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Das Selbstbestimmungsrecht der Völker unter besonderer Berücksichtigung des Ost-Timor-Falls vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen

Title: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker unter besonderer Berücksichtigung des Ost-Timor-Falls vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen

Term Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Leuschner (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit soll das (Menschen-) Recht auf Selbstbestimmung der Völker sein. Dieses hat in den letzten Jahrzehnten einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren, wurde es doch von einem lediglich politisch-moralischen Prinzip in den internationalen Beziehungen zu einem anerkannten und kodifizierten Recht, für dessen Durchsetzung sich die Vereinten Nationen seit ihrem Bestehen mit beachtlichem Nachdruck einsetzen. Wurde das Recht in der Fachliteratur und im Rechtsverständnis zunächst nur als Anspruch auf politische Selbstbestimmung der von den europäischen Kolonialmächten unterdrückten Völker angesehen , änderte sich diese Auffassung in den siebziger Jahren nach dem Abschluss der Entkolonisierung dahingehend, dass nun auch andere Volksgruppen unter Umständen als Träger dieses Rechts gesehen werden, was jedoch zu einer Vielzahl von sicherheitspolitischen Problemen führt.
Es soll versucht werden, diesen Entwicklungsprozess einschließlich seines künftigen Verlaufes kurz zu skizzieren. Dabei werden auch die sich aus dem Verrechtlichungsprozess ergebenden Probleme, insbesondere im Hinblick auf Minderheiten, thematisiert und deren Lösungsansätze erfasst. Ausgangspunkt der Untersuchung wird dabei der vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen (IGH) verhandelte Ost-Timor-Fall zwischen Portugal und Australien sein, welcher zur weiteren Stärkung des Selbstbestimmungsrechts der Völker einen entscheidenden Beitrag leistete. Von ihm und von den mit ihm in Verbindung stehenden Rechtsfällen sowie von Meinungen renommierter Völkerrechtler ausgehend soll versucht werden, eine völkerrechtliche Tendenz bzgl. des Selbstbestimmungsrechts zu erkennen und diese zu bewerten. Damit stellt sich die Frage, welche Konsequenzen sich aus diesem Prozess ergeben und ob das eigentliche und ursprüngliche Ziel dieses Rechtsguts, nämlich die völlige Selbstbestimmung eines jeden Volkes, dadurch erreicht werden kann und vor allem, ob dies tatsächlich sinnvoll ist.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker

2.1 Definition

2.2 Der Ost-Timor-Fall vor dem IGH

2.3 Bedeutung des Urteils im Kontext der bisherigen völkerrechtlichen Entwicklung

3. Probleme des Selbstbestimmungsrechts und künftige Entwicklung

3.1 Das äußere Selbstbestimmungsrecht

3.2 Das innere Selbstbestimmungsrecht

3.3 Konsequenz - Reformbedürftigkeit des IGH-Verfahrens?

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Entwicklung und völkerrechtliche Bedeutung des Selbstbestimmungsrechts der Völker, wobei sie den Ost-Timor-Fall als zentralen Ausgangspunkt für die Untersuchung der zugrundeliegenden rechtlichen Spannungsfelder wählt. Ziel ist es, die Wirksamkeit des Selbstbestimmungsrechts in der Praxis zu bewerten und zu hinterfragen, inwiefern dieses Rechtsgut mit dem Prinzip der staatlichen Souveränität und territorialen Integrität vereinbar ist.

  • Die völkerrechtliche Einordnung des Selbstbestimmungsrechts als fundamentales Rechtsprinzip.
  • Die juristische Aufarbeitung des Ost-Timor-Falls vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH).
  • Die Unterscheidung zwischen dem äußeren und inneren Selbstbestimmungsrecht sowie deren praktische Anwendung.
  • Die Problematik der Kollision zwischen Selbstbestimmung, territorialer Integrität und dem Minderheitenschutz.
  • Die Bewertung der Reformbedürftigkeit des IGH-Verfahrens in Bezug auf die Klagebefugnis von Völkern.

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Ost-Timor-Fall vor dem IGH

Der portugiesischen Kolonie Ost-Timor wurde im Zuge des nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzenden Entkolonialisierungsprozesses durch die UN-Generalversammlung der Status eines non-self-governing-territory zugebilligt. Gemäß Kapitel XI der Charta der Vereinten Nationen sollte Ost-Timor demnach die Möglichkeit gegeben werden, eigene Verwaltungsstrukturen aufzubauen, um so letztendlich die völlige Unabhängigkeit zu erreichen und sich von der Kolonialmacht Portugal zu lösen, wobei dieses während der Übergangsphase weiterhin die sogenannte Verwaltungsmacht blieb, welche den Dekolonialisierungs- und Demokratisierungsprozess Ost-Timors aktiv unterstützen und seinen reibungslosen Ablauf gewährleisten sollte. Aufgrund immer stärkerer innerer Turbulenzen zogen sich die portugiesischen Truppen schon bald von der Insel zurück, woraufhin am 7. Dezember 1975 indonesische Truppen in das Gebiet einmarschierten und es besetzten.

Daraufhin verabschiedeten sowohl die UN-Generalversammlung als auch der Sicherheitsrat mehrere Resolutionen Ost-Timor betreffend. Dabei wurde besonders durch Resolution 384 (1975) des Sicherheitsrates und 3485 (XXX) der Generalversammlung der Status Portugals als Verwaltungsmacht Ost-Timors eindeutig definiert und anerkannt und Indonesien aufgefordert, seine Truppen aus dem Gebiet abzuziehen, um die territoriale Integrität und das Recht des Volkes auf Selbstbestimmung zu achten. Trotz dieser Stellungnahmen annektierte Indonesien am 17.07.1976 Ost-Timor, hielt dieses Gebiet besetzt und hatte nach australischer Ansicht die effektive Kontrolle inne, nach deren Prinzip sich „die Staatsgewalt [in Ost-Timor] tatsächlich durchgesetzt [haben muss].“, der indonesische Staat also in allen relevanten Bereichen effektiven Gestaltungseinfluss hatte. Über die völkerrechtliche Vereinbarkeit dieses Aktes wird an späterer Stelle noch eingegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Bedeutungswandel des Selbstbestimmungsrechts der Völker von einem moralischen Prinzip zu einem kodifizierten Völkerrecht und stellt die zentrale Untersuchung des Ost-Timor-Falls vor.

2. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker: Dieses Kapitel definiert das Selbstbestimmungsrecht als Voraussetzung für Menschenrechte und analysiert den spezifischen Fall Ost-Timor als wegweisende Entscheidung vor dem IGH.

3. Probleme des Selbstbestimmungsrechts und künftige Entwicklung: Das Kapitel behandelt die Konflikte zwischen äußerem und innerem Selbstbestimmungsrecht, die Rolle des Minderheitenschutzes sowie die Notwendigkeit einer Reform der Klagebefugnis vor dem IGH.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das Selbstbestimmungsrecht ein dynamischer, aber umstrittener Eckpfeiler des Völkerrechts bleibt, dessen praktische Anwendung weiterhin an der Unvereinbarkeit mit dem Souveränitätsprinzip scheitert.

Schlüsselwörter

Selbstbestimmungsrecht, Völkerrecht, Ost-Timor-Fall, IGH, Souveränität, territoriale Integrität, Dekolonialisierung, Minderheitenschutz, inneres Selbstbestimmungsrecht, äußeres Selbstbestimmungsrecht, erga omnes, Menschenrechte, Sezession, UN-Resolutionen, Rechtsnorm.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das völkerrechtliche Selbstbestimmungsrecht der Völker und analysiert, wie sich dieses Recht im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat und welche Herausforderungen dabei entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen innerer und äußerer Selbstbestimmung, der Schutz ethnischer Minderheiten sowie die völkerrechtliche Bewertung von Souveränitätsansprüchen und Sezession.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die völkerrechtliche Tendenz des Selbstbestimmungsrechts zu erkennen und zu bewerten, ob das ursprüngliche Ziel der völligen Selbstbestimmung jedes Volkes sinnvoll und realisierbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, basierend auf der Auswertung von IGH-Urteilen, UN-Resolutionen sowie der Fachliteratur namhafter Völkerrechtler.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der Ost-Timor-Fall als Fallstudie, die Definition des Begriffs „Volk“, die Kollision mit dem Territorialprinzip und die Konzepte des inneren und äußeren Selbstbestimmungsrechts detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Selbstbestimmungsrecht, Völkerrecht, Souveränität, territoriale Integrität und Minderheitenschutz charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt dem Urteil des IGH im Ost-Timor-Fall laut dem Autor zu?

Der Autor misst dem Urteil einen wegweisenden Charakter bei, da es den erga omnes-Status des Selbstbestimmungsrechts anerkannte, auch wenn der IGH im konkreten Fall aufgrund fehlender Zuständigkeit in der Sache nicht entscheiden konnte.

Warum hält der Autor eine Reform des IGH-Statuts für problematisch?

Obwohl eine Reform zur Klagebefugnis der Rechtsträger die Bedeutung des Rechts stärken würde, sieht der Autor die rechtlich einwandfreie Definition des Begriffs „Volk“ und die Sorge der Staaten vor Souveränitätsverlusten als größte Hürden an.

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Details

Title
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker unter besonderer Berücksichtigung des Ost-Timor-Falls vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Politik)
Course
Ausgewählte Probleme des Völkerrechts
Grade
1,0
Author
Sebastian Leuschner (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V93738
ISBN (eBook)
9783638068802
Language
German
Tags
Selbstbestimmungsrecht Völker Berücksichtigung Ost-Timor-Falls Internationalen Gerichtshof Vereinten Nationen Ausgewählte Probleme Völkerrechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Leuschner (Author), 2007, Das Selbstbestimmungsrecht der Völker unter besonderer Berücksichtigung des Ost-Timor-Falls vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93738
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