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Das Drama im Deutschunterricht

Title: Das Drama im Deutschunterricht

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 45 Pages

Autor:in: Linda Kim Wegener (Author)

Didactics for the subject German - Genres
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Summary Excerpt Details

Im Folgenden soll davon ausgegangen werden, dass das Drama zwar immer durch seinen geschichtlichen Hintergrund geprägt wird, dass es jedoch im Sinne des Allgemeinbegriffs als Summe seiner wesentlichen Merkmale dagegen zeitlos ist, sich demnach in den rund zweieinhalb Jahrtausenden seiner Geschichte nicht verändert hat. Bereits Aristoteles versuchte das Wesen des Dramas zu bestimmten. In seiner Poetik, der bis heute bedeutendsten Dramentheorie, nennt er sechs bestimmende Elemente für das Drama. Die Elemente beansprucht er zwar für die Tragödie, doch wenn man das sechste Element als nicht notwendig erachtet, sondern als möglich einstuft, können die Elemente auch für das Drama im allgemeinen gelten. Die sechs Bestandteile, die danach jede Tragödie aufzuweisen hat, sind: mythos (Handlung), ethe (Charaktere), lexis (Rede, Sprache), diánoia (Gedanke, Absicht), opsis (Schau, Szene) und melopoiía (Gesang, Musik). Nach Aristoteles beziehen sich die ersten beiden Elemente sowie das vierte (Handlung, Charakter und Absicht) auf das, was dargestellt wird, die restlichen auf Art bzw. Szenerie und Mittel bzw. Sprache/Gesang der Darstellung. Im Folgenden soll auf der Basis der drei wichtigsten Elemente (Handlung, Sprache und Szenerie) die Eigenart des Dramas näher bestimmt werden (wobei nach Aristoteles die Charaktere der Handlung zuzuordnen sind).
Das wichtigste im Drama ist nach Aristoteles die Handlung, er meint damit kaum mehr als den Ereigniszusammenhang, der den Inhalt des Dramas ausmacht. Im Vordergrund stehen dabei sozial-kommunikative Verhaltensäußerungen. Die Handlung ergibt sich aus einer Kette von Begebenheiten, an denen meist mehrere Personen beteiligt sind.
Die zusammenhänge Handlungsfolge unterscheidet das Drama zwar von beschreibenden Texten, die ein räumliches Nebeneinander darstellen, sowie von gedanklich-assoziativen Texten (Lyrik) jedoch nicht von der Erzählliteratur (Epik).
Aristoteles schrieb dem Epos eine dramatische Struktur zu. Zur Abgrenzung von der Epik bedarf das Drama also einer zusätzlichen Bestimmung. Diese findet sich im Bereich der Sprache bzw. Figurenrede. Handeln schließt das Reden ein, im Drama ist es die beherrschende Art des Handelns und gleichzeitig Medium außersprachlicher, wie z.B. innerer Vorgänge. Das normale Drama ist also ein Sprechdrama.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Drama

1.1 Die wesentlichen Elemente des Dramas

1.1.1 Handlung

1.1.2 Sprache/Figurenrede

1.1.3 Szenerie/szenische Darbietung

1.2 Zur Geschichte des Dramas

1.3 Theorie des Dramas

1.3.1 Aristoteles (384 v. Chr. - 322 v. Chr.)

1.3.2 Pierre Corneille (1606 - 1684)

1.3.3 Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781)

1.3.4 Jakob Lenz (1751 - 1792)

1.3.5 Berthold Brecht (1898 - 1956)

1.4 Dramatische Formen (Auswahl)

1.4.1 Tragödie

1.4.2 Komödie

1.4.3 Analytisches Drama

1.4.4 Bürgerliches Trauerspiel

1.4.5 Episches Theater

1.4.6 Dokumentarisches Theater

1.4.7 Tragikomödie

1.4.8 Geschlossene und offene Form im Drama

2. Dramendidaktik

2.1 Die Entwicklung der Dramendidaktik

2.2 Aktuelle didaktische Ansätze

2.2.1 Der gattungstheoretische Ansatz

2.2.2 Der theaterpädagogische Ansatz

2.2.3 Der produktionsorientierte Ansatz

2.3 Didaktische Begründung für das Drama im Deutschunterricht

3. Die szenische Interpretation mit dem Drama

3.1 Albrecht Schau

3.2 Marcel Kunz

3.3 Ingo Scheller

3.4 Die Rolle des Lehrers beim szenischen Interpretieren

4. Szenische Interpretation mit Reiner Lückers und Stefan Reisners Theaterstück Wasser im Eimer (3./4. Klasse)

4.1 Hinweise zu Wasser im Eimer

4.2 Mögliche Ansätze zur szenischen Interpretation

4.2.1 Sprechübungen

4.2.2 Figuren der Handlung werden angeklagt

5. Szenische Interpretation mit Georg Büchners Woyzeck (9./10. Klasse)

5.1 Hinweise zu Georg Büchners Woyzeck

5.2 Mögliche Ansätze zur szenischen Interpretation nach Ingo Scheller

5.2.1 Aneignung der Lebenswelt

5.2.1.1 Standbilder

5.2.2 Szenische Interpretation der Handlung

5.2.2.1 Einfühlung in die Rollenfigur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Dramas im Deutschunterricht und fokussiert dabei insbesondere auf die Methode der szenischen Interpretation als handlungs- und produktionsorientierten Ansatz zur Literaturvermittlung.

  • Grundlagen der Dramentheorie von der Antike bis zur Moderne.
  • Entwicklung und aktuelle didaktische Ansätze der Dramendidaktik.
  • Methodik der szenischen Interpretation nach Ingo Scheller und Albrecht Schau.
  • Praktische Anwendung der szenischen Interpretation am Beispiel von Wasser im Eimer und Georg Büchners Woyzeck.

Auszug aus dem Buch

3. Die szenische Interpretation mit dem Drama

„Dramen werden für das Theater geschrieben, nicht für Leser. Sollen sie verstanden werden, müssen sie inszeniert werden - auf der Bühne oder in der Vorstellung der Leser. Erst Inszenierungen legen fest, wie Vorgänge, die Handlungen und Haltungen der Figuren zu verstehen sind.“

Szenische Interpretation ist der Versuch, die in Dramentexten skizzierten sozialen Situationen, die sprachlichen Äußerungen von Figuren als Teil eines sozialhistorischen eingrenzbaren Lebenszusammenhangs zu verstehen. Da der Text in der Regel nur Dialoge und wenig nonverbale Handlungen nennt, müssen diese so konkret wie möglich in sinnlich wahrnehmbare Szenen und Handlungen umgesetzt (sprich inszeniert) werden, damit sprachliche Äußerungen und Handlungen als Teil und Ausdruck historischer Subjekte und Situationen verstanden werden können, in denen unbewusste und bewusste, physische und psychische Verhaltensmomente einen häufig in sich widersprüchlichen Kompromiss eingehen.

Verstehen heißt dabei immer szenisches Verstehen und schließt die Auseinandersetzung mit den äußeren und inneren Haltungen des Verstehenden mit ein. Es meint den Versuch, das dramatische Geschehen sowohl aus der subjektiven Perspektive der verschiedenen Figuren als auch von außen aus dem objektiven Lebenszusammenhang heraus, der sie hervorgebracht hat, in dem sie stehen und in den sie hineinwirken, zu begreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Drama: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Elemente des Dramas, gibt einen geschichtlichen Überblick und stellt verschiedene dramatische Formen vor.

2. Dramendidaktik: Hier werden die Entwicklung der Didaktik sowie aktuelle Ansätze wie der gattungstheoretische, theaterpädagogische und produktionsorientierte Ansatz diskutiert.

3. Die szenische Interpretation mit dem Drama: Dieses Kapitel führt in die Methode des szenischen Interpretierens ein und beleuchtet die Rolle der Lehrperson sowie die theoretischen Ansätze von Schau, Kunz und Scheller.

4. Szenische Interpretation mit Reiner Lückers und Stefan Reisners Theaterstück Wasser im Eimer (3./4. Klasse): Das Kapitel zeigt konkrete didaktische Wege auf, wie das Stück mit Grundschülern durch Sprechübungen und Rollenspiele interpretiert werden kann.

5. Szenische Interpretation mit Georg Büchners Woyzeck (9./10. Klasse): Abschließend wird die Arbeit mit dem Dramenfragment am Beispiel der Oberstufe dargestellt, wobei besonders auf die Aneignung der Lebenswelt und die Einfühlung in Rollenfiguren eingegangen wird.

Schlüsselwörter

Drama, Szenische Interpretation, Dramendidaktik, Literaturunterricht, Ingo Scheller, Albrecht Schau, Theaterpädagogik, Produktionsorientierung, Woyzeck, Wasser im Eimer, Rollenspiel, Handlungsfähigkeit, Identifikation, Literaturvermittlung, Sozialhistorischer Kontext.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufarbeitung des Dramas im Deutschunterricht unter Berücksichtigung moderner, handlungsorientierter Methoden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Dramentheorie, die didaktischen Ansätze zur Vermittlung von Dramen und die praktische Umsetzung der szenischen Interpretation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch szenische Arbeit einen aktiven und tiefergehenden Zugang zu dramatischen Texten finden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse dramendidaktischer Fachliteratur und verknüpft diese mit konkreten praktischen Unterrichtskonzepten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Dramendidaktik sowie in die detaillierte Vorstellung und Anwendung der szenischen Interpretation anhand von zwei konkreten Theaterstücken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Szenische Interpretation, Dramendidaktik, Handlungs- und Produktionsorientierung sowie Literaturvermittlung.

Warum wird gerade das Theaterstück "Wasser im Eimer" für die Grundschule gewählt?

Es dient als Beispiel für ein allegorisches Stück, das komplexe gesellschaftliche Themen wie den Umweltschutz für Kinder durch Metaphern zugänglich macht.

Welche Bedeutung hat das "szenische Spiel" im Unterricht nach Ingo Scheller?

Es ermöglicht den Schülern, durch das Hineinversetzen in Rollen und soziale Situationen unbewusste Haltungen und gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch zu reflektieren.

Excerpt out of 45 pages  - scroll top

Details

Title
Das Drama im Deutschunterricht
College
Free University of Berlin
Author
Linda Kim Wegener (Author)
Publication Year
2008
Pages
45
Catalog Number
V93759
ISBN (eBook)
9783638070324
Language
German
Tags
Drama Deutschunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Kim Wegener (Author), 2008, Das Drama im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93759
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