Exposé zu Aristophanes´ "Die Vögel"


Exzerpt, 2007
6 Seiten, Note: 1,8
Anonym

Leseprobe

Aristophanes

„Die Vögel“

In dem hier vorliegenden Exposé werde ich mich mit der antiken Komödie Aristophanes´ „Die Vögel“ beschäftigen, die erstmals im Jahre 414 v. Chr. aufgeführt wurde. Zunächst möchte ich einen kurzen Abriss über die Gattung Komödie wiedergeben.

Hierbei handelt es sich um eine literarische Entwicklung, die von der attischen Komödie ausging und im Laufe der Zeit diverse Formtypen herausbildete. Dies ist zum einen die klassische Komödie, die auf das griechisch-römische Muster zurückgeht und als geschlossene Form bezeichnet wird und zum anderen die romantische Komödie, die die offene Form verkörpert. Seit 486 v. Christus gehören Komödien in Athen zum Bestandteil der staatlichen Dionysosfeiern, wobei deren Herkunft und Ausbildung umstritten sind. Einer der bedeutendsten Vertreter der alten attischen Komödie des 5./4. Jahrhunderts ist vor allem Aristophanes mit elf erhaltenen Komödien.[1] Diese Zeit, das letzte Drittel des 5. Jahrhunderts v. Christus, war eine Zeit, die von Not und Elend, sowie von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ereignissen gezeichnet war. [2]

Um einen Überblick über das Stück zu gewinnen folgt eine kurze Inhaltsangabe.

Die Protagonisten der Handlung von Aristophanes „Die Vögel“ bilden zwei athenische Bürger mit Namen Peithetairos und Euelpides und werden im Stück als Ratefreund und Hoffegut genannt. Auf der Suche nach einem Wohnsitz um den Prozessierungen ihrer Mitbürger zu entfliehen treffen sie auf Wiedehopf, einem verwandelten Vogel, der zuvor König Tereus war. Leider konnte dieser ihnen auch keinen Platz auf der Welt nennen, an dem sie ihren Frieden vor den Menschen finden. Daraufhin hatte Ratefreund den Einfall, bei den Vögeln zu bleiben und zwischen Himmel und Erde eine Stadt zu gründen. Von diesem Platz aus hätten die Vögel die Möglichkeit über Götter und Menschen zu herrschen und ihre alte verlorene Macht wiederzugewinnen.

Eine Vogelversammlung soll den Plan den anderen Vögeln mitteilen. Während anfangs zwischen den Vögeln und den beiden Athener Bürgern noch Feindschaft bestand, wurden sie dank Wiedehopf, der einen Waffenstillstand ausrufen ließ, schnell in die Vogel-Gemeinschaft mit aufgenommen. Um die Herrschaft der Vögel zu untermalen, beschlossen sie eine Stadt namens „Wolkenkuckucksheim“ („Nephelokokkygia“) zu bauen. Die Städtegründung zog einige ungebetene Gäste aus der Menschenwelt an, die ihre Dienstleistungen anboten, aber von Ratefreund abgelehnt und verscheucht wurden. Durch den Bau der Wolkenstadt, der für die Götter eine Barriere darstellte, konnten die Opfergaben nun nicht mehr bis zu den Göttern hindurchdringen. Somit wurden die Vögel die Götter der Menschen, da sie jetzt direkt über ihnen standen. Den Vögeln fehlte dadurch nur noch die Machtanerkennung der Götter. Um diese Macht auch noch zu erlangen, soll ein Tauschgeschäft vollzogen werden, in dem die Götter wieder mit Opferdüften versorgt werden und im Gegenzug Basileia, die die Königsherrschaft verkörpert, zu den Vögeln kommen sollte. Auf diese Weise erringen die Vögel die Macht über die Menschen und Götter.[3]

Der Aufbau der aristophanischen Komödie „Die Vögel“ folgt einem festen Kompositionsprinzip mit der Abfolge bestimmter Szenenformen. Es beginnt mit dem Prolog, der eine besondere Eigenart der Komödie darstellt. In diesem Teil der Komödie findet ein enger Kontakt zwischen den Zuschauern und der Bühne statt, wodurch dem Zuschauer die Illusion genommen wird.[4]

Der darauf folgende Parados stellt die Vögel des Chores dar und beinhaltet ein Streitgespräch zwischen dem Chor und den Schauspielern auf der Bühne bzw. zwischen den Vögeln und den beiden Bürgern im Stück.

Der sich anschließende Agon ist wichtiger Bestandteil der alten Komödie. Er steht für die lebhafte Diskussion zwischen dem Chor und den Erfindern des Wolkenkuckucksheims. Das Thema der Diskussion ist die ur-eigentliche Herrschaft der Vögel über alles, da sie die ältesten Wesen und darum die angestammten Herrscher der Erde sind.[5]

[...]


[1] Vgl. W. Habicht u.a.,Der Literatur Brockhaus, Zweiter Band Fu - Of, 1988, S. 389

[2] Vgl. B. Greiner,Die Komödie, 1992, S. 32

[3] Vgl. C. Voigt,Nachwort, in: Aristophanes, Die Vögel, 1971, S.108

[4] Vgl. C. Voigt,Nachwort, in: Aristophanes, Die Vögel, 1971, S. 103

[5] Vgl. B. Greiner,Die Komödie, 1992, S. 38

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Exposé zu Aristophanes´ "Die Vögel"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,8
Jahr
2007
Seiten
6
Katalognummer
V93783
ISBN (eBook)
9783638070768
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exposé, Aristophanes´, Vögel, Hauptseminar
Arbeit zitieren
Anonym, 2007, Exposé zu Aristophanes´ "Die Vögel", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93783

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