Zielsetzung dieser Arbeit ist die Betrachtung der gesundheitlichen Ungleichheit im Zusammenhang zwischen dem sozialen und dem gesundheitlichen Status. Um herauszuarbeiten, inwiefern der soziale Status auf die gesundheitliche Situation eines Menschen Einfluss nimmt, ist es unausweichlich, die Ursachen der Entstehung herauszubilden und herauszustellen, welche Auswirkungen diese auf das Individuum haben.
Anhand einer systematische Literaturrecherche soll ein Vergleich zwischen dem Gesundheitszustand und dem sozialen Status angestellt werden, um Informationen und Daten aus bereits vorhandenen zuverlässigen wissenschaftlichen Quellen zu beziehen, welche an-schließend auf die Forschungsfrage angewendet werden. Absicht dieser Arbeit ist es, neben der Literaturrecherche, durch empirische Belege, schichtabhängige Handels- oder Verhaltensweisen herauszubilden. Die Ergebnisse der schichtabhängigen Verhaltensweisen sollen im Folgenden einen Ausblick auf die jeweiligen Gesundheitschancen dieser Schichten geben, um so eine gesundheitliche Ungleichheit herauszuarbeiten und vor allem die Entstehung sozialer Ungleichheit herauszubilden. Anfänglich ist eine Definition für die Thematik relevanter Termini vorgesehen, welche zur Klärung grundlegender Begrifflichkeiten dient, die zudem auf die Entstehung einer gesundheitlichen Ungleichheit hinweisen können. Hierauf folgt eine Erschließung der gesundheitlichen Ungleichheit durch den Zusammen-hang der sozialen Ungleichheit zwischen dem sozialen Status und dem Gesundheitszustand. Dazu werden verschiedene soziale Strukturen anhand sozialer Modelle untersucht. Neben den Strukturen sozialer Ungleichheit wird im Anschluss Bezug auf den gesundheitsrelevanten Lebensstil genommen, welcher sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt und zur Klärung grundlegender Begrifflichkeiten dient. Der Vergleich der Sachverhalte auf verschiede-ne soziale Schichten, soll auf die Entstehung einer gesundheitlichen Ungleichheit hinweisen. Am Ende dieser Arbeit wird die Frage nach der Kausalität zwischen der gesundheitlichen Ungleichheit und dem Zugang der deutschen Gesundheitsversorgung gestellt. Dabei findet eine Erörterung des deutschen privaten- und gesetzlichen Versicherungssystems statt. Abschließend werden alle benannten Faktoren herangezogen, um die Frage der Kausalität be-antworten zu können. Aus Gründen des Umfangs beschränkt sich die Recherche ausschließlich auf den deutschen Sozialstaat.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITION SOZIALE UNGLEICHHEIT
3 DEFINITION GESUNDHEIT
4 GESUNDHEITLICHEN UNGLEICHHEIT
4.1 SOZIALE UNGLEICHHEIT UND GESUNDHEIT
4.2 DER SOZIALE GRADIENT
4.3 SOZIALE DETERMINANTEN DER GESUNDHEIT
4.3.1 Arbeitsbedingungen
4.3.2 Wohnbedingungen
4.3.3 Lebens- und Verhaltensweisen
4.4 DEFINITION SOZIOÖKONOMISCHER STATUS
4.4.1 Einkommen
4.4.2 Erwerbstätigkeit/Beruflicher Status
4.4.3 Bildung
5 SOZIALPOLITISCHE ABSICHERUNG DER GESUNDHEIT DES DEUTSCHEN GESUNDHEITSSYSTEMS
5.1 GESETZLICHE KRANKENVERSICHERUNG
5.1.1 Zusatzleistungen
5.1.2 Zuzahlungen
5.2 PRIVATE KRANKENVERSICHERUNG
5.3 SOZIALE UNGLEICHHEIT INNERHALB DES GESUNDHEITSSYSTEMS
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialem Status und Gesundheitszustand innerhalb des deutschen Gesundheitssystems, um zu klären, inwiefern soziale Ungleichheit die gesundheitliche Situation des Individuums beeinflusst und warum diese Diskrepanz trotz eines hohen allgemeinen Gesundheitsniveaus fortbesteht.
- Soziale Determinanten und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit.
- Die Bedeutung des sozioökonomischen Status (Einkommen, Bildung, Beruf).
- Der soziale Gradient der Gesundheit und verschiedene Erklärungsmodelle.
- Die Rolle des deutschen Sozialstaats und der Krankenversicherungssysteme (GKV/PKV).
- Schichtabhängige Gesundheitsverhaltensweisen und deren Folgen.
Auszug aus dem Buch
4.2 Der soziale Gradient
Der soziale Gradient der Gesundheit beschreibt den Zusammenhang zwischen den sozialen Schichten und einer mutualen Krankheitslast. Er besagt: „je niedriger die soziale Schicht, desto größer die Krankheitslast“ (Siegrist, 2005).
Andersherum beschreibt der soziale Gradient der Gesundheit, dass, je höher der soziale Status einer Person ist, desto höher ist die Lebenserwartung. So leben Männer, die mehr als das doppelte des Durchschnittlohns verdienen, durchschnittlich etwa 10 Jahre länger als solche, die weniger als 60 % des Nettoäquivalenzeinkommens beziehen“ (vgl. Haring, 2019, p. 42).
Es konnte nachgewiesen werden, dass der soziale Gradient, neben der Bestimmung der Lebenserwartung, für mehrere Erkrankungen verantwortlich ist. Es wurde bestätigt, dass die Anfälligkeit für Erkankungen, so etwa für einige Krebsarten, Schlaganfälle, psychische Erkankungen oder Herz-Kreislauferkrankungen, oftmals in Zusammenhang mit den sozialen Schichten stehen kann. Zudem geht man davon aus, dass Individuuen, die einen höheren sozialen Status besitzen, auch ihren gesundheitlichen Status tendenziell besser einschätzen können (vgl. Haring, 2019, p. 43).
Der Zusammenhang zwischen dem sozialen Status und der Gesundheit konnte bei verschiedenen „Gesundheitsindikatoren“, auch international, nachgewiesen werden. Der soziale Gradient der Gesundheit bestätigte sich somit wiederholt zu verschiedenen Zeitpunkten und in verschiedenen Nationen (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik der gesundheitlichen Ungleichheit und Formulierung der Forschungsfrage zur Relevanz des sozialen Status.
2 DEFINITION SOZIALE UNGLEICHHEIT: Theoretische Herleitung des Begriffs der sozialen Ungleichheit und Einordnung von Individuen in soziale Schichten.
3 DEFINITION GESUNDHEIT: Klärung des Gesundheitsbegriffs unter Berücksichtigung der WHO-Definition und salutogenetischer Ansätze.
4 GESUNDHEITLICHEN UNGLEICHHEIT: Analyse des Einflusses von sozialen Faktoren, Arbeits- und Wohnbedingungen auf die gesundheitliche Lage.
5 SOZIALPOLITISCHE ABSICHERUNG DER GESUNDHEIT DES DEUTSCHEN GESUNDHEITSSYSTEMS: Untersuchung des deutschen Versicherungsmodells und der Auswirkungen ökonomischer Aspekte auf die Gesundheitsversorgung.
6 FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung des Einflusses des sozialen Status auf die Gesundheit.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Gesundheitswesen, Sozioökonomischer Status, Sozialer Gradient, Lebenserwartung, Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung, Gesundheitsverhalten, Arbeitsbedingungen, Armut, Prävention, Mortalität, Sozialstaat, Gesundheitschancen, Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss der soziale Status eines Individuums auf seine Gesundheit hat und wie sich diese Zusammenhänge innerhalb des deutschen Gesundheitssystems äußern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von sozialer Ungleichheit, soziale Determinanten von Gesundheit, den Einfluss von Bildung, Einkommen und Beruf sowie das deutsche Krankenversicherungssystem.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, inwiefern der soziale Status die gesundheitliche Situation eines Menschen beeinflusst und warum die soziale Ungleichheit bei einem allgemein hohen Gesundheitsniveau in der Gesellschaft zunimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um Daten und Informationen aus wissenschaftlichen Quellen zur Beantwortung der Forschungsfrage zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den sozialen Gradienten, die Auswirkungen von Arbeits- und Lebensbedingungen auf die Gesundheit sowie die Funktionsweise des deutschen gesetzlichen und privaten Krankenversicherungssystems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Soziale Ungleichheit, Gesundheitschancen, Sozioökonomischer Status, Gesundheitsverhalten und Solidarprinzip.
Welche Rolle spielt das Solidarprinzip in diesem Kontext?
Das Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung soll einen Ausgleich schaffen, damit Mitglieder unabhängig von ihrem Einkommen Zugang zu notwendigen medizinischen Leistungen erhalten.
Warum wird der Begriff "sozialer Gradient" verwendet?
Der Begriff beschreibt die Korrelation, dass mit sinkendem sozialem Status typischerweise die Krankheitslast zunimmt und die Lebenserwartung abnimmt.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2020, Soziale Ungleichheit im deutschen Gesundheitssystem. Inwiefern nimmt der soziale Status Einfluss auf die Gesundheit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937970