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„Den Schritt hinauswagen!“ - Konzeptualisierung des Widerstands im Exil in Anna Seghers Roman 'Transit'

Title: „Den Schritt hinauswagen!“ - Konzeptualisierung des Widerstands im Exil in Anna Seghers Roman 'Transit'

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M. A. Sara Ehsan (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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In meiner Hausarbeit möchte ich eine psychoanalytisch-philosophische Analyse einiger Figuren und Konzepte des Widerstands, sowie des Exil und der Emigration in Anna Seghers Buch Transit durchführen. Dabei beziehe ich mich auf die theoretischen Begriffe Lacans und ihre Rezeption und Fortentwicklung in Alain Badious und Slavoj Žižeks Philosophie in dem Buch Die politische Suspension des Ethischen, ebenso Jean-Paul Sartres existentialistisches Werk Das Sein und das Nichts.
Ich fange mit der Endaussage des Romans an, welche die Flucht für alle negiert und den Anschluss an den Widerstand, der Résistance, befürwortet. Es werden zeitbezogene Unterschiede erläutert; sowie Seghers eigene Vergangenheit, die sich nicht ohne Widersprüche in ihrem öffentlich-politischen Handeln widerspiegelte als ein Symptom für eine radikale Vergangenheit erkannt. Anhand einiger Figuren werden die verschiedenen Formen des Kampfes verdeutlicht. Dabei werde ich auf die Frage eingehen, in wie weit Widerstand eine Utopie ist und ob Flüchtlinge und andere Ausgegrenzte, wie etwa Slum-Bewohner, potentielle Revolutionäre sein können. Dazu muss zuerst die Frage erläutert werden, in wie weit Widerstand eine Legitimationsgrundlage besitzt und welche Folgen und Konsequenzen für das eigene Handeln man daraus ziehen kann. Anhand der Figur von Heinz wird gezeigt, wie der Prototyp des Revolutionärs im Roman beschrieben wird und ob die Figur des Legionärs für den Aspekt einer ´ethischen Transzendenz´ stehen könnte.
Im dritten Abschnitt wird die Frage der Rechenschaft in narrativen Rekonstruktionen erläutert. Aus der Analyse schlussfolgere ich die Konsequenz, die zur Solidarität und Widerstandleisten führen kann.
Im vierten Abschnitt werden die Begriffe Exil und Emigration erläutert und die Rolle des Feindes näher analysiert. Dabei wird zunächst der geschichtliche Hintergrund der Situation der deutschen Flüchtlinge erläutert, die mit mittelbaren und unmittelbaren Feinden zu kämpfen hatten. Dabei versuche ich anhand Jean-Paul Sartres existentialistischem Hauptwerk, welches auch unter der deutschen Besatzung entstand, die Rolle der Verantwortung im Krieg sowie im Exil zu erläutern. Anhand der Figur des Ich-Erzählers und dem mexikanischen Konsul werden Beispiele für verantwortliches Handeln aufgezeigt.
Abschließend werden die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Aspekt des Widerstands in Anna Seghers Roman

2.1 Rückzug in die Passivität als erster Schritt für wahre Aktivität

2.2 Anna Seghers »Rumspringa« als Ausgangsbasis für die Überangepasstheit gegenüber dem sozialistischen Staat

2.3 Résistance, eine revolutionäre Utopie ?

2.3.1 Flüchtlinge und Slumbewohner- Utopisten oder potentielle Revolutionäre?

2.4 Legitimation des Widerstands

2.5 Formen und Methoden des deutschen Widerstands im besetzten Europa

2.5.1 Passiver Widerstand

2.5.2 Aktiver Widerstand

2.6 Heinz, der schweigende Held als Gegenpol zum islamistischen Märtyrer

2.7 Spuren von ethischer Transzendenz

3 Ist es möglich in einer narrativen Rekonstruktion für sich Rechenschaft abzulegen?

3.1 Die Solidarisierung der Verletzlichen

3.2 Negative Freiheit

4 Exil und Emigration

4.1 »Feindliche Ausländer« - das Trauma der zweimaligen Internierung der deutschen Emigranten

4.2 Der mittelbare Feind

4.3 Der unmittelbare Feind

4.4 Verantwortlichkeit im Krieg

4.4.1 Die Hauptfigur

4.4.2 Der mexikanische Konsul

5 Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt eine psychoanalytisch-philosophische Analyse der Romanfiguren und zentraler Konzepte in Anna Seghers' Werk Transit. Ziel ist es, die Verknüpfung von Exil, Emigration und Widerstand vor dem Hintergrund existenzphilosophischer und psychoanalytischer Theorien zu untersuchen und die Frage nach individueller Verantwortung in einer krisengeprägten Welt zu beantworten.

  • Psychoanalytische Analyse der Widerstandskonzepte und der Rolle des Ich-Erzählers.
  • Untersuchung der Bedeutung von Exil und Emigration unter Bezugnahme auf Jean-Paul Sartre.
  • Analyse der moralischen Dimension von Widerstandshandlungen im besetzten Europa.
  • Reflektion über individuelle Rechenschaftspflicht und Solidarität in extremen Grenzsituationen.

Auszug aus dem Buch

Der unmittelbare Feind

„Da war ein harter furchtbarer Feind vor unseren Augen gewesen, kaum zu ertragen, wie wir damals geglaubt hatten; jetzt aber glaubten wir, dass dieser sichtbare Feind besser gewesen war als das unsichtbare, fast geheimnisvolle Übel, diese Gerüchte, diese Bestechungen, dieser Schwindel.“ (Transit, S. 39)

Der Roman deckt an vielen Stellen die noch schwierigere Situation der Transitäre mit dem unmittelbaren Feind auf, das ist der französische Staat und ihre Verwaltungsorgane, sowie alle Konsulate, die aufgesucht werden und die Denunzianten. Der Staat ist in seiner zweideutigen Über-Ich Rolle einerseits der Dienende für die Belange und Interessen seiner Bürger verantwortlich, auf der anderen Seite ist er bedingungslos im Machtausüben: „ Ich bin an Gesetze nicht wirklich gebunden, ich kann dir antun, was immer ich will, ich kann dich, wenn ich möchte, als Schuldigen behandeln, ich kann dich vernichten, wenn ich es befehle...“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der theoretischen Basis, die psychoanalytische und existenzphilosophische Ansätze (Lacan, Žižek, Sartre) mit dem Roman Transit verknüpft.

2 Der Aspekt des Widerstands in Anna Seghers Roman: Untersuchung der verschiedenen Formen des Widerstands, von der Passivität bis zur aktiven Résistance, und deren ethische Fundierung.

3 Ist es möglich in einer narrativen Rekonstruktion für sich Rechenschaft abzulegen?: Diskussion über die Grenzen der Selbstrechtfertigung und die Rolle der Solidarität unter den Verletzlichen.

4 Exil und Emigration: Analyse der Begriffe Exil und Emigration sowie der Rolle des mittelbaren und unmittelbaren Feindes im Kontext der historischen Lebensumstände von Flüchtlingen.

5 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse, wobei das verantwortungsbewusste Handeln der Hauptfigur und des mexikanischen Konsuls als zentraler Ausweg aus der existentiellen Krise betont wird.

Schlüsselwörter

Anna Seghers, Transit, Exilroman, Widerstand, Résistance, Emigration, Existenzphilosophie, Jean-Paul Sartre, Psychoanalyse, Slavoj Žižek, Verantwortung, Identität, Solidarität, Flüchtlingsschicksal, Transzendenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert philosophisch und psychoanalytisch die Konzepte von Widerstand, Exil und menschlicher Verantwortung in Anna Seghers' Roman Transit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Dynamik zwischen Passivität und Aktivität, die moralischen Paradoxa im Widerstand und die existenzielle Notlage von Emigranten im Frankreich der 1940er Jahre.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie Widerstand in einer ausweglosen Exilsituation legitimiert werden kann und welche Rolle individuelle Verantwortung im Sinne einer existenzialistischen Haltung dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine psychoanalytisch-philosophische Analyse, basierend auf den Theorien von Jacques Lacan, Slavoj Žižek und Jean-Paul Sartre.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Widerstandsmethoden, die Frage nach narrativer Rechenschaft, die Analyse der Exilsituation und die Rolle der individuellen Verantwortung am Beispiel des Ich-Erzählers und des mexikanischen Konsuls.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Widerstand, Exil, Solidarität, Verantwortung, existenzielle Freiheit und die Rolle des Anderen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Passivität im Roman?

Passivität wird nicht als reine Untätigkeit, sondern als notwendiger Ausgangspunkt für eine spätere, bewusste Entscheidung zum Widerstand und zur aktiven Gestaltung der eigenen Situation interpretiert.

Welche Bedeutung hat die Figur des mexikanischen Konsuls?

Der Konsul fungiert als eine moralische Ausnahmeinstanz im Roman, die durch praktisches, helfendes Handeln direkt in die Schicksale der Flüchtlinge eingreift und Identitätswechsel ermöglicht.

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Details

Title
„Den Schritt hinauswagen!“ - Konzeptualisierung des Widerstands im Exil in Anna Seghers Roman 'Transit'
College
University of Heidelberg  (Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie)
Course
Deutschland im Spiegel des Exilromans
Grade
1,7
Author
M. A. Sara Ehsan (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V93827
ISBN (eBook)
9783640105748
ISBN (Book)
9783656201731
Language
German
Tags
Schritt Konzeptualisierung Widerstands Exil Anna Seghers Roman Transit Deutschland Spiegel Exilromans
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Sara Ehsan (Author), 2007, „Den Schritt hinauswagen!“ - Konzeptualisierung des Widerstands im Exil in Anna Seghers Roman 'Transit', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93827
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