen, ein allgemeines Bild der Wissenschaft darstellen, um mich dann mit den Kriterien dieser auseinanderzusetzen. Ein besonderes Augenmerk wird anschließend auf das Thema Methoden gelegt, die zur wissenschaftlichen Erkenntnis führen. Hier werden zuerst die Unterschiede zwischen qualitativen und quantitativen Methoden untersucht, um sich anschließend mit der Deduktion und Induktion auseinander zu setzen. Im Weiteren wird anhand des Kritischen Rationalismus, des Werturteilsstreits und des Positivismusstreits gezeigt, wie verschiedene Denkschulen mit den Problemen bei der genauen Charakterisierung von Wissenschaft umgegangen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Was ist Wissenschaft?
2.1 Kriterien von Wissenschaft und Forschung
2.2 Methoden
2.2.1 Qualitative und Quantitative Methoden
2.2.2 Deduktion und Induktion
3. Die eine Wissenschaft
4. Wissenschaftsverständnis im historischen Kontext
4.1 Karl Popper: Kritischer Rationalismus
4.2 Werturteilsstreit
4.3 Positivismusstreit
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den fundamentalen Charakter der Wissenschaft zu analysieren und aufzuzeigen, wie verschiedene Denkschulen historisch mit den Herausforderungen einer einheitlichen wissenschaftlichen Definition umgegangen sind.
- Grundlagen der Wissenschaftsdefinition und Abgrenzung
- Wissenschaftliche Gütekriterien und Methodenlehre
- Vergleich von qualitativen und quantitativen Forschungsansätzen
- Logik der Erkenntnisgewinnung durch Deduktion und Induktion
- Historische Kontroversen wie der Werturteils- und Positivismusstreit
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Deduktion und Induktion
Auch Deduktion und Induktion bezeichnen Verfahren zur Erkenntnisgewinnung. Das Wort Deduktion kommt vom lateinischen „deductio“ und bedeutet Ableitung. Man schließt von allgemeinen Gesetzen auf besondere Fälle. Induktion bildet das Gegenteil zur Deduktion. Das lateinische „inductio“ bedeutet so viel wie Hinführung. Geschlossen wird hier vom Besonderen auf das Allgemeine. (Schülein/Reitze 2016, S. 260 und 263; Blanz 2015, S. 30 und S. 31 )
Das folgende Diagramm zeigt das Verhältnis von Deduktion und Induktion zueinander bzw. das Verhältnis der beiden zu Theorien und Einzelbeobachtungen.
Im Folgenden sollen Beispiele für die Deduktion und Induktion dargestellt werden, um anhand derer Eigenschaften, aber auch Probleme des jeweiligen Verfahrens darzustellen.
Beispiel Deduktion: Ein Mann weiß, dass er nass wird, wenn er sich draußen ungeschützt in den Regen stellt. Hierbei handelt es sich um das allgemeine Gesetz, von dem nun auf das Besondere geschlossen werden kann. Nun beobachtet jener Mann, dass es draußen regnet und beschließt in seinem Haus zu bleiben, weil er nämlich aus seinem Vorwissen schließt, dass er auch heute nass werden wird, wenn er sich draußen in den Regen stellt.
Aus wahren Prämissen folgt bei der Deduktion zwangsläufig eine wahre Konklusion. Kurz gesagt: Deduktion ist wahrheitsbewahrend. Dennoch ist anzumerken, dass das gewonnene Wissen kein neues ist. (Bortz/Döring 2006, S. 300)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation dar und definiert das Ziel der Arbeit, den Charakter der Wissenschaft sowie historische Denkschulen zu beleuchten.
2. Was ist Wissenschaft?: Es werden verschiedene Definitionen von Wissenschaft diskutiert und die Notwendigkeit sowie die Art wissenschaftlicher Kriterien und Methoden erörtert.
3. Die eine Wissenschaft: Dieses Kapitel thematisiert die Aufspaltung der Wissenschaft in disziplinäre Fachrichtungen und die Schwierigkeiten auf dem Weg zu einer interdisziplinären Einheitswissenschaft.
4. Wissenschaftsverständnis im historischen Kontext: Die Arbeit analysiert zentrale wissenschaftstheoretische Positionen und Debatten, insbesondere den Kritischen Rationalismus sowie den Werturteils- und Positivismusstreit.
5. Fazit und Ausblick: Die Autorin fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Methodenvielfalt und die Kriterien der Wissenschaftlichkeit zusammen und weist auf weiterführende Studienmöglichkeiten hin.
Schlüsselwörter
Wissenschaft, Erkenntnistheorie, Methodik, Empirie, Deduktion, Induktion, Kritischer Rationalismus, Falsifizierbarkeit, Werturteilsstreit, Positivismusstreit, Objektivität, Reliabilität, Validität, Interdisziplinarität, Wissenschaftstheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die wissenschaftstheoretischen Grundlagen und beleuchtet die Definition, Methodik und historische Entwicklung von Wissenschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Abgrenzung von Wissenschaft, Gütekriterien, Forschungsmethoden sowie die historische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Werten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den grundsätzlichen Charakter von Wissenschaft zu erarbeiten und anhand historischer Denkschulen die Komplexität einer einheitlichen Begriffsbestimmung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Erwähnung?
Die Arbeit behandelt insbesondere qualitative und quantitative Methoden sowie die logischen Verfahren der Deduktion und Induktion zur Erkenntnisgewinnung.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Fundierung, die Problematik der disziplinären Aufspaltung und die historische Analyse bedeutender wissenschaftstheoretischer Debatten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Empirie, Falsifizierbarkeit, Wertfreiheit und die Debatte zwischen Kritischem Rationalismus und Kritischer Theorie geprägt.
Warum spielt die Falsifizierbarkeit bei Karl Popper eine so große Rolle?
Popper postuliert, dass Aussagen nicht verifiziert, sondern nur falsifiziert werden können, um eine klare Abgrenzung zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Systemen zu ermöglichen.
Welchen Kernpunkt adressiert der Werturteilsstreit?
Der Streit thematisiert die Frage, ob Wissenschaft werturteilsfrei sein muss oder ob gesellschaftliche Werte notwendige Bestandteile wissenschaftlichen Arbeitens darstellen.
- Quote paper
- Julia Herrmann (Author), 2019, Denkschulen der politischen Wissenschaft. Methodische Ansätze im historischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937278