Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Der „3-D-Test“ von Nathan Scharanski. Verfahren zur Unterscheidung von antisemitischen Äußerungen und berechtigter Kritik in der Sozialarbeit

Titel: Der „3-D-Test“ von Nathan Scharanski. Verfahren zur Unterscheidung von antisemitischen Äußerungen und berechtigter Kritik in der Sozialarbeit

Hausarbeit , 2019 , 14 Seiten

Autor:in: Lisa Heiser (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, inwiefern der „3-D-Test“ von Nathan Scharanski verwendet werden kann, um antisemitische Äußerungen und berechtigte Kritik, im Umfeld der sozialen Arbeit, zu unterscheiden.
Dazu werden die wichtigsten Fakten zum aktuell bestehenden Antisemitismus in Deutschland genannt und die Problematik von getarntem Antisemitismus erläutert werden. Anschließend wird die Bedeutung von Antisemitismus und seiner Prävention und Bekämpfung für die soziale Arbeit dargestellt, und Möglichkeiten der Handhabung von antisemitischen Äußerungen erörtert.
Schließlich wird der „3-D-Test“, seine Entstehung und sein Urheber Nathan Scharanski vorgestellt. Nachdem die Grenzen des Tests aufgewiesen wurden, schließt die Arbeit mit einem Fazit. Antisemitismus ist ein Problem, dass bereits vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland bestand und immer wieder aufgeflammt. Nach den grausamen Taten der Nationalsozialisten vor und während des zweiten Weltkrieges gab es, erst zögerlich, dennoch immer stärkere Bestrebungen der Aufarbeitung. Derzeit scheint das Thema allgegenwärtig, ist es im deutschen Lehrplan sowohl in den Fächern Deutsch, Religion, Geschichte und Ethik vorgesehen. Durch die dortige Fokussierung auf historische Ereignisse entsteht bei vielen Schülern das Empfinden, Antisemitismus sei ein Problem der Vergangenheit, das uns heute nicht mehr wirklich betrifft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Brisanz des Themas Antisemitismus in der heutigen Zeit und die Entwicklung des Antisemitismus in den letzten Jahren in Deutschland

2. Israel und Israelkritik

3. ASCI- Surveys

4. Bedeutung des Antisemitismus für die soziale Arbeit

5. Der „3-D-Test“

5.a. Nathan Scharanski

5.b. Entwicklung und Vorstellung

5.c. Aufbau

6. Grenzen des „3-D-Tests“

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des „3-D-Tests“ von Nathan Scharanski als Instrument in der Sozialen Arbeit, um zwischen legitimer Israelkritik und antisemitischen Äußerungen zu differenzieren.

  • Aktueller Stand und Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland
  • Abgrenzung von Israelkritik und Antisemitismus
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Prävention und Bekämpfung von Antisemitismus
  • Vorstellung und Analyse der drei Kriterien des 3-D-Tests (Dämonisierung, Doppelstandards, Delegitimation)
  • Kritische Reflexion der Grenzen und Anwendungsmöglichkeiten des Testverfahrens

Auszug aus dem Buch

c. Aufbau

Das Erste Unterscheidungskriterium ist für ihn die Dämonisierung (Demonization) des jüdischen Staates und seiner Taten. Für ihn liegt eine solche Dämonisierung immer dann vor, wenn die Handlungen Israels aus der Proportion gerissen werden. Das heißt, wenn beispielsweise die palästinensischen Flüchtlingslager mit dem KZ Auschwitz verglichen werden. Ein solcher Vergleich würde den jüdischen Staat absichtlich auf eine Stufe mit den Taten der Nationalsozialisten/Nationalsozialistinnen stellen und ihn auf diese Weise dämonisieren.

Ein weiteres Kriterium stellen Doppelstandards (Double Standards) dar. Das Handeln des jüdischen Staates an anderen Kriterien zu messen als das Handeln eines anderen Staates der ähnlich vorgeht, ist inkonsequent und zeigt, dass den Kritiker nicht das verwerfliche Handeln an sich stört, sondern, dass vom Staat Israel so gehandelt wird, so Scharanski. Er führt hier das Beispiel an, dass Israel speziell von den Vereinten Nationen aufgrund von Menschenrechtsverletzungen herausgegriffen wurde, aber andere Länder wie China, Iran, Cuba, und Syrien nicht. Außerdem beklagt er, dass Israels Hilfsorganisation „Magen David Adom“ weltweit als einzige Hilfsorganisation nicht vom Roten Kreuz zugelassen wurde.

Als das letzte Kennzeichen seines Tests benennt er Delegitimation (Delegitimization). Dem Staat Israel das Recht, zu existieren, abzuerkennen, und ihn so komplett zu deligitimisieren, ist nach Scharanski immer eine antisemitische Handlung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Brisanz des Themas Antisemitismus in der heutigen Zeit und die Entwicklung des Antisemitismus in den letzten Jahren in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet die Zunahme antisemitischer Straftaten und die Schwierigkeit, Antisemitismus zu identifizieren, wenn er als Kritik getarnt wird.

2. Israel und Israelkritik: Hier wird der Anstieg der sogenannten Israelkritik in Deutschland thematisiert und die Abgrenzung zur legitimen, demokratischen Meinungsäußerung erörtert.

3. ASCI- Surveys: Dieses Kapitel stellt Forschungsergebnisse vor, die den Zusammenhang zwischen mangelnder Information über den Nahostkonflikt und antisemitischen Einstellungen belegen.

4. Bedeutung des Antisemitismus für die soziale Arbeit: Es wird die notwendige präventive und pädagogische Rolle von Sozialarbeitern bei der Begegnung mit Antisemitismus im Jugend- und Schulbereich beschrieben.

5. Der „3-D-Test“: Das Kapitel führt den Urheber Nathan Scharanski ein und präsentiert die drei Kernkriterien des Testmodells zur Erkennung von Antisemitismus.

6. Grenzen des „3-D-Tests“: Die Analyse hinterfragt die Anwendbarkeit des Tests und zeigt auf, warum er nicht als alleiniges Bewertungsinstrument fungieren sollte.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Einschätzung, dass der 3-D-Test eine hilfreiche Ersteinschätzung ermöglicht, aber durch pädagogische Intervention und weitere Kriterien ergänzt werden muss.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Israelkritik, Soziale Arbeit, 3-D-Test, Nathan Scharanski, Dämonisierung, Doppelstandards, Delegitimation, Prävention, Jugendsozialarbeit, Nahostkonflikt, Diskriminierung, Extremismus, Politische Bildung, Meinungsfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, im Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit zwischen berechtigter Kritik an Israel und antisemitischen Äußerungen zu unterscheiden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind der aktuelle Antisemitismus in Deutschland, die Rolle des Staates Israel, pädagogische Strategien in der Sozialarbeit und die kritische Analyse des Scharanski-Modells.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen und die Grenzen des 3-D-Tests von Nathan Scharanski für die tägliche Praxis von Sozialarbeitern zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Erhebungsdaten wie den ASCI-Surveys und der Auswertung von Begriffsdefinitionen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Relevanz des Themas für die soziale Arbeit, stellt Nathan Scharanski und seinen Test vor und unterzieht diesen einer kritischen Prüfung hinsichtlich seiner Anwendbarkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Antisemitismus, Israelkritik, Soziale Arbeit, 3-D-Test, Dämonisierung, Doppelstandards und Delegitimation.

Warum ist der 3-D-Test für die soziale Arbeit relevant?

Er bietet eine schnelle, strukturierte Möglichkeit für Sozialarbeiter, bei Äußerungen im pädagogischen Kontext eine erste Einschätzung zu treffen, ob es sich um sachliche Kritik oder um Antisemitismus handelt.

Warum ist der Test laut Autor nicht unproblematisch?

Der Test kann Menschen fälschlicherweise als Antisemiten markieren, die lediglich eine ablehnende Haltung zu Staatssystemen haben oder aus kulturellen Gründen andere moralische Maßstäbe anlegen, ohne dabei antisemitische Intentionen zu verfolgen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der „3-D-Test“ von Nathan Scharanski. Verfahren zur Unterscheidung von antisemitischen Äußerungen und berechtigter Kritik in der Sozialarbeit
Hochschule
Katholische Stiftungsfachhochschule München
Autor
Lisa Heiser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V938100
ISBN (eBook)
9783346266095
ISBN (Buch)
9783346266101
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nathan scharanski verfahren unterscheidung äußerungen kritik sozialarbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Heiser (Autor:in), 2019, Der „3-D-Test“ von Nathan Scharanski. Verfahren zur Unterscheidung von antisemitischen Äußerungen und berechtigter Kritik in der Sozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938100
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum