Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit beschäftigt sich mit den Fuggern als oberdeutsches Unternehmen, vornehmlich mit Jakob Fugger sowie mit dem ausgehenden 15. bzw. dem beginnendem 16. Jahrhundert, und will einen Überblick über den Aufstieg, über die wirtschaftlichen und nichtwirtschaftlichen Bedingungen, die für diesen nötig waren, geben. Am Ende der Hausarbeit sollen folgende Fragen beantwortet sein:
- Lag es nur an den günstigen Konjunkturverhältnissen, dass das Unternehmen der Fugger solch einen Aufstieg erlebte?
- Oder lag der Erfolg nur an den Persönlichkeiten, speziell an der des Jakob Fuggers?
- Hatte der allgemeine Wandel vom Mittelalter zur Neuzeit, u. a. durch die Erschließung neuer Handelsplätze, durch die Entdeckung Amerikas und der sich damit veränderten Weltsicht, Einfluss auf den Aufstieg der Fugger zu einem der größten Unternehmen in dieser Zeit?
- Inwiefern war die Verbindung zu dem Habsburger Herrschhaus ausschlaggebend für den enormen Aufschwung der Gesellschaft? Ist die Monopolstellung der Fugger im Montanwesen erst durch dieses begründet worden?
- Kann man Jakob Fugger als einen Frühkapitalisten bezeichnen?
Um diese Fragestellungen beantworten zu können, hat die Verfasserin die Arbeit, wie folgend beschrieben, gegliedert. Zuerst werden die Rahmenbedingungen der Zeit, d. h. die Entwicklungen Deutschlands und Europas, die Stellung der Stadt Augsburg, die Entfaltungen im Handel und im Gewerbe, überblicksartig thematisiert. Es schließt sich eine Zusammenfassung über den Aufstieg der Fugger bis Jakob Fugger dem Reichen an. Danach folgt eine intensive Darstellung zu Jakob Fugger und zu seiner hervorgehobenen Stellung, wobei besonders auf die Beziehungen zum Herrscherhaus geachtet und versucht wird, in angemessenem Rahmen die wichtigsten Verträge und Anleihen herauszustellen. Auch auf die wichtigsten Aspekte seiner sog. Familienpolitik wird eingegangen. Anschließend wird die Frage diskutiert, ob Jakob Fugger der Reiche als ein Frühkapitalist bezeichnet werden kann. Es folgt die kurze Beschreibung der Entwicklung des Fuggerschen Unternehmens bis zum 17. Jahrhundert, bevor im abschließenden Teil dieser Arbeit auf die o. g. Fragen Bezug genommen wird.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Rahmenbedingungen
1. Deutschland und Europa im 15./16. Jahrhundert
2. Die Stadt Augsburg
3. Handel und Gewerbe
III. Auf- und Abstieg der Fugger vom 14. bis zum 17. Jahrhundert – Jakob Fugger der Reiche und seine besondere Rolle
1. Der Aufstieg bis Jakob Fugger der Reiche
2. Jakob Fugger der Reiche und seine besondere Rolle
a) Geburt und Ausbildung
b) Eintritt in das Familienunternehmen und erste Bestrebungen – Kupfer- und Silberhandel und bedeutende Verträge mit den Habsburgern bis 1500
c) Die Gesellschaft ab 1500 und ihre besonderen Beziehungen zu Maximilian I.
d) Die Kaiserwahl Karls V. und die Folgen für die Fuggersche Gesellschaft
e) Tod und Testament
f) Zwischenbilanz - Verdienst Jakob Fuggers
3. Jakob Fugger – Ein Frühkapitalist?
4. Die Entwicklung bis zum 17. Jahrhundert
IV. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht den Aufstieg der Fugger zu einem der bedeutendsten oberdeutschen Unternehmen im ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, inwieweit wirtschaftliche Konjunktur, persönliches unternehmerisches Geschick sowie die enge Verflechtung mit dem Haus Habsburg zum Erfolg beitrugen und ob Jakob Fugger der Reiche als Frühkapitalist einzustufen ist.
- Wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen im 15./16. Jahrhundert
- Die historische Entwicklung des Fuggerschen Familienunternehmens
- Die Rolle von Jakob Fugger im Kontext der Habsburger Politik
- Unternehmensführung, Familienpolitik und das Testament von 1525
- Diskussion des Kapitalismusbegriffs und dessen Anwendung auf das Fugger-Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2. Jakob Fugger der Reiche und seine besondere Rolle
Jakob Fugger der Reiche wurde am 6. März 1459 in Augsburg als Sohn der Barbara Fugger, geborene Bäsinger und des Jakob Fuggers geboren. Ursprünglich war er für eine geistige Laufbahn vorgesehen, die er jedoch nicht einschlug. In Italien erwarb Jakob Fugger der Reiche Kenntnisse über das Hochfinanzwesen - in Italien gab es das erste nennenswerte europäische Bankiertum - und sein späterer wirtschaftlicher Geist wurde in Italien unter anderem durch das Beobachten der Handelskompagnien geprägt. Auch wenn sein Aufenthalt für damalige Verhältnisse recht kurz war, erwarb Jakob Fugger der Reiche dort wichtige (Er)Kenntnisse über die Buchführung, über den Wechsel, über Transporte und Warengattungen und über finanzpolitische Fragen. Er erlernte in Italien sozusagen „die Grundsätze des Wechselspiels von Wirtschaft und Politik“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung nach den Erfolgsfaktoren der Fugger und diskutiert die Einordnung von Jakob Fugger als Frühkapitalist im historischen Kontext.
II. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen in Europa und Deutschland sowie die wirtschaftliche Sonderstellung der Stadt Augsburg im 16. Jahrhundert.
III. Auf- und Abstieg der Fugger vom 14. bis zum 17. Jahrhundert – Jakob Fugger der Reiche und seine besondere Rolle: Hier wird der Aufstieg des Familienunternehmens von den Anfängen über die Ära Jakob Fuggers bis zur Entwicklung im 17. Jahrhundert nachgezeichnet.
IV. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass der Aufstieg der Fugger auf einer Wechselwirkung aus äußeren Faktoren und persönlichen Fähigkeiten basierte und bestätigt die (früh)kapitalistischen Züge des Unternehmens.
Schlüsselwörter
Fugger, Jakob Fugger der Reiche, Frühkapitalismus, Wirtschaftsgeschichte, Habsburger, Augsburg, Montanindustrie, Silberhandel, Kupferhandel, Handelsgesellschaft, Bankwesen, Kapitalismus, Familienpolitik, Maximilian I., Karl V.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Aufstieg der Fugger als einflussreiches oberdeutsches Familienunternehmen an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Expansion des Fugger-Handels, die enge Verflechtung mit der Politik der Habsburger und die Untersuchung kapitalistischer Strukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den Erfolgsfaktoren der Fugger und untersucht kritisch, ob Jakob Fugger als ein Frühkapitalist bezeichnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Verfasserin?
Die Verfasserin verwendet eine historische und wirtschaftshistorische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Quellen und Dokumenten wie den Fugger-Testamenten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Rahmenbedingungen der Zeit, die detaillierte Biografie und Rolle Jakob Fuggers, seine Beziehungen zum Adel und die Entwicklung des Unternehmens bis ins 17. Jahrhundert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fugger, Frühkapitalismus, Wirtschaft, Habsburger, Augsburg, Handelsgesellschaft und Kapitalismus.
Welche Bedeutung hatte das Testament von 1525 für das Unternehmen?
Das zweite Testament wird als "Grundgesetz der Fugger" bezeichnet, da es den Fortbestand des Unternehmens durch klare Nachfolgeregelungen und den Schutz des Vermögens sicherte.
Inwiefern beeinflusste die Politik den unternehmerischen Erfolg der Fugger?
Die Fugger waren durch Anleihen und finanzielle Unterstützung eng mit Herrscherhäusern wie den Habsburgern verbunden, was ihnen Privilegien sicherte, sie aber auch in politische Abhängigkeiten brachte.
Warum wird Jakob Fugger in der Arbeit als Frühkapitalist diskutiert?
Er verfügte über Eigenschaften wie Gewinnmaximierung, unternehmerische Rationalität und effektive Organisationsstrukturen, die als Grundlagen des Kapitalismus gelten.
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- Cora Wenzel (Author), 2006, Die Fugger - Aufstieg der Familiengesellschaft unter besonderer Berücksichtigung von Jakob Fugger dem Reichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93835