In der Arbeit werden die Pflichten des Arbeitnehmers und Arbeitgebers in der aktuellen Gesetzeslage beleuchtet. Den Einstieg bildet die Erläuterung der Bedingungen für ein Arbeitsverhältnis und die Vorstellung der beiden hauptbeteiligten Parteien, Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Ihre Charakteristika sind entscheidend, um sie als ebendiese zu identifizieren und ihnen dementsprechend ihre jeweiligen Pflichten zuschreiben zu können. Diese werden im darauffolgenden Kapitel präzisiert. Die Verletzung der eigenen Pflichten und der Rechte der anderen Partei können dazu führen, dass das Arbeitsverhältnis fehlerhaft werden kann. Welche Verstöße hierfür genau vorausgesetzt werden, wird im vorletzten Kapitel behandelt.
Im letzten Kapitel, dem Schlusswort, wird ein Fazit gezogen, welches dem Leser ein abschließendes Urteil darüber gibt, ob das Ziel, aus dem heraus die Gesetze zur Stärkung der Machtposition des Arbeitnehmers konstruiert wurden, sich erfüllt hat. Dabei wird Macht als die wirtschaftliche Überlegenheit und Fähigkeit definiert, dem anderen seine Wünsche aufzwingen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Voraussetzungen für ein Arbeitsverhältnis
2.1 Arbeitnehmereigenschaften
2.2 Arbeitgebereigenschaften
3. Pflichten im Arbeitsverhältnis
3.1 Hauptpflicht des Arbeitnehmers
3.2 Hauptpflicht des Arbeitgebers
3.3 Nebenpflichten des Arbeitnehmers
3.4 Nebenpflichten des Arbeitgebers
4. Fehlerhaftes Arbeitsverhältnis
4.1 Nichtigkeit eines Arbeitsverhältnisses
4.1.1 Fehlende oder beschränkte Geschäftsfähigkeit nach § 105 BGB
4.1.2 Gesetzliche Verbote nach § 134 BGB
4.1.3 Verstoß gegen die guten Sitten und Wucher nach § 138 BGB
4.1.4 Formverstoß nach § 125 Satz 1 BGB
4.2 Anfechtbarkeit eines Arbeitsverhältnisses
4.3 Folgen der Unwirksamkeit eines Arbeitsverhältnisses
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die rechtliche Ausgestaltung von Arbeitsverhältnissen unter Berücksichtigung der Machtverhältnisse zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, mit dem Ziel zu untersuchen, wie gesetzliche Schutzrechte die Position des Arbeitnehmers festigen und welche Folgen die Unwirksamkeit eines Arbeitsvertrages nach sich zieht.
- Historische Entwicklung des Arbeitsverhältnisses
- Definitorische Abgrenzung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern
- Detaillierte Darstellung der Haupt- und Nebenpflichten beider Parteien
- Rechtliche Behandlung des fehlerhaften (faktischen) Arbeitsverhältnisses
- Einfluss moderner Marktbedingungen auf das Machtgefüge
Auszug aus dem Buch
3.1 Hauptpflicht des Arbeitnehmers
Die Hauptpflicht des Arbeitnehmers besteht in der pflichtgemäßen Ausführung der Tätigkeit und der von ihm hierfür dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Arbeitszeit.
Nach § 613 Satz 1 BGB darf sie auch nur höchstpersönlich, also nur von dem Arbeitnehmer, der den Vertrag unterschrieben hat, selbst erbracht werden.
Die einzelnen Aufgaben der Tätigkeit selbst, die dazu notwendigen Mittel und der Verrichtungsort werden zum einen im Arbeitsvertrag bestimmt (Höf-Bausenwein 2015, S. 202) und zum anderen durch den Arbeitgeber aufgrund seines Weisungsrechts nach § 611a Abs. 1 Satz 2-4 BGB und § 106 GewO vorgegeben, soweit diese Weisungen nicht dem „Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche[n] Vorschriften“ (§ 106 Satz 1 GewO) zuwider sprechen.
„Der Arbeitnehmer muss tun, was er soll, so gut, wie er kann.“ (BAG 2003 (2 AZR 66702)). Die erforderliche Qualität der Leistungserbringung hängt demnach zum einen von den Kriterien der Leistungserwartung und der Präzision der Anweisungen des Arbeitgebers ab, und zum anderen von der jeweiligen Leistungsfähigkeit und der Talente des Arbeitnehmers (Heitmann/Niekamp 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung des Normal-Arbeitsverhältnisses und stellt die Forschungsfrage nach der Machtposition der Arbeitsvertragsparteien.
2. Voraussetzungen für ein Arbeitsverhältnis: Definiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Arbeitnehmer- und Arbeitgebereigenschaften sowie die Abgrenzung zu anderen Vertragsarten.
3. Pflichten im Arbeitsverhältnis: Erläutert detailliert die wechselseitigen Haupt- und Nebenpflichten, die das Arbeitsverhältnis rechtlich strukturieren.
4. Fehlerhaftes Arbeitsverhältnis: Analysiert die Rechtsfolgen von Nichtigkeits- und Anfechtungsgründen bei Arbeitsverträgen sowie die Besonderheiten des faktischen Arbeitsverhältnisses.
5. Schlusswort: Zieht ein Fazit über die Wirksamkeit der gesetzlichen Schutzrechte und die aktuelle Dynamik im Arbeitnehmermarkt.
Schlüsselwörter
Arbeitsrecht, Arbeitsverhältnis, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Weisungsrecht, Hauptpflichten, Nebenpflichten, Treuepflicht, Fürsorgepflicht, Nichtigkeit, Anfechtbarkeit, faktisches Arbeitsverhältnis, Arbeitnehmermarkt, Vertragsfreiheit, Kündigungsschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Definition und den Pflichten innerhalb eines Arbeitsverhältnisses unter besonderer Berücksichtigung der Machtverhältnisse zwischen den Vertragspartnern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Pflichten der Parteien, den Kriterien für die Wirksamkeit von Arbeitsverträgen und den Auswirkungen gesetzlicher Schutzvorschriften.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen ausreichen, um die Machtposition des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber effektiv zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine juristische Ausarbeitung, die auf einer fundierten Literaturanalyse relevanter Gesetzestexte (BGB, GewO, etc.) und arbeitsrechtlicher Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Vertragsparteien, die detaillierte Aufschlüsselung der Haupt- und Nebenpflichten sowie die Analyse fehlerhafter Arbeitsverhältnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Arbeitsrecht, Weisungsrecht, Fürsorgepflicht, Treuepflicht und die Folgen der Unwirksamkeit von Arbeitsverträgen.
Was unterscheidet das faktische Arbeitsverhältnis von einem regulären Vertrag?
Ein faktisches Arbeitsverhältnis liegt vor, wenn ein Vertrag bereits in Vollzug gesetzt wurde, sich aber später als nichtig oder wirksam angefochten herausstellt, wodurch eine Rückabwicklung notwendig wird.
Welche Rolle spielt das Weisungsrecht für den Arbeitgeber?
Das Weisungsrecht ermöglicht dem Arbeitgeber die Bestimmung von Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung innerhalb der gesetzlichen und vertraglichen Grenzen.
- Arbeit zitieren
- Daria Visnjic (Autor:in), 2019, Die Pflichten im Arbeitsverhältnis und das fehlerhafte Arbeitsverhältnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937314