Die Gründung der Hamburger Bank war ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung eines stabilen Geld- und Kreditwesens in Hamburg und Grundlage für den einzigartigen wirtschaftlichen Aufschwung in der Hansestadt.
In dieser Ausarbeitung soll die Entstehungsgeschichte der Hamburger Bank näher beleuchtet werden.
Dazu wird zunächst kurz das wirtschaftliche Umfeld Hamburgs im Mittelalter und der Neuzeit betrachtet um herauszufinden, welche Faktoren für die Gründung der Bank im Jahre 1619 entscheidend waren. Die Gründe für die Schließung der Bank im Jahre 1875 werden im Schlussteil dargestellt, bevor die Arbeit mit einem Fazit schließt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Historisches wirtschaftliches Umfeld
2. Die Hamburger Bank
2.1. Probleme der Zeit
2.2. Die Gründung der Hamburger Bank
2.3. Das Ende der Hamburger Bank
3. Fazit
4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Entstehungsgeschichte, Funktion und den Niedergang der Hamburger Bank. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Faktoren des 17. Jahrhunderts zu identifizieren, die zur Gründung dieses wichtigen Finanzinstituts führten, und die Gründe für ihre Schließung im 19. Jahrhundert darzulegen.
- Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Hamburgs im Mittelalter und der Neuzeit
- Die Problematik der "Münzverwirrung" als Gründungsmotiv
- Struktur und Aufgaben der Hamburger Bank als Depositen-Girobank
- Die Rolle der Mark Banco für die Geldwertstabilität
- Ursachen für das Ende der Bank im Zuge der Reichsgründung
Auszug aus dem Buch
2.1. Probleme der Zeit
Im Folgenden werden die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme der damaligen Zeit in Hamburg dargestellt, dies waren insbesondere: • das Fehlen von Banken, • die Kreditaufnahme durch den Verkauf von Renten, • eine zunehmende Kapitalknappheit und • die Reichsmünzordnung von 1559 im Kontext zur „Münzverwirrung“ und „Münzentwertung“.
Der hanseatische Wirtschaftsraum kannte (im Gegensatz zu den Mittelmeerländern) noch keine Banken. Eine für Hamburgische Kaufleute notwendige Kreditaufnahme erfolgte zu damaliger Zeit vor allem durch den privaten Verkauf von Rentenpapieren, welcher jedoch nur der städtischen kaufmännischen Oberschicht vorbehalten blieb. Der Wechselverkehr (ab 1603 hatte auch Hamburg eine Wechselordnung), vorwiegend in jüdischer Hand, war noch unvollkommen. Dies begründete bis ins 16. Jahrhundert hinein eine zunehmende Kapitalknappheit.
Das schwerwiegendste Problem dieser Zeit lässt sich jedoch unter dem Begriff „Münzverwirrung“ subsumieren, das im Folgenden kurz dargestellt werden soll, da insbesondere hier die Gründe für die Gründung der Hamburger Bank zu finden sind. Wie bereits erwähnt stand Hamburg in engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Lübeck. Für das Münzwesen der Gebiete nördlich der Elbe (Harburg hatte eine Sonderstellung) hatte ein bereits 1255 geschlossenes Abkommen zwischen Hamburg und Lübeck über eine gemeinschaftliche Münzpolitik bis ins 19. Jahrhundert hinein Bestand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Bedeutung der Hamburger Bank für das Finanzwesen und legt den thematischen Rahmen für die Untersuchung der Entstehungs- und Schließungsgründe fest.
1.1. Historisches wirtschaftliches Umfeld: Das Kapitel beschreibt den Aufstieg Hamburgs zur bedeutenden Handelsstadt und die Etablierung internationaler Wirtschaftsbeziehungen ab dem 11. Jahrhundert.
2. Die Hamburger Bank: Dieses Hauptkapitel erläutert die Rahmenbedingungen und Aufgaben des Instituts als erste staatliche Depositen-Girobank Deutschlands.
2.1. Probleme der Zeit: Hier werden die finanziellen Missstände wie das Fehlen von Banken und die sogenannte "Münzverwirrung" als treibende Kräfte für die Bankgründung analysiert.
2.2. Die Gründung der Hamburger Bank: Das Kapitel behandelt die Beweggründe der Stadtherren zur Gründung im Jahr 1619 und die zentralen Regelungen des "Banco-Mandats".
2.3. Das Ende der Hamburger Bank: Der Abschnitt erläutert den Niedergang des Instituts durch zunehmende Konkurrenz und die Vereinheitlichung des Währungsgebiets nach der Reichsgründung 1871.
3. Fazit: Das Fazit würdigt die Hamburger Bank als Pionierin des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität Hamburgs.
4. Literaturverzeichnis: Hier sind die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Werke zur Hamburger Bankengeschichte aufgelistet.
Schlüsselwörter
Hamburger Bank, Mark Banco, Münzverwirrung, Hansestadt, Geldstabilität, Depositen-Girobank, Giroverkehr, Münzhoheit, Kipper- und Wipperzeit, Wirtschaftsgeschichte, Hamburg, Handel, Bankengeschichte, Reichsmünzordnung, Kreditwesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der Hamburger Bank von ihrer Gründung im Jahr 1619 bis zu ihrer Schließung im Jahr 1875.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Hamburger Wirtschaftsgeschichte, die Entwicklung des Bank- und Kreditwesens sowie die währungspolitischen Herausforderungen im 17. bis 19. Jahrhundert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte der Bank unter Berücksichtigung der damaligen wirtschaftlichen Probleme sowie die Gründe für ihre spätere Auflösung zu analysieren.
Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die relevante Fachliteratur und Dokumente zur Wirtschaftsgeschichte Hamburgs auswertet.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der instabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Münzverwirrung), die konkrete Bankgründung und die spätere Verdrängung des Instituts durch neue Bankkonzepte.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Mark Banco als Rechenwährung, die Münzverwirrung und die Rolle der Bank als städtisches Finanzinstitut.
Warum war die "Münzverwirrung" so problematisch für Hamburger Kaufleute?
Die Vielzahl minderwertiger Landesmünzen und die grassierende Münzfälschung führten zu einer erheblichen Unsicherheit im Handel und zu einer metallischen Inflation, der die Kaufleute kaum entgegentreten konnten.
Inwiefern beeinflusste die Gründung des Deutschen Reiches das Ende der Bank?
Mit der Einführung der einheitlichen Goldwährung und der neuen Reichsmünzgesetze verlor die Hamburger Bank ihre Existenzgrundlage und ihre Funktion als unabhängiges Finanzinstitut.
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- Dipl.Volkswirt Stefan Berger (Author), 2008, Die Geschichte der Hamburger Bank, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93772