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Der Wandel von Männlichkeit im Ersten Weltkrieg

Am Beispiel von Remarques „Im Westen nichts Neues“

Title: Der Wandel von Männlichkeit im Ersten Weltkrieg

Term Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Rebekka Grupe (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Wie lebten und überlebten deutsche Soldaten an der Front während des Ersten Weltkrieges? Wie hat sich ihre Einstellung zum Krieg und wie haben sie sich selbst verändert? Diese Arbeit soll zeigen, dass die ursprüngliche Abenteuerlust und Hoffnung auf Ehre schnell der brutalen Realität an der Front weichen musste. Die Männlichkeit, die vor dem Krieg als Ideal galt, konnte währenddessen nicht aufrecht erhalten werden. Dies soll am Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque geschehen. Obwohl ein fiktionaler Text, ist der Roman ein wahrheitsabbildendes Zeugnis für die Situation der deutschen Frontsoldaten. Das Problem, einen fiktionalen Text als historische Quelle zu benutzen, soll als Grundlage der Arbeit als erstes erläutert und gelöst werden. An verschiedenen Punkten wird dargelegt, weshalb dem Roman, der auch heute noch zum Kanon der Weltliteratur zählt, ein derartiger Wahrheitsgehalt zugeschrieben wird.
Als weitere Grundlage wird der Begriff der hegemonialen Männlichkeit eingeführt und diskutiert. Die Thesen Connells und weitere Forschungsliteratur zeigen, wie Männlichkeitsideale entstehen, sich entwickeln und verändern. Außerdem wird ein kurzer Überblick über die Darstellung der Männlichkeit in anderen Kriegsromanen gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. IM WESTEN NICHTS NEUES - EINE HISTORISCHE QUELLE?

2.1. DER ROMAN ALS HISTORISCHE QUELLE

2.2. ERICH MARIA REMARQUE

2.3. REZEPTION

3. IDEALTYPUS DES MANNES? MÄNNLICHKEITEN IM WANDEL

4. NEUE MÄNNER NACH DER FRONT? DER ROMAN „IM WESTEN NICHTS NEUES“

4.1. INHALT UND AUFBAU

4.2. KRIEGSVORSTELLUNGEN VON HEIMAT UND FRONT

4.3. DARSTELLUNG DES FEINDES

4.4. DARSTELLUNG DES VERWUNDETEN UND STERBENDEN MANNES

4.5. ENTWICKLUNG DES CHARAKTERS HIMMELSTOß

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel männlicher Identitätskonzepte während des Ersten Weltkrieges anhand von Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“. Dabei wird analysiert, inwiefern die kriegerische Realität an der Front das vor 1914 dominierende Ideal einer heldenhaften, hegemonialen Männlichkeit dekonstruiert hat.

  • Analyse der Eignung fiktionaler Literatur als historische Quelle
  • Diskussion des Begriffs der hegemonialen Männlichkeit nach R.W. Connell
  • Gegenüberstellung von Heimatfront-Idealen und der Realität an der Front
  • Untersuchung der Entmenschlichung des Gegners und des eigenen Körpers
  • Verlust von Männlichkeitsattributen durch körperliche Verwundung und Trauma

Auszug aus dem Buch

4.4. Darstellung des verwundeten und sterbenden Mannes

Gerade die Rolle der körperlichen Fitness hatte im Männlichkeitsbild durch das vergangene Jahrhundert eine größere Bedeutung gewonnen. Mit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nahm die körperliche Ertüchtigung zu. Um so bedeutender, dass in dem Roman ausführlich Lazarettszenen geschildert werden, indem der verwundete, sterbende Soldat als Krüppel dargestellt wird.

Was im Roman als literarisches Mittel fungiert, um die Grausamkeit des Krieges zu verdeutlichen, gibt auch für den Wandel der Männlichkeit Aufschluss. Durch Bäumers Schilderung von den Zuständen im Lazarett wird der männliche Körper zu einem schwachen und verwundbaren Subjekt degradiert.

„Im Stockwerk tiefer liegen Bauch- und Rückenmarksschüsse, Kopfschüsse und beidseitig Amputierte. Rechts im Flügel Kieferschüsse, Gaskranke, Nasen-, Ohren- und Halsschüsse. Links im Flügel Blinde und Lungenschüsse, Beckenschüsse, Gelenkschüsse, Nierenschüsse, Hodenschüsse, Magenschüsse. Man sieht hier erst, wo ein Mensch über getroffen werden kann.“

Diese Aufzählung zeigt die Entwertung der Individualität. Verwundete Männer werden nach Art ihrer Verletzung einer bestimmten Gruppe zugeordnet. Eine Erniedrigung, die nahe bringt, dass während des Ersten Weltkrieges in jeder Hinsicht nur die Masse zählt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Grausamkeit des Ersten Weltkrieges ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Wandel des Männlichkeitsideals bei Frontsoldaten anhand des Romans von Remarque.

2. IM WESTEN NICHTS NEUES - EINE HISTORISCHE QUELLE?: Dieses Kapitel erörtert die methodischen Probleme und Chancen, einen fiktionalen Roman als geschichtliche Quelle für die Realität der Soldaten zu nutzen.

3. IDEALTYPUS DES MANNES? MÄNNLICHKEITEN IM WANDEL: Hier werden theoretische Grundlagen zur Männlichkeitsforschung, insbesondere das Konzept der hegemonialen Männlichkeit nach Connell, dargelegt.

4. NEUE MÄNNER NACH DER FRONT? DER ROMAN „IM WESTEN NICHTS NEUES“: Das Hauptkapitel analysiert den Identitätsverlust der Soldaten anhand der Themen Kriegsvorstellungen, Feindbild, Lazarettrealität und des Wandels der Figur Himmelstoß.

5. FAZIT: Das Fazit bestätigt, dass der Erste Weltkrieg das heldenhafte Männlichkeitsideal durch die schiere, zerstörerische Realität des Massensterbens endgültig entwertet hat.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Männlichkeit, Hegemoniale Männlichkeit, Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues, Frontsoldaten, Kriegsliteratur, Identitätswandel, Lazarett, Soldatentum, Männlichkeitsideal, Gewalt, Körperlichkeit, Heldenbild, Desillusionierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Verständnis von Männlichkeit bei deutschen Frontsoldaten während des Ersten Weltkriegs unter dem Einfluss von extremen Kriegserfahrungen verändert hat.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die Diskrepanz zwischen idealisierter Kriegsvorstellung und brutaler Realität, die Wahrnehmung des Feindes sowie die Folgen körperlicher Zerstörung für die männliche Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass das bis 1914 vorherrschende Ideal der heldenhaften Männlichkeit durch die Erfahrungen des Grabenkrieges in der Realität der Soldaten nicht aufrechtzuerhalten war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans, die durch geschichtswissenschaftliche Theorien der Männlichkeitsforschung (insb. R.W. Connell) kontextualisiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifisch die Konfrontation der Soldaten mit der Heimatfront, die Entwicklung des Mitleids gegenüber dem Feind, die Entwertung des Körpers in Lazaretten und die psychische Demontage einst dominanter Autoritätsfiguren.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie hegemoniale Männlichkeit, Soldatentum, Kriegstrauma und Dekonstruktion des Heldenbildes zusammenfassen.

Warum wird Remarques Roman als historische Quelle betrachtet?

Die Autorin argumentiert, dass der Roman trotz seiner Fiktionalität ein wahrheitsgetreues Stimmungsbild der Kriegserfahrung vermittelt, das über rein faktenbasierte Chroniken hinausgeht.

Welche Bedeutung hat die Figur Himmelstoß für die Analyse?

Himmelstoß dient als Beispiel für den totalen Machtverlust; vom einst gefürchteten "Kasernenschinder" wird er durch die Kriegserfahrung zu einem traumatisierten Individuum, was den generellen Männlichkeitsverlust verdeutlicht.

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Details

Title
Der Wandel von Männlichkeit im Ersten Weltkrieg
Subtitle
Am Beispiel von Remarques „Im Westen nichts Neues“
College
Bielefeld University
Course
Krieg, Militär und Männlichkeit
Grade
1,0
Author
Rebekka Grupe (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V93917
ISBN (eBook)
9783638070645
ISBN (Book)
9783638955812
Language
German
Tags
Wandel Männlichkeit Ersten Weltkrieg Krieg Militär Männlichkeit Remarque Im Westen nichts Neues
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebekka Grupe (Author), 2007, Der Wandel von Männlichkeit im Ersten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93917
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