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Der "Arbiter" in den Friedensvorstellungen der internationalen Beziehungen. Kontinuität und Wandel eines politischen Ordnungsfaktors im 16. und 17. Jahrhundert

Titre: Der "Arbiter" in den Friedensvorstellungen der internationalen Beziehungen. Kontinuität und Wandel eines politischen Ordnungsfaktors im 16. und 17. Jahrhundert

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 27 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Luigi Tucciarone (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Friedensvorstellungen in den internationalen Beziehungen der Frühen Neuzeit und dem in diesem Kontext fest verankerten Arbiter – dem friedenswahrenden, politischen Schiedsrichter. Der Arbiter, als Teil der Ordnungsvorstellungen der zwischenstaatlichen Politik der Frühen Neuzeit, spielt in den politiknahen Vorstellungen der Herrschenden bzw. den Entscheidungsträgern im Europa der Frühen Neuzeit eine gewichtige Rolle.

Obgleich die Epoche der Frühen Neuzeit von Krieg und Konflikten geprägt war, sollte man die Tatsache nicht ausblenden, dass es dennoch ernsthafte Friedensvorstellungen und Bemühungen zur Friedenswahrung und Friedensherstellung gegeben hat. Christoph Kampmann betont zu Recht, dass dies in der älteren Forschung kaum ausreichend untersucht wurde.

Um den Gegenstand der zwischenstaatlichen Friedensstiftung bzw. Friedenswahrung eingehend zu untersuchen, soll zunächst ein Blick auf die Ordnungsvorstellungen in den internationalen Beziehungen der Frühen Neuzeit geworfen werden. Vor diesem Hintergrund soll die Rolle des Arbiters in diesem Kontext genauer eingeordnet werden können.

Es bleibt die Frage zu klären, woher der politische Schiedsrichter kommt und weshalb man zu Beginn des 16. Jahrhunderts das Papsttum damit in Verbindung bringt. Dafür wird es unumgänglich sein einen Blick auf die mittelalterliche Entwicklung des Schiedsgerichts zu werfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt wird die Arbiter-Rolle des Papsttums während des großen Konfliktes zwischen Karl V. (1519-1556) und Franz I. (1515-1547) von Frankreich darstellen. Schließlich bleibt die Frage nach Kontinuität und Wandel der Arbiter-Rolle und der politischen Streitschlichtung zu klären. Ende des 16. Jahrhunderts werden Heinrich IV. von Frankreich und die französische Krone mit dem Arbiter der Christenheit in Verbindung gebracht. Welche Ursachen und Entwicklungen führten zu diesem Wandel?

Fundamentale Quellengrundlage für diese Thematik sind politische Flug-, Streit- und Propagandaschriften. Zudem geben auch die gelehrte Traktatenliteratur sowie politische Akten Aufschluss, obgleich sie sich durch eine größere Distanz zur unmittelbaren Tagespolitik auszeichnen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Ordnungsvorstellungen in den internationalen Beziehungen der Frühen Neuzeit

(1) Gleichgewicht der Kräfte

(2) Universalmonarchie

(3) „Arbiter Orbis Christiani"

3) Entwicklung der päpstlichen Arbiter-Stellung im Mittelalter

(1) Das Schiedsgerichtswesen

(2) „Caput Christianitatis" als „Pacificator Orbis Christiani"

(3) Die Stellung des Papsttums als schiedsrichterliche Instanz

4) Der Konflikt zwischen Karl V. (1519-1556) und Franz I. (1515-1547)

(1) Extreme Polarisierung der europäischen Staatenwelt

(2) Die Rolle des Papsttums im habsburgisch-französischen Antagonismus

5) Heinrich IV. (1589-1610) von Frankreich als Friedensstifter

(1) Jean Bodin und der „Arbitre de Paix"

(2) Die königliche Arbiter-Rolle Heinrich IV.

6) Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des „Arbiters“ – eines friedenswahrenden, politischen Schiedsrichters – als zentrale Ordnungsvorstellung in den internationalen Beziehungen der Frühen Neuzeit, wobei insbesondere der Wandel dieser Funktion vom Papsttum hin zum französischen Königtum analysiert wird.

  • Ordnungsvorstellungen wie Gleichgewicht der Kräfte und Universalmonarchie
  • Die Entwicklung der schiedsrichterlichen Rolle des Papsttums seit dem Mittelalter
  • Die politische und publizistische Instrumentalisierung des Schiedsrichteramtes im Konflikt zwischen Karl V. und Franz I.
  • Die Transformation der Arbiter-Rolle unter Jean Bodin und Heinrich IV.

Auszug aus dem Buch

Die königliche Arbiter-Rolle Heinrichs IV.

Nach Beendigung der Religionskriege wurde in der Öffentlichkeit ein Bild des französischen Königtums verbreitet, das gestützt auf Bodins Vorstellungen von einer gesamtchristlichen Arbiter-Rolle gekennzeichnet war. Gefördert wurde dieses Bild durch das Engagement Frankreichs in diversen europäischen Auseinandersetzungen als Friedensvermittler zu wirken. So geschehen beispielsweise im Konflikt zwischen Spanien und England, sowie zwischen Spanien und den Niederlanden und auch im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit. Von besonderer Bedeutung ist dabei aber der Konflikt zwischen Papsttum und der Republik Venedig.

Nachdem Papst Paul V. Venedig mit einem Interdikt strafte, drohte der Konflikt in einen offenen Krieg mit spanischer Beteiligung umzuschlagen. Die französische Friedensvermittlung fruchtete und es gelang den Konflikt zu schlichten. Dass gerade das Papsttum an einem weltlichen Konflikt beteiligt war und darüber hinaus auch dem französischen Ausgleich zustimmte, wirkte wie eine Art Bestätigung der Rolle als friedenswahrender und friedensstiftender Schiedsrichter der Christenheit.

Es ist kein Zufall, wenn André Duchesne in seinem 1609 veröffentlichten Werk „Antiquitez et Recherches de La Grandeur Maiesté des Roys de France" auf den Rang Heinrich IV. als Streitschlichter der christlichen Völker hinwies. Darüber hinaus obliege es der Würde der französischen Krone und somit dem französischen König für Frieden in Frankreich und der gesamten Christenheit zu sorgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der zwischenstaatlichen Friedensvorstellungen ein und definiert den Arbiter als politischen Schiedsrichter.

2) Ordnungsvorstellungen in den internationalen Beziehungen der Frühen Neuzeit: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Konzepte wie das Gleichgewicht der Kräfte, die Universalmonarchie und das Ideal des Arbiters.

3) Entwicklung der päpstlichen Arbiter-Stellung im Mittelalter: Hier wird der historische Ursprung der Schiedsgerichtsbarkeit und der päpstliche Anspruch auf eine schiedsrichterliche Führungsrolle dargestellt.

4) Der Konflikt zwischen Karl V. (1519-1556) und Franz I. (1515-1547): Das Kapitel analysiert die Politisierung und propagandistische Nutzung der Arbiter-Rolle während des habsburgisch-französischen Antagonismus.

5) Heinrich IV. (1589-1610) von Frankreich als Friedensstifter: Der Fokus liegt auf der Neuausrichtung des Arbiter-Konzepts durch Jean Bodin und die Etablierung des französischen Königs als neuen Friedensstifter.

6) Resümee: Das Schlusskapitel fasst den Wandel des Arbiter-Amtes vom Papsttum hin zum französischen Königtum zusammen.

Schlüsselwörter

Arbiter, Frieden, Friedensstiftung, Frühe Neuzeit, Schiedsrichter, Papsttum, Monarchia Universalis, Gleichgewicht der Kräfte, Karl V., Franz I., Heinrich IV., Jean Bodin, Internationale Beziehungen, Politik, Diplomatie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Bedeutung des politischen Schiedsrichters, des sogenannten „Arbiters“, in den internationalen Beziehungen der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Friedenssicherung, die Rolle des Papsttums als Schiedsinstanz, das Machtgleichgewicht in Europa sowie die politische Theorie von Jean Bodin.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Kontinuität und Wandel der schiedsrichterlichen Funktion bei verschiedenen Herrschaftsträgern zu analysieren und den Übergang dieser Rolle vom Papsttum zum französischen Königtum aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Analyse von politischen Flugschriften, gelehrter Traktatenliteratur und historischen politischen Akten der Frühen Neuzeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Schiedsgerichtswesens im Mittelalter, den Konflikt zwischen Karl V. und Franz I. sowie die Rolle Heinrichs IV. als „Arbitre de Paix“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbiter, Friedensstiftung, Machtgleichgewicht, Monarchia Universalis und das Papsttum charakterisiert.

Warum verlor das Papsttum seine Rolle als Arbiter im 16. Jahrhundert?

Durch die politische Parteinahme des Papsttums in Konflikten sowie die mangelnde Durchsetzbarkeit von Schiedssprüchen verlor das Amt an Bedeutung und Akzeptanz.

Welche Rolle spielte die Flugschriftenpublizistik für den Arbiter-Begriff?

Die Flugschriften dienten als wichtiges Instrument der Propaganda, um das Bild des Arbiters zu prägen, legitime Schiedssprüche zu fordern oder die Rolle des Papstes in politischen Konflikten zu kritisieren.

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Résumé des informations

Titre
Der "Arbiter" in den Friedensvorstellungen der internationalen Beziehungen. Kontinuität und Wandel eines politischen Ordnungsfaktors im 16. und 17. Jahrhundert
Université
University of Cologne
Note
2,0
Auteur
Luigi Tucciarone (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
27
N° de catalogue
V939050
ISBN (ebook)
9783346269058
ISBN (Livre)
9783346269065
Langue
allemand
mots-clé
Frühe Neuzeit Arbiter Monarchia Universalis Universalmonarchie Karl V. Jean Bodin Arbitre de Paix Heinrich IV. Schiedsgericht Arbiter Orbis Christiani Habsburg Valois
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Citation du texte
Luigi Tucciarone (Auteur), 2008, Der "Arbiter" in den Friedensvorstellungen der internationalen Beziehungen. Kontinuität und Wandel eines politischen Ordnungsfaktors im 16. und 17. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/939050
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Extrait de  27  pages
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