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Objektivistische Positionen in der Bioethik. Personalität, Menschenwürde und moralischer Status

Titel: Objektivistische Positionen in der Bioethik. Personalität, Menschenwürde und moralischer Status

Masterarbeit , 2018 , 70 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Robert Gehrke (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszustellen, dass die Herleitung eines ausgezeichneten moralischen Status des Menschen weder aus dem Personenbegriff noch aus dem Begriff der Menschenwürde den metaethischen Anforderungen an moralische Normen genügt.

Der Autor argumentiert, dass die diesbezüglichen objektivistischen Wege und Methoden zirkulär sind bzw. in eine petitio principii führen, wodurch sie dem eigenen Anspruch, zwingende Gründe für ihre normativen Implikationen angeben zu können, nicht genügen. Die wesentlichen Einwände gegen jede objektivistische Normbegründung stellen letztlich auf den Vorwurf ab, dass die Objektivität ihrer ethischen Axiologie selbst nicht gewährleistet und in epistemischer Hinsicht unüberprüfbar ist. Die Kritik sowohl an den noch zu besprechenden Personenkonzeptionen als auch am Prinzip der Menschenwürde weist daher eine grundlegende Analogie auf.

Der Hauptfokus der Arbeit ist auf den Personenbegriff gerichtet. Die spezifischen Einwände, die der Autor gegen jedwede präskriptive Anwendung dieses Begriffs vorbringt, sind ebenso für das Menschenwürde-Argument generalisierbar, sofern es in klassischer Weise an den kantischen Würde-Begriff anschließt bzw. als theologisch imprägniertes Prinzip der Heiligkeit des menschlichen Lebens verstanden wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Objektivistische Positionen in der Bioethik

2 Der Begriff der Person

2.1 „Person“ als bioethischer Grundbegriff

2.2 Deskriptive Bedeutungsumfänge des Personenbegriffs

2.2.1 Präzisierung der Fragestellung: Die Frage nach der Identität von Personen

2.2.2 Die Bedingungen der Personalität

3 Die ethische Relevanz des Personenbegriffs

3.1 Person – Mensch – Lebensrecht: Eine historische Trias

3.2 Sind alle Menschen Personen? Äquivalenz- und Nichtäquivalenz-Doktrin

3.3 Äquivalenz-Doktrin

3.3.1 Potenzialitätsargument

3.3.2 Kontinuumsargument

3.3.3 Identitätsargument

3.3.4 Speziesargument

3.3.5 Die Inkonsistenz der Äquivalenz-Doktrin

3.4 Nichtäquivalenz-Doktrin

3.5 Das Dilemma eines Fähigkeits-basierten Personenbegriffs

4 Zur allgemeinen Problematik objektivistisch begründeter Ethiken

4.1 Metaphysischer und Empirischer Mensch – Robert Spaemann

4.2 Person und Gerechtigkeit – John Rawls

4.3 Das Menschenwürde-Argument

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass die Herleitung eines ausgezeichneten moralischen Status des Menschen weder aus dem philosophischen Personenbegriff noch aus dem Begriff der Menschenwürde den metaethischen Anforderungen an moralische Normen genügt. Die Arbeit argumentiert, dass die entsprechenden objektivistischen Begründungsversuche zirkulär sind und eine petito principii darstellen.

  • Kritische Analyse des philosophischen Personenbegriffs als „Fähigkeitsbegriff“
  • Untersuchung der Äquivalenz- und Nichtäquivalenz-Doktrin im bioethischen Kontext
  • Dekonstruktion der sogenannten SKIP-Argumente
  • Metaethische Kritik an den Personenkonzeptionen von Robert Spaemann und John Rawls
  • Hinterfragung des Menschenwürde-Arguments als normativer Letztbegründung

Auszug aus dem Buch

3.4 Nichtäquivalenz-Doktrin

Der große Vorteil der Nichtäquivalenz-Doktrin liegt, folgt man Birnbacher, in ihrem Verzicht auf „begriffliche Schönfärberei“. Wer akzeptiert, dass nur der tatsächliche aktuale Besitz personaler Fähigkeiten (nicht etwa die Anlage zu personalen Fähigkeiten oder die Gattungszugehörigkeit) auch den personalen Status begründen kann, der muss auch die - ohnehin faktisch bestehende - extensionale Deckungs-Ungleichheit von Mensch und Person akzeptieren. Wie schwerwiegend diese Deckungs-Ungleichheit dabei ausfällt, hängt zum einen davon ab, wie hoch die Messlatte der qualitativen Bedingungen gelegt wird und zum anderen davon, wie man mit Menschen umgeht, die diese Bedingungen zeitweise nicht aktualisieren. Die typischen Vertreter der Nichtäquivalenz-Doktrin sprechen reversibel Komatösen oder Schlafenden den Personenstatus in diesen Phasen nicht ab, wohl aber dem irreversibel Komatösen bzw. auch dem nicht zur Austragung bestimmten Embryo. Die Nichtäquivalenz-Doktrin wird gemeinhin in zwei möglichen Weisen interpretiert, die ich nacheinander besprechen will:

Erstens kann sie implizieren, dass der moralische Status des Menschen notwendig und hinreichend vom personalen Status des Menschen abhängig ist. In dieser Weise ist die Nichtäquivalenz-Doktrin in einer extremen Weise normativ.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Objektivistische Positionen in der Bioethik: Einführung in die bioethische Grundproblematik und Skizzierung der methodischen Herausforderungen bei der Begründung moralischer Normen für marginale menschliche Entitäten.

2 Der Begriff der Person: Darstellung des Begriffs der Person als bioethischer Grundbegriff, wobei insbesondere zwischen deskriptiven und präskriptiven Verwendungsweisen unterschieden wird.

3 Die ethische Relevanz des Personenbegriffs: Eingehende Analyse der moralischen Konsequenzen des Personenbegriffs und kritische Auseinandersetzung mit den Argumentationslinien der Äquivalenz- sowie Nichtäquivalenz-Doktrin.

4 Zur allgemeinen Problematik objektivistisch begründeter Ethiken: Metaethische Kritik an objektivistischen Ethikmodellen, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit den Positionen von Robert Spaemann und John Rawls sowie dem Menschenwürde-Argument.

5 Zusammenfassung: Rekapitulation der Ergebnisse, welche die Inkonsistenz objektivistischer Begründungen und die Notwendigkeit einer Abkehr von dogmatischen oder rein metaphysischen Ethikkonzepten betonen.

Schlüsselwörter

Bioethik, Personenbegriff, Menschenwürde, Äquivalenz-Doktrin, Nichtäquivalenz-Doktrin, SKIP-Argumente, Potenzialitätsargument, Metaethik, Objektivismus, moralischer Status, Personale Identität, Lebensrecht, Robert Spaemann, John Rawls, Fähigkeiten-basiert

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die bioethische Debatte um den moralischen Status des Menschen und analysiert kritisch, wie Begriffe wie „Person“ und „Menschenwürde“ zur ethischen Normbegründung verwendet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition und Anwendung des Personenbegriffs, die Frage nach dem moralischen Status von Embryonen oder Komapatienten sowie die Kritik an objektivistischen Begründungsstrategien in der Ethik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass gängige objektivistische Ansätze zur Herleitung eines besonderen moralischen Status des Menschen in sich zirkulär sind und den metaethischen Anforderungen an eine überzeugende Normbegründung nicht genügen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische philosophische Untersuchung, die den Fokus auf begriffliche Klärung, die Überprüfung von logischen Implikationen sowie die metaethische Dekonstruktion von Argumentationsmodellen legt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Äquivalenz- und Nichtäquivalenz-Doktrin, eine Auseinandersetzung mit den sogenannten SKIP-Argumenten sowie eine kritische Prüfung der Theorien von Spaemann, Rawls und des Menschenwürde-Arguments.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Bioethik, Personenbegriff, Menschenwürde, Äquivalenz-Doktrin, SKIP-Argumente und moralischer Status.

Warum hält der Autor die Äquivalenz-Doktrin für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass diese Doktrin dazu gezwungen ist, unbegründete metaphysische Axiome einzuführen, um die Diskrepanz zwischen biologischen Fakten und dem hohen moralischen Anspruch der Personenwürde zu schließen, was in logische Inkonsistenzen führt.

Welche Rolle spielt die „zumutbare Opfergrenze“ in der Argumentation?

Der Autor bezeichnet sie als eine bloß rhetorische Notlösung des deutschen Rechts, die lediglich verschleiert, dass der moralische Status des Embryos im deutschen Rechtssystem faktisch ungeklärt bleibt.

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Objektivistische Positionen in der Bioethik. Personalität, Menschenwürde und moralischer Status
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Philosophie)
Note
1,3
Autor
Robert Gehrke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
70
Katalognummer
V937426
ISBN (eBook)
9783346265456
ISBN (Buch)
9783346265463
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bioethik Objektivismus Subjektivismus Würde Person Identität Lebensrecht SKIP-Argumente Sterbehilfe Euthanasie Schwangerschaftsabbruch §219 Embryo
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robert Gehrke (Autor:in), 2018, Objektivistische Positionen in der Bioethik. Personalität, Menschenwürde und moralischer Status, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937426
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  70  Seiten
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