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Siedeln am Rande der Welt

Marginale Siedlung in Norwegen zur Eisenzeit

Title: Siedeln am Rande der Welt

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 16 Pages

Autor:in: Hilthart Pedersen (Author)

Archaeology
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Summary Excerpt Details

Borg auf den Lofoten im Norden Norwegens ist allein schon durch seine nördliche geographische Lage eine marginale Region. Nichtsdestoweniger hat der Häuptlingssitz auf Borg auch seine eigenen Einnahmequellen gehabt wie die Pelztierjagd und Fischfang, war aber trotzdem auf fremde Importgüter angewiesen. Im Vergleich zu früheren Perioden ist die Eisenzeit die fundreichste Periode auf den Lofoten.
Borg ist eines von drei Zentren auf der Insel Vestvågøy, neben dem Zentrum von Gimsøy und dem am Buknesfjorden, alle ab der Römerzeit datierend (hier ab 200 n. Chr.).
Diese Zentren zeichnen sich durch Funde von großen Bootshäusern und anderen imposanten Monumenten aus wie dem einzigen Runenstein auf Gimsøy in Nord-Norwegen
Das Gebiet mit den Resten der archäologisch ausgegrabenen Hausgrundrisse, ist in Borg I -V eingeteilt (Abb. 4). Hier ist Borg I der Römerzeit bis Völkerwanderungszeit zuzuordnen, Borg II der frühen Wikingerzeit und Borg III- V (V: Pfarrhaus) sind spätmittelalterlich bis neuzeitlich einzuordnen. Borg III besteht aus drei Grundrissen von Häusern. Borg II ist ein Siedlungsgebiet gerade östlich von Borg I und besteht aus drei Hausgrundrissen, umfasst dabei das größte Wikingerhaus um 900/1000 n. Chr. des nordischen Raumes. Es ist wahrscheinlich ein gewöhnlicher Hof welcher Borg I ablöste

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Marginale Siedlung in Norwegen zur Eisenzeit

Entwicklung des norwegischen „gårds“ in der Eisenzeit

Beispiele von Siedlungen der Römer-, Völkerwanderungs- und Wikingerzeit

Borg auf den Lofoten

Einleitung

Lokale geographische Umgebung

Vegetation

Die Eisenzeit auf Vestvågøy

Borg I – Das Haupthaus

Raumaufteilung

Funde der Bewirtschaftung

Geophysische Prospektierungen und Bodenanalysen

Pflanzenreste

Borg als marginaler Häuptlingssitz – Ungunstraum?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen marginaler Siedlungen in Norwegen während der Eisenzeit. Ziel ist es, die strukturellen Charakteristika von Gehöftsiedlungen im Kontext schwieriger klimatischer und topographischer Bedingungen zu analysieren und insbesondere den Siedlungsplatz Borg auf den Lofoten als Beispiel für einen trotz seiner Randlage bedeutenden Häuptlingssitz zu bewerten.

  • Siedlungsstruktur und Hausbau in der norwegischen Eisenzeit
  • Wirtschaftsformen und Ressourcenmanagement unter marginalen Bedingungen
  • Die Rolle von Fernhandel und Importen für die soziale Stratifikation
  • Archäologische Befunde des Häuptlingssitzes Borg
  • Die Bedeutung von Kommunikation und maritimem Transport

Auszug aus dem Buch

Borg I – Das Haupthaus

Borg I ist die Hauptlokalität, die eine Fläche von 2000 m² abdeckt. Probegrabungen von 1983-84 haben Reste von mehreren Häusern, die sich noch teilweise überlappen, abgedeckt. Bei einem dieser Hausgrundrisse stellte es sich heraus, dass es sich um zwei aufeinander liegende Häuser handelte.

Das älteste Haus war 64 m lang und 7-8 breit, das jüngste 83 m lang und 7,5-9 m breit. Beide Gebäude waren dreischiffige Holzhäuser mit Torfmauern als äußere Isolation. 14C Datierungen und die dokumentierten Artefakte, veranlassen den Standpunkt dass, das erste Haus im fünften/sechsten Jahrhundert erbaut wurde und anschließend um das siebte Jahrhundert herum abgerissen wurde. Genau auf demselben Platz wurde anschließend ein neues, größeres Haus errichtet, das ebenfalls, wie hier vermutet um die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts wieder abgerissen wurde.

Ermittelt konnten direkt durch die eigentliche Ausgrabung oder indirekt durch Prospektionen, dass die Hauswände innen holzverkleidet waren, und außen zur Isolation von Torfmauern umgeben waren. Die Böden konnten durch wenige Fragmente und Abdrücke auf dem Naturboden, erdeweißer und roter Asche und porösen gebrannten Steinen (Spuren nach Brand?) nachgewiesen werden (MUNCH, & JOHANSEN & ROESDAHL 2003).

Zusammenfassung der Kapitel

Entwicklung des norwegischen „gårds“ in der Eisenzeit: Dieses Kapitel erläutert die Siedlungsweise in der norwegischen Eisenzeit, die durch verstreute Einzelgehöfte und eine Anpassung an das herausfordernde Gelände geprägt war.

Beispiele von Siedlungen der Römer-, Völkerwanderungs- und Wikingerzeit: Es werden beispielhafte Siedlungsstandorte im Südwesten Norwegens analysiert, die trotz ihrer Unzugänglichkeit als ökonomische Zentren fungierten.

Einleitung: Einführung in die Problematik von Borg als marginaler Standort auf den Lofoten und die Abhängigkeit von Importgütern trotz lokaler Einnahmequellen.

Lokale geographische Umgebung: Beschreibung der spezifischen Lage von Borg auf der Insel Vestvågøy, die klimatisch exponiert und topographisch herausfordernd ist.

Vegetation: Darstellung der historischen Entwicklung der Vegetation durch Pollenanalysen, die eine intensive Nutzung und Abholzung der Landschaft belegen.

Die Eisenzeit auf Vestvågøy: Einordnung der Funddichte auf den Lofoten und Identifikation von drei Zentren, darunter Borg, ab der Römerzeit.

Borg I – Das Haupthaus: Detaillierte archäologische Beschreibung der Überreste des Haupthauses und seiner Bauphasen sowie der bautechnischen Isolationsmethoden.

Raumaufteilung: Rekonstruktion der funktionalen Raumnutzung innerhalb des Hauses, unterteilt in Wohnbereich und eine repräsentative Halle.

Funde der Bewirtschaftung: Analyse der Fundgruppen wie Specksteingefäße und Wetzsteine, die auf lokale Produktion und überregionalen Handel hinweisen.

Geophysische Prospektierungen und Bodenanalysen: Erläuterung der angewandten naturwissenschaftlichen Methoden zur Ermittlung der funktionalen Aufteilung der Siedlungsareale.

Pflanzenreste: Auswertung von Makrofossilanalysen, die Hinweise auf die Ernährungsgewohnheiten und die Diskrepanz zwischen lokalem Getreideanbau und Importen geben.

Borg als marginaler Häuptlingssitz – Ungunstraum?: Zusammenfassende Bewertung der Marginalität von Borg im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Ressourcenknappheit und politischem Machtanspruch.

Schlüsselwörter

Eisenzeit, Norwegen, Siedlungsarchäologie, Borg, Lofoten, Haupthaus, Marginalität, Gehöftsiedlung, Fernhandel, Importgüter, Pollenanalyse, Holzkontruktion, Wikingerzeit, Häuptlingssitz, Bodenanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Siedlungsweise und dem Leben im norwegischen Raum während der Eisenzeit, insbesondere unter Berücksichtigung marginaler geographischer und klimatischer Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Siedlungsstruktur (Einzelgehöfte), Bautechniken der Langhäuser, ökonomische Strategien zur Ressourcengewinnung sowie die soziale Stratifikation innerhalb der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Siedlungen in scheinbaren „Ungunsträumen“ wie den Lofoten existieren konnten und welche Faktoren (wie Handel und Fernbeziehungen) den Status solcher Orte begründeten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden archäologische Ausgrabungsdaten, Baustrukturen, Boden- und Pollenanalysen sowie vergleichende Analysen skandinavischer Fundstellen ausgewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf eine detaillierte Fallstudie des Siedlungsplatzes Borg auf den Lofoten, inklusive Bauphasen, Raumaufteilung und Fundinventar.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Eisenzeit, Marginalität, Häuptlingssitz, Siedlungsarchäologie und Fernhandel charakterisiert.

Warum wird Borg als „marginal“ bezeichnet?

Borg gilt aufgrund seiner nördlichen Lage, klimatischer Einflüsse und der eingeschränkten lokalen Verfügbarkeit essentieller Ressourcen wie Holz als marginal, obwohl es politisch ein bedeutendes Zentrum war.

Welche Rolle spielten die gefundenen Importgüter?

Die Importgüter, darunter Glas und kostbare Metallbeschläge, dienen als Indikatoren für den hohen sozialen Status des Häuptlings und die Einbindung des Ortes in überregionale Handelsnetzwerke.

Welche Bedeutung hatten die Bootshäuser für die Siedlung?

Sie waren als Kommunikationsmittel und für den Warentransport essenziell, da die Siedlung aufgrund der topographischen Lage primär über den Seeweg erreichbar war.

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Details

Title
Siedeln am Rande der Welt
Subtitle
Marginale Siedlung in Norwegen zur Eisenzeit
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (CAU Institut für Ur- und Frühgeschichte)
Course
Zwischen Grönland und Julierpass – Siedlungen im Grenzbereich menschlicher Aktivitäten.
Author
Hilthart Pedersen (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V93887
ISBN (eBook)
9783640102532
ISBN (Book)
9783640119073
Language
German
Tags
Siedeln Rande Welt Marginale Siedlung Norwegen Eisenzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hilthart Pedersen (Author), 2005, Siedeln am Rande der Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93887
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