Am Ende meines Bachelorstudiums ist es nun an der Zeit diese acht Semester Revue passieren zu lassen, Bilanz zu ziehen und einen Blick auf meine persönliche professionelle Entwicklung, welche im Laufe dieser Zeit geschah, zu werfen. Auf Grund dessen werde ich in der vorliegenden Arbeit meine wichtigsten Erkenntnisse aus den vergangenen Semestern mit meinen Erfahrungen verknüpfen und darlegen. Dabei werde ich die zwei theoretischen Ansätze und Modelle, welche mich nachhaltig geprägt und besonders stark beeinflusst haben genauer erläutern und mithilfe von Fachliteratur und früherer Arbeitsprodukten aus der Praxis (Unterrichtsplanungen, Hospitationsprotokolle etc.) meine individuellen Entwicklungsschritte aufzeigen.
Im ersten Kapitel werde ich dabei einige Merkmale einer erfolgreichen Lehrperson erläutern und diese mit meinen persönlichen Entwicklungen verknüpfen. Folglich werde ich auf die Domänen der Lehrerprofessionalität genauer eingehen und aufzeigen, wie ich mich in diesen Kompetenzen innerhalb der letzten Jahre verbessern konnte. Weiters werde ich die 10 Kriterien eines guten Unterrichts von Hilbert Meyer anführen und auf drei davon intensiver Bezugnehmen und mit meinen Praxiserfahrungen in Verbindung bringen. In all jenen Kapitel werde ich dabei oft Bezug zu meinen persönlichen, anfänglichen Entwicklungszielen nehmen um auf diese Weise meinen Fortschritt vom Beginn des Studiums bis hin zu der Lehrperson, die ich jetzt bin am besten aufzeigen zu können. Im vorletzten Kapitel werde ich noch kurz den Themenabriss des Workshops anführen, worauf hin das letzte Kapitel mit einem abschließenden Fazit die Arbeit vollendet. [...]
Dass ich Lehrerin später einmal werden möchte, wusste ich schon seit meiner Kindheit. Ich kann mich noch genau erinnern als ich vor vielen Jahren die Frage „Was willst du später einmal werden? Was ist dein Traumberuf?“ in jedem Freundschaftsbuch gleich beantwortet habe, nämlich mit Lehrerin. Durch meine schulische Laufbahn bestätigte sich dieser Gedanke immer mehr, denn ich hatte das große Glück von vielen großartigen und inspirierenden Lehrkräften unterrichtet zu werden, welche mich bei der Entscheidung für den Beruf Lehrer positiv beeinflussten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was macht eine gute Lehrperson aus? – Meine professionelle Entwicklung in den Merkmalen einer erfolgreichen Lehrperson
3. Epik-Domäne
3.1. Reflexions- und Diskursfähigkeit
3.2. Professionsbewusstsein
3.3. Kollegialität
3.4. Differenzierungsfähigkeit
3.5. Personal Mastery
4. 10 Merkmale eines guten Unterrichts
4.1. Hoher Anteil echter Lernzeit
4.2. Methodenvielfalt
4.3. Inhaltliche Klarheit
5. Themenabriss des Workshops
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit reflektiert den persönlichen Professionalisierungsweg der Autorin während ihres Lehramtsstudiums. Ziel ist es, zentrale theoretische Modelle zur Lehrerprofessionalität und Unterrichtsqualität mit den in der schulpraktischen Ausbildung gesammelten Erfahrungen zu verknüpfen, um den individuellen Lernfortschritt zur angehenden Lehrperson nachzuvollziehen.
- Reflexion der persönlichen Entwicklung zur Lehrperson
- Anwendung der Epik-Domänen auf das eigene professionelle Handeln
- Analyse von Unterrichtsqualität anhand der 10 Merkmale nach Hilbert Meyer
- Bedeutung von Feedback, Flexibilität und Reflexionsfähigkeit
- Thematisierung von Diskriminierungserfahrungen im Bildungswesen
Auszug aus dem Buch
3.1. Reflexions- und Diskursfähigkeit
Wie ich schon im obenstehenden Kapitel kurz erläutert habe, so sind sich auch Forscher einig, dass kompetente Lehrpersonen reflektieren können. Damit ist also gemeint, dass Lehrpersonen die Fertigkeit besitzen sollen, sich von deren eigenen Handeln zu distanzieren und somit über die eigenen Unterrichtsgeschehnisse zu urteilen (vgl. Schratz et. al 2008: 130). Direkt im Bezug zur Fähigkeit reflektieren zu können, steht laut Schratz et al. auch das Kompetenzfeld Diskursfähigkeit, also einen fachlichen Austausch unter Kollegen führen zu können. Diese zwei Fähigkeiten sind der Kern des professionellen Handelns (vgl. ebd.). Wie schon in Kapitel 2 kurz erwähnt, wurde meine Reflexionskompetenz besonders durch die Reflexion im Nachhinein in den Unterrichtsnachbesprechungen (reflection-on-action) mit der Betreuungslehrperson verbessert. Gleichzeitig entwickelte ich mich dabei im Kompetenzfeld der Diskursfähigkeit, da ich mit Kolleginnen oft einen Fachdiskurs führte.
Gerade in meinen ersten Praktika wusste ich oft noch gar nicht, was ich in den Nachbesprechungen selbst berichten soll. Dies wurde dann oft zu einem von der Betreuungslehrkraft gehaltenen Monolog bezüglich meiner Stärken und Schwächen. Umso mehr Unterrichtseinheiten ich jedoch hielt, umso öfter begann ich mein eigenes Tun und Handeln kritisch selbst zu reflektieren, zuerst nur im Anschluss an den Unterricht, später jedoch auch schon direkt im Unterricht selbst. In den Besprechungen teilte ich meine persönliche Sichtweise mit der Lehrkraft und begann auch selbst über meinen eigenen Unterricht zu urteilen, verknüpfte dies oft mit pädagogischen theoretischen Modellen und führte somit gleichzeitig einen fachlichen Diskurs mit meiner Praxislehrperson.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation für den Lehrberuf, geprägt durch eine inspirierende Lehrperson in ihrer eigenen Schullaufbahn und das Ziel, ihre professionelle Entwicklung während des Studiums zu reflektieren.
2. Was macht eine gute Lehrperson aus? – Meine professionelle Entwicklung in den Merkmalen einer erfolgreichen Lehrperson: Es wird die Bedeutung von Motivation, Leidenschaft und einer professionellen Haltung beleuchtet, wobei Reflexion und Flexibilität als zentrale Kompetenzen für den Lernerfolg identifiziert werden.
3. Epik-Domäne: In diesem Kapitel werden die fünf Domänen der Lehrerprofessionalität nach Schratz et al. diskutiert und die persönliche Entwicklung der Autorin in diesen Bereichen (Reflexions- und Diskursfähigkeit, Professionsbewusstsein, Kollegialität, Differenzierungsfähigkeit, Personal Mastery) dargelegt.
4. 10 Merkmale eines guten Unterrichts: Die Autorin setzt sich kritisch mit den Qualitätskriterien nach Hilbert Meyer auseinander und reflektiert ihren Fortschritt hinsichtlich der echten Lernzeit, Methodenvielfalt und inhaltlichen Klarheit anhand von Praxiserfahrungen.
5. Themenabriss des Workshops: Ein kurzer Überblick über die Inhalte eines während des Seminars durchgeführten Workshops zur religiösen Vielfalt und Diskriminierung im Bildungswesen.
6. Fazit: Die Autorin zieht Bilanz über ihren Professionalisierungsweg, betont den Wert der praktischen Erfahrungen und blickt motiviert auf ihre zukünftige Tätigkeit als Lehrerin.
Schlüsselwörter
Lehrerprofessionalität, Unterrichtsqualität, Reflexionsfähigkeit, Diskursfähigkeit, Epik-Domänen, Hilbert Meyer, Schulpraktikum, Methodenvielfalt, echter Lernzeit, Lehrer-Schüler-Beziehung, Professionsbewusstsein, Personal Mastery, Differenzierungsfähigkeit, inklusive Bildung, diskriminierungsfreies Bildungswesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit dokumentiert den persönlichen Professionalisierungsweg der Autorin während ihres Bachelorstudiums und verknüpft theoretische Modelle mit den Erfahrungen aus ihren Schulpraktika.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Lehrkompetenzen (EPIK-Domänen), der Gestaltung von Unterrichtsqualität nach Hilbert Meyer sowie der Reflexion über Herausforderungen in der Schulpraxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den eigenen Lernprozess und die persönliche Entwicklung vom Studienbeginn bis zum Ende des Bachelorstudiums durch Reflexion von Theorie und Praxis nachzuvollziehen.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Autorin nutzt vor allem die fünf Domänen der Lehrerprofessionalität nach Schratz et al. sowie die 10 Merkmale guten Unterrichts nach Hilbert Meyer als theoretische Basis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der persönlichen Entwicklung in den EPIK-Domänen und die konkrete Anwendung und Reflexion der Qualitätskriterien für Unterricht in verschiedenen Praxissituationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lehrerprofessionalität, Reflexionsfähigkeit, Methodenvielfalt, Unterrichtsqualität und der Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer.
Wie geht die Autorin mit dem Thema Diskriminierung um?
Im fünften Kapitel wird ein Workshop-Abriss zur religiösen Vielfalt präsentiert, der durch Daten zur Diskriminierung an österreichischen Schulen unterfüttert wird, um für diese Problematik zu sensibilisieren.
Warum ist das Feedback der Schüler für die Autorin so wichtig?
Die Autorin betont, dass Feedback essenziell für den Lernerfolg ist, da es der Lehrperson hilft, das eigene Handeln anzupassen und Lehren und Lernen effektiver aufeinander abzustimmen.
Welchen Stellenwert hat die Reflexion in der Arbeit?
Reflexion ist das zentrale Element der Arbeit; sie wird sowohl als Kompetenz zur Verbesserung des eigenen Unterrichts als auch als Methode zur kontinuierlichen beruflichen Weiterentwicklung begriffen.
Was nimmt sich die Autorin für ihre Zukunft als Lehrperson vor?
Sie möchte diszipliniert an ihrer Persönlichkeit und Professionalität arbeiten, Fehler als Lernchancen begreifen und die erlernten Methoden in ihrer zukünftigen Berufstätigkeit gezielt weiterentwickeln.
- Quote paper
- Romana Pfurtscheller (Author), 2020, Persönlicher Professionalisierungsweg als Lehrperson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938382