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Live-In-Arrangements. Herausforderungen und Chancen für osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland

Title: Live-In-Arrangements. Herausforderungen und Chancen für osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland

Term Paper , 2020 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Knipp (Author)

Nursing Science - Geriatric Care
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Diese Arbeit setzt sich mit dem Einsatz von „Live-In“ aus Osteuropa in deutschen privat Haushalten auseinander. Die Fragestellung lautet: „Welche Herausforderungen begegnen „Live-In“ in den privaten Haushalten und welche möglichen Chancen bieten sich ihnen in den Beschäftigungsverhältnissen?

Wer übernimmt die Versorgung, wenn Familienangehörige, ambulante oder die stationäre Pflege für die Pflegebedürftigen nicht in Frage kommt? Oft sind die Kinder berufstätig und können sich zeitlich nicht um Ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern. Aufgrund der mangelnden Zeit greifen die pflegenden Angehörigen auf eine „preiswerte“ Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch Betreuungskräfte aus Osteuropa zurück. Der Generationenvertrag von Pflege durch Angehörige verliert immer mehr an Bedeutung.

Laut Schätzungen von Thomas Klie ist von insgesamt 600.000 Haushaltshilfen, Betreuungskräften, „Pflegekräften“ aus Mittel- und Osteuropa auszugehen. Die Folge: In 10.000 deutschen privaten Haushalten arbeiten Migranten aus Mittel und Osteuropa meist „illegal“. Andere Schätzungen gehen von 300.000 bis 400.000 „Live-In“ Beschäftigten, meist Frauen aus. Die geschätzten Zahlen sind statistisch jedoch schwer zu erfassen, da es kaum Kontrollen gibt über die „irregulären“ Arbeitsverhältnisse und den Aufenthalt der Beschäftigten.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung / Problemstellung

2. Überblick „Live-In-Arrangements“ in Deutschland

3. Forschungsstand

4. Rechtsgrundlagen & Vermittlungsmodelle in Deutschland

4.1 “Grauer Markt“ – in „Live-In“ Beschäftigungsverhältnissen

5. Definition: Dienstleistung

5.1 Dienstleistungen in privaten Haushalten älterer Menschen

6. Exkurs „Menschenwürde“

7. Arbeitsbedingungen in „Live-In“ - Settings

7.1 Gesetzliche Vergütung VS „Niedriglohn“

7.2 Arbeitszeit

7.3 Pausenzeiten & Freizeitverhalten im „Live-In“- Praxisalltag

7.4 Wohnverhältnis & soziales Umfeld

7.5 „Menschenunwürdige“ Arbeitsbedingungen in „Live-In-Arrangements“

8. Herausforderungen in „Live-In“ – Arrangements

8.1 „Hilf- und Machtlosigkeit“

8.2 Zugang zu medizinischer Versorgung

8.3 Ausbeutung versus europäische Freiheit

8.4 Gewalt in „Live-In“ – Arrangements

9. Diskussion / Erkenntnisgewinn

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen Arbeitsverhältnisse von osteuropäischen Betreuungskräften in deutschen Privathaushalten, um die Herausforderungen sowie möglichen Chancen dieser sogenannten „Live-In“-Arrangements unter Berücksichtigung rechtlicher, sozialethischer und praktischer Aspekte zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Vermittlungsmodelle in Deutschland
  • Arbeitsbedingungen, Entlohnung und die Problematik des „Grauen Marktes“
  • Herausforderungen wie Machtgefälle, fehlende Abgrenzung und soziale Isolation
  • Die sozialethische Perspektive auf „menschenunwürdige“ Arbeitsbedingungen
  • Chancen und Potenzial der „Live-In“-Betreuung als Versorgungsalternative

Auszug aus dem Buch

8.4 Gewalt in „Live-In“ – Arrangements

Durch die physischen Belastungen und dauerhafte Anwesenheit und Bereitschaft in den Beschäftigungsverhältnissen kann ein erhöhtes Gewaltpotential entstehen, welches jedoch wenig thematisiert wird. Gerade bei der Betreuung von Menschen mit Demenz, die oft durch die Krankheit Verhaltensauffälligkeiten zeigen (z.B. Schreien, Ruhelosigkeit), entsteht eine Überlastung und Stress der „Live-In“, welcher die Entstehung von Gewalt begünstigt. Die oft nicht fachlich ausgebildeten Beschäftigten stoßen an die Grenzen des „Verstehen“ und dem richtigen Umgang mit Pflegebedürftigen in diesen Ausnahmesituationen. Aber nicht nur Gewalt auf die Pflegebedürftigen ist möglich, auch „Live-In“ werden Opfer von körperlicher und sexualisierter Gewalt im Privathaushalt. Die folgenden Faktoren begünstigen das Gewaltpotential. Die engen Räumlichkeiten in den privaten Haushalten und das häufige allein sein mit dem Gegenüber ist ein möglicher Grund für die Entstehung von Gewalt. Es kommt zu verbaler Gewalt, durch Beleidigungen oder der Androhung von Schlägen, welches von befragten „Live-In“ berichtet wird. Zu einer Anklage oder Konsequenzen für die jeweilige Seite kommt es meist nicht. Der Grund beruht auf der isolierten Lebenssituation und den nicht vorhandenen Zeug_innen. (vgl. Mitwali 2016, S.26)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung / Problemstellung: Die Arbeit führt in die zunehmende Pflegebedürftigkeit in Deutschland ein und skizziert den wachsenden Bedarf an Betreuungskräften aus Osteuropa als Antwort auf Versorgungslücken.

2. Überblick „Live-In-Arrangements“ in Deutschland: Es wird definiert, was „Live-In“-Arrangements sind und welche Rolle sie im Kontext der Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in Deutschland spielen.

3. Forschungsstand: Dieses Kapitel fasst bisherige Studien zusammen, die sich mit den Erfahrungen, Biografien und Arbeitsbedingungen von Care-Migrantinnen befassen.

4. Rechtsgrundlagen & Vermittlungsmodelle in Deutschland: Es werden die verschiedenen Vermittlungsmodelle, von der Direktvermittlung bis zur Agenturarbeit, sowie die rechtlichen Grauzonen beleuchtet.

5. Definition: Dienstleistung: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Dienstleistungsbegriffs und dessen spezifische Anwendung auf die häusliche Betreuung.

6. Exkurs „Menschenwürde“: Ein philosophisch-rechtlicher Exkurs, der den Begriff der Menschenwürde nach dem Grundgesetz und Kant auf die Arbeitssituation in „Live-In“-Settings überträgt.

7. Arbeitsbedingungen in „Live-In“ - Settings: Eine detaillierte Analyse der Lohnsituation, Arbeitszeiten, Pausenregelungen und Wohnverhältnisse, die das Leben der Betreuungskräfte maßgeblich prägen.

8. Herausforderungen in „Live-In“ – Arrangements: Untersucht werden spezifische Probleme wie Hilflosigkeit, mangelnder Zugang zur medizinischen Versorgung, Ausbeutungstendenzen und das Gewaltpotenzial.

9. Diskussion / Erkenntnisgewinn: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt, um die Chancen und Risiken zu bewerten und politische Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Schlüsselwörter

Live-In, Betreuungskräfte, Osteuropa, Pflegebedürftigkeit, Privathaushalte, Arbeitsbedingungen, Menschenwürde, Schwarzarbeit, Grauer Markt, Ausbeutung, Demografischer Wandel, 24-Stunden-Pflege, Care-Migration, Sozialrecht, Arbeitsschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit den komplexen Arbeitsverhältnissen und den Lebensumständen von osteuropäischen Betreuungskräften, die in deutschen Privathaushalten in sogenannten „Live-In“-Arrangements tätig sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Vermittlung, die prekären Arbeitsbedingungen, sozialethische Fragestellungen zur Menschenwürde sowie die Herausforderungen für die betroffenen Betreuungskräfte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen zu identifizieren, denen Betreuungskräfte in diesen privaten Haushalten begegnen, und gleichzeitig zu eruieren, welche Chancen sich innerhalb dieser Beschäftigungsverhältnisse bieten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor führt eine umfassende Literaturanalyse und Auswertung aktueller Studien durch, um den Forschungsstand aufzuarbeiten und die Arbeitsbedingungen auf Basis sozialethischer und juristischer Erkenntnisse zu reflektieren.

Welche Aspekte werden im Hauptteil besonders hervorgehoben?

Besonderes Augenmerk liegt auf der Differenzierung zwischen legalen Modellen und dem „Grauen Markt“, der problematischen Abgrenzung von Arbeit und Privatleben sowie der permanenten Gefahr von Ausbeutung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Care-Migration, Live-In-Arrangements, Schwarzarbeit, Arbeitszeitschutz und menschenwürdige Bedingungen definiert.

Wie unterscheidet sich die „Live-In“-Betreuung von der klassischen ambulanten Pflege?

Im Gegensatz zu ambulanten Pflegediensten, die für spezifische Leistungen in den Haushalt kommen, wohnen „Live-In“-Kräfte mit den Pflegebedürftigen zusammen, was die professionelle Distanz erschwert und die Abgrenzung von Arbeits- und Freizeit nahezu aufhebt.

Welche Rolle spielt die „A1-Bescheinigung“ für diese Arbeitskräfte?

Die A1-Bescheinigung dient als Nachweis für die Sozialversicherungsträger, um sicherzustellen, dass die Sozialversicherung nicht in zwei Ländern geleistet werden muss; ihr Fehlen führt in der Praxis oft zu einer mangelnden Absicherung der Betreuungskräfte.

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Details

Title
Live-In-Arrangements. Herausforderungen und Chancen für osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Course
Berufspolitische Grundlagen - Gesundheitsberufe
Grade
1,7
Author
Christian Knipp (Author)
Publication Year
2020
Pages
17
Catalog Number
V938454
ISBN (eBook)
9783346267948
ISBN (Book)
9783346267955
Language
German
Tags
Care Migration Berufspolitische Grundlagen Gesundheitsmanagement Pflegemanagement 24h Pflege Live-In Osteuropäische Haushaltskräfte Pflege Gesundheit Ambulante Pflege
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Knipp (Author), 2020, Live-In-Arrangements. Herausforderungen und Chancen für osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938454
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