Die Veränderung von Betriebstypen des Einzelhandels und ihre Auswirkung auf den Immobilienmarkt


Diplomarbeit, 2006
136 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABSTRACT

DARSTELLUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 Problemstellung und Vorgehensweise

2 Einführung: Entwicklung / wirtschaftliche Daten des Wirtschaftssektors „klassischer Einzelhandel“ in der BRD
2.1 Entwicklung Kaufkraft, privater Konsum
2.2 Umsatzentwicklung im Einzelhandel

3 Definition des Begriffs Betriebstyp im Einzelhandel
3.1 Traditionelle Betriebstypen im Einzelhandel
3.1.1 Das Fachgeschäft / Das Spezialgeschäft
3.1.2 Die Boutique
3.1.3 Das Kaufhaus / Das Warenhaus (auch Konzernwarenhaus)
3.1.4 Der Versandhandel
3.2 Moderne Betriebstypen im Einzelhandel
3.2.1 Selbstbedienungswarenhaus / Verbrauchermarkt / Supermarkt
3.2.2 Der Discounter
3.2.3 Der Fachmarkt
3.2.4 Der Convenience-Store (Nachbarschaftsladen)
3.2.5 Der Mono-Brand-Shop / Der Flagship-Store
3.2.6 Die virtuellen Betriebtypen
3.2.7 Der Factory-Outlet / Der Off-Price-Store / Die Partievermarktung

4 Die Relevanz der Handelssysteme
4.1 Die Filialunternehmung / Die Freiwillige Kette
4.2 Das Franchisesystem
4.3 Die Verbundgruppe

5 Innovation der Betriebstypen im Einzelhandel
5.1 Dynamik der Betriebstypen
5.2 Markt- und Wettbewerbsentwicklung im Einzelhandel
5.3 Käuferverhalten im Wandel

6 Entwicklung der Betriebstypen im gesamten Einzelhandel
6.1 Entwicklung der Betriebstypen im Food-Einzelhandel
6.1.1 Entwicklung / Wandel der SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte
6.1.2 Entwicklung / Wandel der Lebensmittel-Discounter
6.1.3 Entwicklung / Wandel der Supermärkte und Nachbarschaftsgeschäfte
6.1.4 Entwicklung / Wandel von Convenience Konzepten
6.1.5 Zwischenergebnis Betriebstypenwandel im Lebensmittel-EH
6.2 Entwicklung der Betriebstypen im Nonfood-Einzelhandel
6.2.1 Entwicklung / Wandel von Warenhäusern und Kaufhäusern
6.2.2 Entwicklung / Wandel der Fachmärkte
6.2.3 Entwicklung des Textil-Einzelhandels und der Textil-Discounter
6.2.4 Erfolg der Vertikalisierung
6.2.5 Entwicklung / Wandel des Versandhandels und des Internet-Shoppings
6.2.6 Zwischenergebnis Betriebstypenwandel im Nonfood-EH

7 Auswirkung des Betriebstypenwandels auf den Immobilienmarkt
7.1 Die Kundenfrequenz und Auswirkung auf die Einzelhandelsmieten
7.2 Betriebstypenveränderungen forcieren neue Konzepte für den Handel
7.2.1 Zukünftige Entwicklung der Handelsform Shopping-Center (SC)
7.2.2 Zukünftige Entwicklung der Handelsform Factory-Outlet-Center (FOC)
7.3 Betriebstypenveränderungen und die Auswirkung auf innerstädtische Immobilienmärkte
7.3.1 Zukünftige Entwicklung der Immobilienmärkte in der Innenstadt
7.3.2 Die Auswirkung innerstädtischer Shopping-Center (SC) auf innerstädtische Immobilienmärkte
7.3.3 Die Veränderung der klassischen Warenhäuser und die Auswirkung auf innerstädtische Immobilienmärkte
7.4 Betriebstypenveränderungen und die Auswirkung auf Immobilienmärkte jenseits der Top-Innenstädte
7.4.1 Zukünftige Entwicklungen der Immobilienmärkte in mittelgroßen und kleineren Städten
7.4.2 Zukünftige Entwicklungen der Immobilienmärkte in Stadtteillagen und auf der Grünen Wiese
Die Expansion der Discounter / Auswirkung auf Immobilienmärkte in Stadtteillagen und auf der Grünen Wiese
Die Entwicklung des großflächigen EH / Auswirkung auf Immobilienmärkte in Stadtteillagen und auf der Grünen Wiese
Die Entwicklung des Versandhandels / Auswirkung auf Immobilienmärkte in Stadtteillagen und auf der Grünen Wiese
7.5 Die Entwicklung der Handelsform Factory-Outlet-Center (FOC) / Auswirkung auf Immobilienmärkte
7.6 Exkurs: Die Entwicklung der Handelsform Urban Entertainment Center (UEC) / Auswirkung auf Immobilienmärkte

8 Fazit

ANHANG

LITERATURVERZEICHNIS

ABSTRACT

Die vorliegende Diplomarbeit analysiert die Entwicklung der Betriebstypen / Betriebsformen im Einzelhandel und welche Auswirkungen deren Wandel auf den Immobilienmarkt für Einzelhandelsimmobilien hat, bzw. zukünftig haben könnte.

Ziel dieser Arbeit ist es eine Gesamtübersicht über die aktuellen Entwicklungen bzw. Trends der Betriebstypen im Einzelhandel zu bekommen. Deshalb beschäftigt sich ein wesentlicher Teil dieser Arbeit mit der Entwicklung / dem Wandel dieser Betriebstypen. Unterteilt wurde dabei in einen Bereich Betriebstypenentwicklung im Food-Einzelhandel und in einen Bereich Betriebstypenentwicklung im Nonfood-Einzelhandel

Nachdem die Veränderungen der Betriebstypen genauer analysiert wurden folgen im zweiten Teil dieser Arbeit die möglichen Auswirkungen auf die Immobilienmärkte für Einzelhandelsimmobilien. Da es relevante Immobilienmärkte in Top-Innenstädten, in kleinund mittelgroßen Städten, an Randlagen aber auch auf der Grünen Wiese usw. gibt, wird in dieser Arbeit auch näher auf die Auswirkungen eingegangen, die der Betriebstypenwandel auf den verschiedenen Immobilienmärkten an den einzelnen Standorten hat

Schlagwörter:

- Einzelhandel
- Wandel von Betriebstypen im Einzelhandel
- Einzelhandelsimmobilien
- Auswirkungen auf Immobilienmärkte

DARSTELLUNGSVERZEICHNIS

Darst. 1: Kaufkraft 2006 in der Bundesrepublik Deutschland

Darst. 2: Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne, 1995-2005

Darst. 3: Klassifizierung der Betriebstypen im Einzelhandel

Darst. 4: Flächenentwicklung im Einzelhandel, 1980-2010

Darst. 5: Entwicklung der Marktanteile der Einzelhandelsgruppierungen, 1980-2005

Darst. 6: Trends: Spezialisten und Category-Killer wachsen

Darst. 7: Entwicklung der Marktanteile im LEH, 1970-2005

Darst. 8: Shopping-Center nach Standortlage Eröffnungsjahren 53

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung und Vorgehensweise

„Handel bedeutet Wandel“. Der Einzelhandel (EH) ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, da er jeden einzelnen betrifft. Im Laufe der Zeit verändern sich die unterschiedlichen Absatzformen immer wieder. Unterschiedliche Trends und Entwicklungen in der Gesellschaft haben auch Auswirkungen auf den Einzelhandel, weshalb die Betriebstypen und die verschiedenen Vertriebsformen im EH einem fortlaufendem Wandel unterliegen. Ziel dieser Arbeit ist es, auf die verschiedenen Betriebstypen im Einzelhandel in Deutschland genauer einzugehen und die bedeutendsten auch kurz näher zu beschreiben. Die wesentlichen, gegenwärtig bevorzugten Vertriebsformen und insbesondere zukünftige Konsumtrends und ihre Auswirkung auf die Betriebstypen im EH sind Gegenstand dieser Arbeit. Es sollen auch kurz die Gründe wie zum Beispiel die Veränderungen im Konsum- verhalten untersucht werden, welche zu verantworten haben, dass im Einzelhandel bestimmte Betriebstypen vor gewaltigen Veränderungen stehen bzw. warum manche nahezu überflüssig geworden sind und warum andere Betriebstypen sich überdurchschnittlich gut am Markt bewähren.

Doch bevor ich damit beginne, werde ich zuerst auf die gesamtwirtschaftliche Situation in Deutschland näher eingehen. Relevante Entwicklungen, die den Einzelhandel besonders betreffen werden kurz aufgeführt. Dies sind unter anderem Themen wie Kaufkraftentwicklung, Konsumausgabenentwicklung, Umsätze im Einzelhandel, Flächenproduktivität im Einzelhandel und ähnliche.

Des Weiteren wird auch untersucht, welche Arten von Betriebstypen sich bevorzugt in Innenstädten bzw. Stadtteilen und welche sich bevorzugt auf der Grünen Wiese ansiedeln und was genau die Gründe für diese unterschiedlichen Niederlassungspraktiken sind. Zudem werde ich im Einzelfall näher auf die rechtlichen Einschränkungen bzw. Bestimmungen eingehen und somit deutlich machen, dass eine Standortauswahl nicht nur anhand von Kriterien wie optimaler Marktbedingungen und ähnlichem abläuft, sondern dass die Städte und Gemeinden z.B. durch die Baunutzungsverordnungen u. ä. ordentlich mitmischen können und dies auch tun.

Neben der Betriebstypenentwicklung ist auch die zukünftige Entwicklung der Handelssysteme im Einzelhandel von großer Wichtigkeit, denn auch hier gab es in der Vergangenheit, bzw. gibt es aktuell und auch zukünftig immer wieder Veränderungen, deren Ursachen in dieser Arbeit ebenfalls genauer erläutert werden. Gemeint ist damit vor allem auch der zunehmende Trend der Vertikalisierung, der sich durch Mono-Brand-Konzepte und Flagship-Stores in guten Lagen darstellt.

Dieser Wandel der Betriebstypen im Einzelhandel wirkt sich erwartungsgemäß in ganz entscheidender Weise auch auf die Immobilienmärkte aus.

Bevor ich jedoch direkt die Auswirkungen auf den Immobilienmärkten analysiere, werde ich zuerst näher auf die typischen Eigenheiten des Immobilienmarktes eingehen. Die Themenbereiche Kundenfrequenz, unterschiedliche Standortlagen wie z.B. A-Lagen, B- Lagen, Nebenlagen, die Entwicklung der Einzelhandelsmieten an verschiedenen Standorten und weiteres stellen eine wichtige, grundlegende Basis dar, damit die Auswirkungen auf den Immobilienmärkten, bedingt durch die strukturellen Änderungen im Einzelhandel, genauestens erläutert bzw. analysiert werden können.

Welche Folgen sich letztendlich tatsächlich für die Immobilienmärkte ergeben ist unter anderem in der steigenden Zahl der Shopping-Center Entwicklungen, der hohen Nachfrage nach Factory-Outlet-Centern, der zunehmenden Notwendigkeit für Folgenutzungskonzepte für nicht mehr benötigte Warenhäuser und ähnlichem deutlich erkennbar, weshalb diese Handelsformen bzw. Betriebstypen nochmals genauer untersucht werden. Da es deutliche Unterschiede in der Standortpolitik der jeweiligen Betriebstypen gibt und da manche in der Regel nur in Innenstädten und andere wiederum nur auf der Grünen Wiese vorzufinden sind, entstanden in den Innenstädten und auf der Grünen Wiese Immobilien- märkte für Einzelhandelsimmobilien. Aus diesem Grund ist diese Arbeit so aufgebaut, dass zuerst die Auswirkungen der Immobilienmärkte in den Innenstädten näher dargestellt werden und im Folgenden dann die Auswirkungen für die Immobilienmärkte auf der Grünen Wiese. Diese Arbeit beschäftigt sich selbstverständlich mit der Darstellung der Situation in der Bundesrepublik Deutschland, also die Entwicklung der Betriebstypen und der Handels- systeme im Einzelhandel und die damit zusammenhängende Auswirkung auf den deutschen Immobilienmärkten.

In anderen Staaten Europas, Asiens, den USA usw. herrschen logischerweise andere Situationen, nicht nur im Wandel der jeweiligen Betriebstypen, sondern vor allem auch in den Genehmigungspraktiken für Einzelhandelsprojekte. In manchen Ländern werden Gewerbe- immobilien deutlich einfacher und in anderen sogar deutlich schwerer als in der BRD genehmigt.

Da es trotz Globalisierung immer noch deutliche Unterschiede in den einzelnen Staaten dieser Erde gibt und sich eine Analyse mehrerer relevanter Länder, immens in die Länge gezogen hätte, konzentriert sich dies Arbeit ausschließlich auf die deutsche Situation.

2 Einführung: Entwicklung / wirtschaftliche Daten des

Wirtschaftssektors „klassischer Einzelhandel“ in der BRD

Da die sorgfältige Erfassung relevanter Marktdaten für Einzelhandelsunternehmen von großer Wichtigkeit ist, widmen sich diese rechtzeitig um eine genaue Zusammenstellung dieser Daten, was zur Folge hat, dass der Einzelhandel das am besten dokumentierte Segment im gesamten Immobilienmarkt ist1.

Hilfreich für die Einzelhandelsunternehmen sind bestimmte Marktforschungsunternehmen wie beispielsweise die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), sie führt wichtige Studien durch und veröffentlicht die gewonnenen Daten, die für den Einzelhandel relevant sind. Das Bundesamt für Statistik hält ebenfalls eine Vielzahl von unterschiedlichsten Daten unzähliger Wirtschaftssektoren fest und veröffentlicht diese für die Allgemeinheit. Diese Daten geben Aufschluss über verschiedene wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen und erleichtern unternehmerische Entscheidungen.

2.1 Entwicklung Kaufkraft, privater Konsum

Die wichtigste Kennziffer ist die Kaufkraft jedes Einwohners, also das für den Einzelhandel in Frage kommende Konsumpotential2. „Als Kaufkraft wird diejenige Geldmenge bezeichnet, die den privaten Haushalten zur Verfügung steht; das ist das verfügbare Nettoeinkommen zuzüglich der Entnahme aus Ersparnissen (einschließlich des in Geldvermögen umgewandelten Sachvermögens) und aufgenommener Kredite abzüglich der Bildung von Ersparnissen und der Tilgung von Schulden.“3

Dabei stehen die Preise für die einzelnen Güter bzw. der Preisindex eines der Menge nach genau festgelegten Warenkorbes zur Kaufkraft des Geldes in einem wechselseitigen Verhältnis. Die Kaufkraftkennzahlen, die jährlich von Marktforschungsinstituten erhoben werden, zeigen die Kaufkraft einer regionalen Einheit und geben in Promille an, wie viel der gesamten Kaufkraft in der BRD auf eine bestimmte, geographische Einheit entfällt. Berechnet werden sie durch Multiplikation des Bevölkerungsanteils des betrachteten Gebietes mit dem Kaufkraftfaktor der Gesamtbevölkerung, der sich seinerseits aus dem Nettoeinkommen der im Zielgebiet wohnenden Bevölkerung berechnet und die Höhe des durchschnittlichen Nettoeinkommens verglichen mit dem Bundesdurchschnitt angibt.4

Die Kaufkraft, auch als durchschnittlich verfügbares Einkommen bezeichnet, beinhaltet dabei auch Transferleistungen wie Renten, Arbeitslosengeld, Kindergeld usw. und gibt an, wie viel jedem Bundesbürger für Konsum und Lebensunterhalt zur Verfügung steht5. Die aktuelle Kaufkraft-Studie der GfK ergab eine durchschnittliche Pro Kopf Kaufkraft von 17.631 Euro in Deutschland (insgesamt = 1.454,6 Milliarden) im Jahr 2006, wobei nicht unerhebliche, regionale Unterschiede des verfügbaren Einkommens vorhanden sind, wie z.B. Unterschiede zwischen Süddeutschland und Norddeutschland, Stadt und Land, Innenstädten und Stadträndern und selbst in den einzelnen Städten6. Im Vergleich zum Jahr 2005, in dem die durchschnittliche Pro Kopf Kaufkraft in Deutschland bei 17.089 Euro lag (insgesamt = 1.410 Milliarden Euro), erhöhte sich 2006 das verfügbare Einkommen um etwa 3,20% und auch im Jahr 2005 hat es gegenüber 2004 einen Anstieg um 0,4% gegeben7.

Interessant ist auch die Aufgliederung der Kaufkraft nach verschiedenen Altersgruppen und Regionen. So ist beispielsweise die Kaufkraft der 65-jährigen in Hamburg bedeutend höher als die der 65-jährigen in München, während andererseits die Kaufkraft der Münchner im Alter von 20-29 Jahren deutlich höher ist als die der 20-29-jährigen Hamburger. 177.000 jungen Menschen in München verfügen über ein Einkommen von 3,5 Mrd. Euro, in Hamburg müssen 239.000 Menschen dieser Altersgruppe mit einem Einkommen von 2,9 Mrd. Euro auskommen. Die ältere Generation in München hat jedoch mit 4,7 Mrd. Euro viel weniger verfügbares Einkommen als die ältere Generation in Hamburg mit 7,8 Mrd. Euro.8

Folgende Grafik soll kurz im Groben darstellen, wie sich die Kaufkraft 2006 in der Bundesrepublik in etwa verteilt. Äußerst prägnant ist die immer noch deutlich geringere Kaufkraft in den neuen Bundesländern im Vergleich mit den alten Bundesländern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darst. 1: Kaufkraft 2006 in der Bundesrepublik Deutschland9

In Verdichtungsräumen bzw. Industrie- und High-Tech-Standorten wie München, Stuttgart, Frankfurt und Rhein-Ruhr gab es bei den 40-60 Jährigen einen deutlichen Zuwachs der Kaufkraft. Ursächlich dafür ist die hohe Nachfrage in den Ballungszentren nach qualifizierten Arbeitsplätzen mit entsprechend guter Bezahlung. Die Kaufkraft im Osten liegt ebenso wie die Kaufkraft in ländlichen Gebieten unter dem Bundesdurchschnitt. Verantwortlich an der niedrigeren Kaufkraft im Osten sind die geringeren Löhne und die hohe Arbeitslosigkeit.10

Die gesamte Kaufkraft, die dem Bürger in einem Jahr zur Verfügung steht wird nicht komplett für den privaten Konsum und den sonstigen Ausgaben wie z.B. freiwillige Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung ausgegeben, sondern ein Teil davon wird auch vorsorglich gespart. Folgende Gegenstände gehören in den Bereich des privaten Konsums: Wohnen, Energie, Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren, Verkehr, Freizeit, Haushaltsgeräte, Gesundheit, Bildung und weiteres.11

Die privaten Pro Kopf Konsumausgaben sind seit 1970 immer kontinuierlich gestiegen, so konsumierte der durchschnittliche Bundesbürger 2002 15.300 Euro, 2003 15.500 Euro, 2004 15.800 Euro, 2005 16.000 Euro, insgesamt waren dies 2002 1.198,08 Mrd., 2003 1.212,16 Mrd., 2004 1.234,91 Mrd. und 2005 1.256,10 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 4,6 Prozent in den genannten 4 Jahren entspricht12.

Für den Einzelhändler ist jedoch nicht ausschließlich die allgemeine Kaufkraft von Belang, sondern vor allem, wie viel die Bevölkerung einer bestimmten Region im klassischen Einzel- handel und im Versandhandel konsumieren kann. Denn es ist bekanntlich nicht automatisch so, dass Einwohner mit einem höheren Einkommen auch unbedingt höhere einzelhandels- relevante Ausgaben tätigen als Einwohner mit geringerer Kaufkraft. Die Gründe dafür können unter anderem Ausgaben für hohe Mieten, Immobilien, Luxusgüter usw. sein.13

In den Jahren 1995 bis 2005 sind die Anteile der Umsätze im Einzelhandel also ohne KfzHandel, Kraft- u. Brennstoffe und Apotheken an privaten Konsumausgaben kontinuierlich zurückgegangen. Während 1995 die privaten Konsumausgaben noch 35,2% der EHUmsätze ausmachten, waren es 2005 gerade noch 29,3%, was einem Rückgang von 16,76% entspricht. In den letzten 5 Jahren sank der Einzelhandelsumsatzanteil an privaten Konsumausgaben kontinuierlich von 30,8% im Jahr 2001 auf 29,3% im Jahr 2005. (Zur Vervollständigung: 30,0% im Jahr 2002 und 29,4% im Jahr 2003/04).14

2.2 Umsatzentwicklung im Einzelhandel

Im Folgenden soll nun die Entwicklung der Umsätze der letzten Jahre im Einzelhandel im engeren Sinne, ohne Tankstellen, Kfz-Handel, Kfz-Teile-Handel und Apotheken etwas näher dargestellt werden. Die Umsatzentwicklung im EH bietet eine wichtige Ausgangslage, um sinnvolle Entscheidungen für Einzelhandelsunternehmen und Investoren für Einzelhandelsimmobilien zu ermöglichen.

Während die Umsätze in der oben genannten Sparte des Einzelhandels im Jahr 2000 um 1,2% und im Jahr 2001 um 0,2% noch gestiegen sind, fielen sie 2002 und 2003 zuerst um 1,3%, dann um 0,5%. Im Jahr 2004 und 2005 stiegen die Umsätze dann wieder, zuerst um 2,1%, dann um 1,2%. Schaut man sich die bisherigen Messzahlen für die Umsätze der einzelnen Monate des Jahres 2006 an, so lässt sich ablesen, dass der Einzelhandel wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder ein Umsatzplus verzeichnen wird.15

Vergleicht man die nominalen Umsätze im Einzelhandel der letzten 10 Jahre, also von 1995 (376,0 Mrd. Euro) bis 2005 (389,8 Mrd. Euro), so stellt man eine Umsatzsteigerung von 3,67% innerhalb dieser 10-Jaresspanne fest16.

Folgende Darstellung zeigt diese Umsatzentwicklung im EH sehr anschaulich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darst. 2: Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne, 1995-200517

Einen deutlich höheren Umsatzanstieg verzeichnete dagegen der Einzelhandel inklusive KfzHandel, Kfz-Teile-Handel und Apotheken, dieser Einzelhandelsumsatz im weiteren Sinne verzeichnete im Zeitraum 1995-2005 ein Umsatzplus von 10,63%, die Umsätze stiegen von 502,3 Mrd. Euro (1995) auf 555,7 Mrd. Euro (2005)18.

Innerhalb ausgewählter Branchen sind jedoch erhebliche Unterschiede vorhanden. Während die Umsätze im Jahr 2005 für Waren wie Schmuck und Uhren (+5,4%), Lebensmittel (+2,7%), Körperpflege und Parfümprodukte (+1,4%), Non-Food-Produkte (+1,4%), Schuhe (+1,3%) und Spielwaren (+1,3%) stiegen, gingen sie bei folgenden Warengruppen im selben Jahr zurück: verschiedene Waren mit Hauptrichtung Non-Food (-4,3%), Unterhaltungselektronik und elektrische Haushaltsgeräte (-2,3%), Möbel, Einrichtung, Hausrat (-1,5%), Bau- und Heimwerkerbedarf (-1,0%), Versandhandel (-0,7%) sowie Zeitungen, Schreibwaren, Bücher (-0,6%).19

Dabei berücksichtigt diese allgemeine Tendenz nicht die erheblichen Unterschiede der Umsatzentwicklungen bestimmter Einzelhandelsunternehmen. So sind z.B. die schwedische Textilkette Hennes & Mauritz (H&M), die Buchhandelsketten Thalia und Hugendubel und die Media-Saturn-Holding GmbH überdurchschnittlich erfolgreich.20

3 Definition des Begriffs Betriebstyp im Einzelhandel

Folgendes Kapitel setzt sich genauer mit der exakten Bedeutung des Betriebstyps im Einzelhandel auseinander und soll die Wesentlichen auch kurz näher definieren. Der Betriebstyp (auch Betriebsform) im Einzelhandel ergibt sich durch den Einsatz von verschiedenen absatzpolitischen Instrumenten, der sich ein bestimmter Betriebstyp einer Einzelhandelsunternehmung bedient. Dabei spielt vor allem das Preisniveau, der Standort, die Bedienungsform, die Geschäftsfläche / Verkaufsfläche und die im Hauptsortiment geführten Waren eine entscheidende Rolle. Beispiele für Betriebstypen im EH sind unter anderem Fachgeschäfte, Fachmärkte, Spezialgeschäfte, Boutiquen, Warenhäuser, Kauf- häuser, Selbstbedienungswarenhäuser, Verbrauchermärkte, Supermärkte, Discounter, Convenience-Stores.21 Entscheidende Kennzeichen für die Gliederung einzelner Betriebs- typen sind im Wesentlichen: Sortimentspolitik, Preispolitik, Art des Hauptabnehmerkreises, Art der Bedienung, Größe des EH-Betriebes, Überwindung von Entfernung, Art des Inkassos und die Eingliederung eines EH-Betriebes in eine Agglomeration.22

Durch eine Vielzahl verschiedener Betriebstypen und deren räumliche Streuung entsteht das Erscheinungsbild des Einzelhandels. Als Einzelgeschäft oder in Einkaufszentren ist er in der Innenstadt, in der Nachbarschaft, in Stadtteilzentren, Stadtrandlagen und auf der Grünen Wiese vorhanden.23

3.1 Traditionelle Betriebstypen im Einzelhandel

Verschiedene Arten von Betriebstypen im Einzelhandel gibt es bereits sehr lange. Im Folgenden sollen die wichtigsten, klassischen Betriebstypen näher erläutert werden. Es werden nicht alle aufgeführt, sondern nur jene, die heute häufig vorkommen und auch weiterhin eine wichtige Rolle im Einzelhandel spielen werden.

3.1.1 Das Fachgeschäft / Das Spezialgeschäft

Ein Fachgeschäft ist ein Einzelhandelsbetrieb dessen Warenangebot sehr umfangreich ist, für eine bestimmte Branche Charakteristisches offeriert oder sich an dem Bedarf einer bestimmten Kundengruppe orientiert. Die Waren werden in verschiedenen Qualitäten, in unterschiedlichsten Preislagen angeboten und auch ergänzende Dienstleistungen wie z.B. Kundendienst, können von Interessenten in Anspruch genommen werden.24 Im Unterschied zu einem Fachgeschäft begrenzt ein Spezialgeschäft seine Warenauswahl auf nur einen Teil des Sortiments, das ein Fachgeschäft anbietet aber in deutlich tiefer Untergliederung. Typisch für Spezialgeschäfte sind solche Sortimente, von denen die Kunden einen besonders hohen Anspruch an die Auswahlmöglichkeit haben. Identisch ist der Service wie weitere Dienstleistungen und Fachberatung.25

Durch eine Agglomeration vieler Fachgeschäfte, Spezialgeschäfte oder auch geringfügig größere Geschäfte, die ihre Waren leicht zugänglich und schematisch präsentieren, entsteht ein Einkaufszentrum mit einem umfangreichen Angebot. Diese kleineren Einzelhandelsbetriebe sind sehr anpassungsfähig z.B. bezogen auf Änderungen in der Kundennachfrage und bieten oftmals Waren an, welche die größeren Betriebstypen vernachlässigen. Dadurch stellen sie eine gute Ergänzung zu den „Großen“ dar.26

3.1.2 Die Boutique

Gewöhnlich handelt es sich um einen kleineren Einzelhandelsbetrieb mit einem eingeschränkten Warensortiment, das weitgehend aus dem Bereich Mode entstammt und auf eine ganz bestimmte Zielgruppe gerichtet ist (z.B. Bekleidung, Schmuck usw.). In Kaufund Warenhäusern taucht die Boutique auch als Shop-in-the-Shop Konzept auf.27

3.1.3 Das Kaufhaus / Das Warenhaus (auch Konzernwarenhaus)

Kaufhäuser sind großflächige Einzelhandelsunternehmen, die hauptsächlich Waren aus zwei oder mehreren Geschäftszweigen anbieten, dabei sollte zumindest eine Warengruppe in tieferer Gliederung vorhanden sein. Sehr stark treten sie im Bereich Bekleidung, Textilien und ähnlichem in Erscheinung und werden dann oft auch als Textilkaufhäuser bezeichnet. Der Unterschied zum Warenhaus ist die Hauptausrichtung auf eine oder mehrere genau festgelegte Warengruppen.28

Weitere wichtige Kriterien sind unter anderem eine Verkaufsfläche von üblicherweise mehr als 1.000 qm auf einer oder mehreren Etagen, Standorte an integrierten und zentralen Lagen und in der Regel verfolgt man das Prinzip Selbstbedienung im Zusammenspiel mit Bedienung für Kunden, die dies wünschen. Bekannte Kaufhäuser sind z.B. Peek & Cloppenburg, H&M und C&A.29

Warenhäuser sind ebenfalls großflächige Einzelhandelsunternehmen, die im Regelfall über mehrere Etagen verfügen auf denen die breiten und größtenteils tiefen Warensortimente aus verschiedenen Branchen angeboten werden. Das Preisniveau ist mittel bis hoch und verkauft werden hauptsächlich Produkte im Non-Food-Bereich, wie z.B. Bekleidung, Schmuck, Kosmetik, Drogeriewaren, Heimtextilien, Sport, Unterhaltung, Hausrat aber auch Dienstleistungen wie Reisevermittlung, Finanzdienstleistungen sowie Gastronomie werden angeboten. Je nach Artikel und Kundenwunsch gibt es die Möglichkeit der Bedienung, der Vorwahl und der Selbstbedienung. Ab einer Verkaufsfläche von mindestens 3.000 qm werden Warenhäuser von der amtlichen Statistik erfasst.30

Warenhäuser bieten in der Regel eigene Parkhäuser an und befinden sich in hochzentraler Lage in großen Städten oder Stadtteilzentren. Nachdem die Warenhausmarken Horten und Hertie nach Übernahmen nicht mehr existieren, sind die bekanntesten Kaufhof und Karstadt.31

3.1.4 Der Versandhandel

Es handelt sich dabei um eine Art des Distanzhandels, da eine räumliche Entfernung zwischen Kunde und Lieferant besteht, über die man sich durch ein Medium hinwegzusetzen hat. Dies können Kataloge, Prospekte, das Internet, Anzeigen oder Außendienstmitarbeiter usw. sein, mit deren Hilfe Angebote des Verkäufers abgegeben werden. Durch Logistikdienstleister wie die Post erhalten die Käufer ihre schriftlich, mündlich, telefonisch oder elektronisch bestellten Waren. Dieser Absatzweg wird nicht nur von Einzelhändlern sondern auch von Großhändlern und Herstellern benutzt. Man unterscheidet zwischen Sortimentsversandgeschäften mit einem universellen, warenhausverwandtem Angebot (oftmals ohne Lebensmittel) und Spezialversandgeschäften mit einem Angebot aus wenigeren Warenbereichen. Beide Arten von Versandgeschäften werden von Groß- unternehmen oftmals parallel betrieben. Neben dem primären Versandbetrieb besteht die Möglichkeit, dass Versender mit einem allgemeinen Warenangebot auch ortsfeste Verkaufsfilialen mit auslieferungsbereiten Teilsortimenten betreiben, in denen z.B. auch Bestellungen aus dem Hauptsortiment mithilfe von Katalogen und Mustern entgegen- genommen werden können.32

Die bekanntesten Versandgeschäfte in der BRD mit einem universellen Angebot sind Quelle, Neckermann (beide gehören zum KarstadtQuelle Konzern) und Otto (gehört zur Otto Gruppe, Gründer Werner Otto). Nebenbei gibt es noch viele weitere Spezialversandgeschäfte, die unter anderem Namen laufen aber teilweise auch zu oben genannten Konzernen / Gruppen gehören. Einige Universalversender und Spezialversender in Deutschland gehören natürlich nicht zu den zwei oben genannten Konzernen sondern sind selbstständig bzw. gehören zu anderen Unternehmen.

3.2 Moderne Betriebstypen im Einzelhandel

Viele Betriebstypen spielen heutzutage im Einzelhandel eine entscheidende Rolle, die es aber mittlerweile auch schon seit längerer Zeit gibt. Mit modern ist hier nicht automatisch brandneu gemeint sondern soll eher heißen, dass die unter diesem Kapitel aufgelisteten Betriebstypen im Einzelhandel schon zum alltäglichen Einzelhandelsbild dazugehören.

3.2.1 Selbstbedienungswarenhaus / Verbrauchermarkt / Supermarkt

Das SB-Warenhaus ist ein eingeschossiges, ebenerdiges Einzelhandelsgeschäft mit einer erheblichen Verkaufsfläche (lt. amtliche Statistik mindestens 3.000 qm), in dessen Warensortiment der Bereich Lebensmittel im Mittelpunkt steht. Auf teuren Kundendienst verzichtet man völlig, dafür wird intensiv in Werbung investiert, um den Kunden über die Sonderpreispolitik oder Dauerniedrigpreispolitik zu informieren. Der Standort ist sowohl peripher als auch zentral in Zentren, die geplant oder natürlich gewachsen sind, immer aber mit guter Autoanbindung und Parkplatzmöglichkeiten.33

Bekannte SB-Warenhäuser sind z.B. der Real Markt (Metro Konzern), das Kaufland (Schwarz Gruppe) und Marktkauf (Edeka / Ava Gruppe).

Das Hauptsortiment des Verbrauchermarktes besteht aus Nahrungs- und Genussmittel sowie Ge- und Verbrauchsgüter des kurz- und mittelfristigen Bedarfs, das Sortiment ist ebenso breit wie tief gegliedert. Genau wie beim SB-Warenhaus verfolgt der Einzelhändler eine Strategie der Dauerniedrigpreise oder Sonderpreise. Die Verkaufsfläche liegt lt. amtlicher Statistik bei mindestens 1.000 qm, damit ist der Verbrauchermarkt kleiner als das SB-Warenhaus. Häufige Standorte sind Alleinlagen oder Einzelhandelszentren mit guter Erreichbarkeit und Parkmöglichkeit für mobile Kundschaft.34

Weitere Eigenarten des Sortiments eines Verbrauchermarktes sind: hoher Frischwarenanteil, breites Lebensmittelangebot, sichtliche Discountorientierung, ausgedehnte Randsortimente mit Verbrauchsgütern und zudem oftmals die Möglichkeit ebenerdig zu parken.35 Die Verkaufsfläche eines Supermarktes ist dagegen deutlich geringer, sie beträgt mindest- ens 400 qm auf denen per Selbstbedienung hauptsächlich Nahrungs- und Genussmittel, inklusive Frischwaren wie Fleisch, Obst und Gemüse und ergänzend auch Produkte des kurzfristigen und täglichen Bedarfs aus anderen Bereichen angeboten werden. Das EuroHandelsinstitut bezeichnet Supermärkte dann als solche, wenn deren Fläche für Non- Food Produkte nicht mehr als 25% ausmacht, für die amtliche Statistik gilt der Supermarkt dann als solcher, wenn er nicht mehr als 1.000 qm Verkaufsfläche aufweist.36 Diese Betriebstypen befinden sich häufig in Wohngebieten und unterscheiden sich von den SB-Warenhäusern, Verbrauchermärkten und Discountern durch ihre geringe Discount- ausrichtung37.

3.2.2 Der Discounter

Das Warensortiment der Discounter ist ausschließlich auf schnellen Umschlag ausgerichtet und deshalb äußerst preisgünstig und eng. Diese Ausrichtung erfordert hohe Kunden- frequenzen und besonders große Einkaufsmengen für typische Artikel, weshalb Discounter beinahe nur von großen Einzelhandelsunternehmen als Filialen betrieben werden. Die Ladenausstattung der Discounter ist einfach, die Absatzpolitik ist discountorientiert, d.h. es werden Konsumgüter die sich in großen Mengen verkaufen lassen zu sehr günstigen Preisen angeboten. Im Gegensatz zur Erlebnisorientierung richtet sich die Strategie der Discounter auf ein Einkaufsverhalten der Verbraucher, das bei Artikeln des täglichen Gebrauchs überwiegend rational geprägt ist.38

Discounter haben nur einen geringen Frischwarenanteil, keine Artikelvielfalt, nur einfache Angebote an Verbrauchsgütern, ebenerdige Parkplätze und meist nur eine Etage. Die Ausmaße der Verkaufsflächen sind äußerst unterschiedlich, so haben führende Discounter (Lidl, Aldi) in den vergangenen Jahren immer wieder die Flächenbegrenzungen des § 11 Abs. 3 BauNVO (aktuell 1.200 qm BGF) komplett in Anspruch genommen.39 Die bekanntesten Discounter sind wohl Aldi (Süd / Nord, Gebrüder Karl, Theodor Albrecht), Lidl (Schwarz Gruppe), Penny (Rewe Gruppe), Plus (Tengelmann Haub Familie), und Norma (Roth Familie).

Auch im Bereich Textilien gibt es Discounter, die Textilwaren und artverwandte Waren preisaggressiv anbieten. Das Verkaufskonzept ist dasselbe als beim Lebensmittel-Discounter. Die Standorte für solche Textil-Discounter (z.B. KiK, Takko, NKD) sind oftmals Vororte und Einkaufszentren, favorisiert werden vornehmlich 1a-Lagen in Städten mit einer Größe von ca. 40.000 Einwohnern, jedoch keine teuren hochzentralen City-Lagen.40

3.2.3 Der Fachmarkt

Fachmärkte sind häufig großflächige Einzelhandelsbetriebe, deren Sortiment entweder aus einem Bedarfsbereich (z.B. Baufachmarkt, Sportfachmarkt), einem Warenbereich (z.B. Schuhfachmarkt, Fachmarkt für Bekleidung) oder Zielgruppenbereich (z.B. Möbel- und Einrichtungswarenfachmarkt für Kunden mit hohem Designanspruch) besteht. Das Sortiment ist breit und oftmals auch tief, die Präsentation der Waren erfolgt übersichtlich und die Preise liegen tendenziell auf einem niedrigen bis mittleren Niveau.41

Der Standort des Fachmarktes ist oft abhängig von dem angebotenen Sortiment, so befinden sich z.B. Drogeriemärkte beinahe nur in Innenstadtlagen, aber normalerweise ist insbesond- ere die gute Erreichbarkeit mit dem Auto wichtig, deshalb gibt es Fachmärkte an nahezu jedem Standort wie z.B. in geplanten oder gewachsenen Zentren aber auch in isolierten Lagen.42

Fachmärkte werden oft auch als Großhändler tätig, nämlich dann, wenn sie auch an gewerbliche Abnehmer (Getränkefachmärkte, Drogeriemärkte, Gaststätten, Baustoff- fachmärkte, Handwerker usw.) verkaufen. Als Verkaufsmethoden werden Selbstbedienung und Vorwahl verwendet, dabei erhält der Abnehmer oftmals fachkundige und sortimentsspezifische Beratung. Spezialfachmärkte bieten bestimmte Waren (Fliesen, Holz- waren) aus einem großen Programm eines Fachmarktes an (z.B. Baustofffachmarkt), discountorientierte Fachmärkte bieten keine Dienstleistung / Beratung an, um niedrigste Preise zu erzielen, während serviceorientierte Fachmärkte auf eine Vielzahl von Dienstleistungen (z.B. Versicherungs-, Reiseleistungen) setzen, die sich selbstständig und sortimentsbezogen vermarkten lassen.43

Eine hohe Discountorientierung ist ein typisches Kennzeichen für Fachmärkte. Sind diese nicht in verkehrsorientierten Lagen sondern in der Innenstadt untergebracht, sollten sie dem Betriebstyp Kaufhaus zugeordnet werden, da die hohen Mieten in Innenstädten das Merkmal der Discountorientierung erheblich erschweren.44

3.2.4 Der Convenience-Store (Nachbarschaftsladen)

Dabei handelt es sich um einen EH-Betrieb mit geringer Verkaufsfläche und einem Warensortiment das weder breit noch tief ist. Angeboten werden Waren des täglichen Gebrauchs zu eher hohen Preisen, oftmals verbunden mit kleineren gastronomischen Einrichtungen sowie Dienstleistungen. Die Standorte sind wohnungsnah bzw. hochfrequentiert und wenn möglich, sind Öffnungszeiten von 24 Stunden der Regelfall. In Deutschland zählt man unter anderem Kioske, Tankstellenshops, Bahnhofsgeschäfte und gelegentlich auch Metzgereien und Bäckereien zu den Convenience-Stores.45

Solche Geschäfte leben von der Bequemlichkeit ihrer Nachbarn, die dort zweifelsohne keine Haupteinkäufe tätigen aber gelegentlich Frischware und vergessene Waren hier nachkaufen. Kleinere Convenience-Stores haben bei mangelnder Konkurrenz am Standort auch künftig Erfolgschancen und in dünn besiedelten Regionen Nahversorgungsfunktion.46 Der Kiosk (auch Trinkhalle / Zeitungskiosk, je nach Sortiment) beschränkt sich auf ein enges Warensortiment wie Tabak- und Süßwaren, Getränke, Zeitschriften / Zeitungen und ähnliches. Eine Imbissecke, ein Getränkeausschank und der Verkauf von Eis komplettieren das Gesamtangebot. Ist der Kiosk nicht begehbar, erfolgt die Kundenbedienung über einen Schalter oder per Fensterluke.47

Der Tankstellenshop bietet auf einer kleineren bzw. mittelgroßen Verkaufsfläche ein eingeschränktes Angebot an Nahrungs- und Genussmitteln sowie gewisse Non-Food-Artikel in Selbstbedienung an, zusätzlich sind bestimmte Dienstleistungen, auch im Gastronomie- bereich erhältlich. Nicht jede Tankstelle setzt das Shopkonzept um, obwohl sich dieses eigentliche Nebengeschäft, genauso wie die Dienstleistungen, die oftmals rund um das Auto angeboten werden, zu einer wichtigen Einkunftsquelle gemausert hat. Mineralölgesellschaf- ten bevorzugen häufig Großtankstellen-Standorte mit 24 Stunden Öffnungszeiten entlang der Autobahn oder innerhalb von Großstädten. Ins Zentrum rückt dabei immer mehr der mobile Autofahrer als Verbraucher, nicht das bloße Kfz. In Deutschland haben solche Tankstellen- shops durchaus eine hohe Marktrelevanz, da nicht unbedeutende Mengen an Konsumgüter über diesen Absatzweg vertrieben werden.48

3.2.5 Der Mono-Brand-Shop / Der Flagship-Store

Im Mono-Brand-Shop (Marken-Shop) werden diverse Artikelgruppen eines Marken- herstellers räumlich zusammengefasst, wobei das eigentliche Basissortiment zum Teil mit Lizenzprodukten derselben Marke erweitert wird (z.B. Parfum und Accessoires bei Bekleidung). Da nur eine Marke im Shop angeboten wird, spricht man von Mono-Brand- Shops. Solche Geschäfte werden sowohl als eigene selbstständige Verkaufsstellen betrieben, aber auch in Kauf- und Warenhäusern sind sie präsent. Sie heben sich dann mit eigenen Shop-Konstruktionen, der Art ihre Ware zu präsentieren und in der Verkaufs- promotion eindeutig vom restlichen Sortiment des Kauf-/ Warenhauses ab. Bleibt die Preishoheit und Absatzförderung beim Einzelhändler, dann ist zumindest der Shop-Entwurf vom Hersteller erarbeitet, im Normalfall jedoch erfolgt die Bewirtschaftung durch den Hersteller.49

Als so genannte „Flagschiffe der kompletten Handelsflotte“ werden Flagship-Stores ausschließlich vom Markenhersteller bzw. von einem Handelsunternehmen geführt und bezwecken die Vermittlung eines positiven Images der Marke und eine Stärkung der Markenidentität. Durch die Montage eindrucksvoller Erlebniswelten, kombiniert mit einer imposanten Ladeneinrichtung an exklusiven Standorten, soll ein Erkennungszeichen für Konsumenten und Handelspartner erschaffen werden.50

3.2.6 Die virtuellen Betriebtypen

Beim Teleshopping ist wie beim Versandhandel eine räumliche Distanz zwischen Käufer und Verkäufer medial zu überwinden. Mit elektronischer Unterstützung kann der Kunde Waren von zu Hause aus bestellen, die durch ein elektronisches Medium angeboten werden. Man unterscheidet zwischen interaktivem Teleshopping (Teilbereich des Business-to- Consumer Electronic Commerce) und traditionellem Teleshopping, wobei ersteres hauptsächlich den Vertrieb über das Internet bezeichnet, während das traditionelle Teleshopping das TV-Shopping und das Telefonmarketing umfasst.51

Davon zu unterscheiden ist das Electronic-Shopping, denn im Gegensatz zum Teleshopping kann hier Ware auch über stationäre Geschäfte elektronisch bestellt werden, bei denen oftmals umfangreiche Produktinformationen vorliegen. Häufig besteht auch die Möglichkeit einer Onlinebezahlung.52

3.2.7 Der Factory-Outlet / Der Off-Price-Store / Die Partievermarktung

Beim Factory Outlet handelt es sich um einen EH-Betrieb, der vom Hersteller betrieben wird und mit einer vorwiegend einfachen Ladenaufmachung, einer mittelgroßen bis großen Verkaufsfläche direkt mit dem Endverbraucher in Kontakt tritt (Direktvertrieb). Das Besondere sind Angebote wie Waren zweiter Wahl und Warenüberbestände aus eigener

Fertigung, aber auch aus zugekauften Sortimenten. Die Standorte sind häufig fabriknah und verkehrsgünstig gelegen und öfters konzentrieren sich solche Fabrikläden unterschiedlicher Hersteller an einem bestimmten Ort, man spricht dann von einem Factory-Outlet-Center.53 Off-Price-Stores sind Fachdiscounter, die hauptsächlich Nonfood Markenartikel deutlich unter dem regulären Preis anbieten. Dabei handelt es sich um Ware zweiter Wahl, Ware aus Insolvenz, Saisonware, reklamierte Ware und Ware aus Überproduktion. Das zusammengesetzte Sortiment, das in Selbstbedienung angeboten wird schlägt sich sehr schnell um und Artikel können demzufolge nicht nachbestellt werden.54

Auch bei so genannten Partievermarktern besteht keine Möglichkeit Waren nachzubestellen, da auch diese nur Artikel aus Soderanfertigung, Versicherungsfällen, Überproduktion usw. anbieten, folglich auch kein wirkliches Hauptsortiment führen. Vermarktet wird die überdurchschnittlich günstige Ware häufig in zeitgebundenen Verkäufen (dafür bestimmte Märkte) und teilweise auch mithilfe von Auktionen. Inzwischen werden solche Partiewaren auch häufig von Handelsbetrieben angeboten, die dadurch eine zeitliche und mengenmäßige Diversifikation ihres Hauptsortiments erreichen.55

Ein typischer Partievermarkter ist z.B. der in der Vergangenheit erfolgreiche Kaffeeröster Tchibo, der einen erheblichen Teil seines Umsatzes durch diese Partiewaren erzielt. Aber auch die bekannten Lebensmittel-Discounter wie Aldi, Lidl, Penny, Plus usw., haben fortlaufend, Woche um Woche ein begrenztes Angebot an Nonfood-Artikeln aus unterschied- lichen Breichen.

Folgende Grafik zeigt deutlich die Vielzahl der verschiedenen Betriebstypen im Einzelhandel und ordnet diese nach Standorten und strategischer Ausrichtung des Geschäftsbetriebes. Sie soll die vielschichtigen Bereiche, in denen die verschiedenen Betriebstypen existieren, veranschaulichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darst. 3: Klassifizierung der Betriebstypen im Einzelhandel56

4 Die Relevanz der Handelssysteme

Sämtliche Betriebstypen, die im Einzelhandel anzutreffen sind, werden mithilfe unterschiedlicher Handelssysteme betrieben. Was man unter dem Begriff Handelssystem versteht, soll im Folgenden kurz näher erörtert werden.

Handelsunternehmen und Unternehmen, die Aufgaben im Handel übernehmen, wie z.B. Logistikunternehmen, sind notwendig um Güter vom Produzenten bis zum Konsumenten zu verteilen. Die beteiligten Unternehmen gestalten untereinander Realgüter- (Waren, Dienstleistungen), Nominalgüter- (Geld, Kredite) und Informationsströme.57

Die allgemeine Definition für Handelssystem ergibt sich daraus wie folgt: „Unter einem Handelssystem versteht man die Gesamtheit von Betrieben des Handels, für die ein auf Dauer angelegtes System zur Gestaltung der erwähnten Ströme besteht.“58 Man unterscheidet zwischen horizontalen Handelssystemen auf Großhandelsebene bzw. auf Einzelhandelsebene und vertikalen Handelssystemen, welche die Groß- und Einzelhandelsebene gemeinsam verbindet. Handelssysteme kommen unter anderem als Filialunternehmen, Franchiseorganisationen, Freiwillige Ketten und Verbundgruppen vor. Von den Handelssystemen sind die Distributionssysteme zu differenzieren, von ihnen ist nur dann die Rede, wenn Industriebetriebe in dem System mitverankert sind.59

Die gebräuchlichsten Handelssysteme werden nachfolgend kurz näher beschrieben, da sie den Einzelhandelsmarkt und nachfolgende Märkte entscheidend mitprägen.

4.1 Die Filialunternehmung / Die Freiwillige Kette

Filialunternehmungen (Filialbetriebe) sind hauptsächlich auf der Einzelhandelsebene vorzufinden. Die Bezeichnung Filialbetrieb wird verwendet, wenn mindestens fünf unter einheitlichem Management stehende Filialen vorhanden sind. Filialbetriebe mit mehr als zehn Filialen bezeichnet man bereits als EH-Großbetriebsform.60

Spezifisch für solche EH-Betriebe sind ähnliche Aufmachungen des Ladengeschäftes sowie gleiche Warensortimente, zudem ist auch das Marketing, die Beschaffung und die Personalplanung zentral gesteuert61.

Viele Einzelhandlesbetriebe werden gegenwärtig als Filialsystem betrieben, sowohl im Food- als auch im Nonfood-Bereich.

Die Freiwillige Kette ist eine freiwillige organisierte Zusammenarbeit zwischen Einzel- handels- und Großhandelsbetrieben, die rechtlich und wirtschaftlich selbstständig sind. Die

Leitung übernimmt der Großhandelsbetrieb und die Marktpräsenz wird durch ein gemeinschaftliches Organisationszeichen deutlich gemacht.62

4.2 Das Franchisesystem

Diese Geschäftsmethode funktioniert wie folgt: Der Franchisegeber, die Verbundgruppen- zentrale des leitenden Betriebes, bildet mit dem Franchisenehmer (Anschluss- und/oder Mitgliedshäuser) durch Vertragsschließung einen Verbund, das so genannte Franchise- system. Der Franchisenehmer bleibt rechtlich selbstständig und erhält eindeutige Auflagen, an die er sich zu halten hat wie z.B. nur das Sortiment des Franchisegebers zu führen (Exklusivvertrieb), keine weiteren Produkte zu verkaufen, sich der Systemkonzeption völlig zu beugen und andere. Im Gegenzug dafür erhält der Franchisenehmer in der Regel Gebietsschutz, er darf die zentralen Dienstleistungen nutzen und profitiert besonders von der Bekanntheit der Marke. Der Franchisegeber verlangt anfangs Geld- bzw. Sachmittel (oder beides) vom Franchisenehmer, das dieser in das System einbringen muss. Im laufenden Geschäftsbetrieb erhält der Franchisegeber regelmäßig eine Umsatzprovision.63

Meistens nutzt die Zusammenarbeit in einem Franchisesystem dem Vertrieb und häufig arbeiten Unternehmen unterschiedlicher Distributionsstufen zusammen wie z.B. Produzenten mit Handelsbetrieben. Dabei existieren in der Regel vertikale Absatzbindungen, die miteinander verkettet sind, aber auch horizontale Absatzbindungen bei Betrieben einer Distributionsstufe sind möglich.64

Folgende namhafte Einzelhandelsbetriebe in Deutschland sind z.B. in Franchisesystemen organisiert: Tchibo (Kaffeeröster), Obi (Baumarkt), Ihr Platz (Drogerie), Baby one (Kleinkinderbekleidung), Yves Rocher (Kosmetik) und Benetton (Bekleidung).

4.3 Die Verbundgruppe

Der Begriff Verbundgruppe ist ein Allgemeinbegriff für Zusammenschlüsse von rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Unternehmen. Die Kooperation umfasst üblicherweise die Beschaffung und den Absatz, aber auch die Verwaltung, den Finanz- und Invest- itionsbereich. Die Zentralen der Verbundgruppen, meist in der Rechtsform AG, GmbH, oder Genossenschaft, sind Trägerbetriebe und beschaffen Waren, die dann an die Mitglieds- unternehmen abgesetzt werden. Zudem bieten diese Verbundgruppenzentralen weiter Leist- ungen wie z.B. die Entwicklung von Handelsmarken, die Realisierung bestimmter Aktions- angebote, die Konzeption von Betriebstypen, Hilfe bei der Datenverarbeitung, Schulungen usw. an. Das Ziel der Verbundgruppe ist die Optimierung der Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsbetriebe. Es sind also Einkaufsgemeinschaften, die im Groß- und Einzelhandel sowie im Dienstleistungssektor erscheinen, auch Freiwillige Ketten gehören dazu.65 Namhafte Verbundgruppen im deutschen Einzelhandel sind beispielsweise Electronic Partner, Euronics, Expert (alle drei Elektronikfachgeschäfte), Intersport (Sportartikelfachgeschäfte), Hagebaumarkt (Baumärkte), um nur einige zu nennen.

5 Innovation der Betriebstypen im Einzelhandel

Die Betriebstypen im Einzelhandel müssen sich im Zeitverlauf immer wieder regen Veränderungen der Kundenwünsche stellen, damit sie sich auch weiterhin erfolgreich am Markt halten und sich gegenüber dem Wettbewerb behaupten können. Die Globalisierung des Wettbewerbs und stagnierende Märkte stellen den Einzelhandel vor eine große Herausforderung. Der Wandel der Betriebstypen in den letzten Jahren und die sich entwickelnden Tendenzen stehen im Zentrum der Anschauung, des Weiteren sollen erfolgreiche Betriebstypenkonzepte auf dem deutschen Einzelhandelsmarkt der vergangenen Jahre vorgestellt werden und die daraus gewonnenen Einsichten sollen helfen, Ansätze für eine zukünftige Ausrichtung am Markt zu finden.66

5.1 Dynamik der Betriebstypen

Die Dynamik der Betriebstypen kann als ein bedeutendes Konzept für die moderne Handelsforschung angesehen werden. Diese Dynamik brachte die Erkenntnis, dass sich der Wandel im Handel, den der Einzelhandel immer wieder zu spüren bekommt, offensichtlich bestimmten Gesetzmäßigkeiten beugt.67

Moderne unternehmerische Konzepte im EH schafften es in der Vergangenheit, sich mit einer ganz eindeutigen Ausrichtungen ihrer Geschäftstaktik (z.B. Sortiment und Preise) zu behaupten und während der Durchsetzung am Markt kam es bei diesen Konzepten zu einem fortlaufendem Wandel, bis sich die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung relativierte. Diesen Vorgang nennt man fachmännisch die Dynamik der Betriebstypen.68

Dieser Prozess des Wandels eines Betriebstyps findet folgendermaßen statt: zuerst kommt der Markteintritt und die Weiterentwicklung, vorwiegend mithilfe eines starken Preiswettbewerbes, um den Betriebstyp dann später weiter durch den Markt zu bringen, geht man über zu einem Nichtpreiswettbewerb, geprägt durch Trading-up (Vertiefung, Erweiterung, qualitative Erhöhung des Leistungsspektrums durch: höhere Qualität / Preise, weitere Dienstleistungsangebote, angehobene Ladenausstattung usw.69 ) und schließlich kommt es zu einem Anhalten der anfangs noch raschen Marktdurchdringung.70

Die ehemals noch neuen Betriebstypen im Einzelhandel sind nun in der Reifephase, d. h. die Neuigkeitsintensität ist verschwunden. Der folgende Entwicklungsabschnitt wird durch einen Assimilationsprozess charakterisiert, in dem sie sich die Betriebsformen dem wachsenden Wettbewerb anpassen bzw. die Wettbewerbsintensität durch Nachmacher erhöht wird. Die ursprünglichen und die neuen Betriebstypen werden sich im Zeitverlauf immer ähnlicher, da sie sich einander angleichen. Wettbewerbsvorteile wie äußerst wirtschaftlicher Einkauf und Vertrieb, die einst existiert haben, verschwinden allmählich in diesem Wettbewerbsprozess.71 In der Theorie wird die Dynamik deutlich durch vier Phasen, die Entstehung mit einem preisaggressiven Marktantritt, der Aufstieg aufgrund der günstigen Preise, die Annäherung, geprägt durch Umsatzrückgang und deshalb steigendem Service und die vierte Phase, die Integration, ist gekennzeichnet durch das Verschwinden des ehemals „Neuen“ durch eine Angleichung in bereits vorhandene Betriebstypen72.

Es hat sich jedoch erwiesen, dass es durchaus Ausnahmen innerhalb dieses dynamischen Vorgangs des Betriebstypenwandels gibt, als Beispiel kann der Betriebstyp Boutique angesehen werden. Da diese Ausnahmen aber kaum Folgen für Hersteller und Abnehmer hatten, ging man von einem Zusammenhang in der Dynamik der Betriebstypen aus, der Naturgesetzen nicht unähnlich war.73

Diese Theorie wird deshalb meist zur Erklärung von größeren Entwicklungskonzepten im Einzelhandel herangezogen und da sie zu Zeiten starken Wirtschaftswachstums entwickelt wurde ist es auch nicht eindeutig, ob die hervorgehenden Aussagen universell oder doch nur räumlich und zeitlich beschränkt möglich sind. Zudem ist auch ungewiss, ob unter Global- isierungsgesichtspunkten und Zeiten von stagnierender Nachfrage die überragende Hand- lungsweise immer noch durch Trading-up und Assimilation gekennzeichnet ist.74

5.2 Markt- und Wettbewerbsentwicklung im Einzelhandel

Trotz Globalisierung findet der Absatzwettbewerb (Wettbewerb um den Endkunden) im EH hauptsächlich in räumlich eher regionalen Märkten statt, dennoch kommt es durch Filialisierung zu ausgedehnten und sogar nationalen Wettbewerbsbeziehungen. Auch der Versandhandel (ca. 5-6% des EH-Umsatzes) und der Internethandel (ca. 1-2% des EHUmsatzes) lösen gewisse Bedenken im Fortbestehen der Regionalität aus. Der EH wird sich zukünftig auf Wettbewerbsprozesse einstellen müssen, die ständig schneller stattfinden bedingt durch verbesserte Telekommunikation und Informationstechnologie. Ferner wird er seine Unternehmensgröße an wachsende Märkte angleichen müssen und Lösungen für eine ansteigende Differenzierung der angebotenen Waren finden.75

Als ein Indiz für diese Regionalität kann dennoch das Beispiel des amerikanischen Einzel- händlers WalMart dienen, der Ende Juli 2006 bekannt gab, dass er sich nach acht Jahren aus dem deutschen EH-Markt zurückzieht. Die 85 WalMart SB-Warenhäuser werden in das Filialnetz der SB-Warenhauskette Real des deutschen Metro Konzerns integriert.76 Wer erfolgreich auf dem heimischen Markt ist, in diesem Fall USA, muss nicht automatisch in anderen Ländern denselben Erfolg haben.

Anders sieht es auf der Seite der Beschaffung aus, hier nutzt der Handel äußerst rege die Möglichkeiten einer ansteigenden weltweiten Arbeitsteilung und einer immer globaleren Welt. Durch weltweite Optimierung der Märkte und Produktionsstandorte, mittels Vergrößerung und Liberalisierung der Märkte, profitiert auch der Handel von günstigster Warenbeschaffung Zudem werden kostensenkende Bezugsquellen in Entwicklung- und Schwellenländern genutzt, deren Produktionskapazitäten erweitert werden.77

Durch geringere Einkaufspreise kann der Einzelhandel seine Marktanteile erhöhen, deshalb ist das Ergebnis einer steigenden Globalisierung des Beschaffungsmarktes, ein massiver Anstieg der verfügbaren Warensortimente im Inlandsmarkt und es kommt zu einem Rückgang des Preisniveaus im Hochlohnland Deutschland78.

„Die generelle Wirkung der Globalisierung - Konzentration, Differenzierung und Beschleunigung - haben erhebliche Auswirkungen auf das Absatzmarketing und den Rationalisierungsdruck im Handel. Nach dem Konzept der Dynamik der Betriebsformen wäre daher zu erwarten, dass der Innovationsdruck zu Entwicklung neuer Unternehmenskonzepte und neuer Verkaufsformen zunimmt.“79 Demnach würde dies bedeuten, dass theoretisch neue Betriebstypen im Einzelhandel auf den Markt drängen müssten.

Ein weiterer Tatbestand ist die anhaltende Stagnation im Einzelhandel. Zwei Trends waren in den vergangenen zehn Jahren in der Entwicklung des Einzelhandels deutlich zu beobachten:

- Einerseits ist die reale EH-Nachfrage rückläufig, die nominale EH-Nachfrage stagniert,
- andererseits kam es zu einer kontinuierlichen Flächenexpansion.80

Die Stagnation ist deutlich zu erkennen an den rückläufigen Anteilen des EH-Umsatzes an den privaten Konsumausgaben, die wie bereits im Kapitel 2.1 dieser Arbeit erwähnt, von einst 35,2% im Jahre 1995 auf 29,3% im Jahr 2005 gesunken sind81. Folglich verzichten die Konsumenten dann zuerst auf Waren des aperiodischen Bedarfs (Möbel, elektronische Geräte, Artikel aus dem Baustoffhandel usw.) wie ebenso unter Kapitel 2.2 erwähnt. Dennoch ist der private Konsum Pro Kopf seit den 70er Jahren permanent angestiegen. In den vergangenen 4 Jahren von 2002 - 2005 betrug der prozentuale Anstieg 4,6 Prozent82 (siehe Kapitel 2.1 dieser Arbeit).

Verantwortlich dafür ist in gewissem Maße auch der Globalisierungseinfluss, denn wenn eine Schwäche der EH-Nachfrage nicht durch konjunkturelle Effekte bzw. durch den zurückgehenden privaten Konsum verursacht wird, ist dies wahrscheinlich. Des Weiteren kann auch ein unzureichendes Warenangebot der Grund sein, dass die Nachfrage in einem Käufermarkt nicht ausreichend angeregt wird.83

Bereits seit 1980 steigt die Flächenentwicklung im EH in Deutschland permanent an. Im Jahr 2005 betrug die Verkaufsfläche im EH 118 Mio. qm, was einem Anstieg von 1,72% entspricht und der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) prognostiziert einen weiteren Anstieg auf 125 Mio. qm im Jahr 2010, was einem Plus von 5,93% innerhalb der nächsten 5 Jahre entspräche.84 Das bedeutet folglich, dass trotz einer anhaltenden Nachfrageschwäche im Einzelhandel die Nachfrage der Einzelhandelsunternehmen nach weiterer Verkaufsfläche ungebremst ist. Folgende Darstellung zeigt die Entwicklung der Verkaufsfläche im deutschen EH sehr anschaulich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darst. 4: Flächenentwicklung im Einzelhandel, 1980-201085

Diese Expansion der Fläche führt zu Überkapazitäten, die die Flächenproduktivität (Umsatz / Verkaufsfläche) weiterhin vermindert. Ein Ende dieser Flächenerweiterung ist nicht in Sicht, besonders großflächige Einzelhandelsprojekte tendieren zu starkem Wachstum.86

5.3 Käuferverhalten im Wandel

Bevor nun die Entwicklungen der Betriebstypen im Einzelhandel genau analysiert werden, soll an dieser Stelle der Wandel des Käuferverhaltens Beachtung finden. Nur wer mit diesen wichtigen Veränderungen vertraut ist, versteht letztlich warum sich Betriebstypen im EH verändern.

Die Vorzüge im Freizeit- und Konsumverhalten haben sich durch Veränderungen der westlichen Gesellschaft wie folgt entwickelt: die Konsumenten sehen die Tätigkeit des Einkaufens nicht mehr als reine Versorgungsaktivität sondern auch als eine beliebte Freizeitaktivität.87 Die wohl wichtigste Erkenntnis über das Käuferverhalten, die sich in einer Studie des Instituts für Marktforschung (ifm) in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Rempen & Partner „Abschied vom Smart Shopper - Käuferverhalten ist Revierverhalten“ abzeichnete, ist, dass ein bestimmter Konsument sich nie gleich verhält sondern immer je nach Konsumzusammenhang völlig unterschiedlich handelt. Der Einkauf ist in ein Gesamterlebnis integriert, der Konsument möchte mal träumen, mal bewährte Sicherheit, dabei hat für ihn ein emotionaler Nutzen einen bedeutenden Eigenwert.88

Die in unserer Konsumgesellschaft vorhandene Warenflut regt die in den Menschen vor- handene Lust sich etwas anzueignen (Kauflust) an, die Warenfülle stellt dabei eine tröstliche Sicherheit dar. Dabei stehen auf der einen Seite die Waren des Grundbedarfs, die täglich Grundbedürfnisse befriedigen sollen, auf der anderen Seite stehen Waren des besonderen Bedarfs, solche, die sich der Konsument über den Grundbedarf hinaus leistet.89 Ein wichtiger Unterschied, der vor allem auch die Immobilienwirtschaft betrifft, ist der ungleiche Ablauf der Einkaufstätigkeit bei unterschiedlichen Warengruppen. Während der moderne Verbraucher bei Artikeln des täglichen Bedarfs vor allem auf eine effiziente und schematische Einkaufstätigkeit wert legt, also in Bezug auf schnelle Erreich- barkeit des Standortes und gute Parkmöglichkeit, so möchte er beim Kauf von besonderen Gütern durchaus in Warenwelten eintauchen und dabei etwas erleben. Meist betritt er dabei Einkaufsreviere, die sich nicht in seinem unmittelbaren Einzugsgebiet befinden, aber sein Interesse wecken. Trotzdem ist auch neben der Routine des gewöhnlichen Zweckeinkaufs immer ein bestimmtes Erlebnis zu erfahren, verursacht durch die Verlockungen des umfangreichen Warenangebotes.90

Eine für den Handel entscheidende Entwicklung, die sich in den letzten Jahren verstärkt eingestellt hat, ist unter anderem auch eine Polarisation der Märkte. Dies bedeutet, dass sich bei Konsumenten eine unverkennbare Niedrigpreisorientierung gegenüber den Massenartikeln einstellt und gleichzeitig eine hohe Bereitschaft besteht, höhere Preise für exklusive Individual- und Lebensstilprodukte zu bezahlen.91

Man spricht daher bereits von der Entstehung einer „Zweiklassen-Gesellschaft“ auf dem hart umkämpften EH-Markt. Auf der einen Seite befinden sich die Anbieter für Bedarfs-Käufer wie Lidl, Aldi, Saturn, KiK, Deichmann, C&A usw. und auf der anderen Seite werden Lust-Käufer von Anbietern wie Louis Vuitton, Douglas, Christ, Escada, Feinkostlebensmittel-Geschäften usw. bedient. Immer schwieriger wird es dabei für die Anbieter im Mittelpreissegment wie z.B. Karstadt, Kaufhof, Quelle, Neckermann, solche Anbieter verlieren an Bedeutung und Wachstum verzeichnen die Mittellagen folglich auch nicht mehr.92

Die allbekannte, vorherrschende Geiz-ist-geil-Mentalität der Konsumenten betrifft daher hauptsächlich solche Warengruppen, die der Deckung des Grundbedarfs dienen. Glücklich schätzen kann sich der Einzelhändler, der es schafft ein Tiefpreisimage aufzubauen, denn ein zu aggressives, andauerndes Preisherabsetzen weckt beim Verbraucher Misstrauen bezogen auf das Preis-Leistungs-Verhältnis des Anbieters. Wer ein solches Image besitzt kann schnell das Vertrauen der Kunden gewinnen, da diese in konsumschwachen Märkten äußerst preisorientiert einkaufen.93

Generell ist der Kunde verwöhnter und untreuer als früher, ständig auf der Suche nach dem immer noch besseren Angebot. Dabei erweckt man seine Aufmerksamkeit durchaus auch mithilfe seines Bedürfnisses nach Selbstdarstellung und Kundenmehrwert, wobei der Preis dabei nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.94

Trotz des oben erwähnten unterschiedlichen Konsumentenverhaltens je nach Konsumzusammenhang, sind unterschiedliche Kundentypen ohne Bindung an ein bestimmtes Geschäft bzw. eine bestimmte Marke bekannt. Dazu gehören der Smart Shopper, der multioptionale Konsument und die Geiz-ist-Geil-Community.95

Der Smart Shopper ist ein hybrider Kunde, der innerhalb der Konsumwelten umherschweift und impuls- und revierabhängig kauft, dabei bestimmt er anhand eigener Werte- und Wunschskalen, was ein smarter Kauf ist. Freude empfindet der Smart Shopper beim Erwerb eines eigentlich kostspieligen, exquisiten Gutes zu einem überaus günstigen Preis, dabei bindet er sich nicht an bestimmte Geschäfte und Marken, er ist sehr untreu.96 Der multi-optionale Konsument erwartet Warenvielfalt, die Leistung des EH soll aus- nahmslos seine Wünschen und Vorstellungen, seine Bedürfnissen, seine Einkaufs- gewohnheiten und seine Kaufkraft zufrieden stellen. Auch er ist untreu und möchte in erster Linie Chancen wahrnehmen, wobei er Wettbewerber bevorzugt, die sich mit besseren und gezielteren Marketingkonzepten abmühen.97

Der dritte Typus ist die so genannte Geiz-ist-Geil-Community, die gemeinschaftlich auf Preisreduzierungen reagiert und somit auf Aussagen verschiedener Medien wie „billig / billiger“, auf Sonderangebote, Totalausverkäufe, Räumungsverkäufe usw. aufmerksam gemacht werden. Dieser Typus ist ebenfalls untreu und bindet sich nur dann an ein bestimmtes Geschäft bzw. an eine bestimmte Marke, wenn es sich zweifelsfrei um einen Tiefpreis handelt.98

Die anfangs oben erwähnte ifm-Studie hat unter anderem typische Kaufreviere bestimmt, die dem Verbraucher in der Konsumlandschaft zur Verfügung stehen. Es wurde genau analysiert, welche Umstände das Einkaufsverhalten beeinflussen und welche „Reviere“ für den Akt des Konsums zur Verfügung stehen. Dabei konnten insgesamt sieben Konsumreviere nachgewiesen werden, die aber nicht als streng getrennt, nebeneinander gereiht betrachtet werden sollen sondern vielmehr können sich die Kaufreviere auch überschneiden. Es handelt sich dabei um folgende Kaufreviere: Ursprungsmärkte, Lokale Versorgungsreviere, Universelle Versorgungsballungen, Urbane Bummelzonen, Fach- discounter, Erlebnisbetonte Malls und Konsumgalerien und als siebtes Kaufrevier das Homeshopping.99

Alle Betriebstypen im EH finden sich in diesen Kaufrevieren wieder, welche sich von ihnen auf dem EH-Markt positiv entwickeln, hängt davon ab, welche Kaufreviere von den Konsumenten zunehmend bevorzugt werden.

[...]


1 Vgl. Bulwien, H., Der Immobilienmarkt in Deutschland Struktur und Funktionsweise, Verband deutscher Hypothekenbanken e. V. (Hrsg.), Berlin 2004, S. 91.

2 Vgl. Bulwien, H., Der Immobilienmarkt in Deutschland Struktur und Funktionsweise, a.a.O., S. 91.

3 Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, Definitionen zu Handel und Distribution, 5. Ausgabe, Köln 2006, S. 94.

4 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 94-95.

5 Vgl. GfK Macon AG (Hrsg.), Wo 2005 die Kaufkraft in Deutschland sitzt, in: GfK Macon News 01/2005, S. 11.

6 Vgl. GfK Regionalforschung, GfK Kaufkraft, in: http://www.gfk-regionalforschung.de/index.php?contentpath= http%3A//www.gfk-regionalforschung.de/daten_and_software/national/gfk_kaufkraft/gfk_kaufkraft_allgemein/ index.php, 11.09.06, S. 98.

7 Vgl. GfK Macon AG (Hrsg.), Wo 2005 die Kaufkraft in Deutschland sitzt, a.a.O., S. 11.

8 Vgl. GfK Regionalforschung, GfK Kaufkraft nach Altersgruppen, in: http://www.gfk-regionalforschung.de/index. php?contentpath=http%3A//www.gfk-regionalforschung.de/daten_and_software/national/gfk_kaufkraft/gfk_ kaufkraft_nach_altersgruppen/index.php, 11.09.06, S. 99.

9 MB-Research, Internationale Marktdaten, in: http://www.mb-research.de/_mbr/kk06/MBR-Karte-Kaufkraft- 2006.gif, 12.09.06, S. 113.

10 Vgl. Der Marketing-Marktplatz, Kaufkraft in Deutschland 2006, in: http://premium-5hoemjrcdfo480. eu.clickandbuy.com/Kaufkraft2006.htm, 12.09.06, S. 94-97.

11 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Datenreport 2006, Bonn 2006, S. 111-117.

12 Vgl. Statistisches Bundesamt, Konsumausgaben privater Haushalte nach Verwendungszwecken, in: http://www.destatis.de/indicators/d/lrleb03ad.htm, 14.09.06, S. 119-120.

13 Vgl. GfK Regionalforschung, GfK Kaufkraft für den Einzelhandel, in: http://www.gfk-regionalforschung.de

/index.php?contentpath=http%3A//www.gfk-regionalforschung.de/daten_and_software/national/gfk_kaufkraft/ gfk_kaufkraft_fuer_den_einzelhandel/index.php, 12.09.06, S. 98-99

14 Vgl. HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), HDE Zahlenspiegel 2006, Berlin 2006, S. 6.

15 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Fachserie 6 Reihe 3.1, Binnenhandel, Gastgewerbe, Tourismus, Wiesbaden 2006, S. 18.

16 Vgl. HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), HDE Zahlenspiegel 2006, a.a.O., S. 9.

17 HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), HDE Zahlenspiegel 2006, a.a.O., S. 9.

18 Vgl. HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), HDE Zahlenspiegel 2006, a.a.O., S. 10.

19 Vgl. HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), HDE Zahlenspiegel 2006, a.a.O., S. 11., zit. nach Statistisches Bundesamt; neuer Berichtskreis Destatis

20 Vgl. Eurohypo AG (Hrsg.), Innerstädtische Warenhäuser - Investmentmarkt mit Risiken und Chancen, Eschborn 2005, S. 2.

21 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 43.

22 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Zusatz der elektronischen Fassung der Kataloge E, in: http://www.katalog-e.de/beispiele.php, 19.09.06, S. 85.

23 Vgl. HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), Betriebstypenvielfalt im Einzelhandel, in: http://www.einzelhandel.de/servlet/PB/menu/1011683/Index.html, 19.09.06, S. 100-101.

24 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 48.

25 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 56.

26 Vgl. Fickel, F. W., Optimale Standortwahl im Einzelhandel, Wiesbaden 1997, S. 49.

27 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 43.

28 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 50.

29 Vgl. gif e.V. (Hrsg.), Ausgesuchte Begriffs- und Lagedefinitionen der Einzelhandels-Analytik, Wiesbaden 2000, S. 13.

30 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 62-63.

31 Vgl. gif e.V. (Hrsg.), Ausgesuchte Begriffs- und Lagedefinitionen der Einzelhandels-Analytik, a.a.O., S. 3.

32 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 61-62.

33 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 55.

34 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 60.

35 Vgl. gif e.V. (Hrsg.), Ausgesuchte Begriffs- und Lagedefinitionen der Einzelhandels-Analytik, a.a.O., S. 14.

36 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 56-57.

37 Vgl. gif e.V. (Hrsg.), Ausgesuchte Begriffs- und Lagedefinitionen der Einzelhandels-Analytik, a.a.O., S. 14.

38 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 44.

39 Vgl. gif e.V. (Hrsg.), Ausgesuchte Begriffs- und Lagedefinitionen der Einzelhandels-Analytik, a.a.O., S. 14.

40 Vgl. KPMG Deutsche Treuhandgesellschaft (Hrsg.), Pressemitteilung vom 13.09.05, Textil-Discounter ziehen weniger Kunden an als etablierte Häuser, in: http://www.kpmg.de/industries/consumer_markets_retail/ 12612.htm, 21.09.06, S. 111-112.

41 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 48.

42 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 48.

43 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 48.

44 Vgl. gif e.V. (Hrsg.), Ausgesuchte Begriffs- und Lagedefinitionen der Einzelhandels-Analytik, a.a.O., S. 15.

45 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 48.

46 Vgl. Fickel, F. W., Optimale Standortwahl im Einzelhandel, Wiesbaden 1997, S. 51.

47 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 51.

48 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 57.

49 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 51-52.

50 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 49.

51 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 57-58.

52 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 46-47.

53 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 47.

54 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 52.

55 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 52-53.

56 Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Zusatz der elektronischen Fassung, a.a.O., S. 85., in Anlehnung an: Müller-Hagedorn, L., Der Handel, Stuttgart / Berlin / Köln 1998, S. 43-45.

57 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 69.

58 Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 69-70.

59 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 70.

60 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 67.

61 Vgl. Marketicon das Marketingportal und Lexikon, Fachmärkte, in: http://www.marketicon.info/homepage/dictionary/definition.php?id=520, 25.09.06, S. 113.

62 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 68-69.

63 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 67-68.

64 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 67-68.

65 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 72-73.

66 Vgl. Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten unter Globalisierungsdruck, in: Riekopf, H.-C. (Hrsg.), Retail Business in Deutschland, Wiesbaden 2004, S. 73.

67 Vgl. Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten, a.a.O., S. 73.

68 Vgl. Nieschlag, R. / Kuhn, G., Binnenhandel und Binnenhandelspolitik, 3. Aufl., Berlin 1980, S. 85-86.

69 Vgl. Ausschuss für Definition zu Handel und Distribution (Hrsg.), Kataloge E, a.a.O., S. 58-59.

70 Vgl. Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten, a.a.O., S. 74.

71 Vgl. Nieschlag, R. / Kuhn, G., Binnenhandel und Binnenhandelspolitik, a.a.O., S. 96-97.

72 Vgl. Nieschlag, R. / Kuhn, G., Binnenhandel und Binnenhandelspolitik, a.a.O., S. 85-98.

73 Vgl. Nieschlag, R. / Kuhn, G., Binnenhandel und Binnenhandelspolitik, a.a.O., S. 101.

74 Vgl. Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten, a.a.O., S. 75.

75 Vgl. Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten, a.a.O., S. 76-77.

76 Vgl. Koch, B., Wal-Mart wirft in Deutschland das Handtuch, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 174,

29.09.06, S. 11.

77 Vgl. Träger, U. C. et al., Entwicklungsstand und -perspektiven des Handels mit Konsumgütern, Berlin / München 1994, S. 33-34.

78 Vgl. Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten, a.a.O., S. 77.

79 Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten, a.a.O., S. 77.

80 Vgl. Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten, a.a.O., S. 78.

81 Vgl. HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), HDE Zahlenspiegel 2006, a.a.O., S. 6.

82 Vgl. Statistisches Bundesamt, Konsumausgaben privater Haushalte nach Verwendungszwecken, a.a.O.,

S. 119-120.

83 Vgl. Lademann, R. P., Betriebstypeninnovationen in stagnierenden Märkten, a.a.O., S. 79.

84 Vgl. HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), HDE Zahlenspiegel 2006, a.a.O., S. 17.

85 HDE, Hauptverband des deutschen Einzelhandels e.V. (Hrsg.), HDE Zahlenspiegel 2006, a.a.O., S. 17.

86 Vgl. DEGI, Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds (Hrsg.), Deutsche Einzelhandelsimmobilien - Investment mit ausgeprägten Chancen, aber auch Risiken, 2005, S. 1

87 Vgl. Hennings, W. / Tilman, R.-J., Geopolitik 2000: Der politisch-geographische Alltag unserer Erde, Stuttgart 1985, S. 56-57.

88 Vgl. Ziems, D. / Krakau, U., Die Kaufreviere des Verbrauchers: Ableitung für das Retail Business, in: Riekopf, H.-C. (Hrsg.), Retail Business in Deutschland, Wiesbaden 2004, S. 101.

89 Vgl. Ziems, D. / Krakau, U., Die Kaufreviere des Verbrauchers:, a.a.O., S. 102-103.

90 Vgl. Ziems, D. / Krakau, U., Die Kaufreviere des Verbrauchers:, a.a.O., S. 103-104.

91 Vgl. DEGI, Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds (Hrsg.), Deutsche Einzelhandelsimmobilien - Investment mit ausgeprägten Chancen, aber auch Risiken, a.a.O., S. 3.

92 Vgl. Michael, B. M., Retail Business: Grenzen der „Geiz-ist-geil“-Strategien, in: Riekopf, H.-C. (Hrsg.), Retail Business in Deutschland, Wiesbaden 2004, S. 155.

93 Vgl. Michael, B. M., Retail Business: Grenzen der „Geiz-ist-geil“-Strategien, a.a.O., S. 153.

94 Vgl. Morasch, L., Strategien der Zukunft, in: Jones Lang LaSalle (Hrsg.), Shopping Center im neuen Millennium, Frankfurt/M. 1999, S. 12.

95 Vgl. Michael, B. M., Retail Business: Grenzen der „Geiz-ist-geil“-Strategien, a.a.O., S. 152-154.

96 Vgl. Michael, B. M., Retail Business: Grenzen der „Geiz-ist-geil“-Strategien, a.a.O., S. 154.

97 Vgl. Michael, B. M., Retail Business: Grenzen der „Geiz-ist-geil“-Strategien, a.a.O., S. 154.

98 Vgl. Michael, B. M., Retail Business: Grenzen der „Geiz-ist-geil“-Strategien, a.a.O., S. 154.

99 Vgl. Ziems, D. / Krakau, U., Die Kaufreviere des Verbrauchers:, a.a.O., S. 105-108.

Ende der Leseprobe aus 136 Seiten

Details

Titel
Die Veränderung von Betriebstypen des Einzelhandels und ihre Auswirkung auf den Immobilienmarkt
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
1,1
Autor
Jahr
2006
Seiten
136
Katalognummer
V93823
ISBN (eBook)
9783638064507
Dateigröße
3086 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit gewann den 1. Preis des Kemper's Retail Award 2007 des Immobilienberatungsunternehmen Kemper's, der auf der Messe für Gewerbeimmobilien Expo Real 2007 verliehen wurde.
Schlagworte
Veränderung, Betriebstypen, Einzelhandels, Auswirkung, Immobilienmarkt
Arbeit zitieren
Diplom Betriebswirt (FH) Sven Gaßmann (Autor), 2006, Die Veränderung von Betriebstypen des Einzelhandels und ihre Auswirkung auf den Immobilienmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93823

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