Nachhaltiges Tourmanagement. Welche Maßnahmen können getroffen werden?


Hausarbeit, 2020

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ausgangslage und Zielsetzung
1.2 Vorgehen

2. Begriffserklärung
2.1 Nachhaltigkeit
2.1.1 Ziele der Nachhaltigkeit
2.1.2 Problemdimensionen der Nachhaltigkeit
2.2 Tourmanagement

3. Nachhaltiges Tourmanagement
3.1 Ökologische Dimension
3.2 Ökonomische & Sozial-kulturelle Dimension

4. Kritische Betrachtung

5. Zusammenfassung

III. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Ausgangslage und Zielsetzung

„SKOLSTREJK FÖR KLIMATET“

Die Übersetzung in das Deutsche lautet: Schulstreik fürs Klima. Mit diesem Slogan verweigerte im Jahre 2018 die schwedische Klimaschutzaktivistin Gretha Thunberg, die Schule. Hierzu saß sie täglich während der Schulzeit vor dem schwedischen Reichstagsgebäude in Stockholm und hob ein Schild, mit oben genannten Slogan in den Händen (Gessen, 2018). Nach einem dreiwöchigen Streik kündigte Thunberg an, die Streiks an Freitagen solange durchzuführen, bis Schwedens Klimapolitik den Grundsätzen des Pariser Klimaabkommens entspreche. Auf der Onlineplattform Twitter verwendete sie dafür den Hashtag #FridaysForFutrue (Thunberg, 2018). Durch dieses Vorgehen entfachte Thunberg weltweite Schulstreiks, die allgemein als die Fridays For Future Bewegung bekannt wurden (Fridays For Future, 2020). Mit einer Stellungnahme der Bewegung Scientists 4 Future, bekundeten 16000 deutsche, österreichische und Schweizer Wissenschaftler ihre Unterstützung für die Schulstreiks (Fridays For Future, 2019).

Neben dem Klimawandel zeigt sich ein weiteres öffentliches Interesse an dem Gefälle zwischen Arm und Reich. Am 30. April 2019 schrieb die Westdeutsche Zeitung: „Das Gefälle zwischen Arm und Reich wächst“ (Eckers, 2019). Damit bezogen sie sich auf eine Studie der Hans Böckler Stiftung die herausfand, dass in dem Zeitraum von 1991 bis 2014 die Armen um 3% und die Reichen um 2% in ihrer Anzahl zugenommen haben. Die gleiche Studie zeigt auf wie durch eine Umverteilung des Einkommens eine derartige Kluft verhindert werden kann (Hans Böckler Stiftung, 2016). Aufgrund dieser oben genannten aktuellen Themen die den Wunsch in der Öffentlichkeit bestätigen, nach Ansätzen zu suchen, die die Probleme beheben. Diese Arbeit soll sich dem Tourmanagment von Musikern und Bands annehmen. Somit ergibt sich folgende Forschungsfrage:

Welche Maßnahmen können getroffen werden, um Tourmanagement nachhaltig zu gestalten?

1.2 Vorgehen

Im ersten Teil der Arbeit sollen die Begriffe Nachhaltigkeit und Tourmanagement geklärt werden. Bei der Nachhaltigkeit wird als erstes ein Allgemeiner Überblick gegeben. Hierzu werden die verschiedenen Interpretationen des Begriffes „Nachhaltigkeit“ erläutert und dargestellt. Im Anschluss werden sowohl Ziele der verschiedenen Gebiete der Nachhaltigkeit als auch die Problemdimensionen die sich daraus, in der heutigen Zeit entwickeln, gegeben. Der nächste Teil der Arbeit zeigt auf was unter dem Begriff Tourmanagement verstanden wird. Es wird im speziellen auf das „touring“ sowie auf verschiedene Merchandise-artikel eingegangen die bei einer Tour verkauft werden. Im Anschluss werden Konzepte zum Nachhaltigen Tourmanagement vorgelegt. Der Ansatz baut auf einer Literaturanalyse der zuvor gesammelten Informationen auf. Der Ansatz ist argumentativ und wird mit Nachweisen belegt falls nötig. Im Anschluss werden die aufgezeigten Maßnahmen kritisch beleuchtet. Das Ende dieser Arbeit bildet eine Zusammenfassung

2. Begriffserklärung

2.1 Nachhaltigkeit

Die Bedeutung des Wortes Nachhaltigkeit ist in vielen Formen in der das Wort Verwendung findet nicht scharf abgegrenzt. Aus diesem Grunde ergibt sich eine Anwendbarkeit, die sich bis hin zum universellen Gebrauch des Wortes erschließt (Ninck, 1997, S. 50).

Der Duden beschreibt es als ein:“ Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren oder wieder bereitgestellt werden kann.“ (Duden, 2020). Mathias Ninck von er Universität Zürich hat im Jahre 1997 verschiedene Defintionen des Wortes gesammelt und ist zu folgender allgemeinen Definition gekommen:

„Nachhaltigkeit bedeutet Einordnung in die Abläufe der Natur, derart, dass alle Menschen auf der Erde heute und in den nächsten 150 Jahren und darüber hinaus ihre Grundbedürfnisse – Essen, Dach über dem Kopf, Gesundheit und Bildung – befriedigen können und die Möglichkeit haben, sich in ihrer Persönlichkeit sinngebend zu entfalten.“

Eine bildliche Darstellung der sich daraus ergebenden Kernpunkte kann in Abbildung 1 gesehen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Magische Dreieck der Nachhaltigkeit (Lueg, 2009, S. 202)

2.1.1 Ziele der Nachhaltigkeit

Aus der Definition der Nachhaltigkeit lassen sich ökonomische, ökologische sowie soziale Faktoren ableiten und mit folgenden grundlegenden Zielen versehen (Pufé, 2017, S. 22):

- Sicherung der menschlischen Existenz
- Bewahrung der globalen ökologischen Ressourcen als physische Lebensgrundlage
- Erhaltung des gesellschaftlichen Produktivpotetntials
- Gewährleistung der Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten heutiger wie künftiger Generationen weltweit.

Bei der Gewichtung der verschiedenen Ziele kann es Aufgrund von Prioritätensetzung zu Zielkonflikten kommen. Bekannte Komplikationen können sich hier zwischen der ökologischen und ökonomischen Dimension entwickeln. Ebenso kann es zu Konflikten bei der Bekämpfung von ökonomischen und sozialen Problemen kommen (Grunwald & Kopfmüller, 2006, S. 54).

2.1.2 Problemdimensionen der Nachhaltigkeit

Für eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Problemdimensionen der Nachhaltigkeit im 21. Jahrhundert dient eine Darstellung von Rogall aus dem Jahr 2013:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Problemdimensionen im 21. Jh. (Rogall, 2013)

Im Folgenden werden die oben angeführten Problemdimensionen mit Ursachen verknüpft. Ein Schwerpunkt wird auf Probleme gelegt, die natürliche Personen mit direkter Einwirkung zum Teil selbst verursachen und somit selbst beheben können. Volkswirtschaftliche Problemdimensionen benötigen staatliche oder politische Akteure für deren Behebung. Hier stehen in großem Maße die ökonomischen sowie sozial-kulturellen Dimensionen im Vordergrund. Die Punkte (7), (8), (9), (10), (11), (14), (15) sind von natürlichen Personen nicht zu beheben.

2.1.2.1 Ursachen der Ökologischen Dimension

Bei der ökologischen Dimension können fossile Brennstoffe als eine Ursache genannt werden. So ist der Klimawandel, der von der Freisetzung von Treibhausgasen verursacht wird, teilweise auf die Verbrennung von fossilen Brennstoffen zurückzuführen (Rahmsdorf & Schellenhuber, 2006, S. 7). Eine weitere Ursache sind Abholzungen und Brandrodungen. Dieses Vorgehen setzt jährlich nicht nur 1,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid frei, sondern dezimiert zudem den tropischen Regenwald, dessen Existenz alleine, die Wärme auf der Erde reguliert (Podbregar, Schwanke, & Frater, 2009, S. 23). Eine Ursache für die Abholzung ist die Umwandlung in Weideflächen für Rinder und anderes Nutzvieh. In den Jahren 2014 – 2019 wurden 40000 Tonnen Rindfleisch aus Brasilien nach Deutschland importiert. Hierfür wurden pro Jahr 2,5 Quadratkilometer geschütztes Naturgebiet in Weideland umgewandelt (Dowideit, 2019). Betrachtet man das Müllaufkommen der Erde so kristallisiert sich eine weitere Ursache der ökologischen Problemdimensionen heraus. Der Verbrauch sowie die Entsorgung von Plastik. Laut dem Umweltprogramm der vereinten Nationen, gelangen jährlich 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Ozeane. Da ein Großteil des Plastiks nicht biologisch abbaubar ist zersetzt sich dieser in immer kleinere Teile, bekannt als Mikroplastik. Je kleiner die Teile werden umso schwerer werden sie zu entfernen (UNEP, 2018, S. 3 ff.).

2.1.2.2 Ursachen der Ökonomischen und Sozial-kulturellen Dimension

Bei den ökonomischen sowie sozialkulturellen Problemdimensionen sind Einzel Personen sowie Unternehmen nur schwer in der Lage etwas zu ändern. Dies folgt aus der Größe der Probleme sowie aus den daraus folgenden Bewältigungsmaßnahmen die nötig sind diese Probleme zu lösen. Aus diesem Grunde sind sie für diese Arbeit nicht so sehr von Belangen wie die zuvor erläuterten ökologischen Ursachen. Trotzdem sollen im nachfolgenden einige Ursachen gelistet werden (Collier, 2017):

- Bürgerkriege: 73% in den Ländern der untersten Milliarde haben in jüngster Zeit Bürgerkriege erlebt oder sind aktuell in einen verstrickt.
- Ausbeutung von Ressourcen: ärmere Länder werden zur Zielscheibe für Konflikte um Ressourcen zu plündern.
- Schlechte Regierungsführung in kleinen armen Ländern: Dies führt zu einer Spirale aus der sich das Land nur schwer befreien kann.

2.2 Tourmanagement

Ein Teilaspekt des Tourmanagements ist das „touring“. Unter dem allgemeinen Begriff „touring“, können mehrere Aktivitäten gemeint sein. Im nachfolgenden werden diese beleuchtet (Shagan, 2001, S. CH. 1):

- Run Out: Als Run Out versteht man in der klassischen Betrachtungsweise eine Aufführung in einer nahegelegenen Stadt ohne Übernachtung. Ebenso können jedoch auch mehrtägige Aufführungen gemeint sein, die jedoch mit keiner anderen Aufführung in einer anderen Stadt vernetzt sind.
- One Night Stand/ Singe Day Residency: Als One Night Stand wird eine einzelne Performance als Teil einer Tour verstanden. Dies kann durch verschiedene Aktivitäten während des Tages ergänzt werden.
- Residency: Unter Residency versteht man den Verbleib in einer Gemeinschaft für mehr als eine Performance. Hier spielen auch Aktivitäten außerhalb der eigentlichen Perfomance eine große Rolle. Es ist möglich, dass viele Performer eine gleiche Residency in einer Gemeinschaft teilen.
- Long Term Residency: Hierunter versteht man eine Residency, die über eine oder mehrere Wochen andauert. Üblicherweiße werden hier einige Auftritte sowie ergänzende Aktivitäten untergebracht.
- Tour: Als Tour versteht man eine Serie von Aufführungen an verschiedenen Orten ohne die Rückkehr zu der Ursprungsdestination. Der Aufbau der Tour kann zwischen einzel Auftritten, Nebentätigkeiten und Residencys variieren. Die Dauer hierbei reicht von einigen Tagen bis mehreren Monaten.

Ein weiterer Teil des Tourmanagements besteht aus Merchandise Artikeln die speziell für die Tour hergestellt wurden und auf dieser Vertrieben werden. Bei diesen Artikeln kann es sich um T-shirts, Programmbücher, Regenschirme, Gläser, Tour-Jacken oder andere Güter, die mit speziellen Logos versehen wurden, handeln (Thall, 2016, S. 190). In der Regel übersieht der Tourmanager die Prozesse die für den Verkauf von Merchandise auf einer Tour von Belangen sind. Im folgenden werden einige dieser Aufgaben gelistet:

- Planung des Budgets
- Bestimmung des Designs
- Bestellung der angefertigten Designs
- Preisbestimmung und Verhandlungen mit Herstellern
- Organisation der Herstellung
- Organisation des Versandes vom Hersteller zum Lager
- Verpackung und Versand zu den Veranstaltungsorten
- Organisation von Platz und Personal für den Verkauf
- Verpackung und Versand der Restposten zum Lager

3. Nachhaltiges Tourmanagement

In diesem Teil der Arbeit sollen nun Möglichkeiten, für ein Nachhaltiges Tourmanagement gegeben werden. Aufgrund der Unterschiedlichkeit in Ursachen sowie deren Auslösern, ist es nicht möglich auf jedem Feld Nachhaltig zu agieren. Ein Grund hierfür sind wie bereits in 2.1.2 erwähnt, die Akteure. Als natürliche Person bzw. als Unternehmen kann nicht auf politische oder staatliche Problemdimension direkt Einfluss genommen werden. Hierunter fallen in erster Linie die Ökonomischen- sowie Sozial-kulturelle- Problemdimensionen. Ein Schwerpunkt wurde somit im Folgenden auf ökologische Faktoren gelegt. Die ökonomischen sowie sozial-kulturelle Dimensionen wurden aus Gründen der Überschneidung zusammengelegt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Nachhaltiges Tourmanagement. Welche Maßnahmen können getroffen werden?
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien München
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V938544
ISBN (eBook)
9783346265944
ISBN (Buch)
9783346265951
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nachhaltiges, tourmanagement, welche, maßnahmen
Arbeit zitieren
Adrian Brück (Autor), 2020, Nachhaltiges Tourmanagement. Welche Maßnahmen können getroffen werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938544

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