Die Geschichte der Hamburger Bank


Seminararbeit, 2008

11 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Historisches wirtschaftliches Umfeld

2. Die Hamburger Bank
2.1. Probleme der Zeit
2.2. Die Gründung der Hamburger Bank
2.3. Das Ende der Hamburger Bank

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Gründung der Hamburger Bank war ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung eines stabilen Geld- und Kreditwesens in Hamburg und Grundlage für den einzigartigen wirtschaftlichen Aufschwung in der Hansestadt.

In dieser Ausarbeitung soll die Entstehungsgeschichte der Hamburger Bank näher beleuchtet werden.

Dazu wird zunächst kurz das wirtschaftliche Umfeld Hamburgs im Mittelalter und der Neuzeit betrachtet um herauszufinden, welche Faktoren für die Gründung der Bank im Jahre 1619 entscheidend waren. Die Gründe für die Schließung der Bank im Jahre 1875 werden im Schlussteil dargestellt, bevor die Arbeit mit einem Fazit schließt.

1.1. Historisches wirtschaftliches Umfeld

Zunächst soll das wirtschaftliche Umfeld im Hamburg der damaligen Zeit kurz betrachtet werden. Ab dem 11. Jahrhundert wurde Hamburg als Hafen- und Hansestadt für den Fernhandel zunehmend interessanter. Daneben bildete sich ein weiterer Wirtschaftszweig heraus: das Braugewerbe. In Hamburg gab es zur Hochzeit im 14. Jahrhundert über 800 Brauereien und verliehen der Stadt die Stellung als „Brauhaus der Hanse“.[1] Eine enge wirtschaftliche Beziehung zu Lübeck wurde aufgebaut (Hamburg als „Nordseehafen Lübecks“).[2]

Bis zum 15. Jahrhundert blühte Hamburg als Hanse-, Hafen-, Handels- und Kaufmannsstadt weiter auf. Der Handel mit den Niederlande, England, Irland, Norwegen und Schweden, ein weiter zunehmender Überseehandel und das expandierende Speditions- und Kommissionsgeschäft trugen maßgeblich dazu bei. Insbesondere Kolonialwaren (Stoffe, Tuche, Teppiche), Genussmitteln und Gewürze wurden importiert. Ab 1618 „kayserliche freye Reichsstadt“ erlangte Hamburg als Handelsplatz internationale Bedeutung.[3] Eine Vielzahl von ausländischen Kaufleuten, allen voran Engländer, Niederländer und portugiesische Juden, siedelten sich zu der Zeit in Hamburg an.[4] Wurden 1550 in Hamburg ca. 10.000 Einwohner gezählt, waren es in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bereits ca. 40.000 Einwohner.[5]

2. Die Hamburger Bank

2.1. Probleme der Zeit

Im Folgenden werden die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme der damaligen Zeit in Hamburg dargestellt, dies waren insbesondere:

- das Fehlen von Banken,
- die Kreditaufnahme durch den Verkauf von Renten,
- eine zunehmende Kapitalknappheit und
- die Reichsmünzordnung von 1559 im Kontext zur „Münzverwirrung“ und „Münzentwertung“.

Der hanseatische Wirtschaftsraum kannte (im Gegensatz zu den Mittelmeerländern) noch keine Banken.[6] Eine für Hamburgische Kaufleute notwendige Kreditaufnahme erfolgte zu damaliger Zeit vor allem durch den privaten Verkauf von Rentenpapieren[7], welcher jedoch nur der städtischen kaufmännischen Oberschicht vorbehalten blieb. Der Wechselverkehr (ab 1603 hatte auch Hamburg eine Wechselordnung), vorwiegend in jüdischer Hand, war noch unvollkommen.[8] Dies begründete bis ins 16. Jahrhundert hinein eine zunehmende Kapitalknappheit.[9]

Das schwerwiegendste Problem dieser Zeit lässt sich jedoch unter dem Begriff „Münzverwirrung“ subsumieren, das im Folgenden kurz dargestellt werden soll, da insbesondere hier die Gründe für die Gründung der Hamburger Bank zu finden sind.[10]

Wie bereits erwähnt stand Hamburg in engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Lübeck. Für das Münzwesen der Gebiete nördlich der Elbe (Harburg hatte eine Sonderstellung) hatte ein bereits 1255 geschlossenes Abkommen zwischen Hamburg und Lübeck über eine gemeinschaftliche Münzpolitik bis ins 19. Jahrhundert hinein Bestand.[11] Grundlage war die lübische Mark, die Hamburg neben den Goldenen Dukaten ab dieser Zeit prägte. Daneben war Silber im 15./16. Jahrhundert das zentrale Leitmetall nicht nur in der norddeutschen Gegend und Goldmünzen standen im schwankenden Kurs zum Silbergeld.[12] In der Folgezeit gab es eine diffuse Zersplitterung der Münz- und Währungsverhältnisse. Im Prinzip war die Geldwirtschaft im Deutschen Reich durch die Reichsmünzordnung von 1559 geregelt. Diese Münzordnung hatte jedoch Lücken und wies strukturelle Fehler auf. Außerdem berücksichtigte sie nicht die auch damals schon wirksamen Gesetze des Marktes von Angebot und Nachfrage und die Kontrollen der Münzordnung und ihre Durchsetzung waren unzureichend formuliert. Während die Münzhoheit der sog. Reichsmünzen (beispielsweise Taler oder Gulden) einheitlich geregelt war und somit zwar den Landesherren die Prägung dieser Reichsmünzen verbot, so erlaubte die Reichsmünzordnung von 1559 jedoch das Prägen beliebig vieler Landesmünzen auch mit niedrigem Silbergehalt. Jedes noch so kleine Herzogtum prägte, um seinen wachsenden Finanzbedarf zu befriedigen, eigene Münzen und legte Metallgehalt und Gewicht selbst fest. Es gab eine Vielzahl von Münzsorten unterschiedlichen Metalls, Gewichtes, Aussehens und somit unterschiedlichen Wertes. Ein regelrechter Münzwirrwarr beschreibt den Zustand treffend.[13]

[...]


[1] Vgl. Pohl (1986), S.10

[2] Ebd., S. 9

[3] Vgl. Achterberg (1964), S. 13 ff.

[4] Vgl. Achterberg (1964), S. 15

[5] Vgl. Pohl (1986), S. 13

[6] Vgl. Pohl (1986), S. 10

[7] Der Kreditnehmer verpflichtete sich für eine erhaltene Geldsumme einen jährlichen Zins (=Rente) zu zahlen und sein Haus/ Grundstück als Sicherheit zu stellen

[8] Vgl. Pohl (1986), S. 13

[9] Vgl. Pohl (1986), S. 10 f.

[10] Vgl. Achterberg (1964), S. 14

[11] Vgl. Schneider (1983), S. 8

[12] Ebd., S. 8

[13] Vgl. Achterberg (1964), S. 14

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte der Hamburger Bank
Hochschule
Universität Hamburg  (Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Geschichte in Hamburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V93772
ISBN (eBook)
9783638070409
ISBN (Buch)
9783640330843
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Hamburger, Bank, Geschichte, Hamburg
Arbeit zitieren
Dipl.Volkswirt Stefan Berger (Autor), 2008, Die Geschichte der Hamburger Bank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93772

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