Anteil der Frauenfiguren am Verfallsprozess in Thomas Manns "Buddenbrooks"


Bachelorarbeit, 2017

49 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Verfallsthematik im 19. Jahrhundert
2.1. Literarische Dekadenz
2.2. Die Dekadenz in Thomas Manns Buddenbrooks

3. Die Stellung der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts – historischer Kontext

4. Frauenfiguren in Thomas Manns Buddenbrooks
4.1. Der Anteil des Weiblichen im Degenerationsprozess
4.1.1 Die Ehefrauen
4.1.2 Die weiblichen Nachkommen

5. Der Fortbestand weiblicher Vitalität – Tony Buddenbrook

6. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„‘Tom, Vater, Großvater und die anderen alle! Wo sind sie hin? Man sieht sie nicht mehr. Ach, es ist so hart und traurig!‘‘‘ (B.836).

Mit diesen Worten beklagt Antonie Permaneder, geborene Buddenbrook, am Ende von Thomas Manns erstem Roman Buddenbrooks. Verfall einer Familie (1901), den Verlust der geliebten männlichen Familienmitglieder. Eindrucksvoll und mit Liebe zum Detail schildert Mann in seinem Werk den Niedergangsprozess einer angesehenen Kaufmannsfamilie aus Lübeck, welcher sich über vier Generationen innerhalb einer Zeitspanne von 42 Jahren vollzieht.

Auffällig ist, dass am Ende des Romans nur noch weibliche Familienmitglieder anwesend sind sowie, dass die Erzählhandlung mit den Worten von Frauen beginnt und endet. Obwohl die Degeneration der Familie überwiegend an den männlichen Protagonisten dargestellt wird, lässt sich anhand dieser zuvor erwähnten Tatsache doch eine gewisse Bedeutung erkennen, die den weiblichen Figuren zugeschrieben werden kann. Thomas Mann stellt das Erlöschen der männlichen Erbfolge in den Mittelpunkt der Romanhandlung und schildert dabei die Generation der Geschwister Thomas, Tony und Christian, sowie Hannos Leben und Leiden am ausführlichsten. Wenngleich Thomas und Hanno die komplexesten Romanfiguren darstellen, so kann Tony Buddenbrook jedoch als eine Art ‘‘heimliche Hauptfigur‘‘ angesehen werden. Sie umrahmt das Romangeschehen und ist diejenige, die in der ersten und der letzten Szene präsent ist. Zu Beginn tritt sie als achtjähriges Mädchen auf und am Ende des Romans schließlich als fünfzig Jahre alte, ,,vom Leben gestrählte [ …] Frau‘‘ (B.657), welche aber trotz aller Schicksalsschläge erhobenen Hauptes dasteht und als die zentrale Überlebende der Familie angesehen werden kann. Während Tony als eine vitale, transparente und authentische Figur dargestellt wird, steht ihr gegenüber Gerda Arnoldsen mit ihrer Unnahbarkeit und Kälte, welche schließlich die Degeneration der Familie Buddenbrook zu ihrem Ende bringt.

Degeneration, Verfall, Abstieg – die Literatur der Jahrhundertwende setzt sich intensiv mit dieser Thematik auseinander. Auch Thomas Mann hegte ein besonderes Interesse am sogenannten Décadence- bzw. Dekadenz- Gedanken, dies spiegelt seine lebensverneinende Einstellung wider.

„,Ich bin oft recht gemütskrank und zerquält, (…) die immer drohende Erschöpfung, Skrupel, Müdigkeit, Zweifel, eine Wundheit und Schwäche, (…) eine wachsende Sympathie mit dem Tod, mir tief eingeboren: mein ganzes Interesse galt immer dem Verfall, und das ist es wohl eigentlich, was mich hindert, mich für den Fortschritt zu interessieren’“1

In Buddenbrooks zeigt Mann anhand verschiedener Familienmitglieder, dass sich der Verfall auf unterschiedlichen Ebenen allmählich vollzieht. Gemeint sind familiärer, sozialer, wirtschaftlicher, und schließlich seelischer und körperlicher Verfall. Insbesondere für den wirtschaftlich-ökonomischen Erhalt einer Familie waren im 19. Jahrhundert die Männer verantwortlich. Weshalb bleiben aber im Roman nur Frauen übrig? Welche Bedeutung kommt ihnen im Romangeschehen zu und welchen Anteil haben sie an der Degeneration der Familie Buddenbrook?

Die vorliegende Arbeit versucht eben diesen Fragen nachzugehen. Ziel ist es, den Blickwinkel weg von den männlichen Protagonisten, mit welchen sich die Sekundärliteratur zum Roman sehr ausführlich beschäftigt, hin zu der Stellung ausgewählter weiblicher Figuren zu erweitern. Dabei werden insbesondere Tony, Gerda und auch Clara in den Mittelpunkt der Untersuchung gestellt, da sie innerhalb des Verfallsprozesses unmittelbar wichtig sind.

Zunächst soll sich aber dem Grundgedanken des Verfalls genähert werden, um einen Einstieg in die Thematik zu bekommen. Hierzu führt das Kapitel Die Verfallsthematik im 19. Jahrhundert in die Arbeit ein. Es wird zuerst einmal der Begriff der literarischen Dekadenz als Grundlage dieser Arbeit vorgestellt und anschließend dessen Bedeutung in Buddenbrooks beleuchtet.

Anschließend wird eine Darstellung der Rolle der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts vorgenommen. Der historische Kontext soll hier untersucht werden, um darauffolgend eine Verbindung zu den Frauenfiguren des Romans herzustellen und zu klären, ob diese der damaligen historischen Wirklichkeit entsprechen oder nicht. Eine Analyse der Anteile weiblicher Figuren im Verfallsprozess der Familie Buddenbrook bildet den Schwerpunkt der Arbeit und wird anhand exemplarischer Figuren vollführt. Da, wie bereits erwähnt, am Ende des Romans nur noch ausschließlich weibliche Familienmitglieder anwesend sind, wird im 5. Kapitel auf den Fortbestand weiblicher Vitalität eingegangen, der sich maßgeblich in der Figur der Tony Buddenbrook zeigt. Es wird versucht zu klären, wie es ihr gelingen kann ihren Stolz und Lebenswillen zu wahren. Eine Zusammenfassung und Schlussbetrachtung des zuvor analysierten Anteils des Weiblichen im Degenerationsprozess schließt die vorliegende Arbeit ab.

2. Die Verfallsthematik im 19. Jahrhundert

2.1. Literarische Dekadenz

„Der Begriff der Dekadenzliteratur ist neben dem Begriff des Impressionismus eine der ältesten Bezeichnungen für die Literatur der Jahrhundertwende‘‘.2 Schon etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts kann von einer Phase epochenmachender Umorientierung gesprochen werden, die von Verknüpfungen wissenschaftlicher Revolutionen gekennzeichnet ist und als das Zeitalter der ‘Moderne‘ verstanden werden kann.3 Voranschreitende Industrialisierungsprozesse, Urbanisierung und technischer Fortschritt haben einen ausschlaggebenden Einfluss auf den Zeitgeist der Epoche der Moderne und führen zu einer Orientierungskrise und einem Moralverlust.4 Im Zuge dessen entsteht eine Vielzahl literarischer Strömungen, wobei die Décadence zwar im späten 19. Jahrhundert kulminiert, aber keineswegs allein das literarische Leben bestimmt, sondern nur eine seiner Komponenten ist. So lässt sich also nicht von einer Zeit der Décadence-Literatur in dem Sinne sprechen, wie man z.B. von einer Periode der barocken, klassischen oder romantischen Dichtung spricht.5 Der Begriff der Décadence ist nicht ganz unkompliziert, da er oft weder eindeutig positiv, noch eindeutig negativ, sondern doppeldeutig verstanden werden kann. Literarische Décadence ,,bezeichnet einen Themenkomplex, die Darstellung des Verfalls und Untergangs in allen Spielarten und Differenzierungen‘‘.6 Die Verfallsthematik ist allen literarischen Werken der Décadence gemeinsam; sie enthält unterschiedliche Motive, wie etwa verminderte Vitalität, Schwächung von Lebensenergien oder Lähmung des Willens.7 Die eben angesprochene Doppeldeutigkeit besteht nun darin, dass jenen Symptomen auch positive Seiten gegenüberstehen, ja dass sie sich sogar gegenseitig bedingen, wie etwa ,,erhöhte Sensibilität, Verfeinerung und künstlerische Begabung‘‘.8 So trifft dies z.B. eindeutig für den ‘‘Verfallsprinzen‘‘ Hanno zu, welcher äußerst musikalisch begabt ist, jedoch als gänzlich lebensunfähig und energielos erscheint.

Ursprünglich wurde das Wort Décadence als Wort für den Untergang des römischen Imperiums verwendet; im 19. Jahrhundert jedoch wird es auf den Verfall einzelner Menschen angewendet.9 Zeitzustände sind nicht unbedingt eigentlicher literarischer Gegenstand, sondern eher Verfallsmomente, die innerhalb von Familien anhand einzelner Personen geschildert werden, so wie es bei Thomas Manns Buddenbrook der Fall ist. Der Décadence- Begriff ist unterschiedlich fundiert; er kann beispielsweise moralischer, biologischer oder ökonomischer Natur sein, wie sich im Roman deutlich zeigt. Als zusammenfassende Bestimmung des Begriffs der literarischen Dekadenz gibt Erwin Koppen folgende Formulierung:

„Décadence-Literatur ist nichts anderes als eine literarische Reaktion, eine ästhetische Opposition gegen die bürgerliche Industriegesellschaft der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Als Komplementärbegriff zu dem des Fortschritts (in seinem bürgerlich-technokratischen Verständnis) bezeichnet der Terminus eine Literatur, die Verhaltensweisen, Ideale und Leitbilder aufzeigt, die denen des zeitgenössischen Burgeois ins Gesicht schlagen‘‘.10

Literarische Dekadenz wird als Darstellung von Verfall und Untergang begriffen und wahrgenommen, worauf alle Einzelmotive zurückweisen und bei denen die Verfallsthematik ihre Verklammerung und Gemeinsamkeit bildet. In ihr ist der Protest gegen die bürgerliche Gesellschaft und ihre Wertvorstellung enthalten.11

2.2. Die Dekadenz in Thomas Manns Buddenbrooks

Die Frage, warum gerade im 19. Jahrhundert literarische Décadence in relativ breiter Entfaltung auftritt, erlaubt nur spekulative Antworten, Vermutungen und Thesen. Eine These, welche zum Verstehen der Ursachen für die Herausbildung von Bewusstsein und Verfassung der Décadence beiträgt lautet: Das Individuum, welches auf sich selbst gestellt ist seit sich die haltgebenden und entlastenden Bindungen durch die Kirche und die festgefügten sozialen Ordnungen lockern und auflösen, fühlt ich zunehmend überfordert, da die Orientierung an vorgezeichneten Denkwegen unsicher wird.12 Die Wirklichkeit von Erscheinungen wie Lähmung, seelische Entkräftung und nervenschwache Verfeinerung ist jedoch ungewiss; ,,[u]nzweifelhaft ist nur […] das gesteigerte literarische Interesse für sie, aber fraglich bleibt, ob ein allgemeiner Niedergang stattgefunden hat‘‘.13 Thomas Mann schildert, wie viele seiner Zeitgenossen ebenfalls, die Dekadenz an Einzelpersonen und es wurde ihm erst deutlich später bewusst, dass er mit seinem Roman einen Zeitgeist, eine übergreifende Verfallserscheinung beschrieben hatte. In seinem Vortrag Meine Zeit von 1950, in welchem er auf seinen geschriebenen Roman zurückblickt, sagt er:

„Ich hatte persönlich-familiäre Erfahrungen zum Roman stilisiert, mit der Empfindung zwar, daß etwas ,Literarisches‘, das heißt Geistiges, das heißt Allgemeingültiges daran sei, aber doch ohne eigentliches Bewußtsein davon, daß ich, indem ich die Auflösung eines Bürgerhauses erzählte, von mehr Auflösung und Endzeit, einer weit größeren kulturell-sozialgeschichtlichen Zäsur gekündet hatte‘‘.14

Mann stellt die Dekadenz-Thematik in Buddenbrooks auf verschiedenen Ebenen dar: behandelt wird der inner-familiäre Verfall, der soziale Abstieg innerhalb der Gesellschaft, der wirtschaftliche Niedergang der Firma sowie der geistige und körperliche Verfall. In der vorliegenden Arbeit wird sich jedoch weitestgehend auf den familiären Verfall, den sozialen Abstieg und auf den körperlichen und geistigen Verfall konzentriert, da die Frauenfiguren vornehmlich diese Aspekte betreffen. Sie sind beispielsweise eher weniger vom wirtschaftlichen Niedergang berührt, da dies zu damaligen Zeiten bekanntlich ‘‘Männer-Angelegenheit‘‘ war. Der Vollständigkeit halber wird an dieser Stelle dennoch eine kurze Erläuterung gegeben, was unter den eben angeführten, unterschiedlichen Ebenen zu verstehen ist.

Der inner-familiäre Verfall zeigt sich in dem zunehmend schlechter werdenden Familienzusammenhalt, sowie in einem starken Geburtenrückgang, bis es schließlich keine Nachkommen mehr gibt. Der Roman beginnt mit der Darstellung einer feierlichen Familienzusammenkunft im neuen Haus in der Mengstraße, welches die Familie kürzlich erworben hatte. An diesem Tag im Oktober 1835 wird die Einweihung des Hauses gemeinsam mit Verwandten und Freunden gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt sind noch alle zentralen Familienmitglieder anwesend und die Stimmung ist munter und ausgelassen. Im weiteren Verlauf des Romans werden jedoch zunehmend Veränderungen im Familienverhältnis feststellbar; schon einige Jahre später, als Tony ihre erste Ehe mit Bendix Grünlich eingeht und Thomas und Christian sich wegen des Geschäfts nach Amsterdam aufmachen ist zu bemerken, dass „[d]er runde Tisch in dem weitläufigen Speisesaal […] sehr klein geworden [war]. Außer den Eltern saßen alltäglich nur Mamsell Jungmann, die zehnjährige Clara und die hagere, demütige und still essende Klothilde daran. Der Konsul blickte umher…alle Gesichter waren lang und kummervoll. Was war geschehen?‘‘ (B.192)

Doch eigentlich wird schon viel früher von Thomas bemerkt, dass jede Familie ihre wunden Punkte habe, als er sich im Sommer 1845 mit Tony auf dem Weg nach Travemünde befindet. ‚,‘Wie es zum Beispiel um Onkel Justus steht, weiß der liebe Gott. Papa schüttelt immer den Kopf wenn er von ihm spricht, und Großvater Kröger hat ein paar mal, glaube ich, mit großen Summen aushelfen müssen…und mit den Vettern ist auch nicht alles in Ordnung‘‘‘ (B.128). Hier deuten sich auch bereits erste finanzielle Schwierigkeiten innerhalb der Familie an. Die Scheidung Tonys vom betrügerischen Grünlich trägt weiter zum familiären Verfall bei, ebenso wie ihre zweite Ehe mit Permaneder. Schließlich ist am Ende des Romans die männliche Linie ausgestorben und alles was bleibt ist ein Kreis von trauernden Frauen, die alle auf ihre eigene Art und Weise im Leben versagt haben.

Mit dem sozialen Abstieg ist das stetig sinkende Ansehen der Familie Buddenbrook innerhalb der Gesellschaft gemeint. Bei der Einweihungsfeier am Anfang des Romangeschehens ist die Familie umgeben von Vertretern der Oberschicht, unter anderem vom Arzt Dr. Grabow, Makler und Kunstkenner Grätjens und Senator Dr. Langhans (vgl. B.17 ff.). Die Buddenbrooks genießen ein hohes Ansehen in Lübeck, sie gehören zu den Aufsteigern der Gesellschaft, nicht zuletzt auch bedingt durch die gut situierte Verwandtschaft, zu welcher die Overdiecks und die Krögers zählen. Auch diese beiden Familien sind wohlhabend und mehren sowohl den Reichtum als auch das Familienprestige der Buddenbrooks. Jean Buddenbrook hat einen großen politischen Wirkungskreis als Konsul; er ist fortschrittlich und tritt für die Reform des Postwesens und den Beitritt zum Zollverein ein (vgl. B.43 f.). Die Scheidungen Tonys jedoch tragen maßgeblich zum Verlust des Ansehens der Familie bei, ebenso wie das leichtlebige Betragen Christians, der früh für seine Vorliebe für das Theater und nicht standesgemäße Frauen bekannt wird. Schon zu seiner frühen Jugendzeit wird er bei einem Skandal stadtbekannt, als er sich nach einer Theateraufführung zu der Garderobe einer Schauspielerin schleicht und diese mit Blumen beschenkt (B.89). Später treibt er sich mehr in Herrenklubs herum, anstatt gewinnbringende Geschäfte für die Firma zu machen, wo er zwar stets für gute Unterhaltung sorgt, jedoch nicht von der Gesellschaft ernst genommen werden kann. Durch seine Heirat mit Aline Puvogel schließlich, erreicht sein Ansehen den Tiefpunkt und zum Schluss verbringt er seinen Lebensabend in einer psychiatrischen Anstalt aufgrund seiner nervlichen und körperlichen Schwäche. Kontrastiert wird der Verfall des sozialen Prestiges durch die emporkommende Familie Hagenström, welche als Konkurrenten der Buddenbrooks anzusehen sind.

Der wirtschaftliche Niedergang der Firma zeichnet sich vornehmlich in den immer stärker stagnierenden Geschäften ab. Die Geld- und Vermögensthematik hängt eng mit dem Fall und Aufstieg der Familie Buddenbrook zusammen. Dies wird immer wieder deutlich gemacht, indem die jeweiligen exakten Summen angegeben werden, die vererbt, als Mitgift, Abfindung und Erbanteil gezahlt werden. Der finanzielle Höhepunkt ist zu Lebzeiten des Johann Buddenbrook dem Älteren zu verzeichnen. Hier beläuft sich das Vermögen auf 900.000 Courantmark, welches sich durch verschiedene Gegebenheiten verringert, wie z.B. durch den Hauskauf in der Mengstraße oder die Abgaben für Gotthold (vgl. B.85). Jean hinterlässt nach seinem Tod 750.000 Courantmark inklusive der Kröger’schen Erbschaft von 300.000 Courantmark. Thomas nimmt zunächst erfolgreich Kredite und Neuerungen auf, doch Ausgaben wie Tonys Mitgiften und die Auszahlung von Christians Erbanteil schmälern das Vermögen. Schließlich schwindet Thomas Lebens- und Geschäftsenergie immer mehr und vor allem das Spekulationsgeschäft der Pöppenrader Wette stürzt die Firma immer weiter in den finanziellen Abgrund (vgl. B.523 f.). Alles endet mit der Liquidation der Firma Buddenbrook nach dem Tod von Thomas; der Untergang der Firma und somit auch der Familie ist beinahe vollendet.

Zuletzt sei auf den geistigen und körperlichen Verfall eingegangen, welcher im Roman stets präsent ist und sich schon relativ früh anhand bestimmter Motive zeigt. Hierzu gehört z.B. der schlechte Zustand der Zähne oder die Farbe der Hände. Die Zähne spiegeln die körperliche Kondition wider; was anfangs als belangloses Detail dargestellt wird (vgl. B.18), wird im Verlauf des Romans mit zunehmender Wichtigkeit geschildert, so beispielsweise die Zahnarztbesuche Thomas‘ oder die schwache Konstitution Hannos, ebenfalls bedingt durch Zahnbeschwerden. Die blassen Hände von Thomas werden kontrastiv zu lebenskräftigen Personen dargestellt (B.257) und auch Christians Hände sind von einem ,,matten und porösen Weiß‘‘ (B.260). An Thomas, Christian und Hanno zeigt sich der geistige und körperliche Verfall am meisten. Bei Thomas tritt die nervös bedingte Kränklichkeit schon im jungen Erwachsenenalter auf, wie man in dem Brief Jeans an Thomas erfährt, welcher sich im August 1846 in Amsterdam aufhält (vgl. B.188). Neben Schwindelanfällen und Schüttelfrost (vgl. B.717) leidet er an akuten Depressionen (vgl. B.723), die auf Überarbeitung zurückzuführen sind. Schon früh erleidet er eine Lungenblutung und muss sich in Kuraufenthalt begeben (vgl. B.229). Noch deutlicher zeigt sich der psychische und körperliche Verfall bei Christian. Was bei Thomas erst in der Jugend beginnt, ist bei ihm schon im Kindesalter präsent. Er konnte mit seinem Verhalten ,,die gesamte Familie auf die sonderbarste Weise erschrecken‘‘ (B.74), so z.B. als er Angst davor hat einen Pfirsich zu essen und sich womöglich an dem Kern zu verschlucken. Hier treten bereits seine hypochondrischen Neigungen zu Tage, welche sich mit zunehmendem Alter verschlimmern. Er ist nervlich so instabil, dass es sich bei ihm in allerhand körperlicher Leiden niederschlägt, beispielsweise wenn ihn ein unbestimmter Schmerz im linken Bein erfasst oder er sich einbildet er könne nicht schlucken. ’Sonderbar… manchmal kann ich nicht schlucken! […] Mir fällt ein, daß ich vielleicht nicht schlucken kann, und dann kann ich es wirklich nicht. Der Bissen sitzt schon ganz hinten, aber dies hier, der Hals, die Muskeln… es versagt ganz einfach… Es gehorcht dem Willen nicht, wißt ihr. Ja, die Sache ist: ich wage nicht einmal, es ordentlich zu wollen.’ […] ’Das sind die Nerven, Christian’ (B.287f.).

Er ist nicht dazu in der Lage, seinen eigenen Körper zu kontrollieren; des Weiteren plagen ihn unheimliche Halluzinationen eines Mannes, der auf dem Sofa sitzt und ihm zunickt (vgl. B.730).

In der Figur des Hanno Buddenbrook vereinigen sich alle Symptome der schwindenden Vitalität und zunehmenden Nervosität der vorangegangenen Generationen. Er ist der letzte männliche Vertreter der Buddenbrooks und schon ,,seit seiner Geburt dem Tode mehr zugeneigt als dem Leben […]‘‘.15 Als kleines Kind verspürt er schon nervöse Beschwerden und hat von Beginn an keine Freude am Leben. Seine äußere und innere Sensitivität geht mit der Abnahme seiner Lebensfähigkeit einher. Hanno ist von Anfang an nicht in der Lage das Leben zu leben, welches sich sein Vater für ihn gewünscht hätte und die einzige Beschäftigung bei der er sich wohl fühlt ist das Musizieren am Klavier. Hanno sagt von sich selbst zu seinem Freund Kai: „‘Ich kann nichts werden. Ich fürchte mich vor dem Ganzen […]. Ich möchte schlafen und nichts mehr wissen. Ich möchte sterben, Kai!‘‘‘ (B.819). Hanno äußert ganz deutlich seine Todessehnsucht und im Zuge der wagnerischen Musik, die er nachempfindet, sagt er Nein zum Leben, welches er als Künstler als die feindliche Welt empfindet. Als er schließlich an Typhus erkrankt ist es diese mangelnde Lebensbereitschaft, die ihn zum Opfer der Krankheit werden lässt.16 Aber nicht nur bei den männlichen Vertretern der Buddenbrooks zeigen sich nervöse körperliche Leiden und psychische Instabilität, auch bei Tony und Clara beispielsweise kann man derartige Beschwerden konstatieren. Clara erscheint gleichsam lebensschwach und diesseitsabgewandt wie Hanno. Erfährt der Leser über ihre Person zwar nicht allzu viel, so erfährt man doch, dass sie Zeit ihres Lebens kränklich ist, was z.B. durch ihre andauernden Kopfschmerzen zutage tritt: „…und Clara, die dunkel, ernst und streng darein blickt und manchmal eine Hand zum Kopfe führt, denn dort schmerzt es […]‘‘ (B.437). Claras Lebensschwäche äußert sich bei ihr in Form einer übertrieben praktizierten Religiosität, welche sie vom Irdischen isoliert und ihren frühen Tod an Gehirntuberkulose rechtfertigt.17 Bei Tony, die eigentlich stets eine relativ ausgeglichene und vitale Person darstellt, ist es eine Magenschwäche, die an krisenhaften Punkten ihres Lebens spürbar wird (vgl. B.370). Als geistige Einbuße ist bei ihr ein leichter Mangel an Intelligenz zu verzeichnen. Sie ist von kindlicher Naivität und weiß gewisse Dinge einfach nicht zu durchschauen. Sie selbst betitelt sich wiederholt als Gans, so z.B. auch bei ihrer ersten Begegnung mit Morten Schwarzkopf: „‘Mein Gott ich bin eine Gans, sehen Sie! Bei Sesemi Weichbrodt war ich immer unter den Faulsten. Und Sie wissen, glaube ich, so viel…‘‘‘ (B.138). Die kindliche Naivität drückt sich bei Tony vor allem in ihrem übertriebenen Familiensinn aus, für den sie ihr eigenes Glück zurückstellt und sich quasi selbst opfert. Ganz im Sinne der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse möchte sie unbedingt ihrer Pflicht als Frau gerecht werden, eine gute Partie zu machen um das Familienprestige zu steigern. Das Paradoxe jedoch ist, dass sie genau mit diesem Familiensinn den Familienverfall fördert. Auf diese These wird zu einem späteren Zeitpunkt dieser Arbeit noch genauer eingegangen.

Für Tony Buddenbrook ist der Gehalt der Ehe und Familie von essentieller Wichtigkeit; sie entscheidet sich (zu ihrem späteren Leidwesen) gegen die wahre Liebe, die sie in Morten kennengelernt hatte, und für die Ehre der Familie. Sie geht die Ehe mit dem ihr von Beginn an verhassten Bendix Grünlich ein, ganz im Sinne des Familienoberhauptes, ihres Vaters, der in einem Brief an sie appelliert: -Wir sind, meine liebe Tochter, nicht dafür geboren, was wir mit kurzsichtigen Augen für unser eigenes, kleines, persönliches Glück halten, denn wir sind nicht lose, unabhängige und für sich bestehende Einzelwesen, sondern wie Glieder in einer Kette, und wir wären, so wie wir sind, nicht denkbar ohne die Reihe derjenigen, die uns vorangingen und uns die Wege wiesen, indem sie ihrerseits mit Strenge und ohne Rechts oder Links zu blicken, einer erprobten und ehrwürdigen Überlieferung folgten […] (B.160f.).

Die Stellung der Frau innerhalb der Familie Buddenbrook scheint also klar abgesteckt zu sein. Es soll stets im Sinne der gesamten Familie gehandelt werden, der eigene Wille bei der Wahl des Ehepartners scheint zweitrangig. Buddenbrooks ist ein Familienroman – in diesem Sinne wäre es wichtig zu beleuchten, wie sich die Familie in der historischen Wirklichkeit des 19. Jahrhunderts und vor allem die Stellung der Frau innerhalb dieser konstituiert. Im Folgenden Kapitel soll insbesondere auf den Familienbegriff und auf den Aspekt der Ehe eingegangen werden, um so eine Verbindung zum Roman herzustellen. Hierbei kann gleichzeitig geklärt werden, inwieweit die historische Wirklichkeit mit den im Roman dargestellten Verhältnissen übereinstimmt. Das folgende Kapitel soll als Grundlage dienen, um später den Anteil der Frauenfiguren am Verfallsprozess besser eruieren zu können.

3. Die Stellung der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts – historischer Kontext

In der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts hatten Frauen und Männer eine durchaus sehr unterschiedliche Stellung. Sie gehörten unterschiedlichen ‘‘Sphären‘‘ an, welche sich anhand des Familien- und Ehebegriffs der damaligen Zeit gut aufzeigen lassen. Der Begriff der sozialen Institution ‘‘Familie‘‘ hat im Laufe der Jahrhunderte einen Wandel erfahren. Er bezieht sich erst seit dem 18. Jahrhundert auf die soziale Kleingruppe von Eltern und Kindern. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zählte auch noch die Dienerschaft und das Gesinde zur Familie. Diese gesamte Hausgemeinschaft trug zur Bewirtschaftung des gemeinsamen Hofes und Haushaltes bei. Das Ehepaar bildete dabei den Mittelpunkt der Familienwirtschaft und war in dieser frühneuzeitlichen Gesellschaft noch wechselseitig voneinander abhängig. Eine generelle Unterordnung der Frau war damals nicht unbedingt festgeschrieben, es ging vielmehr darum, gemeinsam einen angemessenen sozialen Status zu erreichen und zu erhalten.18 Im Laufe des 18. Jahrhunderts separierten sich Wohn- und Arbeitsplatz immer mehr; der Mann wurde zum Ernährer der Familie und erwirtschaftete außerhalb des Privathaushalts den Lebensunterhalt für die Familie. Die Frau versorgte indes die Kinder und besorgte den Haushalt.19 Mit dieser zunehmenden Trennung von Privat- und Erwerbsleben kam die Vorstellung auf, dass der Mann die Frau nach außen hin zu vertreten habe und die Frau im Gegenzug für das Funktionieren des Haushalts, die Aufsicht über das Gesinde und für die Erziehung der Kinder verantwortlich war. Die Frau war nicht mehr am Erwerb beteiligt; der öffentliche Bereich wurde immer mehr aufgewertet und der private Bereich abgewertet, was zu einer wieder stärker werdenden Geschlechtsvormundschaft führte.20 Dies bedeutete die rechtliche Unselbstständigkeit der Frau; sie war in der Regel dem Vater, dem Ehemann oder einer anderen männlichen Person unterstellt. ,,Das Gedeihen der Familie unter der strengen Führung des Familienoberhauptes erscheint wichtiger als das Glück des einzelnen Familienmitglieds‘‘.21 Diese Einstellung tritt in dem eben zitierten Briefausschnitt von Jean an Tony ganz deutlich zu Tage und beschreibt das Selbstverständnis der bürgerlichen Familie im 19. Jahrhundert sehr zutreffend. Während sich im späten 18.Jahrhundert das Erwerbsleben noch häufig in denselben Räumlichkeiten wie das Familienleben abspielte, wurde das Haus und die Familie im Laufe des 19. Jahrhunderts immer mehr zur arbeitsfreien Zone; das Kontor, das Geschäft u.ä. befand sich nicht mehr im gleichen Gebäudekomplex wie die Familienwohnung, wofür auch die zunehmende Industrialisierung und die Ausweitung der bürokratischen Verwaltungsapparate verantwortlich waren.22 Die Frau hatte keine Einblicke mehr in die Erwerbstätigkeit des Mannes, in politische Angelegenheiten o.ä.. Ihre Aufgabe war es, ein gutes Eheverhältnis herzustellen und zu wahren, und die Familie als Schonraum zu organisieren um somit für die Erholung der männlichen Familienmitglieder sorgen zu können. Finanzielle Aspekte sollten im Schein häuslicher Eintracht und Geborgenheit übertüncht werden.23 Was die finanziellen Aspekte betrifft, so war es außerdem Aufgabe der Frau, als Heiratspartnerin eine für den ökonomischen Erfolg des Ehemanns ausreichende Mitgift beizusteuern, worauf die Eltern des Bräutigams sehr achteten.24 Generell waren die Interessen der Familie vornehmlich finanzieller Natur, denn das Firmenvermögen garantierte den Lebensunterhalt aller Familienmitglieder und jedes dieser Mitglieder hatte Anspruch auf einen Teil des Gesamtvermögens.25 Weiterhin sollte die Frau durch die Geburt und standesgemäße Erziehung von Kindern für die Kontinuität der Familie innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft sorgen. Ein Mann war primär Berufsmensch und nicht mehr Hausvater, ihm kommt die rationale Weltsicht und die Anpassungsfunktion an die Außenwelt zu.26 Als Familienoberhaupt musste er das Familienvermögen zum Zweck der ökonomischen Grundlage des Lebens aller Familienmitglieder erhalten.27 Neben der Erbringung einer üppigen Mitgift und dem Gebären von Nachkommen zum Erhalt der familiären Erbfolge besaß die Frau auch eine repräsentative Funktion. Als Trägerin des Familiennamens ihres Ehegatten und somit auch der Firma hatte sie die Aufgabe, für Prestige und Ansehen zu sorgen, z.B. bei gesellschaftlichen Empfängen im Familienhaus o.ä., denn der öffentliche Respekt für den Namen der Firma fällt auch auf sie zurück und nährt das Selbstbewusstsein.28

Obwohl die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts auf Prinzipien der Gleichheit und Freiheit aller Warenbesitzer beruhte, galten diese Grundsätze jedoch nicht innerhalb der bürgerlichen Familie. Hier herrschte viel mehr ein hierarchisches System persönlicher Abhängigkeiten.29 Der Mann besaß die klare Machtposition innerhalb der Familie und alle anderen Familienmitglieder waren ihm unterstellt. So verwaltete der Mann beispielsweise die Mitgift seiner Frau und entschied über die Zukunft der gemeinsamen Kinder.30 Obwohl den Frauen eine große Bedeutung innerhalb des Familienlebens zukam und obwohl die neue, antiständische Gesellschaft der Herrschaft der Menschen über den Menschen ein Ende bereiten wollte, war an persönliche Unabhängigkeit der Frau nicht zu denken. Die Männliche Herrschaft über Frauen fand in der Familie ihren systematischen, wenn auch durch Liebe verschleierten Ausdruck. Romantische Liebe und Leidenschaft führten im Bürgertum nur in den seltensten Fällen zu einer Ehe. Allgemein hieß es, die Liebe werde sich nach der Heirat schon von selbst einstellen. Die Ehe sollte meist eher die soziale Identität sicherstellen, als einem persönlichen Liebesglück dienen. Meist wurden die Ehen von den Eltern der Brautleute arrangiert, wobei die Eltern des Bräutigams, wie bereits erwähnt, auf eine ausreichende Mitgift achteten und die Brauteltern auf einen soliden wirtschaftlich-beruflichen Status des künftigen Schwiegersohnes Wert legten.31 Denn nur wenn der Mann bereits fest im Berufsleben stand, konnte er Frau und Kinder standesgemäß versorgen. ,,Diese Erwartungen setzten beim Bräutigam ein relativ fortgeschrittenes Alter voraus, denn die Ausbildung als Beamter oder Kaufmann dauerte viele Jahre.‘‘32 Das durchschnittliche Heiratsalter eines Mannes betrug ca. 33 Jahre, Mädchen oder junge Frauen hingegen wurden relativ früh verheiratet, meist schon mit 21 oder 22 Jahren.33 Demnach bestand zwischen den Eheleuten eine oft nicht ganz geringe Altersdifferenz, welche nicht gerade förderlich war, um ein inniges Verhältnis miteinander aufzubauen. ,,Sofern Liebe überhaupt eine Rolle spielte, war sie ‘vernünftig‘, wohltemperiert und leidenschaftslos‘‘.34 Dennoch lässt sich insgesamt sagen, dass das Ansehen eines Mannes letztendlich auch von den Vorzügen seiner Ehefrau abhing. Sofern sie ihre Aufgaben als Gattin, Hausfrau und Mutter ordnungsgemäß erfüllte, hob sich der gesellschaftliche Status des Mannes.35 Wollte man als Frau gesellschaftliches Ansehen erreichen und den Ruf einer vornehmen, eleganten und gewandten Dame erlangen, so besuchten sie spezielle Mädchenschulen und Pensionate. Hier wurden sie in Bezug auf die Vermittlung von ästhetischer Kultur erzogen, lernten z.B. das Klavierspiel, erwarben literarische Kenntnisse und generell künstlerische Fähigkeiten. Die bürgerlichen Töchter sollten dazu befähigt werden, ein elegantes Haus zu führen, anspruchsvolle Salons zu gründen und als kulturell bewanderte Gesellschafterinnen aufzutreten.36 Daneben war es natürlich die Hauptaufgabe dieser Schulen, die Mädchen auf ihre zukünftige Rolle als Ehefrau, Hausfrau und Mutter vorzubereiten.37

Was die Familie Buddenbrook betrifft, so stimmen viele der angesprochenen Punkte aus der historischen Wirklichkeit mit dem Familienleben im Roman Thomas Manns überein. Sie gehört dem aufsteigenden patrizischen Großbürgertum des 19. Jahrhunderts an und zählt zu der Welt der Großkaufleute. Das Bürgertum umfasste im Groben zwei Segmente, das Bildungsbürgertum und das Wirtschaftsbürgertum und beide grenzten sich vom Adel, dem katholischen Klerus, den Bauern und der Unterschicht ab. Lange stand das Wirtschaftsbürgertum im Schatten des Bildungsbürgertums; letzteres wurde stets als die Elite gehandelt denn zu ihm zählten Beamte, Professoren und Lehrer, Anwälte, Ärzte usw.38 Das Wirtschaftsbürgertum umfasste zunächst Besitzer und Direktoren großer Wirtschaftsunternehmen, Verlage, Manufakturen, Groß- und Fernhandelshäuser, Transport- und Bankunternehmen, frühe Fabriken u.Ä., definierte sich über sein Kapitalvermögen und verzeichnete schließlich mit der voranschreitenden Industrialisierung einen großen Aufschwung.39 Hier ist auch die Familie Buddenbrook einzuordnen, die ihren Lebensunterhalt durch Handel und Gewerbe verdiente. In dieses Gewerbe haben auch die Frauen im Roman keinen Einblick. Gleichwohl Tony teilweise versucht, ein wenig durch die finanziellen Gegebenheiten der Familie zu blicken, wie sie es z.B. bei ihrer Scheidung von Grünlich tut (B. 255), hatten die Frauen eigentlich keine Einsicht ins Geschäftliche und in die vom Familienoberhaupt verwalteten Vermögensverhältnisse. Dies zeigt beispielsweise ein Wortwechsel zwischen den Eheleuten Jean und Elisabeth Buddenbrook sehr deutlich: „‘Nein, nun muss ich dich fragen, ob du dir eigentlich über unsere Verhältnisse klar bist? Nein, das ist wahr, Jean, ich habe wohl nicht die hinlängliche Einsicht‘‘‘ (B.84). Auch Tony ist sich als Ehefrau Grünlichs nicht über dessen Finanzen im Klaren: „Der Konsul atmete auf und fuhr fort: ‘ Ich kann nicht annehmen, daß du über die Lage … die Lage deines Mannes unterrichtet bist? […] Nein, Papa‘, antwortete Tony; ‘das muß ich dir gestehen, ich weiß gar nichts. Mein Gott, ich bin eine Gans, weißt du, ich habe gar keine Einsicht!‘‘‘ (B.231). Trotz der mangelnden Einblicke der Frauen in die finanziellen Verhältnisse, übertrug sich der Stolz des Vaters auf die Geschäfte und das soziale Prestige, was damit verbunden war, auch auf die Frauen des Hauses. Sie schöpften daraus ihr Selbstbewusstsein, was insbesondere in der Figur der Tony Buddenbrook zu Tage tritt. In einer Konversation zwischen ihr und Jean, der sie versucht über die Vermögensverhältnisse der Familie nach Grünlichs Bankrott aufzuklären, zeigt sich diese Haltung: ‘Um wieviel handelt es sich eigentlich?‘ fragte sie. ‘was thut das zur Sache, mein Kind…um eine große, große Summe! […] Dabei […] darf ich dir nicht verhehlen, daß die Firma, ganz abgesehen von dieser Sache, Verluste erlitten hat, und daß die Hergabe dieser Summe eine Schwächung für sie bedeuten würde, von der sie sich schwer…schwer erholen könnte.‘ […] Tony war aufgesprungen, sie war sogar ein paar Schritte zurückgetreten und, noch immer das nasse Spitzentüchlein in der Hand, rief sie: ‘Gut! Genug! Nie!‘ Sie sah beinahe heroisch aus. Das Wort ‘Firma‘ hatte eingeschlagen. (B.239).

Das grundsätzlich untergeordnete Verhältnis der Frau zum Mann findet ebenfalls seine Bestätigung im Roman. In jeder Generation der Familie findet sich ein Oberhaupt; zunächst ist es Johann Buddenbrook der Ältere, dann Jean Buddenbrook und schließlich Thomas. Tony empfindet für ihren Vater mehr ängstliche Ehrfurcht als Zärtlichkeit und blickt zu ihrem Bruder Thomas andächtig auf, denn er ist der zukünftige Firmenchef.40 Die männliche Machtposition ist unbestritten, was Tony im Streit um den Verkauf des Elternhauses zugeben muss: ‘Lieber Gott, du weißt gut, Tom, daß du thun wirst, was du für richtig hältst, und daß wir Anderen dir unsere Zustimmung nicht lange versagen können!...‘ (B.642). Das Familienoberhaupt Jean entscheidet über die Zukunft Tonys; als sie in das heiratsfähige Alter kommt, soll sie auf sein Anraten und seinen Wunsch hin den Kaufmann Bendix Grünlich ehelichen: „Unsere Tochter ist heiratsfähig und in der Lage, eine Partie zu machen, die allen Leuten als vorteilhaft und rühmlich in die Augen springt - sie soll sie machen! (B.123) Warten ist nicht ratsam, nicht ratsam Bethsy!‘‘ Bei dieser Unterredung Jeans mit seiner Frau scheint das Schicksal ihrer gemeinsamen Tochter bereits besiegelt. Gleichwohl Tony Grünlich nicht ausstehen kann, ist ,,diese Heirat genau das […], was Pflicht und Bestimmung [ihr] vorschreiben‘‘ (B.115), so Bethsy zu Tony.

[Tony] war sich ihrer Verpflichtungen gegen die Familie und die Firma wohl bewußt, und sie war stolz auf diese Verpflichtungen. Sie, Antonie Buddenbrook […] war von der Geschichte ihrer Familie durchdrungen. […] Sie hatte den Beruf, auf ihre Art den Glanz der Familie und der Firma >>Johann Buddenbrook<< zu fördern, indem sie eine reiche und vornehme Heirat einging…Tom arbeitete dafür im Comptoir … (B.115).

Ihr Familiensinn und ihr Stolz für die Familientradition bringt Tony schließlich dazu, auf ihr eigenes Liebesglück mit Morten zu verzichten und in die Heirat mit Grünlich einzuwilligen. Schon früh wussten Jean und Bethsy, den Umgang ihrer Tochter mit nicht standesgemäßen Männern, bzw. Jungen zu verhindern. Als die fünfzehnjährige ganz allein mit einem Gymnasiasten, welcher ein Freund ihrer Brüder war, auf der Straße gesehen wurde und sich dies herumsprach, reagierte man sofort und schickte sie in die strenge Obhut des Pensionats für höhere Töchter von Therese Weichbrodt (vgl. B.91). Auch die Ehe zwischen Thomas und Gerda ist mehr eine ‘Vernunftehe‘ als alles andere, so erfährt man in dem Brief von Thomas an seine Mutter:

Ich verehre Gerda Arnoldsen mit Enthusiasmus, aber ich bin durchaus nicht gesonnen, tief genug in mich selbst hinabzusteigen, um zu ergründen, ob und inwiefern die hohe Mitgift, die man mir gleich bei der ersten Vorstellung […] ins Ohr flüsterte, zu diesem Enthusiasmus beigetragen hat. Ich liebe sie, aber es macht mein Glück und meinen Stolz desto größer, daß ich, indem sie mein eigen wird, gleichzeitig unserer Firma einen bedeutenden Kapitalzufluß erobere (B.317f.).

Dass es sich hierbei um die wahre Liebe handelt, kann zu diesem Zeitpunkt des Romangeschehens bereits stark angezweifelt werden. Thomas sieht in der Heirat mit Gerda offensichtlich mehr die Chance, das Buddenbrook’sche Familienvermögen zu steigern.

Auch die repräsentative Funktion, die den Frauen der damaligen Gesellschaft zukam, bestätigt sich im Roman. So berichtet der Erzähler beispielsweise über Antoinette Buddenbrook, geb. Duchamp: „Die alte Dame war rüstig gewesen bis zuletzt und […] hatte zusammen mit ihrem Gatten und ihren Kindern die hauptsächlichsten Diners besucht […] und bei den Gesellschaften, die Buddenbrooks selbst veranstalteten, ihrer eleganten Schwiegertochter im Repräsentieren nicht nachgestanden‘‘ (B.75). Erhaltung und Steigerung des Sozialprestiges, des traditionellen Selbstbewusstseins und des Lebensstils sollen somit gegeben sein. Im weiteren Verlauf des Romans erweist sich mehrheitlich die Konsulin Elisabeth Buddenbrook als die Repräsentantin der Familie und der Firma. Sie steht ihrem Mann bei dem Empfang von Gästen und der Ausrichtung von Feierlichkeiten stets zur Seite.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die weiblichen Charaktere in Thomas Manns Buddenbrooks größtenteils dem realen historischen Frauenbild des 19. Jahrhunderts entsprechen. Die Frau war dem Mann generell untergeordnet und auch wenn ihr innerhalb der Familie gewisse Aufgaben anvertraut wurden wie z.B. die Kindererziehung oder die Repräsentation innerhalb der Gesellschaft, konnte sie jedoch nicht über den ‘‘Tellerrand‘‘ des Familienlebens hinausblicken. Für sie gab es kaum bis gar keinen Einblick in Wirtschaft, Politik oder Wissenschaft; in diesen Sektoren blieben sie unproduktiv. Sie hatten gewisse ‘‘Pflichten‘‘ zu erfüllen; insbesondere eine vorteilhafte Heirat einzugehen und Nachkommen zu zeugen. Alles sollte im Interesse der Familie und der in der Familie verorteten Firma geschehen, obgleich es dafür notwendig war, die persönlichen Wünsche zurückzustellen oder gar aufzugeben. Das damalige Großbürgertum war von einem sozialen Aufstiegsdrang geprägt. Innerhalb der Familie Buddenbrook äußert sich dieser in einer beinahe gründerzeitlichen Repräsentationssucht, in einer am Geld-und Prestigegewinn orientierten Heiratspolitik und in einem prunkhaften Lebensstil.41,,[B]is heute dient die Familienorientierung der Frauen, trotz aller Fortschritte im weiblichen Bildungs- und Erwerbsverhalten, als probates und immer noch wirkungsvolles Mittel, Frauen von den Macht- und Einflußzonen dieser Gesellschaft fernzuhalten.‘‘42

4. Frauenfiguren in Thomas Manns Buddenbrooks

4.1. Der Anteil des Weiblichen im Degenerationsprozess

Wie bereits zu Beginn dieser Arbeit festgestellt wurde, erscheint der Verfall in den Buddenbrooks im Erlöschen der männlichen Vertreter der Familie. Dabei gibt es bestimmte Anzeichen, die auf den (biologischen) Verfall hindeuten bzw. diesen kennzeichnen. Sie nehmen innerhalb des Romangeschehens mehr und mehr zu, darunter fallen beispielsweise Kennzeichen wie eine verminderte Vitalität und ein sich stetig abschwächender Lebenswille. Nervös bedingte körperliche Leiden nehmen zu, was unmittelbar mit einer Steigerung der Sensibilität einhergeht. Dies zeigt sich besonders deutlich an der Figur des kleinen Hanno Buddenbrook. Aber auch bei Christian und Thomas, die der dritten Familiengeneration angehören, sind die ersten Verfallserscheinungen schon früh zu erkennen. So kommt es schließlich dazu, dass in der letzten Szene des Romans nur noch weibliche Mitglieder der Familie anwesend sind, darunter z.B. Tony, Gerda und die alte Pensionsleiterin Sesemi Weichbrodt. Weiterhin aus der Familie Buddenbrook übrig bleiben Friederike, Henriette und Pfiffi, die drei Töchter Gottholds, Tonys Tochter Erika und die ärmliche Klothilde Buddenbrook. Mit Hanno ist schließlich der letzte männliche Vertreter der Familie verstorben und ohne Stammhalter ist ihr Verfall endgültig vollendet. Ist es Zufall, dass am Ende ausschließlich Frauen übrigbleiben? Oder haben sie ebenfalls Anteil am Verfall der Familie und wenn ja, inwiefern zeigt sich dieser Anteil?

Die folgenden Kapitel sollen sich mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigen, wobei sich die Untersuchung auf die Figuren Antoinette, Elisabeth, Tony, Clara und Gerda konzentriert. Die Familienchronik beginnt bei Johann Buddenbrook dem Älteren, an welchem alle nachfolgenden Gestalten der Familie gemessen werden, denn mit ihm wird der Scheitelpunkt des familiären Aufstiegs erreicht.43 Die These besteht darin, dass die weiblichen Figuren, insbesondere die Ehefrauen Antoinette und Gerda, negative Eigenschaften mit in die Familie Buddenbrook bringen und somit den Verfall der Familie begünstigen. Diese Eigenschaften bleiben jedoch nicht bloß in deren Besitz, sondern sie geben sie an ihre Kinder weiter, welche zum Teil regelrecht darunter zu leiden haben. Die nachstehenden Ausführungen des Kapitels ,,Die Ehefrauen‘‘ befassen sich hauptsächlich mit der Person Gerdas, da sie den Verfall der Familie zur Vollendung bringt; der Einfluss Antoinettes und Elisabeths sei daher nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

4.1.1 Die Ehefrauen

Antoinette Duchamps bringt ein ungesundes Verhältnis zur Religiosität mit in die Familie Buddenbrook. Sie ist Anhängerin einer calvinistisch geprägten Religion und in ihrem Zusammenhang taucht die übertriebene Frömmigkeit in der eigentlich von kaufmännischer Sachlichkeit und Bodenständigkeit geprägten Familie erstmalig auf.44 Diese nicht verhältnismäßig praktizierte Religion könnte als Vorausdeutung auf den familiären Untergang gesehen werden, denn die Religion fällt unter die seelische Verfeinerung und Vergeistigung, welche mit Vitalitäts- und Lebenskraftverlust einhergeht. Elisabeth Buddenbrook, geb. Kröger, übernimmt die pietistischen Frömmeleien ihres Mannes Jean Buddenbrook, welcher diese wiederum von seiner Mutter Antoinette ‘‘erbt‘‘. Gleichwohl sie die Religion zunächst dazu nutzen möchte, die allmählich auseinanderbrechende Familie zusammenzuhalten, ufert dieser Versuch bei ihr aus; sie erhält regelmäßig Besuche von Missionaren und Pastoren, an die sie heimlich Spenden verteilt. Zwar kann die Verteilung von Spenden auch als eine Anstrengung um einen Reputationsgewinn für die Familie und somit als etwas Positives interpretiert werden, allerdings ist diese Art von Religionsschwärmerei eher als ein verursachender Faktor auf Handlungsebene des Untergangs der Familie zu sehen. Durch die somit hervorgerufene Schwächung des Familienvermögens kommt es zum Verfall auf wirtschaftlicher Handlungsebene. Zu guter Letzt schwächt Elisabeth das Firmenvermögen erheblich, als sie das Erbe ihrer Tochter Clara nach ihrem Tod an den Gatten Pastor Tiburtius überträgt (vgl. B.476). Während Antoinette und Elisabeth Buddenbrook zwar ihrer Aufgabe, die Familie bei Empfängen und Diners als großbürgerliche Dame zu repräsentieren, noch gewissenhaft erfüllen und den Verfall der Familie nicht in direkter Weise fördern, lässt sich dennoch ein gewisser Anteil an der Degeneration erkennen. Beide sorgen mit ihrem Hang zur übertriebenen Religiosität für eine geistige Verfeinerung, welche die Schwächung der Vitalität bedingt, was wiederum allmählich den Verfall der Familie ankündigt.

„Bei dem Verfall der Familie Buddenbrook gehen wirtschaftliche und biologisch-vitale Entwicklungen Hand in Hand. Für die Analyse des Niedergangs müssen sie jedoch getrennt gesehen werden‘‘.45 Das mütterliche Erbe treibt also den Verlust von positiven Eigenschaften und Merkmalen im Laufe der Generationen voran, was sich als Degenerationsprozess bezeichnen lässt.46 Elisabeth Buddenbrook verkörpert im Rahmen der Verfallsgeschichte dennoch eine retardierende Kraft, da sie trotz ihrer Religiosität eine vitale Frau ist.47 Sie versucht bis zum Ende ihres Lebens, die Familie zusammenzuhalten und auch ihr schweres Sterben dokumentiert ihre Vitalität. „Erst nach ihrem Tode wird der Verfall der Buddenbrooks äußerlich sichtbar‘‘.48 Neben den religiösen Fantastereien ist ihr ein Hang zur Exklusivität und zum Luxus eigen49, welcher die Familie Kröger auszeichnet und sich auch auf Tony überträgt. Ebenso wie die übermäßig betriebene Frömmigkeit kennzeichnet dies eine Abweichung zur praktischen Kaufmanns-Mentalität, was den Verfallsprozess der Familie weiter voranschreiten lässt. Durch das Ausleben eines luxuriösen und distinguierten Lebensstils wird eine erhebliche Gleichgültigkeit an den familiären Interessen und somit an der Kaufmanns-Familie Buddenbrook erkennbar. Elisabeth und Tony leben ihre Veranlagung zum Luxus auf materieller Ebene voll aus, indem sie gerne Geld für beispielsweise exklusives Mobiliar oder Kleidung ausgeben (vgl. B. 186). Auch dies kann man als einen verursachenden Faktor auf Handlungsebene für den Verfall der Familie interpretieren.

[...]


1 Wolfdietrich, Rasch: Die literarische Décadence um 1900. München 1986. S. 159.

2 Udo Köster: Die Überwindung des Naturalismus. Begriffe, Theorien und Interpretationen Zur deutschen Literatur um 1900. Bayern 1979 . S. 27.

3 Hans-Christoph Schröder: „Die neuere englische Geschichte im Lichte einiger Modernisierungstheoreme‘‘. In: Reinhart Koselleck (Hg.): Studien zum Beginn der modernen Welt. Stuttgart 1977. S. 30f.

4 Vgl. Wolfdietrich Rasch: Zur deutschen Literatur seit der Jahrhundertwende. Tübingen 1967. S. 8f.

5 Vgl. Wolfdietrich, Rasch: Die literarische Décadence um 1900. München 1986. S. 11.

6 Vgl. Rasch: Literarische Dekadenz, S. 21.

7 Vgl. Rasch: Literarische Dekadenz, S. 21.

8 Vgl. Rasch: Literarische Dekadenz, S. 19.

9 Vgl. Rasch: Literarische Dekadenz, S. 115.

10 Erwin Koppen: Dekadenter Wagnerismus. Studien zur europäischen Literatur des Fin de siècle. Berlin 1973. S. 31.

11 Vgl. Rasch: Literarische Dekadenz, S. 22f.

12 Vgl. Rasch: Literarische Dekadenz, S. 122.

13 Vgl. Rasch: Literarische Dekadenz, S. 123.

14 Vgl. Rasch: Literarische Dekadenz, S. 123.

15 Ernst Keller: ,,,Das Problem ,,Verfall‘‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks -Handbuch. Stuttgart 1988. S. 163.

16 Fred Müller: Thomas Mann, Buddenbrooks: Interpretation. 3., überarb. Aufl . München 1998. S. 43f.

17 Vgl. Ernst Keller: „Die Figuren und ihre Stellung im ,,Verfall‘‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 185.

18 Vgl. Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2006. S.10.

19 Vgl. Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2006. S.9f.

20 Vgl. Schaser: Frauenbewegung, S. 11.

21 Eric Herd: „Ehe und Familie‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 213.

22 Ute Frevert: Bürgerinnen und Bürger: Geschlechterverhältnisse im 19. Jahrhundert. Göttingen 1988. S. 22.

23 Vgl. Eric Herd: „Ehe und Familie‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 216.

24 Vgl. Ute Frevert: „Bürgerliche Familie und Geschlechterrollen: Modell und Wirklichkeit‘‘. In: Lutz Niethammer (Hg.): Bürgerliche Gesellschaft in Deutschland. Historische Einblicke, Fragen, Perspektiven. Frankfurt am Main 1990. S. 95.

25 Vgl. Eric Herd: „Ehe und Familie‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 214.

26 vgl. Ute Frevert: Bürgerinnen und Bürger: Geschlechterverhältnisse im 19. Jahrhundert. Göttingen 1988. S. 119.

27 Vgl. Eric Herd: „Ehe und Familie‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 215.

28 Vgl. Eric Herd: „Ehe und Familie‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 218.

29 Vgl. Ute Frevert: „Bürgerliche Familie und Geschlechterrollen: Modell und Wirklichkeit‘‘. In: Lutz Niethammer (Hg.): Bürgerliche Gesellschaft in Deutschland. Historische Einblicke, Fragen, Perspektiven. Frankfurt am Main 1990. S. 90.

30 Vgl. Ute Frevert: „Bürgerliche Familie und Geschlechterrollen: Modell und Wirklichkeit‘‘. In: Lutz Niethammer (Hg.): Bürgerliche Gesellschaft in Deutschland. Historische Einblicke, Fragen, Perspektiven. Frankfurt am Main 1990. S. 94.

31 Vgl. Frevert: Bürgerliche Familie, S. 95.

32 Ute Frevert: „Bürgerliche Familie und Geschlechterrollen: Modell und Wirklichkeit‘‘. In: Lutz Niethammer (Hg.): Bürgerliche Gesellschaft in Deutschland. Historische Einblicke, Fragen, Perspektiven. Frankfurt am Main 1990. S. 95.

33 Vgl. Frevert: Bürgerliche Familie, S. 95.

34 Frevert: Bürgerliche Familie, S. 96.

35 Vgl. Ute Frevert: ‘‘Mann und Weib, und Weib und Mann‘‘: Geschlechter-Differenzen in der Moderne. München 1995. S. 187.

36 Vgl. Ute Frevert: ‘‘Mann und Weib, und Weib und Mann‘‘: Geschlechter-Differenzen in der Moderne. München 1995. S. 150f.

37 Vgl. Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2006. Schröder, Hans-Christoph: „Die neuere englische Geschichte im Lichte einiger Modernisierungstheoreme‘‘. In: Reinhart Koselleck (Hg.): Studien zum Beginn der modernen Welt. Stuttgart 1977. S. 26.

38 Vgl. Gunilla Budde: Blütezeit des Bürgertums: Bürgerlichkeit im 19. Jahrhundert. Darmstadt 2009. S.7f.

39 Vgl. Gunilla Budde: Blütezeit des Bürgertums: Bürgerlichkeit im 19. Jahrhundert. Darmstadt 2009. S. 10.

40 Vgl. Eric Herd: „Ehe und Familie‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 215.

41 Vgl. Gero von Wilpert: „Das Bild der Gesellschaft‘‘ In: Ken Moulden /Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 251.

42 Ute Frevert: „Bürgerliche Familie und Geschlechterrollen: Modell und Wirklichkeit‘‘. In: Lutz Niethammer (Hg.): Bürgerliche Gesellschaft in Deutschland. Historische Einblicke, Fragen, Perspektiven. Frankfurt am Main 1990. S.98.

43 Vgl. Ernst Keller: „Die Figuren und ihre Stellung im ,,Verfall‘‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 173.

44 Vgl. Katrin Max: Niedergangsdiagnostik. Zur Funktion von Krankheitsmotiven in „Buddenbrooks“. (Thomas Mann Studien). Frankfurt am Main 2008. S. 239.

45 Fred Müller: Thomas Mann, Buddenbrooks: Interpretation. 3., überarb. Aufl . München 1998. S. 60.

46 Vgl. Katrin Max: Niedergangsdiagnostik. Zur Funktion von Krankheitsmotiven in „Buddenbrooks“. (Thomas Mann Studien). Frankfurt am Main 2008. S. 247f.

47 Vgl. Ernst Keller: „Die Figuren und ihre Stellung im ,,Verfall‘‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 191.

48 Keller: Buddenbrooks-Handbuch, S. 191.

49 Ernst Keller: „Die Figuren und ihre Stellung im ,,Verfall‘‘‘. In: Ken Moulden/Gero von Wilpert (Hg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart 1988. S. 190.

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Anteil der Frauenfiguren am Verfallsprozess in Thomas Manns "Buddenbrooks"
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,3
Jahr
2017
Seiten
49
Katalognummer
V937978
ISBN (eBook)
9783346266279
ISBN (Buch)
9783346266286
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anteil, frauenfiguren, verfallsprozess, thomas, manns, buddenbrooks
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Anteil der Frauenfiguren am Verfallsprozess in Thomas Manns "Buddenbrooks", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937978

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