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Wollpullover, Nadelstreifenanzüge und graue Mäuse: Zur Entstehung der Gauck-Behörde

Titre: Wollpullover, Nadelstreifenanzüge und graue Mäuse: Zur Entstehung der Gauck-Behörde

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 24 Pages , Note: bestanden

Autor:in: Sophia Gerber (Auteur)

Histoire de l'Europe - Nouvelle Histoire, Union européenne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Arbeit bietet einen guten, kritischen Überblick über wichtigsten Etappen der Entstehung der Gauck-Behörde (Besetzung der Stasi-Archive, Volkskammerbeschluss, Stasi-Unterlagen-Gesetz, Aufbau und Aufgaben der BStU). In den Fußnoten finden sich zahlreiche Anmerkungen zu aktuellen Geschehnissen rund um die BStU.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Besetzung der Stasi-Archive durch Bürgerkomitees

3. Der Volkskammerbeschluss vom 24. August 1990

4. Das Stasi-Unterlagen-Gesetz

5. Aufbau und Aufgaben der BStU

6. Schlussbetrachtung

7. Quellen und Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die Entstehungsgeschichte der sogenannten „Gauck-Behörde“ und untersucht dabei insbesondere das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Interessengruppen – von Bürgerrechtlern über ehemalige Stasi-Mitarbeiter bis hin zu westdeutschen Politikern – während des Prozesses der Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen.

  • Besetzung der Stasi-Dienststellen durch Bürgerkomitees und deren Rolle bei der Sicherung der Akten.
  • Politische Auseinandersetzungen im Vorfeld des Stasi-Unterlagen-Gesetzes (StUG).
  • Rechtliche Grundlagen und Debatten zur Akteneinsicht, Anonymisierung und Überprüfung auf MfS-Tätigkeit.
  • Struktureller Aufbau und zentrale Aufgaben der BStU seit ihrer Gründung.
  • Kontroversen um den Aktenzugang für Forschung und Medien.

Auszug aus dem Buch

Die Besetzung der Stasi-Archive durch Bürgerkomitees

Im Januar 1990 löste der Ministerrat der DDR auf Druck des Runden Tisches das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS), die Nachfolgeorganisation des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), auf. Die geplante Umwandlung der Organisation in einen Verfassungsschutz und Nachrichtendienst der DDR unterblieben vor allem aufgrund der Beharrlichkeit der Bürgerbewegungen und Bürgerkomitees. Dennoch bestanden einzelne Strukturen fort, etwa bei der Beseitigung von Unterlagen. Als der Verdacht aufkam, dass Stasi-Leute Akten vernichteten, um die Spuren ihrer Taten zu verwischen, übernahmen Vertreter der Bürgerkomitees aus den Bezirken am 15. Januar 1990 die Zentrale des Staatssicherheitsministeriums in der Berliner Normannenstraße. Schon sechs Wochen zuvor hatten Bürgerrechtler, etwa in Erfurt, Leipzig und Rostock, verschiedene ehemalige Bezirksverwaltungen und Kreisdienststellen der Staatssicherheit besetzt.

Nach der Devise „Wir mauern die Stasi ein, jeder bringt einen Ziegel mit“ standen wir vor der Zentrale des Organs in der Normannenstraße. Keiner wusste, was passieren würde, und plötzlich gingen die Tore auf. Wir stürmten also auf das Gelände, waren aber ratlos, wohin wir gehen sollten. Ein Trakt war erleuchtet und auf einmal sahen wir, wie dort Blätter aus den Fenstern geworfen wurden. Dass dieses Gebäude der Versorgungstrakt war und die Stasi das ganze maßgeblich inszeniert hatte, konnten wir nicht ahnen. Die Bereiche, in denen die personenbezogenen Unterlagen gelagert wurden, waren weiter entfernt und, wie man später erfuhr, von bewaffneten Stasi-Mitarbeitern bewacht, um einen Zugriff zu verhindern. Es machte auch das Gerücht die Runde, westliche Geheimdienste hätten sich der Akten bemächtigt. Im Versorgungstrakt ging derweil alles drunter und drüber. Einige nahmen sich Ananaskonserven und Kirschen mit, andere schmissen Honneckerbilder aus dem Fenster, wieder andere beschmierten die Wände mit Parolen wie „Genug gespitzelt. Raus jetzt!“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Aktenaufarbeitung für die deutsche Nachwendezeit und skizziert das methodische Vorgehen sowie die wesentlichen Untersuchungsschwerpunkte der Arbeit.

2. Die Besetzung der Stasi-Archive durch Bürgerkomitees: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Prozess der Archivbesetzungen, der durch das drohende Vernichten von Beweismaterial ausgelöst wurde und den Druck auf den Staatsapparat massiv erhöhte.

3. Der Volkskammerbeschluss vom 24. August 1990: Hier werden die politischen Debatten und der Weg zum ersten Gesetz über die Sicherung und Nutzung der Stasi-Unterlagen sowie die Einsetzung Joachim Gaucks als Sonderbeauftragten dargelegt.

4. Das Stasi-Unterlagen-Gesetz: Das Kapitel analysiert die komplexen Verhandlungen zum endgültigen Stasi-Unterlagen-Gesetz, insbesondere die Fragen der Akteneinsicht, Anonymisierung und die umstrittenen Zugangsrechte für Behörden und Medien.

5. Aufbau und Aufgaben der BStU: Hier wird der organisatorische Rahmen der Behörde nach dem Inkrafttreten des StUG beschrieben, einschließlich der Abteilungen und der praktischen Herausforderungen bei der Bearbeitung von Anträgen.

6. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Entwicklung von der Archivbesetzung zur institutionalisierten Behörde zusammen und weist auf offene Forschungsfragen hinsichtlich der historischen Aufarbeitung hin.

7. Quellen und Literatur: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Auflistung der für die Arbeit herangezogenen Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Stasi-Unterlagen, Gauck-Behörde, BStU, Bürgerkomitees, Akteneinsicht, DDR, Aufarbeitung, Stasi-Unterlagen-Gesetz, Ministerium für Staatssicherheit, SED, Aktenvernichtung, Joachim Gauck, Demokratisierung, Zeitgeschichte, Archivverwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der Gauck-Behörde, ausgehend von den Ereignissen kurz nach dem Mauerfall bis hin zur gesetzlichen Etablierung einer zentralen Behörde zur Verwaltung der Stasi-Akten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Rolle der Bürgerbewegungen bei der Aktenrettung, die politischen Auseinandersetzungen im Gesetzgebungsverfahren, die Rechte der Betroffenen auf Akteneinsicht sowie die organisatorische Struktur der Behörde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, den Prozess der historischen, politischen und juristischen Aufarbeitung der MfS-Tätigkeit zu dokumentieren und die verschiedenen Interessen der beteiligten Akteure kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung zeitgeschichtlicher Forschung, relevanter Sammelbände, zeitgenössischer Dokumente sowie einer wissenschaftlichen Analyse der rechtlichen Grundlagen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Darstellung der Ereignisse: von der ersten Aktenbesetzung über den Volkskammerbeschluss bis zur Detailanalyse des Stasi-Unterlagen-Gesetzes und dem Aufbau der Behördenstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Gauck-Behörde und BStU auch Begriffe wie Akteneinsicht, Aufarbeitung, DDR-Diktatur und die Rolle der Bürgerkomitees.

Welche Rolle spielten die Bürgerkomitees konkret bei der Entstehung der Behörde?

Sie waren die entscheidende Kraft, die durch die Besetzung von Stasi-Dienststellen die geplante Vernichtung der Akten stoppte und damit erst die Voraussetzung für eine spätere staatliche Aufarbeitung schuf.

Was war der zentrale Streitpunkt bei der Gestaltung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes?

Es gab einen tiefen Dissens zwischen den Akteuren über das Ausmaß der Akteneinsicht für Opfer, die Anonymisierung von MfS-Mitarbeitern und den Zugriff von Nachrichtendiensten auf die Unterlagen.

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Résumé des informations

Titre
Wollpullover, Nadelstreifenanzüge und graue Mäuse: Zur Entstehung der Gauck-Behörde
Université
University of Rostock  (Philosophische Fakultät - Historisches Institut)
Cours
Die "Gauck-Behörde" und die Erforschung der Stasi-Tätigkeit
Note
bestanden
Auteur
Sophia Gerber (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
24
N° de catalogue
V93935
ISBN (ebook)
9783638070836
Langue
allemand
mots-clé
Wollpullover Nadelstreifenanzüge Mäuse Entstehung Gauck-Behörde Erforschung Stasi-Tätigkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sophia Gerber (Auteur), 2007, Wollpullover, Nadelstreifenanzüge und graue Mäuse: Zur Entstehung der Gauck-Behörde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93935
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Extrait de  24  pages
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