Schnittstellenmanagement zwischen Rettungsdienst und Notfallaufnahme


Bachelorarbeit, 2019

64 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract Deutsch

Abstract English

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung/Ausgangslage
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Methodik
1.4 Gliederung

2 Begrifflichkeiten
2.1 Schnittstellenmanagement
2.2 Notfallambulanz
2.3 Rettungsdienst
2.4 Telemetrie
2.5 Rettungskette
2.6 Leitstelle
2.7 Reanimation
2.8 Triage
2.9 Critical Incident Reporting System

3 Fallbeschreibung
3.1 Glied 1: Alarmierung
3.2 Glied 2: Reanimation durchführen
3.3 Glied 3: frühestmögliche Defibrillation durchführen
3.4 Glied 4: Rettungsdienst
3.5 Glied 5: Notfallaufnahme und weiterführende Diagnostik

4 Involvierte Schnittstellen in der Rettungskette
4.1 Management zur Schnittstellenproblematik im Gesundheitswesen
4.2 Schnittstelle zwischen Anrufer und Leitstelle
4.3 Schnittstelle zwischen Leitstelle, Rettungsdienst und NFA

5 Empfehlungen zur Vermeidung von Informationslücken
5.1 Strukturierte Patientinnen- oder Patientenanmeldung und Telemetrie
5.2 Das Übergabeprotokoll und Übergabegespräch
5.3 Aus-, Fort- und Weiterbildung

6 Managementkompetenzen an der Notfallaufnahme
6.1 Risikomanagement
6.2 Qualitätsmanagement
6.3 Implementierung von Pflegeweiterbildung in der Notfallpflege

7 Fazit
7.1 Zusammenfassung
7.2 Perspektiven und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abstract Deutsch

Thema: In dieser Bachelorarbeit wird das Schnittstellenmanagement zwischen Rettungswesen und der Notfallaufnahme thematisiert und wie dieses Schnittstellenmanagement ohne Zeitverzögerungen bewältigt werden kann.

Zielsetzung: Das Ziel ist die Wissenserweiterung über Schnittstellen-, Risiko- und Qualitätsmanagement in Bezug auf die prä- und innerklinische Versorgung von Notfallpatientinnen und Notfallpatienten.

Forschungsfrage: Die Forschungsfrage lautet: Wie sollte eine Schnittstelle Notfallaufnahme und Rettungsdienst funktionieren, um Informationslücken zwischen dem prä- und innerklinischen Bereich und deren betroffenen Personen zu minimieren?

Quellen und methodischer Zugang: Diese Forschungsarbeit wurde literaturbasiert im Sinne eines hermeneutisch-interpretativen Vorgehens geschrieben. Die verwendete Literatur wurde in dem Zeitraum von 2008 bis 2018 eingegrenzt.

Ergebnisse: Im Rahmen von Qualitätsmanagement können Prozesse implementiert werden, die den Informationsverlust an der Schnittstelle Rettungswesen und Notfallaufnahme minimieren.

Schlüsselwörter: Notfallambulanz, Rettungsdienst, Schnittstelle, Patientenübergabe

Abstract English

Topic: In this bachelor thesis, the interface management between emergency services and emergency department is discussed and how this interface can be overcome without time delays.

Objective: The goal is to expand knowledge about interface, risk and quality management in relation to the pre- and intra-clinic care of emergency patients.

Research question: The research question is how should an interface emergency department and rescue service work, to minimize information gaps between the pre- and in-clinic area and their affected persons?

Sources and methodological approach: This research work was written based on literature research in the sense of a hermeneutic-interpretive approach. The literature used was limited in the period from 2008 to 2018.

Results: Within the scope of quality management, processes can be implemented which minimize the loss of information at the interface of ambulance service and emergency department.

Keywords: emergency department, ambulance service, interface, patient transfer

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Rettungskette bei Reanimation

Abbildung 2: ABCDE und SAMPLE Schema

Abbildung 3: grafische Darstellung der Telemetrie

Abbildung 4: Manchester Triage am Beispiel Diagramm Thoraxschmerz

Abbildung 5: SBAR Konzept anhand präoperativer Übergabe

Abkürzungsverzeichnis

RTW Rettungstransportwagen

NEF Notarzteinsatzwagen

NAH Notarzthubschrauber

SNAW Sekundarnotarztwagen

NFA Notfallaufnahme

CPR Cardio-Pulmonary-Resuscitation (deutsch: Reanimation)

AED Automatisierter externer Defibrillator

IT Informationstechnologie

CIRS Critical Incident Reporting System

FMEA Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse

PDCA Zyklus Plan, Do, Check, Act-Zyklus

APN Advanced Practice Nurse

WHO World Health Organization

1 Einleitung

Notfallaufnahmen sind Ambulanzen in Krankenhäuser, die täglich 24 Stunden für Patientinnen und Patienten geöffnet sind und werden von jenen Menschen aufgesucht, die medizinische Hilfe benötigen. Sie können diese ohne ärztliche Einweisung aufsuchen oder werden durch ärztliches Personal oder dem Rettungsdienst eingewiesen. Die Akteure einer NFA bestehen aus ärztlichem Personal der Fachrichtungen Unfallchirurgie und Anästhesie, Gesundheits- und Krankenpflegepersonen mit der Sonderausbildung Notfallaufnahme (Anmerkung des Autors: in Deutschland) und Anästhesie und einer medizinisch-technischen Röntgenassistentin oder Röntgenassistenten (Helm, Bernhard, & Kulla, 2017, S. 94). Die Aufgaben von Gesundheits- und Krankenpflegepersonen liegen in einer NFA hauptsächlich bei den Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie sowie Kompetenzen bei Notfällen, die im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz GuKG im § 15 und § 14a geregelt sind.

Notaufnahmen sind großen Herausforderungen ausgesetzt, da die Anzahl der Patientinnen und Patienten ständig steigt, allerdings sind die materiellen, räumlichen und personellen Ressourcen begrenzt. Nichtsdestotrotz müssen Notaufnahmen jederzeit für Notfallversorgungen von Patientinnen und Patienten gerüstet sein (Weichert, Lenz, Lenssen, & Kemmeries, 2012, S. 129). Ein Bericht des österreichischen Rechnungshofes zeigt exemplarisch die Zunahme von Patientinnen und Patienten an den Notfallaufnahmen der Kliniken Vöcklabruck und Wels von 14 Prozent bzw. 40 Prozent zwischen den Jahren 2012 und 2014 (rechnungshof.gv.at, #Bericht des Rechnungshofs, S. 56). Schlechtriemen (2011, S. 40) schreibt, dass die Anzahl von Notfallpatientinnen und –patienten einen Anteil zwischen 30 und 50 Prozent der gesamten Aufnahmen eines Krankenhauses ausmacht.

Ein medizinischer Notfall bei Patientinnen oder Patienten ergibt sich durch eine Störung der Vitalfunktionen oder durch schlagartig eintretende Organschädigungen aufgrund eines Traumas, Vergiftung oder Erkrankung und kann somit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. Es ist eine gesetzliche Pflicht, Menschen in solch einer Situation zu helfen. Sobald ein Mensch eines der oben genannten Probleme hat, wird dieser präklinisch durch den Rettungsdienst versorgt und in eine Notfallaufnahme (NFA) transportiert. Es besteht dabei eine Behandlungspflicht seitens der Krankenhäuser (pschyrembel.de, #Notfall). Die gesetzliche Behandlungspflicht ist im Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz im § 8. (1) 4 geregelt und lautet: „Der ärztliche bzw. zahnärztliche Dienst muss so eingerichtet sein, dass [...] in Standardkrankenanstalten im Nacht- und Wochenend- und Feiertagsdienst jederzeit eine sofortige notfallmedizinische Versorgung [...] gegeben ist.“ Die Gründe, weshalb die Anzahl der zu behandelnden Menschen ohne Notfall in Notfallaufnahmen stetig steigt, liegen laut Martin & Meeh-Simon (2017, S. 13) daran, dass immer mehr Menschen keinen Hausarzt haben.

Lebensbedrohlich verletzte oder erkrankte Menschen suchen das Krankenhaus entweder selbst auf oder werden mit einem Rettungsmittel dorthin transportiert. Die Behandlungen beschränken sich bei Notfällen aus dem Niedrigprävalenzsektor, (nicht lebensgefährliche Erkrankungen oder Verletzungen) auf die Symptomlinderung, Stellung von Differenzialdiagnosen und dem Ausschluss von lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen. Im Vergleich dazu müssen Erkrankungen oder Verletzungen des Hochprävalenzsektors (Menschen mit lebensbedrohlichen Verletzungen oder Erkrankungen) in der NFA ehestmöglich diagnostiziert und behandelt werden (Dormann, 2011, S. 96). Nach Angabe der Rettungsleitstelle Notruf 144 gibt es derzeit 811 RTW und 42 NEF/SNAW in Niederösterreich. Es wurden 260.340 Einsätze im Jahr 2017 disponiert und die Patientinnen oder Patienten in Krankenhäuser transportiert. Die häufigsten Einsatzgründe waren kranke Personen mit unklaren Symptomen mit 26.733 Einsätzen, gefolgt von 20.078 Stürzen und 12.009 Menschen mit Atembeschwerden (notrufnoe.at, #Statistik). Der Begriff Schnittstelle wird als eine Situation, einen Weg oder einem Ort beschrieben, an dem zwei Dinge zusammenkommen und sich gegenseitig beeinflussen (dictionary.cambridge.org #interface). Im Kontext zur Schnittstelle Rettungswesen und NFA beutet das Zusammenkommen von zwei Dingen und die gegenseitige Beeinflussung, dass Patientinnen oder Patienten mit Rettungsmitteln in eine NFA gebracht werden. Es findet ein Informationsfluss über diese Person zwischen dem präklinischen Rettungsteam und dem Team der NFA statt. Außerdem wechselt dort die Verantwortung für die Patientin oder dem Patienten vom Rettungsteam zum Team der NFA.

1.1 Problemstellung/Ausgangslage

Es ist notwendig, dass das Personal vom Rettungswesen und von Notfallaufnahmen in einem multiprofessionellen Team zusammenarbeiten, da dieselben Patientinnen und Patienten versorgt werden. Die Verantwortung über die Patientinnen und Patienten wechselt hier vom Rettungsdienst zur NFA.

Der adäquate Übergang von der präklinischen zur innerklinischen Versorgung von Patientinnen oder Patienten erfolgt zunächst durch eine telefonische Anmeldung vom Rettungsdienst an das Team der NFA. Nach der Ankunft in der NFA findet ein wertschätzendes und strukturiertes Übergabegespräch vom Rettungsteam an das interdisziplinäre Personal der NFA statt. Dabei werden relevante Patientinnen- oder Patienteninformationen verbal und schriftlich weitergeben (Hilbig, Gries, Hartwig, & Bernhard, 2015, S. 229-231). Scholtes (2011, S. 55, 61) schreibt, dass der wichtigste Einweiser von Patientinnen und Patienten der Rettungsdienst ist und deshalb müssen organisatorische Absprachen zwischen den Führungskräften der NFA, des Rettungsdienstes und der Leitstelle gegeben sein. Rettungsdienste fordern eine Kontaktperson in der NFA, die bei Problemen weiterhilft. Sie wollen eine möglichst schnelle Patientinnen- und Patientenübergabe, damit sie wieder für neue Einsätze bereit sind. Die Sanitäterinnen und Sanitäter erwarten eine wertschätzende Kooperation und aufmerksames Personal seitens der NFA bei der Patientinnen- und Patientenübergabe. Andererseits fordern Teams der Notfallaufnahmen ein telematisches oder telefonisches Voraviso der Patientinnen und Patienten, somit können die vorhandenen Kapazitäten effizient zur Vorbereitung und Versorgung genutzt werden.

Eine adäquate Versorgung der Menschen in Notfallsituationen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe des Rettungsdienstes und der Notfallaufnahmen. Die Versorgung der Patientin oder des Patienten beginnt bereits mit dem Notruf, der vom Notfallort abgesetzt wird. Diese wird durch den Rettungsdienst bis ins Krankenhaus fortgesetzt. Eine wichtige Schnittstelle befindet sich zwischen dem Rettungsdienst und der NFA und umfasst medizinische, nicht-medizinische, strukturelle und organisatorische Aspekte. Hier dürfen keine Lücken der Versorgung stattfinden (Sefrin, 2010, S. 256-257). Es wird von solchen Lücken gesprochen, wenn etwas nicht ausreichend vorhanden ist, oder als Mangel empfunden wird (duden.de, #Lücke). Das können falsch eingesetzte Material- und Personalressourcen sein, aber auch mangelnde Informationsflüsse. Dies kann zur Folge haben, dass einer Patientin oder einem Patienten die benötigten Ressourcen nicht zeitnah zur Verfügung stehen und somit in einen lebensbedrohlichen Zustand gelangen (Weichert et al., 2012, S. 129). Eine Optimierung dieser Schnittstelle bedeutet eine Qualitätssteigerung in der Versorgung von Patientinnen und Patienten in Notfallsituationen (Sefrin, 2010, S. 256-257). Wilk, Sigl, & Hohenstein (2018, S. 255-262) schreiben in ihrer Studie zur Misskommunikation, dass bei 30 Prozent von 845 Fällen im Rettungswesen von 2005 bis 2015, die in das Critical Incident Reporting-System (CIRS) eingetragen wurden, Kommunikationsdefizite ursächlich waren. Die meisten Fehler wurden in den Kategorien Nichtbeachtung von Anregungen aus dem Behandlungsteam, Übergabefehler (falsche oder fehlenden Informationen) und unverständliche Kommunikation gefunden. Ein Beispiel für einen tragischen Fehler war eine Reanimation eins 10-jährigen Buben durch ein Rettungsteam. Die CPR wurde von der nachkommenden Notärztin trotz Kammerflimmern (das am Monitor ersichtlich war) abgebrochen, da sie von einer Leichenstarre ausging und keine Fremdanamnese mit den anwesenden Menschen durchführte. Später bei der Autopsie stellte sich heraus, dass der Bub unter einer spastischen Lähmung litt und die Notärztin dies als Leichenstarre falsch interpretierte.

Wie an der zitierten Studie zur Misskommunikation ersichtlich ist, gab es bei 30 Prozent dieser untersuchten Rettungseinsätze Kommunikationsprobleme und diese können nicht nur zu Zeitverzögerungen, sondern auch zu Fehlern führen und im schlimmsten Fall das Leben einer Patientin oder eines Patienten kosten.

Kommunikationsdefizite können sowohl in der Verantwortung des Rettungsdienstes, als auch der NFA liegen und genau auf diese Problematik geht diese Arbeit ein. Laux, Luiz, & Madler (2009, S. 905) beklagen, dass eine Voranmeldung von Notfallpatientinnen und Notfallpatienten zu einem Marathon werden kann. Häufig gibt es viele Telefonnummern für die Zielabteilung oder es ist eine Vermittlung über die Telefonzentrale oder den Portier notwendig. Aus solchen Gründen kann eine entscheidungsbefugte Ärztin oder entscheidungsbefugter Arzt nicht direkt erreicht werden. Dazu kommen noch erschwerende Faktoren, wie geteilte Zuständigkeiten oder unklare Krankheitsbilder. Ein solches Telefonat kann zu einem zeitaufwendigen Unterfangen werden und im schlechtesten Fall zu einer Patientinnen- oder Patientenablehnung seitens der gewünschten Klinik kommen.

Informationsverluste oder Kommunikationsdefizite entstehen nicht nur bei der Übergabe von Patientinnen und Patienten mit dem Rettungsdienst, sondern auch beim Krankenhauspersonal wie zum Beispiel beim Schichtwechsel. Laut Urban, Koppenberg, & Lackner (2011, S. 252) kann dies fatal enden, wenn sich die Patientin oder der Patient in einer kritischen Phase befindet, großer Zeitdruck besteht oder viele Fachkräfte im Behandlungsteam involviert sind. Verzögerte Diagnosefindung mit verspätetem Therapiebeginn bis hin zu vermehrten Zwischenfällen können die Folge sein.

Bis eine Notfallpatientin oder ein Notfallpatient im Operationssaal ist, durchläuft sie oder er mindestens drei Übergaben und jede erhöht das Risiko von Informationsverlust, welcher die Hauptursache für die Gefährdung der Gesundheit ist. Die Störfaktoren bei den Übergaben sind enormer Zeitdruck, Unterbrechungen der Arbeit oder Ablenkungen wegen des hohen Arbeitspensums, oftmals verbunden mit einem hohen Lärmpegel. Hierarchische Systeme im Krankenhausalltag führen zu einer Angst, dem Gegenüber zu widersprechen, das wiederum zur Gefährdung von Patientinnen und Patienten beitragen kann. Nicht standardisierte Übergabeprozedere, das Nicht-Verstehen von Fremdwörtern oder unzureichende Einarbeitung im Arbeitsbereich tragen zu Informationsverlusten bei (Hecht, 2016, S. 147-148). Verluste von Informationen können sich auch aus unzureichender Dokumentation ergeben. Schlechtriemen (2013, S. 76) berichtet dazu, dass die Einsatzdokumentation viele Sanitäterinnen oder Sanitäter von der Patientinnen- oder Patientenversorgung ablenkt und sie deshalb ungenau durchgeführt wird. Dies wird zum Problem, falls bei einer hektischen Patientinnen- und Patientenübergabe mündliche Informationen verloren gehen und dass Klinikpersonal die präklinisch relevanten Informationen nicht oder unzureichend nachvollziehen kann.

Eine solche Patientinnen- und Patientenübergabe ist ein Informationsgespräch zwischen zuständigen Fachkräften. Die Ziele sind die Kontinuität der Behandlung fortzusetzen und dabei für Koordination und Kooperation zu sorgen. Die Inhalte einer solchen Übergabe sind der Austausch von relevanten Informationen und Besonderheiten von Patientinnen oder Patienten (pschyrembel.de, #Übergabe).

Aufgrund von Informations- und Zeitverlust, unterschiedlicher Behandlungspfade, Hierarchien und nichtpassendes Equipment kann es zu einem wesentlichen Gefährdungspotenzial in der Behandlungskette von Patientinnen oder Patienten kommen. Damit in einer so wichtigen Schnittstelle wie der NFA und dem Rettungsdienst kein Bruch in der Behandlungsstrategie entsteht, sind zur Problemvermeidung klar geregelte Zuständigkeiten, offene Kommunikationsformen und gegenseitige Einstimmigkeiten erforderlich (Kreimeier & Sefrin, 2012, S. 287). Hierbei kann auch das Pflegemanagement im ambulanten Bereich zu Verbesserungen beitragen.

Die Lenkung von Patientinnen- und Patientenwegen ist eine berufsgruppen- und bereichsübergreifende Aufgabe. Das ist eine große Herausforderung, weil im Gesundheitswesen schnelle Umbrüche stattfinden und qualifiziertes Personal richtig eingesetzt werden soll. Dafür müssen die Prozesse und Abläufe in den Verantwortungsbereichen neugestaltet werden. Ziele und Interessen von Patientinnen und Patienten, dem ärztlichen und dem pflegerischen Personal sollten berücksichtigt werden. Wenn Patienteninnen- und Patientenversorgung als Prozess gesehen wird, trägt das ärztliche Personal mit der Diagnose und Therapie die Produktverantwortung (damit ist die medizinische Behandlung gemeint) und das pflegerische Personal mit der Organisation und Pflege die Produktionsverantwortung (damit ist das Organisatorische gemeint). Beide Berufsgruppen erhalten Unterstützungsprozesse wiederum durch andere Berufsgruppen. Sobald Schnittstellen, Verantwortungs- und Aufgabenbereiche zwischen den involvierten Berufsgruppen klar beschrieben sind, können die neuen Prozesse für das Personal von großen Nutzen sein. Jede Person des Teams muss wissen, welchen Auftrag sie hat und welche Verantwortlichkeit und Entscheidungsspielräume sie nutzen kann. Diese Prozessverbesserungen können durch Kooperation, Kommunikation und Koordination erreicht werden (Damm, 2012, S. 152-157). Das Pflegemanagement kann die Optimierung der Prozesse sowohl für das interdisziplinäre Arbeiten, als auch innerdisziplinär in der Pflege durchführen.

Wenn die Optimierung der Schnittstelle NFA unvollständig berücksichtigt wird, führt das einerseits zu einer Gefährdung von Patientinnen und Patienten, andererseits zu einer Resignation und Demotivation des Personals von Rettungsdienst und der NFA (Sefrin, 2010, S. 259).

1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage

Kommunikationsdefizite sind der größte Risikofaktor bei der Patientinnen- oder Patientenübergabe vom Rettungsdienst zum Team der NFA. Das kann zu Zeitverzögerungen und im schlimmsten Fall zu Gesundheitsproblemen führen. Das Ziel dieser Arbeit ist die theoretische Auseinandersetzung mit der Thematik des Prozess- und Schnittstellenmanagements in der Versorgungsstruktur an dem Setting einer Notfallambulanz. Aus der recherchierten Literatur und anhand eines fiktiven Fallbeispiels, bei dem die Rettungskette nach einer erfolgreichen Reanimation erklärt wird, sollen Lösungsmöglichkeiten für eine adäquate Patientinnen- und Patientenversorgung ohne Informationslücken vorgeschlagen werden.

Die Forschungsfrage lautet:

Wie sollte eine Schnittstelle Notfallaufnahme und Rettungsdienst funktionieren, um Informationslücken zwischen dem prä- und innerklinischen Bereich und deren betroffenen Personen zu minimieren?

1.3 Methodik

Dieses vorliegende Schriftstück ist eine Literaturarbeit und wird vonseiten der hermeneutisch-interpretativer Methode erarbeitet. Bereits bekanntes Vorwissen wird durch Fachliteratur vertieft, neue Sichtweisen werden erkannt und mit der Forschungsfrage dieser Arbeit verknüpft.

Die Begrifflichkeit der Hermeneutik hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet auf Deutsch übersetzt auslegen oder erklären (Schrems, 2013, S. 49). Die Hermeneutik konzentriert sich auf das Phänomen des Verstehens und der korrekten Erläuterung und Nachvollziehung des Verstandenen (Gadamar, 2010, S. 1). Weinen kann demnach ein Ausdruck der Freude oder Trauer sein. Um diese Beobachtung verstehen oder interpretieren zu können, ist es erforderlich, dass ein gewisses Vorverständnis des zu Verstehenden zur entsprechenden Thematik besteht. In diesem Beispiel wäre das Weinen eine Ausdrucksweise von unterschiedlichen Emotionen. Demnach ist die Interpretation immer von der jeweiligen Person bestimmt und das Verständnis von einer Thematik kann aus diesen Grund in professionelle Arbeitsvorgänge nur annäherungsweise vonstattengehen. Die Kluft zwischen dem Verstanden des jeweiligen Individuum und der zu verstehenden Sachlage wird als die hermeneutische Differenz betitelt. Der Übergang dieser Differenz erfolgt durch zwei hermeneutische Zirkel, die eine Spiralform aufweisen. Das Vorverständnis wird im ersten hermeneutischen Zirkel durch das Zusammentragen von weiteren relevanten Informationen ständig erweitert und vertieft, somit wird die hermeneutische Differenz reduziert. Im zweiten Hermeneutischen Zirkel wird die Annahme geschürt, dass ein einzelner Teil nur aufgrund des Backgrounds des Ganzen verstehbar ist, aber dazu muss der einzelne Teil verstanden worden sein (Schrems 2013, S. 51-53).

Gadamer (2010, S. 270-273) formuliert zum Begriff Hermeneutik so, dass ein persönlich geprägtes Vorwissen den Impuls gibt, welches bereits vor dem Lesen des Textes eine Sinnhaftigkeit zuspricht, dies ist vergleichbar mit einem Vorurteil. Auf diese Vorverurteilung muss in der hermeneutischen Vorgehensweise geachtet werden, damit der Blickwinkel auf die Thematik selbst gerichtet wird. Allgemein gebräuchliche Denkmuster müssen verhindert werden, um den Sinn des Textes auslegen zu können. Mit dieser kritischen Haltung wird die Kunst des Verstehens gefördert.

Zunächst erfolgte die Literaturrecherche in den Online-Bibliothekskatalogen der medizinischen Universität am Allgemeinen Krankenhaus Wien, der Donauuniversität Krems und Fachhochschule St. Pölten, um an relevante wirtschaftliche, medizinische und pflegerische Fachbücher zu gelangen. Nicht nur Bücher aus Bibliotheken waren für diese Literaturarbeit essentiell, sondern auch Studien und Fachzeitschriften. Die Studien wurden anhand von Studiendesigns, wie Metaanalysen, Kohortenstudien und retrospektiven Datenauswertungen ausgewählt.

Dafür wurde in den Katalogen der oben genannten Bibliotheken, aber auch im Internet bei DigiBib, SpringerLink, Google Scholar, AWMF Leitlinien, ScieneDirekt und PubMed recherchiert. Sowohl in deutscher, als auch in englischer Sprache wurden folgende Suchbegriffe und Synonyme eingesetzt: Schnittstelle, Rettungsdienst, Notaufnahme, Strukturierte Patientenübergabe, Übergabekonzept, patient handover risk, Rettungskette, APN emergency department und handing over emergency departement. Für die Begriffsverknüpfung sind UND-AND-ODER-OR-NOT-NICHT-Operatoren verwendet worden. Eine zeitliche Einschränkung der Literatur wurde von 2007 bis 2018 gesetzt (mit zwei Ausnahmen, da dies eine wichtige Primärliteratur war) und die Literaturrecherche erstreckte sich vom 10. Juli bis 15. August 2018. Zeitliche Ausschlusskriterien für diese Arbeit waren kostenpflichtige Publikationen, sowie Graue Literatur. Inhaltliche Einschlusskriterien waren Studien aus dem deutschsprachigen und anglo-amerikanischen Sprachraum mit dem Schnittstellenmanagement oder Übergabeprozedere von Patientinnen und Patienten vom Rettungsdienst in die NFA. Ausschlusskriterien waren Übergaben vom Rettungsdienst an eine andere innerklinische Abteilung wie zum ‚Beispiel an eine Intensivstation. Es gibt eine große Menge an Literatur für diese Thematik, anhand von Studiendesigns, zeitlichen und inhaltlichen Einschluss- und Ausschlusskriterien konnte das Suchfeld stark eingrenzt werden.

1.4 Gliederung

Die Arbeit gliedert sich in die verschiedenen Teilbereiche: Einleitung, Haupt- und Schlussteil. Am Anfang dieser Arbeit ist die Einleitung, dort wird die Thematik und die Problemstellung erörtert und mit wissenschaftlicher Literatur belegt. Neben der Relevanz für die Bereiche der Pflege und Management wird auf die Methodik, Fragestellung und Zielsetzung eingegangen. Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Begrifflichkeiten definiert. Danach wird anhand eines Fallbeispiels die Prozesskette zwischen präklinischer und innerklinischer Versorgung von einem Patienten mit Herzinfarkt erklärt, welcher mit einem Rettungsmittel in eine NFA transportiert wird. In den weiteren Kapiteln werden Verbesserungen in der Schnittstelle NFA und Rettungsdienst literaturbasiert und die Implementierung einer Advanced Practice Nurse in der NFA thematisiert. Den Abschluss bildet das Fazit über die verfasste Arbeit, indem sich auch ein Resümee des Autors befindet und über Ausblicke dieser Thematik berichtet wird.

2 Begrifflichkeiten

In diesem Kapitel werden jene Begrifflichkeiten erläutert, die wichtig für das Verständnis und die Lesbarkeit der vorliegenden Arbeit über das Schnittstellenmanagement zwischen Rettungsdienst und einer NFA sind. Es werden unter anderem die Begriffe Schnittstellenmanagement, Notfallambulanz und Rettungsdienst erläutert, weil diese den Bezug zur Forschungsfrage herstellen. Das nächste Kapitel widmet sich einem fiktiven Fallbeispiel, deshalb wird die Begrifflichkeit Rettungskette erklärt.

2.1 Schnittstellenmanagement

Der Begriff Schnittstellenmanagement wird anhand der Definition vom Wirtschaftslexikon Gabler erklärt. Das Schnittstellenmanagement ist ein zentrales Problem bei innerbetrieblichen Prozessen zur Bewältigung von kommunikativen Grenzen zwischen den beteiligten Abteilungen. Die Einteilung unübersichtlicher Innovationsvorhaben in Teilprobleme und die Übertragung der Verantwortung an unterschiedliche Aufgabenträger führen zur Notwenigkeit der Koordination und Gestaltung durch Schnittstellen. Somit können Probleme besser überwunden werden (wirtschaftslexikon.gabler.de, #Schnittstellenmanagement).

2.2 Notfallambulanz

Der Begriff Notfallambulanz setzt sich aus den beiden Wörtern Notfall und Ambulanz zusammen und wird als ein Bereich in einem Krankenhaus beschrieben, der von Menschen aufgesucht wird, welche krank oder verletzt sind und schnelle medizinische Behandlung benötigen (dictionary.cambridge.org #emergency department). Welk (2014, S. 2.) erklärt den Begriff Zentrale Notaufnahme mit „zentrale Organisationseinheit mit den meisten Schnittstellen [...] und Vernetzungen im Krankenhaus. Dies erfordert eine interdisziplinäre Kooperations- und Kommunikationskultur zwischen allen Fachabteilungen und Berufsgruppen.“ Erfahrenes Krankenpflegepersonal, sowie Ärztinnen und Ärzte stehen vierundzwanzig Stunden sieben Tage der Woche für Menschen in Notsituationen zur Verfügung. Durch die örtliche Nähe von diagnostischen Geräten und Einrichtungen wie zum Beispiel Röntgen können Diagnosen rasch gestellt werden. An vielen zentralen Notaufnahmen ist eine Bettenstation integriert, in der Patienten zur Observanz aufgenommen werden können und somit die organisatorische Arbeit des Suchens nach freien Bettenkapazitäten vermieden werden kann (Welk, 2014, S. 2).

2.3 Rettungsdienst

Rettungsdienste sind Organisationen, die auf der Basis von landesrechtlichen Rettungsdienstgesetzen die präklinische Versorgung der Bevölkerung bei Erkrankungen und Verletzungen sicherstellt. Sie sorgen auch für eine hochqualifizierte notfallmedizinische Versorgung und Betreuung während eines Rettungs- oder Krankentransports in ein geeignetes Krankenhaus. Das Team kann aus einem nichtärztlichen Personal aus Rettungssanitäterinnen oder Rettungssanitäter, Notfallsanitäterinnen oder Notfallsanitäter bestehen. Wenn ärztliches Personal benötigt wird, kann auf Notärztinnen oder Notärzte zurückgegriffen werden (pschyrembel.de, #Rettungsdienst).

2.4 Telemetrie

Das Wort Telemetrie hat ihren Ursprung im griechischen und wird aus den Wörtern tēle, das fern bedeutet und metran, welches mit messen übersetzt wird, zusammengesetzt. Dies ist eine Fernmesstechnik, welche Messwerte aufzeichnet und diese über eine Distanz überträgt (sprektrum.de, #Telemetrie).

2.5 Rettungskette

Die Rettungskette, im englischen Chain of Survival, beschreibt vier miteinander verbundene Schritte, damit die Überlebensrate nach einem Herzstillstand gesteigert werden kann. Zunächst muss der Notfall von jemanden beobachtet und der Rettungsdienst unverzüglich verständigt werden. Danach muss die Helferin oder der Helfer unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) beginnen. Eine sofortige Einleitung der CPR kann die Überlebensrate bei einem außerklinischen Herzstillstand um mindestens 50 Prozent erhöhen. Außerdem soll ehestmöglich ein Defibrillator zur Patientin oder dem Patienten gebracht werden und eine Defibrillation durchgeführt werden. Wenn eine Defibrillation innerhalb von 3-5 Minuten nach einem Herzstillstand durchgeführt wird, kann die Überlebensrate um 50 bis 70 Prozent gesteigert werden. Der letzte Punkt der Überlebenskette ist die Versorgung durch qualifiziertes Rettungspersonal mit erweiterten Erste-Hilfe-Maßnahmen wie Atemwegssicherung, Medikamentengabe und der Beseitigung von reversiblen Ursachen für den Herzstillstand (Perkins, et al., 2018).

2.6 Leitstelle

Pschyrembel definiert die Begrifflichkeit Leitstelle als eine Einrichtung, die rund um die Uhr besetzt ist und für die Annahme von Notrufen, Alarmierung, Abstimmung und Steuerung des Rettungsdienstes zuständig ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsleitstellen beantworten Notrufe mittels standardisierter Notrufabfragen, die immer häufiger softwarebasiert sind. Sollten vor Ort Erste-Hilfe-Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Reanimation, durchgeführt werden, können diese während des Notrufgespräches angeleitet werden. Weitere Aufgabenfelder sind die telefonische Vorankündigung von Patientinnen und Patienten im Zielkrankenhaus (pschyrembel.de, #Leitstelle).

2.7 Reanimation

Dieser Begriff wird aus dem lateinischen Wort animatio abgeleitet und bedeutet Belebung, im medizinischen Kontext wird jedoch von Wiederbelebung gesprochen. Nach einem Herz-Kreislaufstillstand müssen lebenswichtige Sofortmaßnahmen unverzüglich eingeleitet werden. Das Ziel ist das Aufrechterhalten der lebenswichtigen Vitalfunktionen und der damit verbundenen Sauerstoffversorgung für Gehirn und Herz (pschyrembel.de, #Reanimation).

2.8 Triage

Im Dudenwörterbuch wird der Begriff Triage im medizinischen Kontext als die Einteilung von verletzen Personen bei Katastrophenereignissen nach der Intensivität der Verletzung definiert (duden.de, #Triage). Der geschichtliche Ursprung liegt in der Militärmedizin, da aufgrund des Mangels an ärztlichem Personal die Triage entwickelt wurde. Sie diente zur raschen Einteilung von verwundeten Soldaten in Behandlungskategorien durch Sanitätspersonal. In weiterer Folge wurden verletzte Personen versorgt und vom Kampfschaupatz weggebracht. Daraus hat sich auch die zivile Versorgung von Verletzten im Großschadensfall entwickelt, damit möglichst viele Patientinnen und Patienten rasch versorgt und weitertransportiert werden können. Diese Kategorisierung wurde im klinischen Alltag in Notfallaufnahmen zur Einschätzung von Patientinnen und Patienten weiterentwickelt und implementiert (Oldenburg, Benker, & Toursarkissian, 2010, S. 407-410).

2.9 Critical Incident Reporting System

Das CIRS, Critical (kritisch) Incident (Vorfall) Reporting (Berichterstattung) System, ist eine weit verbreitete Methode des Risikomanagements. Um die Patientinnen- und Patientensicherheit während der Behandlung garantieren zu können, werden kritische Ereignisse analysiert und verbessert. Das Ziel des CIRS ist die Schaffung einer Sicherheitskultur. Wenn ein kritisches Ereignis erkannt wird, kann dies von einer involvierten Person anonym gemeldet werden. Daraufhin wird das Ereignis durch eine beauftragte Person des Risikomanagements analysiert. Gegebenenfalls werden Verbesserungen durch eine CIRS-Bearbeitungsgruppe vorgeschlagen und vom Team umgesetzt (Blehe, 2014, S. 104-105).

3 Fallbeschreibung

In diesem Kapitel wird die Rettungskette mit ihren Gliedern von Herrn X beschrieben. Sie beinhaltet die Alarmierung des Rettungsdienstes (Notruf und Disponierung des Rettungsmittels), die Laienreanimation mit der Defibrillation, die präklinische Diagnostik und Therapie durch den Rettungsdienst und dem Transport und Übergabe an das Team der NFA. Dieses konstruierte Fallbeispiel ist für die Beantwortung der Forschungsfrage wichtig. Anhand dessen werden die Schnittstellen und deren Informationslücken, die für Zeitverzögerungen der Patientinnen- oder Patientenversorgung verantwortlich sind aufgezeigt. In weiterer Folge werden Lösungsvorschläge dargestellt, damit solche Verzögerungen wegen Informations- oder Kommunikationsdefizite vermieden werden können. Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen ist der Zeitdauer vom Ereigniseintritt bis zur klinischen Behandlung der wichtigste Faktor um gesundheitliche Schäden minimieren oder vermeiden zu können.

Herr X ist 49 Jahre alt, wohnt in Österreich und führt gemeinsam mit seiner Gattin Gartenarbeit durch. Es ist ein heißer Sommertag und Herr X mäht den Rasen, als er aufgrund von plötzlich einsetzenden Brustschmerzen die Arbeit beenden muss. Er ist schmerzgeplagt, kaltschweißig und klagt über Atemnot. Plötzlich bricht Herr X vor den Augen seiner Gattin bewusstlos zusammen und atmet nicht mehr. Sofort setzt Frau X den Notruf ab und wählt mit ihrem Mobiltelefon den Rettungsnotruf mit der Kurzwahl 144 und schildert dem telefonischen Helfer das Geschehen. So wird das erste Glied der Rettungskette aktiviert.

Abbildung 1: Rettungskette bei Reanimation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.lifesupport.ch aufgerufen am 7. August 2018

3.1 Glied 1: Alarmierung

Das erste Glied der Rettungskette ist der Notruf. Entweder die Patientin oder der Patient selbst oder ein Zeuge alarmiert mittels Telefonanrufs den Rettungsdienst.

Ob notfallmedizinische Behandlungen erfolgreich sind, hängt vor allem vom Zeitfaktor ab. Die reibungslose Versorgung von einer Notfallpatientin oder eines Notfallpatienten ist nur möglich, wenn Anrufe in der Rettungsleitstelle sofort angenommen werden. Zur Verfügung stehende Rettungsmittel müssen ehestmöglich alarmiert werden, damit notfallmedizinische Ressourcen erfolgreich genützt werden können. Die Rettungsleitstelle ist das Bindeglied der Rettungskette zwischen der prä- und der innerklinischen Notfallversorgung. Das Leitstellenpersonal entscheidet aufgrund von definierten Standards, welches Rettungsmittel entsandt werden muss. Zusätzlich muss die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist eingehalten werden (Arntz & Kreimeier, 2010, S. 101-103). Die Hilfsfrist, also die Zeit zwischen der Notrufannahme durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter der Rettungsleitstelle bis zum Eintreffen eines Rettungsmittels am Notfallort, ist jedoch in Österreich (ausgenommen das Bundesland Burgenland) nicht gesetzlich geregelt (Halmich, 2015, S. 504).

Im Burgenland ist die Hilfsfrist im Burgenländischen Rettungsgesetz verankert. Gemäß LGBI. Nr. 30/1996 idF LGBI Nr. 83/20051 § 5 Abs. 9 müssen Rettungsorganisationen gewährleisten, dass jeder, an einer Straße liegende, Notfallort im Normalfall (95%) innerhalb der vorgegebenen Hilfsfrist von 15 Minuten erreicht werden muss.

Disponentinnen und Disponenten, welche Notrufe am Telefon entgegennehmen, arbeiten nach Standards. Aufgrund dieser werden die erforderlichen Rettungsmitteln alarmiert. Sobald die Anruferin oder der Anrufer der Disponentin oder dem Disponenten das Geschehenen erläutert hat, kann aufgrund der Antworten auf Schlüsselfragen und zusätzlichen Informationen die Situation den 5 Kategorien E, D, C, B und A zugeordnet werden. Diese Kategorien alleine sagen noch nichts über die Vitalbedrohung der Patientin oder des Patienten aus, sondern nur um welche Art von Notfall es sich handelt. Erst aufgrund von insgesamt 296 Unterpunkten dieser Kategorien entsteht der Einsatzcode. So wird auch entschieden, welches Rettungsmittel entsandt wird und wie groß die Dringlichkeit ist, sprich ob das Rettungsmittel mit oder ohne Blaulicht zum Einsatzort dirigiert wird. Disponentinnen und Disponenten dürfen einen fertigen Einsatzcode nicht abwerten, sondern nur nach dem Prinzip „mehr ist besser“ aufwerten. Diese Codes werden in Statistiken erfasst, international verglichen und auch regelmäßig evaluiert (Clawson & Dernocoeur, 2001, S. 25-34).

Aufgrund der Situationsbeschreibung von Frau X kommt das Leitstellenpersonal mittels der standardisierten Notrufabfrage auf einen E-Code, da es sich um einen Herz-Kreislaufstillstand handelt. Somit werden ein First-Responder, ein RTW und ein NEF alarmiert (Chwojka, 2017, S. 35). Außerdem wird Frau X telefonisch zur CPR ihres Gatten angeleitet.

3.2 Glied 2: Reanimation durchführen

Es ist die Aufgabe der Leitstelle, die Anruferin oder den Anrufer bei Erste-Hilfe-Maßnahmen anzuleiten. Dirks (2015, S. 48-49) erklärt in den Reanimationsguidelines 2015, dass Reanimationen durch Zeugen selten sind, aber sie werden häufiger, wenn diese vom Leitstellenpersonal telefonisch dazu angeleitet werden. Außerdem konnte der Zeitrahmen, in dem keine CPR durchgeführt wurde, verkürzt werden. Auch die Anzahl der Thoraxkompressionen pro Minute konnte bei allen in der Studie eingeflossenen Patientinnen- und Patientengruppen gesteigert werden. Sobald die Leitstellendisponentin oder der Leitstellendisponent den Verdacht auf einen Herzkreislaufstillstand hat, wird sie oder er eine telefonische Anweisung der CPR anbieten.

3.3 Glied 3: frühestmögliche Defibrillation durchführen

Eine frühe Defibrillation erhöht die Überlebenschance für eine Person, die einen Herzstillstand erleidet. Weisfeldt et al., (2010, S. 1713-1720) untersuchten in einer Kohortenstudie mit 13769 Menschen die Überlebensrate nach CPR von Dezember 2005 bis Mai 2007. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Überlebensrate bei Menschen mit einer erfolgreichen Defibrillation, welche von Laien vor Ankunft des Rettungsdienstes durchgeführt wurde, verdoppelte.

Ein österreichisches Projekt ist das Definetzwerk Österreich. Diese Datenbank umfasst ein laufend aktualisiertes Verzeichnis über Automatisierte externe Defibrillatoren (AED). Wenn eine Person eine CPR per Notruf meldet, wird von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Rettungsleitstelle telefonisch die nächste Örtlichkeit eines AED ausfindig gemacht und falls am Notfallort eine zweite Person anwesend ist, wird diese durch ein zweite Leitstellendisponentin oder einem zweiten Leitstellendisponenten via Telefongespräch zu dem Ort des AED gelotst. Dieser sollte dann zum Notfallort gebracht werden um diesen an der regungslosen Person anzuwenden (Chwojka, Novosad, Spielbichler, & Krammel, 2015, S. 585-586). Sobald ein Defibrillator zur Verfügung steht, schaltet sich dieser automatisch ein, wenn er aufgeklappt wird. Dann ertönt auch sofort eine Stimme, die Anweisungen zur Handhabung und CPR erteilt. Der Defibrillator erkennt selbständig, ob eine Schockabgabe notwendig ist und gibt nach dem Drücken des Auslösers den Stromstoß selbstständig ab (Dirks, 2015, S. 53-61). Auf einem Satz zusammengefasst: Die frühestmögliche Defibrillation rettet Leben!

3.4 Glied 4: Rettungsdienst

Der Rettungsdienst wird von der Rettungsleitstelle alarmiert. Am Einsatzort und während des Rettungstransports führt dieser bis zur Ankunft in der NFA präklinische Maßnahmen durch.

Ein First Responder ist eine im öffentlichen Sektor tätige Person, die im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr oder der Polizei arbeitet und zu deren Aufgaben die sofortige medizinische Versorgung im Notfall gehört. Sie haben eine Notfallausrüstung dabei, welche unter anderem eine Sauerstoffflasche und einen Defibrillator inkludiert (medical-dictionary.com, #First Responder). In Österreich gibt es die zusätzliche Option als Sanitäterin oder Sanitäter einer Rettungsorganisation First Responder zu sein. Das ist eine Person, die parallel zum Rettungsdienst alarmiert und zugezogen wird. Da diese Person im privaten Setting alarmiert wird und möglicherweise schneller als der Rettungsdienst am Notfallort ist, wird die therapiefreie Zeit vermindert (rotes.kreuz.at, #First Responder). Die erste qualifizierte Person, die am Einsatzort im Fallbeispiel, im Garten von Frau und Herrn X eintrifft ist der First Responder, der die Reanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstpersonal übernimmt. Der RTW trifft kurz vor dem NEF ein.

In der Rahmenvorschrift des Rettungsdienstes ist die personelle Besetzung von Rettungsmitteln festgelegt. Das RTW Team besteht aus zwei Rettungssanitäterinnen oder Rettungssanitäter und ein NEF ist mit einer Notärztin oder Notarzt und Notfallsanitäterin oder Notfallsanitäter besetzt (Rotes Kreuz Österreich, 2014, S. 14). Qualifiziertes Rettungspersonal ist präklinisch gefordert, rasch einen lebensbedrohlichen Gesundheitszustand, wie dem von Herrn X zu erkennen und nachfolgend notwendig Maßnahmen einzuleiten.

Wenn eine Patientin oder ein Patient keine Reaktion auf Ansprache zeigt und hat sie oder er keine normale Atmung, wird eine Reanimation mit 30 Thoraxkompressionen im Wechsel mit 2-maliger Beatmung durchgeführt. Ein Monitoring mittels Defibrillators, wenn vorhanden, wird angelegt. Anhand dessen wird diagnostiziert, ob ein schockbarer oder nicht-schockbarer Herzrhythmus vorliegt und dementsprechend gehandelt. Alle zwei Minuten wird die Wiederbelebung unterbrochen, um zu prüfen, ob ein Spontankreislauf vorhanden ist. Solange dies nicht der Fall ist, wird die CPR weiter durchgeführt und zeitgleich Medikamente laut den Reanimationsguidelines wie Adrenalin oder Amiodaron der Patientin oder dem Patienten mittels Venenzugang appliziert. Dies wird solange fortgesetzt, bis die Patientin oder der Patient wieder einen Spontankreislauf hat, oder die CPR aufgrund einer medizinischen Aussichtslosigkeit von einer Ärztin oder einem Arzt abgebrochen wird. Eine medizinische Aussichtslosigkeit bedeutet, dass wenig Chancen auf ein Überleben ohne Schäden für die Patientin oder den Patienten bestehen (Dirks, 2015, S. 98, 306).

Nach der einer Schockabgabe durch den Defibrillator beginnt das Herz von Herrn X wieder in einem Rhythmus zu schlagen, der mit einem Weiterleben vereinbar ist. Somit beginnt das Rettungspersonal und der Notarzt mit der klinischen Untersuchung und der Stabilisierung von Herrn X. Im Notfallsetting werden Patientinnen oder Patienten zunächst anhand des ABCDE und dann nach dem SAMPLE und OPQRST Schema untersucht.

Abbildung 2: ABCDE und SAMPLE Schema

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Walder, Schinnerl, & Neumayr S. 2018, S. 81

Das ABCDE Assessment dient zur Beurteilung und Behandlung von kranken oder verletzten Patientinnen und Patienten und wird auch bei Kindern angewandt. Die Abkürzung ABCDE steht für Airway (Atemweg), Breathing (Atmung), Circulation (Zirkulation), Disability (neurologische Defizite) und Exposure (weitere Untersuchung). Das Schema ist in allen klinischen Notfällen anwendbar. Es kann sogar auf der Straße ohne jegliche Ausrüstung oder in erweiterter Form, im Rettungsdienst, in Notaufnahmen, auf allgemeinen Krankenhausstationen oder auf Intensivstationen angewendet werden. Ziele dieses Assessments sind lebensrettende Behandlungen ermöglichen, komplexe klinische Situationen in handlichere Teile zerlegen und ein gemeinsames Lagebewusstsein im Behandlungsteam schaffen. Dadurch wird Zeit gewonnen, bis eine endgültige Diagnose und Behandlung feststeht. Wenn ein offensichtlicher kritischer Gesundheitszustand vorliegt, ist die Ursache manchmal schwer zu finden. In solchen Situationen muss eine lebensrettende Behandlung eingeleitet werden, bevor eine endgültige Diagnose vorliegt. Hier setzt das ABCDE Schema an und führt zu einer frühzeitigen Erkennung der Ursache. Eine effektive Erstbehandlung beugt einer Verschlechterung des Gesundheitszustands vor. Nach Abschluss der ersten ABCDE-Beurteilung soll das Assessment wiederholt werden, bis der Patient stabil ist. Auch im Falle einer Verschlechterung muss eine Neubeurteilung durchgeführt werden. Der einzige Notfall, bei dem das Schema nicht angewandt wird, ist ein Herzstillstand, hier muss unverzüglich eine CPR eingeleitet werden (Thim, Krarup, Grove, & Lofgren, 2012, S. 117-119). Nach dem ABCDE Schema folgt die Zweituntersuchung, hierbei erhält der Rettungsdienst weitere relevante Informationen zum Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten im Allgemeinen.

Das SAMPLE Schema ist eine Merkhilfe, für Fragen welche Auskunft über den Zustand der Patientin oder des Patienten geben. Die einzelnen Buchstaben stehen für Symptoms (Symptome), Allergies (Allergien), Medications (Medikamente), Past Medical History (medizinische Vorgeschichte), Last Oral Intake (letzte Nahrungsaufnahme) und Events Prior To Incident (vorherige Krankheitsfälle). In weiterer Folge werden präzisere Fragen anhand des OPQRST Schema gestellt. Hier stehen die Buchstaben für die Begrifflichkeiten Onset (Beginn), Provocation (Symptomverschlechterung, -verbesserung), Quality (Qualität), Region (Ausstrahlung), Severity (Stärke) und Time (zeitlicher Verlauf) (Henry & Stapleton, 2012, S. 189). Anhand dieser Informationen und des durchgeführten Monitorings von Herrn X kann der Notarzt eine konkrete Diagnose, nämlich der eines STEMI mit erfolgreicher Wiederbelebung, stellen. Ein STEMI ist eine Form des Herzinfarktes und wird laut der European Society of Cardiology folgendermaßen erklärt: Die Ursache ist ein Verschluss von einem oder mehrere Herzkranzgefäße, welche eine Minderdurchblutung des Herzmuskels zur Folge hat. Die Symptome können Brustschmerzen, Übelkeit, Atemnot und Bewusstlosigkeit sein. Ein STEMI wird unter anderem typischen elektrokardiografischen Veränderungen erkannt (Thygesen et al., 2012, S. 620-623).

Der nächste Schritt ist eine Voranmeldung von Herrn X in einem geeigneten Krankenhaus, damit die Weiterversorgung sichergestellt werden kann.

Eine Voranmeldung ist wichtig, damit alle benötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Spital zur Verfügung stehen. Die Person, die die Voranmeldung entgegennimmt, kann eine Pflegeperson sein, da dafür keine spezifischen ärztlichen Kompetenzen verlangt werden. Der Inhalt einer Voranmeldung soll das Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und Hauptproblematik der Patientin oder des Patienten beinhalten. Die Pflegeperson leitet dann die Nachricht an alle involvierte Stellen oder Fachpersonen weiter, damit alle Beteiligten vor Eintreffen der Patientin und des Patienten informiert sind, Räume oder Materialen vorbereitet und allfällige Patientenverlegungen durchgeführt werden können (Sieber, 2009, S. 17). Bei einer solchen unstrukturierten Voranmeldung können Informationslücken aufgrund von Kommunikationsdefiziten entstehen. Eine Empfehlung zur Verbesserung eines Voravisos einer Notfallpatientin oder eines Notfallpatienten wird im nächsten Kapitel erörtert.

Um die Voranmeldung von Notfallpatientinnen oder Notfallpatienten zu verbessern, wurden telematische Rettungsassistenzsysteme entwickelt. Sie übertragen Vitalparameter, Audio- und manchmal Videodaten vom Rettungsteam an das Zielkrankenhaus. Damit wird Zeit für eine definitive Behandlung reduziert, da Spezialisten früher involviert sind und Krankenhäuser im Vorfeld über ankommende Patientinnen oder Patienten informiert werden (Müller, Loijens, Schilberg, & Jeschke, 2012, S. 119).

Abbildung 3: grafische Darstellung der Telemetrie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Müller et al., S. 2012, S. 119

3.5 Glied 5: Notfallaufnahme und weiterführende Diagnostik

Der RTW erreicht das Krankenhaus und zunächst muss Herr X administriert werden, gleichzeitig wird die Rettungsmannschaft mit der Rettungsliege, auf der Herr X liegt in einen Schockraum der Notfallaufnahme gelotst.

Mit der Anmeldung wird der Behandlungsprozess eingeleitet und die Patientendaten müssen geprüft werden, ob diese glaubwürdig sind. Dies muss auch bei nichtansprechbaren Patientinnen und Patienten durchgeführt werden, damit dieser Person keine falschen Daten zugeordnet werden. In weiterer Folge werden Patientinnen und Patienten mit einer Patientenidentifikationsnummer versehen, damit alle Daten zugeordnet und zugeführt werden können (Klar & Roesner, 2006, S. 112-113). Im Schockraum wird Herr X vom Rettungsdienst an das interdisziplinäre Schockraumteam übergeben, dies geschieht zunächst mit dem Übergabegespräch.

[...]


1 Richtlinien der Burgenländischen Landesregierung für den Rettungs- und Notarztrettungsdienst auf Grundlage des Burgenländischen Rettungsgesetzes 1995.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Schnittstellenmanagement zwischen Rettungsdienst und Notfallaufnahme
Hochschule
FH Krems
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
64
Katalognummer
V937689
ISBN (eBook)
9783346267566
ISBN (Buch)
9783346267573
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Patientenübergabe, Schnittstelle Rettungsdienst und Notfallaufnahme
Arbeit zitieren
Raffael Biro (Autor), 2019, Schnittstellenmanagement zwischen Rettungsdienst und Notfallaufnahme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937689

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