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Die sozialpolitischen Anfänge des paternalistisch-zentralen Wohlfahrtssystems Englands und des maternalistisch-föderalen Wohlfahrtssystems Amerikas

Essay zum Text von Theda Skocpol und Gretchen Ritter: Gender and the Origins of Modern Social Policies in Britain and the United States

Title: Die sozialpolitischen Anfänge des paternalistisch-zentralen Wohlfahrtssystems Englands und des maternalistisch-föderalen Wohlfahrtssystems Amerikas

Essay , 2008 , 8 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Renard Teipelke (Author)

American Studies - Literature
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In der Sozialpolitik-Forschung werden häufig die Gründe dafür gesucht, warum bei europäischen Staaten wohlfahrtsstaatliche Programme bereits zwischen den 1880ern und 1920ern zu finden sind, während die Vereinigten Staaten von Amerika eine vergleichbare Politik erst mit dem Social Security Act von 1935 begannen. Der Text „Gender and the Origins of Modern Social Policies in Britain and the United States“ von Theda Skocpol und Gretchen Ritter behandelt diese Problemstellung, indem die Politikwissenschaftlerinnen die wohlfahrtsstaatliche Politik Englands und der USA von den 1880ern bis zu den 1920ern vergleicht. Die Autorinnen argumentieren, indem sie die wichtigsten Akteure im politischen Kampf um eine mögliche Sozialpolitik herausstellen und soziale bzw. institutionelle Umstände für deren Hintergründe, Strategien und Möglichkeiten erläutern. Ihre Herangehensweise an die Untersuchung dieser Periode begründen die Autorinnen mit der Notwendigkeit, die Entwicklung der Sozialpolitik nicht nur mit dem Fokus auf Institutionen und Politik im Allgemeinen, sondern auch unter Beachtung sozialer Determinanten wie Geschlechterrollen und Gesellschaftsvorstellungen betrachten zu müssen. Skocpol/Ritter analysieren das Thema dabei in folgenden Bereichen:
a) Gesetzgebung im sozialpolitischen Bereich
b) Rechtlich-institutionelle Unterschiede zwischen England und den USA
c) Interessengruppen im wohlfahrtsstaatlichen Entwicklungsprozess
d) Die Rolle der Frauengruppen bei der Durchsetzung sozialpolitischer Maßnahmen

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. England und USA im Vergleich

a) Gesetzgebung im sozialpolitischen Bereich

b) Rechtlich-institutionelle Unterschiede zwischen England und den USA

c) Interessengruppen im wohlfahrtsstaatlichen Entwicklungsprozess

d) Die Rolle der Frauengruppen bei der Durchsetzung sozialpolitischer Maßnahmen

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert und vergleicht die wohlfahrtsstaatlichen Entwicklungen in Großbritannien und den USA zwischen den 1880er und 1920er Jahren. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche sozio-ökonomischen und institutionellen Faktoren dazu führten, dass England ein zentralisiertes, paternalistisches System entwickelte, während in den USA ein föderales, maternalistisches Konzept entstand.

  • Vergleich der sozialpolitischen Gesetzgebung im 20. Jahrhundert
  • Einfluss staatlicher Institutionen und der Judikative auf Sozialreformen
  • Rolle von Interessengruppen, Gewerkschaften und Parteien
  • Bedeutung von Frauenverbänden als Akteure des sozialen Wandels
  • Kulturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen (Geschlechterrollen)

Auszug aus dem Buch

d) Die Rolle der Frauengruppen bei der Durchsetzung sozialpolitischer Maßnahmen

Für die Autorinnen müssen sich ein Vergleich nicht nur mit dem Konflikt zwischen Kapitalinteressen und organisierter Arbeiterschaft auseinandersetzen, sondern auch – entgegen bisherigen Untersuchungen – die Geschlechterfrage betrachten. An diesem Punkt knüpft Skocpols/Ritters eigentliche Argumentation an: Die Bedeutung der Frauengruppen für die Entwicklung amerikanischer Wohlfahrtsstaatlichkeit.

In beiden Staaten gab es Überlegungen zu Arbeitszeitbeschränkungen und Mindestlöhnen. In Großbritannien lag die Verantwortung für die Maximal-Arbeitszeiten bei den entsprechenden Gewerkschaften bzw. für die nichtorganisierten Berufsgruppen bei den mit dem Trade Boards Act von 1918 eingerichteten Regierungsbehörden. In der Progressive Era gab es in Amerika ähnliche Anstrengungen, das Recht zur Festlegung von Standards dem Staat zu übertragen. Doch das Hauptaugenmerk lag hier auf den Frauen, die einen volkswirtschaftlichen Nutzen als (mögliche) Mütter erfüllten.

Frauenverbände suchten ihre Erfüllung im gemeinnützigen Sozialdienst. Die nach viktorianischem Vorbild entworfene Sphäre der Frau wurde größer als nur dem Haushalt zugehörig gedeutet: Die Gemeinschaft stand im Mittelpunkt der Aufgaben der Frauen („municipal housekeeping“, S. 117).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein und erläutert das Ziel der Autorinnen, die divergierenden Pfade der Sozialpolitik in den USA und England unter Einbeziehung sozialer Determinanten zu untersuchen.

2. England und USA im Vergleich: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Unterschiede in Gesetzgebung, institutionellen Strukturen, der Rolle von Interessengruppen sowie dem spezifischen Einfluss von Frauenverbänden in beiden Nationen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen und betont die Notwendigkeit geschlechterspezifischer Perspektiven, um die amerikanischen Sozialpolitik-Entwicklungen zu verstehen.

Schlüsselwörter

Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, USA, Großbritannien, Theda Skocpol, Gretchen Ritter, Gender, Progressive Era, Arbeiterversicherungen, Frauenverbände, Sozialreformen, institutionelle Unterschiede, Interessengruppen, paternalistisch, maternalistisch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sozialpolitischen Ursprünge in England und den USA zwischen den 1880er und 1920er Jahren und vergleicht die unterschiedlichen Entwicklungspfade der beiden Staaten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gesetzgebung, den institutionellen Rahmenbedingungen, der Rolle von Gewerkschaften und der Bedeutung von Frauenverbänden für den Aufbau wohlfahrtsstaatlicher Systeme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die These von Skocpol und Ritter zu belegen, dass England ein zentral-paternalistisches System hervorbrachte, während die USA von einem föderal-maternalistischen Ansatz geprägt waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse politikwissenschaftlicher Texte, die institutionelle Aspekte mit sozialen Faktoren wie Geschlechterrollen verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Abschnitte, die Gesetzgebung, staatliche Institutionen, Interessengruppen und die spezifische Rolle der Frauenbewegung im jeweiligen nationalen Kontext untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, Progressive Era, Arbeiterversicherungen, institutionelle Unterschiede und Maternalismus.

Warum gelang in den USA die Einführung von Sozialversicherungen im Vergleich zu England nur langsam?

Die Arbeit verweist auf die föderale Struktur, den Einfluss mächtiger Gerichte und das Fehlen einer einheitlichen Arbeiterbewegung als Hindernisse für nationale Sozialreformen.

Welche Rolle spielte die Frauenbewegung in den USA?

Amerikanische Frauenverbände agierten als „Vorhut der Sozialreformen“ und nutzten das Bild der Frau als schützenswerte Mutter, um sozialpolitische Maßnahmen voranzutreiben, da klassenübergreifende politische Koalitionen durch institutionelle Gegebenheiten schwieriger waren.

Was bedeutet der Begriff „municipal housekeeping“?

Er beschreibt die Ausweitung des Wirkungskreises von Frauen aus dem privaten Haushalt in die öffentliche Gemeinschaft, was ihre Beteiligung an sozialen Reformen im Rahmen der Progressive Era legitimierte.

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Details

Title
Die sozialpolitischen Anfänge des paternalistisch-zentralen Wohlfahrtssystems Englands und des maternalistisch-föderalen Wohlfahrtssystems Amerikas
Subtitle
Essay zum Text von Theda Skocpol und Gretchen Ritter: Gender and the Origins of Modern Social Policies in Britain and the United States
College
Free University of Berlin  (John-F.-Kennedy-Institute for North American Studies)
Course
Amerikanische Sozialpolitik
Grade
1,3
Author
Renard Teipelke (Author)
Publication Year
2008
Pages
8
Catalog Number
V93764
ISBN (eBook)
9783638070362
ISBN (Book)
9783656538509
Language
German
Tags
Anfänge Sozialpolitik USA Soziologie Sozialtheorie Wohlfahrt England Amerika Politik Wohlfahrtspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Renard Teipelke (Author), 2008, Die sozialpolitischen Anfänge des paternalistisch-zentralen Wohlfahrtssystems Englands und des maternalistisch-föderalen Wohlfahrtssystems Amerikas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93764
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