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Liebe und Farbe. Farbsymbolik in ausgewählten Minnereden des Mittelalters

Title: Liebe und Farbe. Farbsymbolik in ausgewählten Minnereden des Mittelalters

Term Paper , 2019 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jana Foerst (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Diese Arbeit wird sich auf die Farbsymbolik in der mittelalterlichen Literatur konzentrieren. Untersucht werden soll das Motiv der Farbe in Minnereden und ebenso die Fragestellung, welche symbolische Bedeutung die Farben haben. Liegt eine Übereinstimmung bei der Farbinterpretation vor und inwiefern kann das Tragen bestimmter Farben als nonverbales Kommunikationsmittel gedeutet werden?
Der Fokus liegt dabei auf den Einzelfarben Rot, Blau, Gelb, Grün, Schwarz, Weiß und Grau. Kombinationen und weitere Farben werden nicht berücksichtigt, da diese den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würden. Rot für die Liebe, Blau für die Beständigkeit, Weiß für die Reinheit und Schwarz für die Trauer. Die Farbwahrnehmung ist eine subjektive Empfindung, mit der wir instinktiv Assoziationen verbinden. Diese Assoziationen entstehen zumeist aus Wissen, Erfahrungen und Erinnerungen, die wir mit bestimmten Dingen verbinden. Das Thema der Farbe ist allgegenwärtig, seien es Belehrungen über die Bedeutung der Farbe in der Literatur des Mittelalters, Modelle der Farbenlehre von Johann Wolfgang von Goethe, Johannes Itten etc., oder die Farbsymbolik in der Religion, der Kunst, dem Kult und der Kultur.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Farbsymbolik in der mittelalterlichen Literatur

3. Minnereden

3.1 Was Blütenfarben bedeuten (B363)

3.2 Die sechs Farben (B372) im Vergleich mit Die sieben Farben (B376) und Traumerscheinung einer schönen Frau (B522)

3.3 Vergleich mit S. Brügel: Farben in mittelalterlichen Minnereden

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Bedeutung von Farben innerhalb der Gattung der Minnereden des deutschen Spätmittelalters. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern eine Übereinstimmung in der Farbinterpretation vorliegt und ob die Farbwahl als nonverbales Kommunikationsmittel fungiert.

  • Analyse der Farbsymbolik in ausgewählten Minnereden
  • Symbolische Deutung der Einzelfarben Rot, Blau, Gelb, Grün, Schwarz, Weiß und Grau
  • Untersuchung der normierenden Funktion von Farbcodes in der höfischen Gesellschaft
  • Vergleich der Ergebnisse mit der Forschung von Susanne Brügel

Auszug aus dem Buch

3.1 Was Blütenfarben bedeuten (B363)

Die Minnerede Was Blütenfarben bedeuten (B363) stammt von einem unbekannten Verfasser und wurde frühstens 1470/71 und in vier Handschriften überliefert, die bekannteste davon aus dem Liederbuch der Clara Hätzlerin (1430~1476). Die Rede handelt von dem Sprecher, der einen Spaziergang macht, ohne Erfolg auf Jagd geht und in einem eingefriedeten Ort auf eine schöne und gebildete Dame trifft, die ihn in ein Gespräch verwickelt. Sie bietet ihm ein Kränzchen aus Wohlgemut (heute: Oregano) an, um seine Schmerzen zu lindern und pflückt nacheinander eine gelbe, eine rote und eine blaue Blume, während sie ihn nach den Namen der Pflanzen fragt, die ihr selbst jedoch bereits bekannt sind. Das sprechende Ich, welches von der Liebe zu der Dame ergriffen ist und ihr seinen Minnedienst anbietet, berichtet von seinem Farbwissen und erläutert ihr die Auslegung der Farben der Blumen. Zum Schluss verspricht er ihr ewige Liebe, sie umarmt ihn und er geht, „in so gantzer liebes crafft beschlossen in der mynne pannd“, fort.

Der Farbe Gelb kommt die Bedeutung der Liebesgewährung zu: „gël sey gewert“ erläutert der Sprecher der Dame, als er die gelbe Farbe der ersten Blume sieht, die daraufhin als „tormentillo […] für manigerlay gesunt“ bezeichnet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Farbsymbolik ein, definiert den Fokus auf spezifische Einzelfarben und stellt die forschungsleitende Fragestellung zur Bedeutung und normierenden Wirkung von Farben in der mittelalterlichen Literatur dar.

2. Farbsymbolik in der mittelalterlichen Literatur: Dieses Kapitel beleuchtet die allgemeine Bedeutung von Farben als Statussymbol und Ausdruck gesellschaftlicher Ideale sowie deren symbolische Wertigkeit im mittelalterlichen Kontext.

3. Minnereden: Dieser Hauptteil analysiert spezifische Minnereden, interpretiert die Bedeutung einzelner Blüten- und Gewandfarben und vergleicht diese Ergebnisse mit existierenden Forschungspositionen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Farben in Minnereden neben ihrer symbolischen Bedeutung eine wesentliche normierende Funktion besitzen, die jedoch anfällig für Manipulationen und Fehlinterpretationen ist.

Schlüsselwörter

Minnereden, Farbsymbolik, Mittelalter, Minnedienst, Farballegorese, höfische Literatur, Farbbedeutung, Nonverbale Kommunikation, Minne, Literaturwissenschaft, Farbcodes, Spätmittelalter, Symbolik, Minneglut, Gewandfarben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der symbolischen Bedeutung von Farben in deutschsprachigen Minnereden des späten Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Interpretation von Einzelfarben wie Rot, Blau, Gelb, Grün, Weiß, Schwarz und Grau sowie deren Verwendung als nonverbale Kommunikationsmittel am mittelalterlichen Hof.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob es einen Konsens in der Farbinterpretation innerhalb der Minnereden gibt und welche Konsequenzen das Tragen bestimmter Farben für die Akteure hatte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten der Minnereden und stellt diese in den Kontext bestehender mediävistischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Minnereden (z.B. "Was Blütenfarben bedeuten" oder "Die sechs Farben"), um die Bedeutung der Farben in der jeweiligen literarischen Rahmung zu entschlüsseln.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Farbsymbolik, Minnedienst, Minneglut, höfische Literatur und die normierende Funktion von Farbcodes.

Warum wird im Text vor dem Tragen von gelben oder weißen Gewändern gewarnt?

Da diese Farben Liebe oder Hoffnung symbolisieren, wird vor einer öffentlichen Zurschaustellung gewarnt, da dies als Geschwätz oder Manipulation gedeutet werden kann und die Geheimhaltung der Minne gefährdet.

Welche Rolle spielt die Farbe Grau in den untersuchten Texten?

Grau wird zwiespältig interpretiert: Einerseits als Ausdruck von Leid und unerfüllter Liebe, andererseits als Zeichen für tugendhafte, "richtige" Minne aus religiöser Sicht.

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Details

Title
Liebe und Farbe. Farbsymbolik in ausgewählten Minnereden des Mittelalters
College
RWTH Aachen University  (Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft)
Course
Seminar Germanistik: Deutschsprachige Minnereden des Mittelalters
Grade
1,0
Author
Jana Foerst (Author)
Publication Year
2019
Pages
17
Catalog Number
V939317
ISBN (eBook)
9783346273437
ISBN (Book)
9783346273444
Language
German
Tags
Farbsymbolik Minnereden Germanistik Farben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Foerst (Author), 2019, Liebe und Farbe. Farbsymbolik in ausgewählten Minnereden des Mittelalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/939317
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