Satirische Verfahren der Gesellschaftskritk in "Die Känguru-Chroniken" von Marc-Uwe Kling


Bachelorarbeit, 2020

48 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Satire
2.1 Was ist Satire?
2.2 Satire im Kontext der Gegenwart

3 Satirische Verfahren der Gesellschaftskritik in den Känguru-Chroniken
3.1 Paratexte
3.2 Narrative Ebene: Metalepse
3.2.1 Die Metalepse als satirisches Verfahren der Gesellschaftskritik
3.3 Diskursebene: Stil
3.3.1 Amphigurie
3.3.2 Ambiguität
3.4 Handlungsebene: Intertextualität
3.4.1 Philosophie
3.4.2 Literatur
3.4.3 Film
3.4.4 Gesellschaftliche Akteure

4 Fazit

5 Anhang

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit satirischen Verfahren im Gegenwartsroman Die Känguru-Chroniken (2009)1 von Marc-Uwe Kling. Bei den Känguru-Chroniken handelt es sich um den ersten von insgesamt vier Bänden. Der episodenhafte Poproman erzählt vom Alltag des Kleinkünstlers Marc-Uwe mit einem sprechenden Känguru, das bei ihm einzieht und sich selbst als Kommunist bezeichnet. Mittels diverser satirischer Verfahren werden dabei Merkmale der kapitalistischen Gesellschaft der Gegenwart aufgegriffen und hinterfragt.

Ursprünglich erschienen die Känguru-Chroniken in Form einer Radiokolumne, die im Jahr 2010 mit dem Deutschen Radiopreis ausgezeichnet wurde.2 Der Kinostart der gleichnamigen Verfilmung war am 05. März 2020.3 Darüber hinaus ist Marc-Uwe Kling in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Youtube und Twitter aktiv und besitzt einen aktiven Account bei Soundcloud.4 Auf den Social-Media-Plattformen teilt er regelmäßig Inhalte, die mit den Känguru-Chroniken in Verbindung stehen, darunter Videos mit dem animierten Känguru und fingierte Chatverläufe zwischen Marc-Uwe Kling und dem Känguru. Zudem werden rund um die Känguru-Chroniken diverse Produkte verkauft. Dazu zählen neben Büchern und Hörbüchern auch Plakate, Aufkleber, Turnbeutel, Kalender und Spiele.5 Letztere entstammen teilweise den Büchern, in denen sich die Figuren Marc-Uwe und das Känguru die Spiele ausgedacht haben. Die Anleitungen zu diesen Spielen sind bei Youtube als Mitschnitt von Live-Lesungen von Marc-Uwe Kling zu finden, bei denen er aus den Bänden der Känguru-Chroniken vorliest.6

Bei den Känguru-Chroniken handelt es sich also nicht nur um einen Roman in der mittlerweile 40. Auflage7, sondern um ein multimediales Phänomen. Die Medienpräsenz der Romanreihe ist seit der Veröffentlichung des ersten Bandes Die Känguru-Chroniken stetig gestiegen, sodass dieser auch elf Jahre nach der Ersterscheinung noch eine große öffentliche Aufmerksamkeit zuteilwird.

Die beschriebene Popularität der Känguru-Chroniken spricht für eine hohe gesellschaftliche Relevanz der Romanreihe. Diese Relevanz ergibt sich zum einen aus dem Unterhaltungswert, den die Känguru-Chroniken bieten, und zum anderen aus der kritischen Haltung gegenüber dem gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaftssystem. Sowohl die unterhaltende Wirkung als auch der gesellschaftskritische Gestus werden durch satirische Verfahren realisiert. Letztere sollen in dieser Arbeit untersucht werden, um die Funktion der Känguru-Chroniken als Medium der Gesellschaftskritik literaturwissenschaftlich zu begründen.

Methodisches Vorgehen und Ziel der Arbeit

Die satirischen Verfahren ziehen sich als roter Faden durch den gesamten Roman, angefangen mit Metalepsen auf narrativer Ebene, über Stilphänomene auf der Diskursebene bis hin zur satirischen Verarbeitung gesellschaftlicher Kontexte, Texte und Medien auf der Handlungsebene sowie Besonderheiten des Paratextes. Diese satirischen Verfahren werden in der Arbeit exemplarisch herausgearbeitet und analysiert. Die Erzähltextanalyse soll Aufschluss darüber geben, welche satirischen Verfahren in den Känguru-Chroniken genutzt werden, um Gesellschaftskritik zu üben. Die Auswahl der zu analysierenden Textabschnitte erfolgt stichprobenartig, weil jeweils mehrere Textabschnitte gleichermaßen für die Analyse infrage kommen.

Satire wird im folgenden Kapitel definiert. Die Erforschung der Satire innerhalb der Germanistik begann in den 1960er Jahren.8 Das Ziel von Satire ist es, Missstände zu kritisieren. Gegenwartsliteratur, die sich satirischer Verfahren bedient, kann Aufschluss über die Missstände der gegenwärtigen Gesellschaft geben. Um in dieser Arbeit satirische Verfahren der Gesellschaftskritik in den Känguru-Chroniken zu analysieren, werden mit Georgeta Vancea (2000)9, Rüdiger Zymner (2017)10 und Dietrich Weber (1991)11 Autoren der Germanistik herangezogen, die sich mit den Merkmalen der Satire auseinandersetzen. Für die Gesellschaftskritik, die anhand der satirischen Verfahren in dieser Arbeit herausgearbeitet wird, bilden die Ausführungen von Mario Andreotti (2000)12 über die „Gesellschaftliche[n] Bedingungen im 20./21. Jh“13 und deren „Auswirkungen auf die moderne Literatur“14 die Forschungsgrundlage. Für die Erzähltextanalyse werden unter anderen Lahn und Meister (2016)15 herangezogen.

2 Satire

Um die satirischen Verfahren in den Känguru-Chroniken analysieren zu können, muss zunächst geklärt werden, welche Merkmale für die Satire charakteristisch sind. In diesem Kapitel wird geklärt, was Satire ist, was Satire auszeichnet und welche Funktion Satire hat. Im Zuge dessen werden auch die typischen Gesellschaftsphänomene der Gegenwart beleuchtet. Mit diesem Wissen über den gesellschaftlichen Kontext kann die Funktion der satirischen Verfahren der Gesellschaftskritik besser nachvollzogen werden.

2.1 Was ist Satire?

Satire lässt sich der Komik zuordnen, welche „als ein Instrument der Rhetorik [gilt]“.16 Viele Merkmale, die sich in der Komik finden, geben Aufschluss über die Satire. Deshalb ist es sinnvoll, die Komik hier als ein der Satire übergeordnetes Phänomen heranzuziehen.

Georgeta Vancea (2000) definiert Komik als „relationales Kontextphänomen“, welches „durch Anspielungen auf Vorwissen und Normen angewiesen und kulturell verankert, personen- und zeitgebunden [ist]“.17 Hierin drückt sich bereits aus, dass Intertextualität und Intermedialität - d. h. die Bezugnahme eines Textes auf andere Texte, Medien und, im weitesten Sinne, Gesellschaftsphänomene - elementar für Komik und damit auch für Satire sind. Diese Bezugnahme eines Textes auf andere Texte, Medien und Gesellschaftsphänomene gestaltet sich in der Komik und Satire auf besondere, ästhetische Weise. Vancea (2000) spricht in diesem Zusammenhang vom „Sprachhumor“, welcher als „anarchisches Mittel zur Verletzung von Normen“18 dient. Dieser Sprachhumor bewirkt, dass Texte, Medien und Gesellschaftsphänomene nicht nur durch Mimesis dargestellt, sondern zusätzlich durch rhetorisch-stilistische Mittel verzerrt werden. Es kommt zu einer „Kollision [von Komik] mit Normen und Erwartungen“.19 Diese Kollision mit bzw. Verletzung von Normen in der Satire muss sich aber nicht nur auf die Stilistik beschränken. Handelt es sich bei der Satire um einen Erzähltext, wie der hier analysierte Gegenstand Die Känguru-Chroniken, so werden drei Ebenen betrachtet: die narrative Ebene, die Diskursebene (zu welcher die Stilistik zählt) und die Handlungsebene (hier werden u. a. intertextuelle Bezüge betrachtet).20

Rüdiger Zymner (2017) greift die Begrifflichkeiten von Weber (1981) auf und beschreibt die „prototypische Satire“ als Kombination aus „Ausdruck, Darstellung und Appell“.21 Demnach ist die Satire [e]in Ausdruck der Anstoßnahme an [...] Missständen oder Mängeln, [...] eine Darstellung der Missstände oder Mängel und schließlich zugleich ein Appell, diese Missstände abzustellen und diese Mängel zu beheben.22

Wie oben bereits erwähnt, funktionieren Ausdruck und Darstellung in der Satire nicht über die reine Mimesis, sondern über das Prinzip der Verfremdung. Diese Verfremdung wird durch rhetorische Mittel wie Klangfiguren, Wortfiguren und Tropen erzielt.23 Eines der wichtigsten Mittel der Satire ist die Ironie.24 Zymner (2017) listet zudem einige Tropen auf, die er als typisch für die Satire erachtet. Darunter fallen z. B. die Hyperbel als „unglaubwürdig-maßlose Übertreibung“, der Sarkasmus als „verschärfte, bittere Ironie“, Andeutung, Anspielung und Wortspiel, aber auch die Ethopoeia als „pauschal-gruppencharakterisierende“ Trope sowie die Prosopopoeia als „pauschal-einzelcharakterisierende“ Trope.25 Die Darstellung von Missständen und Mängeln erfolgt in der Satire also durch ästhetische Verfahren wie Stilisierung. Zu dieser „Ästhetisierung“ zählt Zymner außerdem die Fiktionalisierung und Symbolisierung.26 Dietrich Weber (1991) sieht in diesem „spezifisch Ästhetische[n]“27 das konstituierende Merkmal der Satire.

Gegenstand der Satire

Gegenstand der Satire können einzelne Personen, eine bestimmte Zeit oder die Menschheit im Allgemeinen sein.28 Bei den dargestellten Personen geht es meist nicht um eine konkrete Person, sondern vielmehr um einen Personentypus.29 Die verschiedenen Gegenstandsbereiche lassen sich aber nicht eindeutig voneinander abgrenzen. So betont z. B. Dietrich Weber (1991):

Immer meint sie [die Satire] mehr als sie sagt: In der Personalsatire nicht nur die karikierte Person, sondern zugleich die Zeit in ihr, und in der Zeitsatire nicht nur die Zeit, sondern die Personen in ihr, die sie repräsentieren [...].30

Beim hier behandelten Roman Die Känguru-Chroniken handelt es sich um eine zeitgenössische Satire der Gegenwart. Gegenstand ist die gegenwärtige kapitalistische Gesellschaft in ihren alltäglichen Ausprägungen. Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick über die Merkmale der Gesellschaft der Gegenwart, sodass in der darauffolgenden Analyse der satirischen Verfahren besser eingeordnet werden kann, welche Missstände diese konkret kritisieren.

2.2 Satire im Kontext der Gegenwart

Aus 2.1 lässt sich zusammenfassen: Satire ist ein Angriff auf Missstände, die die Zeit, einzelne Personen oder die Menschheit betreffen. Da es sich beim Roman Die Känguru-Chroniken um eine zeitgenössische Satire der Gegenwart handelt, stellt sich die Frage, was die Gegenwart auszeichnet. Bevor also in den folgenden Kapiteln die satirischen Verfahren in den Känguru-Chroniken analysiert werden, soll hier zunächst geklärt werden, was der Gegenstand der Romansatire ist. Dies ist hilfreich, um später die satirischen Verfahren in den Kontext der gegenwärtigen Gesellschaft einzuordnen und die jeweilige Funktion zu verstehen. Schon im Autorenporträt auf der Frontispizseite wird deutlich, dass sich Die Känguru-Chroniken in den Kontext der „kapitalismuskritische[n] Bücher“31 einordnen lassen. Um zu verstehen, wogegen sich diese Kapitalismuskritik im Einzelnen richtet, gibt dieses Kapitel vorab einen Überblick über die Phänomene der kapitalistischen Gesellschaft der Gegenwart.

Merkmale der kapitalistischen Gesellschaft

Unter der kapitalistischen Gesellschaft der Gegenwart wird hier die westliche Gesellschaft des 21. Jahrhunderts verstanden. Diese ist noch geprägt von der Industrialisierung und dem damit verbundenen Wohlstand nach 1945. Seitdem ist der Lebensstandard in der Bevölkerung erheblich gestiegen und definiert den sozialen Status der Menschen. Um diesen hohen Lebensstandard und den damit verbundenen guten sozialen Status zu erreichen bzw. halten zu können, konsumieren die Menschen materielle Güter.32

Mario Andreotti (2000) sieht in diesem „moderne[n] Konsumzwang“ einen „gesellschaftlichen Grundgestus“ des 20. und 21. Jahrhunderts.33 Gleichzeitig lässt sich auf wirtschaftlicher Seite eine zunehmende Monopolisierung beobachten.34 Der Kapitalismus ist auf dieses kollektive Konsumieren der Menschen angewiesen. Als profitorientierte Wirtschaftsform lebt der Kapitalismus von der breiten Masse an Konsumenten und steuert deren Konsumverhalten durch Werbung. Die Zugehörigkeit zu dieser Masse geht für den Einzelnen mit Anpassung und der Preisgabe der eigenen Identität einher. Das Streben nach Prestige fördert das Leistungsdenken.

Zu diesem vermeintlich einheitlichen Konsum- und Leistungsdenken existiert aber auch eine Gegenbewegung. Diese geht vor allem von der jungen Generation aus (im 20. Jahrhundert die „68er“, im 21. Jahrhundert „Generation Y“35 ), welche das kapitalistische und leistungsorientierte Gesellschaftssystem kritisch hinterfragt. Für eine „[e]rhöhte Konfliktbereitschaft“ sorgen dabei laut Andreotti der „Autoritätsverlust staatlicher und kirchlicher Institutionen“ sowie eine [v]erstärkte Polarisierung: Arbeitgeber-Arbeitnehmer, Hauseigentümer-Mieter, Staat und Armee-Jugendliche, Rechtskreise-Linkskreise, Einheimische- Asylanten.36

Ihrer kritischen Haltung gegenüber dem bestehenden Gesellschaftssystem verleiht die junge Generation auf unterschiedlichen Wegen Ausdruck, die Andreotti unter „Konfliktformen“37 zusammenfasst:

Verweigerungshaltung (Hippies, Aussteiger u.a.), politische Agitation und Subversion, Bürgerinitiativen, friedliche und gewalttätige Demonstrationen, Hausbesetzungen, Terrorakte gegen Personen und Institutionen (Ämter, Banken, Kaufhäuser), die als Repräsentanten des bekämpften kapitalistischen Systems gelten: Neubelebung anarchistischer Ideen.38

Als Antwort auf diese Protestakte konzentrieren sich politische Bemühungen darauf, den Rechtsstaat „vor seiner Unterwanderung von ,Rechts‘ und ,Links‘“39 zu schützen. Dabei soll gleichzeitig das persönliche Recht auf Freiheit gewahrt bleiben.

Neben dem kapitalistischen Wirtschaftssystem zeichnet sich die westliche Gesellschaft des 21. Jahrhunderts durch die voranschreitende Technisierung und Digitalisierung aus. Massenmedien wie das Fernsehen ermöglichen eine breite Einflussnahme, z. B. durch Werbung. Gesellschaften sind durch schnelle Verkehrsmittel und neue Kommunikationskanäle über Länder- und Kontinentalgrenzen hinweg miteinander vernetzt. Die „postindustrielle Informationsgesellschaft“40 löst die Industriegesellschaft ab. Die Tendenz geht zu einer „Polarisierung von Spezialisten und Nicht-Spezialisten“.41

Diese spezifischen gesellschaftlichen Bedingungen der Gegenwart haben auch Auswirkungen auf die Literatur im Allgemeinen und die Schriftsteller im Besonderen. Angesichts des vorherrschenden Leistungsdenkens sehen sich Schriftsteller der Gegenwart mit einer großen Unsicherheit in Bezug auf ihre gesellschaftliche Rolle konfrontiert.42 Andreotti stellt zudem fest:

Die Mehrheit der bekannten Schriftsteller verharrt gegenüber der spätbürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft im Gestus des Protests und der Verweigerung [...].43

Damit geben Schriftsteller der Gegenwart der jungen, antikapitalistisch orientierten Generation eine Stimme. Auch die zunehmende Technisierung als Phänomen der gegenwärtigen Gesellschaft wirkt sich auf die Literatur aus. So finden z. B. Montagetechniken des Films Anwendung in literarischen Texten.44 Daran zeigt sich exemplarisch die „Öffnung der Mediendiskurse füreinander“45, wie sie Georgeta Vancea (2000) beschreibt: „[...] das Zusammenwirken von Literatur, Film, Musik, Werbung, von Literaturtheorien und neuen Medien.“46

Die hier beschriebenen gesellschaftlichen, technischen und medialen Phänomene der Gegenwart werden in der Satire aufgegriffen und auf vielfältige Art und Weise verfremdet. Mittels dieser Verfremdung werden Missstände kritisiert. In den folgenden Kapiteln werden die satirischen Verfahren in Marc- Uwe Klings Die Känguru-Chroniken analysiert sowie deren Funktion als Gesellschaftskritik herausgearbeitet.

Satirische Verfahren der Gesellschaftskritik in den Känguru- Chroniken Satirische Verfahren der Gesellschaftskritik finden sich in den Känguru- Chroniken sowohl auf narrativer Ebene als auch auf Diskurs- und Handlungsebene. Abgesehen davon lassen sich auch Paratexte als satirische Verfahren identifizieren. Da diese die Rahmung für den eigentlichen Erzähltext bilden, werden sie in dieser Arbeit als erstes analysiert. In den darauffolgenden Abschnitten werden nacheinander die narrative Ebene, Diskurs- und Handlungsebene betrachtet.

3.1 Paratexte

„Paratexte organisieren die Kommunikation von Texten überhaupt.“47 Mit diesen Worten räumen Kreimeier und Stanitzek (2004) Paratexten eine prominente Stellung in Bezug auf Erzähltexte ein. Dabei orientieren sie sich an Gérard Genette, der den Begriff des Paratexts prägte und diesen ebenso als konstitutiv für die Rezeption von Texten beschreibt: [...] they [Paratexte] surround it [Texte] and extend it, precisely in order to present it, in the usual sense of this verb but also in the strongest sense: to make present, to ensure the text's presence in the world, its "reception" [...].48

Zum Paratext zählen laut Genette (1996) Titel, Untertitel, Zwischentitel; Vorworte, Nachworte, Hinweise an den Leser, Einleitungen usw.; Marginalien, Fußnoten, Anmerkungen; Motti; Illustrationen; Waschzettel, Schleifen, Umschlag und viele andere Arten zusätzlicher, auto- oder allographer Signale [...].49

Die folgende Analyse einiger dieser Paratexte soll Aufschluss darüber geben, inwiefern diese selbst als satirische Verfahren gelten können und als solche den Känguru-Chroniken eine satirische und gesellschaftskritische Rahmung verleihen.

Autorenportrait

Dass es sich bei den Känguru-Chroniken um einen satirischen Roman handelt, wird schon im Autorenportrait als faktischem Paratext50 deutlich, in welchem über Marc-Uwe Kling im sarkastischen Stil ausgesagt wird: „Sein Geschäftsmodell ist es, kapitalismuskritische Bücher zu schreiben, die sich total gut verkaufen.“51 Diese Aussage ist selbstwidersprüchlich, da sich Kapitalismuskritik und Gewinnerwirtschaftung gegenseitig ausschließen. Der Autor wird in diesem Autorenportrait selbst zum Gegenstand der Kapitalismuskritik.

Motto

Auch weitere Paratexte in den Känguru-Chroniken lassen sich als satirische Verfahren identifizieren. So ist dem Roman ein Kurztext in der Form eines Zitats vorangestellt, als dessen Urheber Oscar Wilde angegeben wird. Es handelt sich dabei weder um einen Aphorismus mit intellektuellem Anspruch, noch um ein Zitat des berühmten Schriftstellers aus dem 19. Jahrhundert, als vielmehr um ein Fragment mündlicher Rede im umgangssprachlichen Stil des 21. Jahrhunderts. Die Merkmale, die dieses Textfragment wie ein Zitat aussehen lassen, sind dessen Position auf der dritten Seite des Buchs, die zentrierte Ausrichtung, die Anführungszeichen, der Fettdruck sowie der Name des vermeintlichen Urhebers unterhalb des Textes. Zudem handelt es sich bei Oscar Wilde um einen bekannten Schriftsteller, mit dem der Leser im Allgemeinen anspruchsvolle Zitate assoziieren dürfte.

Vorangestellte Zitate dienen in Romanen als literarisches Motto. Dieses kann als Begründung des Titels dienen, als Kommentar oder dazu, den Leser auf das Werk einzustimmen. Mitunter steht es auch im ironischen Gegensatz zum Titel bzw. zum gesamten Werk. Besonders hochrangige Autoren des Mottos können laut Genette zudem als eine Art Bürge für den Zitierenden fungieren.52 In den Känguru-Chroniken wird die Konvention des literarischen Mottos satirisch verarbeitet, indem eine „zitatähnliche Eigenformulierung[]“53 als Zitat des Schriftstellers Oscar Wilde ausgegeben wird. Die Eigenformulierung ist dabei vermutlich dem Ich-Erzähler zuzuschreiben. Bei Oscar Wilde handelt es sich um einen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, der zu den bekanntesten seiner Zeit gehörte und dessen Zitate bis heute einen ebenso hohen Bekanntheitsgrad haben wie der Verfasser selbst. Dass ausgerechnet ein hochrangiger Autor wie Oscar Wilde als Bürge für einen satirischen Poproman wie Die Känguru-Chroniken dienen soll, wirkt höhnisch und zugleich programmatisch für den Roman: Auf diesen satirischen Stil sollte sich der Leser einstellen. Auch wenn das literarische Motto hier satirisch verarbeitet wird, verfehlt es dennoch nicht seinen Zweck, denn es dient als eine Art Vorschau für den satirischen Stil, den der Leser in Die Känguru-Chroniken zu erwarten hat.

Rückschauformel

Auf das literarische Motto folgt auf der nächsten Seite die Formel „Was bisher geschah:“54. Auf der darauffolgenden Seite erhält der Leser die Antwort: „Nichts.“55 Die Rückschauformel „Was bisher geschah...“ stammt aus dem Kontext von Film und Fernsehen. Normalerweise folgt darauf eine Zusammenfassung der letzten Episode/Episoden (bei Serien) oder des letzten Films/der letzten Filme (bei mehrteiligen Filmreihen). Auf diese Weise kann der Zuschauer das Geschehen der aktuellen Episode/des aktuellen Films besser einordnen. Die Formel wird entweder von einer Stimme aus dem Off gesprochen, die ansonsten nicht in der Episode/dem Film auftritt, oder als Text eingeblendet.56

Dieser - für Film und Fernsehen typische - Paratext wird im Roman Die Känguru-Chroniken aufgegriffen. Im Unterschied zu dessen Verwendung in Film und Fernsehen erhält der Leser hier aber keine Informationen zu einer möglichen Vorgeschichte. Er erfährt lediglich, dass keine Vorgeschichte existiert. Die Formel „Was bisher geschah.“ führt hier also ins Leere. Sie erfüllt dennoch eine Funktion, da eine Erwartung beim Leser aufgebaut wird, die sich letztendlich nicht erfüllt. Es findet „eine Kollision [von Komik] mit Normen und Erwartungen“57 statt, welche in Kapitel 2.1 bereits als typisch für die Satire identifiziert wurde. Die informative Funktion der Formel „Was bisher geschah...“ wird im Roman Die Känguru-Chroniken nicht bzw. anders erfüllt. Dennoch kommt auch diesem Paratext eine organisierende Funktion im Sinne Kreimeiers und Stanitzeks (2004) zu, da er - ähnlich wie das Motto - den Känguru-Chroniken eine satirische Rahmung verleiht. Der Leser erhält zwar keine Informationen über eine Vorgeschichte, aber es werden indirekt Informationen über den satirischen Stil vermittelt, der im Erzähltext folgt.

Danksagung

So wie das Autorenportrait, das Motto und die Rückschauformel als Paratexte den satirischen Rahmen zu Beginn der Känguru-Chroniken bilden, so wird dieser am Ende durch die Danksagung geschlossen. Neben acht Vornamen finden sich in der Danksagung auch die Namen ,Bud Spencer‘ und ,Terence Hill‘. Die Erwähnung dieser Namen ist in mehrfacher Hinsicht auffällig. Zum einen sind es die einzigen Personen, die mit Vor- und Zunamen genannt werden. Zum anderen werden in der Danksagung normalerweise Personen genannt, die direkt oder indirekt zu der Entstehung des Buches beigetragen haben und dem Autor persönlich bekannt sind.58 Das umfasst Personen, die entweder direkt am Buch mitgewirkt, die Veröffentlichung ermöglicht oder dem Autor mentale oder sonstige Unterstützung gegeben haben. Dass die Schauspieler Bud Spencer und Terence Hill auf eine der genannten Arten an der Entstehung der Känguru- Chroniken beteiligt gewesen sein sollen, ist zweifelhaft. Ein weiterer Aspekt ist, dass im Roman wiederholt auf die Schauspieler Bezug genommen wird. Die realen Personen Bud Spencer und Terence Hill tauchen also sowohl im fiktionalen Erzähltext als auch im nicht-fiktionalen Paratext auf. Diese Dopplung hat den Effekt, dass der Leser nicht mehr sicher unterscheiden kann, welcher Text Fiktion ist und welcher nicht. Es stellt sich die Frage, ob in der Danksagung der Autor spricht oder der Ich-Erzähler.

Der Eindruck, dass in der Danksagung der Ich-Erzähler spricht, wird nicht nur durch die Erwähnung von Bud Spencer und Terence Hill gestützt. Auch die Position der Danksagung im Buch verstärkt den Eindruck von Fiktionalität. Die Danksagung folgt auf das letzte Kapitel, steht aber noch vor dem letzten Dialog zwischen der Figur des Kängurus und der Figur Marc-Uwe. Normalerweise ist die Danksagung in Romanen - wenn es eine gibt - dem fiktionalen Text vorangestellt oder folgt auf diesen. Eine Danksagung am Ende des Romans dient normalerweise als Indikator für das Ende der fiktionalen Geschichte. In der Funktion eines Epilogs kommt der Danksagung eine illusionsbrechende Wirkung zu, da sie sich deutlich vom fiktionalen Text absetzt.59 Wird der fiktionale Text aber nach der Danksagung fortgeführt, wie dies in den Känguru- Chroniken der Fall ist, kommen Zweifel an der korrekten Zuordnung von Fiktion und Non-Fiktion auf. Es besteht die Möglichkeit, die Danksagung für fiktional zu halten, da sie in den fiktionalen Text eingebettet ist. Oder der - eigentlich fiktionale - Text im Anschluss an die Danksagung kann für non-fiktional gehalten werden. Letzteres wirkt sich wiederum auf die Lesart des gesamten Romans aus: Dieser müsste infolgedessen ebenso als non-fiktional gelesen werden. Das wiederum funktioniert nicht, weil in dem Roman ein sprechendes Känguru vorkommt, welches eindeutig als Fiktionalitätssignal zu werten ist.

Aufgrund dieser Aspekte kann festgehalten werden: Die Danksagung spielt mit den Erwartungen des Lesers. Es kollidieren ein weiteres Mal Erwartungen des Lesers mit dem Komischen bzw. dem Satirischen. So ist auch die Danksagung als Paratext ein satirisches Verfahren, welches die satirische Rahmung der Känguru-Chroniken mitprägt.

Zusammenfassung: Paratexte

Die Paratexte in den Känguru-Chroniken, wie das Autorenportrait, das Motto, die Rückschauformel und die Danksagung, sind genauso im satirischen Stil verfasst wie der Erzähltext. Die Normverletzung der Satire ist also nicht nur im Erzähltext festzustellen, sondern auch im Paratext. Autorenportrait, Motto, Rückschauformel und Danksagung werden stilistisch verfremdet. Die Normen der Gattung Roman bzw. des Mediums Buch werden spielerisch verzerrt, sodass deutlich wird: Nicht nur Die Känguru-Chroniken als Erzähltext, sondern der Roman in seiner Gesamtheit steht im Zeichen der Satire.

[...]


1 Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken. Ansichten eines vorlauten Beuteltiers. Ullstein Buchverlage GmbH. Berlin 2009. (Schreibweise im Fließtext im Folgenden: die „Känguru- Chroniken"; in der Fußzeile im Folgenden abgekürzt: Kling: Känguru-Chroniken, S. x.)

2 Ullstein Buchverlage: „Die Känguru-Chroniken (Die Känguru-Werke 1)". In: ullstein- buchverlage.de < https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/die-kaenguru- chroniken-9783548372570.html>. Datum des Zugriffs: 06.07.2020.

3 X Verleih: „Die Känguru-Chroniken. Reload 3D. Mit einer Einstellung in 3D". In: kaenguru- film.de <https://www.kaenguru-film.de/>. Datum des Zugriffs: 06.07.2020.

4 Verlag Voland & Quist: „Marc Uwe Kling. Netzwerk". In: marcuwekling.de <https://marcuwekling.de/de/>. Datum des Zugriffs: 06.07.2020.

5 Reimkultur: „Marc Uwe Kling". In: marcuwekling.reimkultur-shop.de <https://marcuwekling.reimkultur-shop.de/>. Datum des Zugriffs: 06.07.2020.

6 Marc-Uwe Kling: „Halt mal kurz. Das Känguru-Spiel. Anleitung". In: youtube.com <https://www.youtube.com/watch?v=9Nm8lOsE7J8>. Datum des Zugriffs: 06.07.2020.

7 Kling: Känguru-Chroniken, S. 4.

8 Jürgen Brummack: Satire. In: Reallexikon der Literaturwissenschaft. Hrsg. von Klaus Weimar, Harald Fricke, Jan-Dirk Müller. De Gruyter. Berlin 2007, S. 359.

9 Georgeta Vancea: Humor und Komik in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 30 (2000), H. 3, 133-47. (im Folgenden abgekürzt: Vancea: Humor und Komik, S. x.)

10 Rüdiger Zymner: Satire. In: Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Hrsg. von Uwe Wirth und Julia Paganini. J.B. Metzler Verlag. Stuttgart 2017, S. 21-25. (im Folgenden abgekürzt: Zymner: Satire, S. x.)

11 Dietrich Weber: Die Satire. In: Formen der Literatur in Einzeldarstellungen. Hrsg. von Otto Knörrich. Kröners Taschenausgabe 478. Kröner. Stuttgart 1991, S. 319-325. (im Folgenden abgekürzt: Weber: Satire, S. x.)

12 Mario Andreotti: Die Struktur der modernen Literatur. Neue Wege in der Textanalyse. Haupt. Bern, Stuttgart, Wien 2009. (im Folgenden abgekürzt: Andreotti: Struktur d. modernen Literatur, S. x.)

13 Andreotti: Struktur d. modernen Literatur, S. 110.

14 Ebd.

15 Silke Lahn , Jan Christoph Meister: Einführung in die Erzähltextanalyse. J.B. Metzler Verlag. Stuttgart 2016. (im Folgenden abgekürzt: Lahn/Meister: Erzähltextanalyse, S. x.)

16 Andreas Kablitz: Komik, Komisch. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Hrsg. von Klaus Weimar, Harald Fricke, Jan-Dirk Müller. De Gruyter. Berlin 2007, S. 289.

17 Vancea: Humor und Komik, S. 134.

18 Ebd.

19 Ebd.: S. 143.

20 Vgl. Lahn/Meister: Erzähltextanalyse, S. 69.

21 Zymner: Satire, S. S. 21.

22 Ebd.

23 Ralf Klausnitzer: Literaturwissenschaft. Begriffe, Verfahren, Arbeitstechniken. De Gruyter. Berlin 2012, S. 42.

24 Vgl. Weber: Satire, S. 322.

25 Zymner: Satire, S. 22.

26 Ebd.

27 Weber: Satire, S. 320f.

28 Vgl. ebd., S. 322.

29 K. Kraus zitiert nach Zymner: Satire, S. 22.

30 Weber: Satire, S. 323.

31 Kling: Känguru-Chroniken, S. 2.

32 Andreotti: Struktur d. modernen Literatur, S. 113.

33 Ebd.

34 Andreotti: Struktur d. modernen Literatur, S. 136.

35 Vgl. z. B. GLOBart Academy (Hrsg.): Generation Y: wie eine kreative Generation heute Grenzen verschiebt. De Gruyter. Berlin 2016.

36 Ebd., S. 115f.

37 Ebd., S. 116.

38 Ebd.

39 Ebd.

40 Andreotti: Struktur d. modernen Literatur, S.117.

41 Ebd.

42 Ebd., S. 114.

43 Ebd., S. 116. (Hervorhebung wie im Original)

44 Ebd., S. 117.

45 Vancea: Humor und Komik, S. 7.

46 Ebd.

47 Klaus Kreimeier, Georg Stanitzek (Hrsg.): Paratexte in Literatur, Film, Fernsehen. Akademie Verlag. Berlin 2004, S. 7. (im Folgenden abgekürzt: Kreimeier/Stanitzek: Paratexte in Literatur, S. x.)

48 Gérard Genette: Paratexts. Thresholds of Interpretation. Literature, Culture, Theory 20. Cambridge University Press. Cambridge/ New York 1997, S. 1. (Hervorhebungen im Original; im Folgenden abgekürzt: Genette: Paratexts, S. x.)

49 Gèrard Genette: Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe. 2. Aufl. Frankfurt/Main 1996. Zitiert nach K.K.: „Paratextualität". In: geisteswissenschaften.fu-berlin.de < https://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/littheo/glossar/paratextualitaet.html>. Datum des Zugriffs: 13.07.2020.

50 Patrick Baum: „Paratext". In: filmlexikon.uni-kiel.de <https://filmlexikon.uni- kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=7756>. Datum des Zugriffs: 13.07.2020.

51 Kling: Känguru-Chroniken, S. 2.

52 Dietmar Peil: Motto. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Hrsg. von Klaus Weimar, Harald Fricke, Jan-Dirk Müller. Berlin 2007, S. 646.

53 Ebd.

54 Kling: Känguru-Chroniken, S. 7.

55 Ebd., S. 9.

56 Vgl. Patrick Baum: „Paratext". In: filmlexikon.uni-kiel.de <https://filmlexikon.uni- kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=7756>. Datum des Zugriffs: 13.07.2020.

57 Vancea: Humor und Komik, S. 143.

58 Lahn/ Meister: Erzähltextanalyse, S. 56.

59 Fritz Peter Knapp: Epilog. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Hrsg. von Klaus Weimar, Harald Fricke, Jan-Dirk Müller. De Gruyter. Berlin 2007, S. 463ff.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Satirische Verfahren der Gesellschaftskritk in "Die Känguru-Chroniken" von Marc-Uwe Kling
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
48
Katalognummer
V938131
ISBN (eBook)
9783346278814
ISBN (Buch)
9783346278821
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Känguru-Chroniken, Germanistik, Gesellschaftskritk, Satire, Bachelorarbeit, Gegenwartsliteratur, Känguru-Chroniken Germanistik, Känguru-Chroniken Forschung, Känguru-Chroniken Hausarbeit, Satire Hausarbeit, Satire Bachelorarbeit, Bachelorarbeit Gegenwartsliteratur, Bachelorarbeit Satire, Bachelorarbeit Germanistik, Marc-Uwe Kling
Arbeit zitieren
Katharina Strauß (Autor), 2020, Satirische Verfahren der Gesellschaftskritk in "Die Känguru-Chroniken" von Marc-Uwe Kling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938131

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