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Der Chat - Eine kommunikationstheoretische und inszenierungstechnische Betrachtung

Title: Der Chat - Eine kommunikationstheoretische und inszenierungstechnische Betrachtung

Bachelor Thesis , 2008 , 89 Pages , Grade: 1.00

Autor:in: Hédi Róka (Author), Florian Weber (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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„Immer häufiger trifft Amors Pfeil durch Kabel und Bildschirm-Monitore: Die Suche nach Partnerin und Partner übers Netz ist zum neuen Internet-Wachstumsträger geworden. Es wird gemailt und ‚gechattet’ auf Beziehung komm raus…“

Heutzutage nehmen die so genannten neuen Medien in unserem alltäglichen Leben einen immer höheren Stellenwert ein. Nebst der populären Kommunikation per SMS oder auch E-Mail, wird von einem grossen Teil der Bevölkerung der Chat als Kommunikationsplattform genutzt. Ein interessanter Aspekt bei der Untersuchung der Chatkommunikation ist der Konflikt zwischen dem mündlichen und dem schriftlichen Konzept, nämlich zwischen dem mündlichen und dem medial schriftlich realisierten Sprachgebrauch.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE METHODE – TEILNEHMENDE BEOBACHTUNG

3. ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DES CHAT

4. DER CHAT – VERSUCH EINER DEFINITION

4.1 Definition: Chat

4.2 Der Chatraum – ‚Raum’?

4.3 Der Nickname

4.4. Der Chat – zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit

4.4.1 Turn und Turn-Taking

4.4.2 Die Face-to-face-Kommunikation

4.4.3 Die Chatkommunikation

4.4.4 Face-to-face versus Chat

4.5 Kommunikationsrituale

4.6 Die Ökonomisierung der Textproduktion

4.7 Semiotische Innovationen

5. IDENTITÄT – REALITÄT ODER FIKTION?

5.1 Definition: Identität

5.2 Wir bauen uns eine Identität…

5.2.1 Schritt Nr. 1 – Die Wahl des Nicknamens

5.2.2 Schritt Nr. 2 – Das Profil

5.2.3 Schritt Nr. 3 – Das Ergebnis

5.3 Selbstmaskierung versus Selbsterkundung

5.3.1 Die Selbstmaskierungsthese

5.3.2 Die Selbsterkundungsthese

5.3.3 Chancen und Gefahren

5.4 Realweltlicher Alltag versus virtuelle Welt

5.4.1 Die Inszenierung von Realität und Fiktion

5.4.2 Wahrnehmungsraum und inszenierter Raum

5.4.3 Wahrnehmung von Sprache und Identität

5.5 Das Geschlecht im Chat

5.5.1 Genderswapping

5.5.2 Genderswapping mit ‚caesar28’

5.5.3 Genderswapping mit ‚cleopatra160’

5.6 Wir outen uns als ‚Fake’

6. SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Konstruktion virtueller Identitäten in Internet-Chatforen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich Nutzer im anonymen Raum inszenieren, welche Rollen sie dabei einnehmen und inwiefern diese virtuellen Identitäten reale Persönlichkeitsanteile widerspiegeln oder fiktive Maskeraden darstellen.

  • Teilnehmende Beobachtung als qualitative Forschungsmethode
  • Konflikt zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikationsform
  • Prozesse der Identitätsbildung und Selbstinszenierung im Chat
  • Phänomene wie Genderswapping und der Umgang mit Anonymität
  • Wechselwirkung zwischen virtueller Welt und realem Alltag

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Turn und Turn-Taking

Unabhängig von der Kommunikationsform bestehen Gesetzmässigkeiten, welche in irgendeiner Form eingehalten werden müssen, damit bewusste Kommunikation funktionieren kann.

Kommunikation setzt sich aus so genannten ‚Turns’ zusammen. Ein Turn ist eine Redeeinheit, welche im Idealfall nicht unterbrochen wird. Der Turn ist also das, was ein Individuum tut, wenn es in einem Gespräch an der Reihe ist – sprechen. Da sich die Kommunikation aus verschiedenen Turns zusammensetzt, werden diese auch als Gesprächsschritte bezeichnet.

Die Kunst ist es, diese Turns oder Gesprächsschritte so aneinander zu hängen, dass weder Lücken entstehen, welche den Zusammenhang zwischen den Turns und somit den Kommunikationscharakter stören, noch die Turns vor ihrem Ende abzuschneiden.

Das ‚Turn-Taking’-System legt folglich die Regeln fest, nach welchen die Gesprächsschritte, beispielsweise im Rahmen eines mündlichen Gesprächs, auf die Teilnehmer verteilt werden und wie die Turns in der Gesprächsstruktur koordiniert werden. Dabei gilt die Regel: No gaps, no overlaps. Es sollen also weder Lücken noch Überschneidungen entstehen. 13

Das Turn-Taking-System sorgt somit dafür, dass einzelne Turns an Sprecher verteilt werden. Mit der Übergabe des Turns erhält ein Sprecher das Recht, zu sprechen. Die Übergabe dieser Turns erfolgt an so genannten übergaberelevanten Stellen. Diese übergaberelevanten Stellen können das Ende einer Phrase oder eines Satzes sein, durch Intonation oder mit einer Pause gekennzeichnet sein. Das anschliessend neu zu verteilende Rederecht kann folgendermassen selektiert sein: Bei der Fremdselektion ernennt der sprechende Teilnehmer den nächsten Sprecher. Dies kann beispielsweise mit einer konkreten, persönlich gerichteten Frage stattfinden oder mit einer Aufforderung geschehen. Bei der Selbstselektion nimmt sich ein Teilnehmer selbst das Recht heraus, seinen Turn direkt an den vorausgegangenen Turn anzuhängen. Er gibt, beziehungsweise nimmt sich also selbst das Rederecht. Bei der Erweiterung des eigenen Turns spricht der gleiche Teilnehmer weiter. Dies kann vorkommen, wenn dieser niemanden zu einer Äusserung eines Turns auffordert, kein Teilnehmer einen Turn anhängt oder aber, wenn der sprechende Teilnehmer seinen bereits geäusserten Turn erweitert oder auch einen unabhängigen Turn anhängt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Forschungsfeld der Internet-Chatkommunikation und Erläuterung der Motivation zur Wahl der Methode der teilnehmenden Beobachtung.

2. DIE METHODE – TEILNEHMENDE BEOBACHTUNG: Darstellung der theoretischen Grundlagen der teilnehmenden Beobachtung und deren spezifische Modifikation für das virtuelle Forschungsfeld des Chats.

3. ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DES CHAT: Historischer Abriss über die technischen Wurzeln des Chattens, von den Anfängen mit 'Talk' bis hin zu modernen Webchats und instant-messaging-basierten Systemen.

4. DER CHAT – VERSUCH EINER DEFINITION: Klärung zentraler Begriffe der Chatkommunikation, einschließlich der Abgrenzung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie der Analyse von Kommunikationsritualen.

5. IDENTITÄT – REALITÄT ODER FIKTION?: Hauptteil, der sich mit der Konstruktion virtueller Identitäten, der Selbstmaskierungsthese und der Selbsterkundungsthese sowie konkreten Fallbeispielen und Genderswapping befasst.

6. SCHLUSSWORT: Reflexion der Forschungsergebnisse und Fazit über den Einfluss der Anonymität auf die Identitätsinszenierung im Internet.

Schlüsselwörter

Chatkommunikation, Identitätskonstruktion, Teilnehmende Beobachtung, Virtuelle Identität, Genderswapping, Anonymität, Internet, Kommunikation, Selbstinszenierung, Realität, Fiktion, Sozialwissenschaft, Online-Beziehungen, Mediale Kommunikation, Chat-Kultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Mechanismen der Selbstdarstellung und Identitätsbildung im Internet, speziell in der Umgebung von Chatforen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Konstruktion virtueller Persönlichkeiten, das Spannungsfeld zwischen Realität und Fiktion sowie die psychologischen Motive hinter der Teilnahme an anonymen Chats.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Autoren untersuchen, wie Nutzer ihre Identität im anonymen Chat inszenieren, welche Rollen sie dabei wählen und wie sich die virtuelle Selbstdarstellung zur realen Person verhält.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autoren verwenden die Methode der teilnehmenden Beobachtung, wobei sie aktiv Profile anlegen und in Interaktion mit anderen Chatteilnehmern treten, um Verhaltensmuster zu erforschen.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Definition des Chats, der Abgrenzung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, der Identitätsbildung anhand von Profilen und dem Phänomen des 'Genderswapping'.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Identitätskonstruktion, Virtuelle Welt, Anonymität, Selbstmaskierung, Selbsterkundung und mediale Inszenierung.

Wie gehen die Autoren mit dem Phänomen des 'Genderswapping' um?

Sie führen einen eigenen Praxistest durch, bei dem sie Geschlechterrollen im Chat bewusst tauschen, um die Reaktionen der Mitnutzer auf die Identitätswahl 'cleopatra160' oder 'caesar28' zu analysieren.

Welche Rolle spielt die Anonymität im Internet für die Chatteilnehmer?

Die Anonymität wird als Schutzraum interpretiert, der es Nutzern ermöglicht, mit Identitäten zu experimentieren, ohne soziale Sanktionen der realen Welt fürchten zu müssen.

Zu welchem Schluss kommen die Autoren bezüglich der 'Echtheit' von Chat-Identitäten?

Es wird festgestellt, dass eine strikte Trennung zwischen Realität und Fiktion oft unmöglich ist, da auch die reale Person ihr Verhalten ständig inszeniert und die virtuelle Identität meist Rückschlüsse auf das reale Bedürfnis nach Selbstpräsentation zulässt.

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Details

Title
Der Chat - Eine kommunikationstheoretische und inszenierungstechnische Betrachtung
College
University of Basel  (Deutsches Seminar)
Grade
1.00
Authors
Hédi Róka (Author), Florian Weber (Author)
Publication Year
2008
Pages
89
Catalog Number
V93828
ISBN (eBook)
9783638064514
Language
German
Tags
Chat Eine Betrachtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hédi Róka (Author), Florian Weber (Author), 2008, Der Chat - Eine kommunikationstheoretische und inszenierungstechnische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93828
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