Diese Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, einen Überblick über die verschiedenen Formen atypischer Beschäftigung – in Abgrenzung zum Normalarbeitsverhältnis – zu verschaffen und behandelt die subjektiven Verarbeitungsformen prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Es wird die Frage gestellt, wie die betreffenden Personen prekäre / atypische Beschäftigung in der „Zone der Integration“, der „Zone der Prekarität“ und der „Zone der Entkopplung“ subjektiv wahrnehmen und verarbeiten.
In den Medien und der Politik ist spätestens seit den Hartz-Gesetzen immer wieder von prekärer beziehungsweise atypischer Beschäftigung die Rede: „Viele Minijobber arbeiten auf Abruf“ oder „Der deutsche Arbeitsmarkt driftet auseinander“ titeln die Zeitungen in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung / -definition
2.1. Normalarbeitsverhältnis
2.2. Atypische Beschäftigungsverhältnisse
2.3. Prekarität / Prekarisierung / prekäre Beschäftigung
3. Subjektive Verarbeitungsformen prekärer Beschäftigung
3.1. Zone der Integration
3.2. Zone der Prekarität
3.3. Zone der Entkopplung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen prekärer Beschäftigung und analysiert, wie betroffene Individuen ihre Arbeits- und Lebenssituation in den theoretischen „Zonen“ der Integration, Prekarität und Entkopplung wahrnehmen und subjektiv verarbeiten.
- Abgrenzung zwischen Normalarbeitsverhältnissen und atypischen Beschäftigungsformen
- Theoretische Fundierung der Begriffe Prekarität und Prekarisierung
- Anwendung des Drei-Zonen-Modells nach Robert Castel zur Einordnung von Erwerbsbiografien
- Analyse subjektiver Bewältigungsstrategien von Erwerbspersonen
- Diskussion politischer Handlungsoptionen zur Entprekarisierung
Auszug aus dem Buch
3.3. Zone der Entkopplung
In der Zone der Entkopplung zeigt sich die erschwerte Lebensplanung am stärksten, denn diejenigen, die den „Abgehängten“ (Typ 9) zuzuordnen sind, sind nicht in der Lage die Zukunft über den Tag hinaus zu planen. Selbiges gilt auch bei den „Veränderungswilligen“ (Typ 8). Jene „Veränderungswilligen“ hoffen jedoch immer noch auf eine Normalisierung ihrer Beschäftigungsbiografien. Im Gegensatz dazu haben sich die „Abgehängten“ mit einem Leben abseits der regulären Erwerbstätigkeit arrangiert und die Abwesenheit eines festen Arbeitsplatzes sowie ein relativ gesichertes Einkommen indiziert „eine Desorganisation des Raum- und Zeitempfindens“. (Dörre 2007a: 19)
Die Personen aus der Zone der Entkopplung messen den Integrationsmaßnahmen, die von Staat gefördert werden, keine allzu große Bedeutung und Wichtigkeit bei:
„Vielmehr haben die Arbeitslosen allesamt große Findigkeit entwickelt, um sich mit informeller Arbeit, Gelegenheitsjobs ohne jegliche soziale Sicherung, durchzuschlagen.“ (ebenda)
Somit mit sind auch Sie nicht gänzlich ohne Arbeit und versuchen ihre Subsistenz durch Verdienste in der Schattenwirtschaft zu verbessern und viele charakterisieren sich als „arbeitende Arbeitslose“. (Dörre 2006: 185)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz prekärer Beschäftigung im politischen Diskurs dar und definiert das Ziel, subjektive Verarbeitungsformen in verschiedenen gesellschaftlichen Zonen zu untersuchen.
2. Begriffsklärung / -definition: Dieses Kapitel erläutert das normative Leitbild des Normalarbeitsverhältnisses und grenzt dieses von verschiedenen atypischen Beschäftigungsformen sowie den Begriffen Prekarität und Prekarisierung ab.
3. Subjektive Verarbeitungsformen prekärer Beschäftigung: Dieser Hauptteil analysiert basierend auf einem Drei-Zonen-Modell, wie Individuen ihre prekäre Erwerbssituation in den Zonen der Integration, Prekarität und Entkopplung subjektiv erleben.
4. Fazit: Das Fazit fasst die wechselseitigen Wirkungen zwischen den Zonen zusammen und diskutiert politische Lösungsansätze für eine entprekarisierende Neuordnung des Arbeitsmarktes.
Schlüsselwörter
Prekäre Beschäftigung, Atypische Beschäftigungsverhältnisse, Normalarbeitsverhältnis, Prekarität, Prekarisierung, Arbeitsmarkt, Drei-Zonen-Modell, Subjektive Verarbeitung, Soziale Desintegration, Arbeitslosigkeit, Schattenwirtschaft, Leiharbeit, Flexibilisierung, Sozialstruktur, Erwerbsarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wachsenden Verbreitung atypischer Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland und untersucht die Auswirkungen dieser Arbeitsformen auf das subjektive Empfinden der Betroffenen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Abgrenzung von Normalarbeit zu atypischer Arbeit, die theoretische Definition von Prekarisierungsprozessen sowie die Anwendung eines Drei-Zonen-Modells auf die Arbeitsgesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Gruppen von Erwerbstätigen ihre prekäre Lage wahrnehmen, bewerten und welche subjektiven Verarbeitungsformen sie entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und ordnet verschiedene Beschäftigungstypen anhand einer existierenden Typologie (Drei-Zonen-Modell) ein.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den drei Zonen der Integration, Prekarität und Entkopplung, wobei spezifische Erwerbsbiografien und deren subjektive Belastungssituationen diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie prekäre Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis, soziale Desintegration und Prekarisierung bestimmt.
Wie unterscheidet sich die „Zone der Entkopplung“ von der „Zone der Integration“?
Während in der Zone der Integration soziale Sicherheit und eine längerfristige Lebensplanung möglich sind, zeichnet sich die Zone der Entkopplung durch den dauerhaften Ausschluss aus dem regulären Beschäftigungssystem aus.
Welche Rolle spielt der sogenannte „Klebeeffekt“ in der Leiharbeit?
Der Klebeeffekt beschreibt die Hoffnung, dass Leiharbeit als Sprungbrett in ein unbefristetes Normalarbeitsverhältnis fungiert, wobei die Arbeit kritisch anmerkt, dass dieser Übergang wissenschaftlich umstritten ist.
- Arbeit zitieren
- Max Roschach (Autor:in), 2018, Prekäre Beschäftigung. Subjektive Verarbeitungsformen in den Zonen der Integration, Prekarität und Entkopplung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938448