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Verstehst du auch, was du liest? Konstruktivistische Lehr-Lernprozesse in Hausbibelkreisen

Title: Verstehst du auch, was du liest? Konstruktivistische Lehr-Lernprozesse in Hausbibelkreisen

Term Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl. Betrw. (FH) Christa Elberfeld (Author)

Pedagogy - Adult Education
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1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit untersucht, ob konstruktivistische Denkansätze für das Lehr-/Lerngeschehen in christlichen Hausbibelkreisen nutzbar gemacht werden können. Dabei interessiert auch die Frage, in wie weit eine solche Perspektivenerweiterung mit dem Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens zu vereinbaren ist.

Die Epistemologie des Konstruktivismus besagt, dass nicht nur unsere religiöse, sondern die gesamte menschliche Wahrnehmung auf Glaubensüberzeugungen beruht. Eine objektiv feststellbare und allgemeingültige Realität wird gemäß konstruktivistischer Überzeugung zwar nicht geleugnet, ist unserem Erkennen aber nicht zugänglich. Denn, „so sehr wir uns auch um Objektivität bemühen - stets sind wir es, die die Welt beobachten“ (Siebert 2003, S. 7, Hervorhebung im Original).
Diese Grundannahmen des pädagogischen Konstruktivismus werden im ersten Abschnitt näher erläutert. Daran anschließend wird deren praktische Relevanz für Lerngruppen in der Erwachsenenbildung dargestellt.

In einem weiteren Schritt werden die Besonderheiten von Hausbibelkreisen als Lernumgebung für Erwachsene entfaltet und Wege konstruktivistischer Bibelauslegung aufgezeigt. Denn die alte biblische Frage des Apostels Philippus, „Verstehst du auch was du liest?“ (Apg.8,30) , steht bis heute im Zentrum des gemeinsamen Bibelstudiums.
Anhand einer konkreten Bibelstelle soll erläutert werden, wie Themen so aufbereitet werden können, dass sie an verschiedene Lebenserfahrungen und Glaubensauffassungen anschlussfähig werden, damit alle Beteiligten von- und miteinander lernen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstruktivistische Erwachsenenbildung

2.1. Grundannahmen des pädagogischen Konstruktivismus

2.2. Konstruktivistische Didaktik in Lerngruppen

3. Hausbibelkreise als Lerngruppen

3.1. Hauskreisformen in Geschichte und Gegenwart

3.2. Wege konstruktivistischer Bibelauslegung

3.3. Umsetzung am Beispiel von Lk.10,38-42

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial konstruktivistischer Ansätze für die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen in christlichen Hausbibelkreisen und prüft, inwiefern diese pädagogische Perspektive mit dem Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens vereinbar ist.

  • Grundlagen des pädagogischen Konstruktivismus
  • Konstruktivistische Didaktik in der Erwachsenenbildung
  • Geschichte und Bedeutung von Hausbibelkreisen
  • Konstruktivistische Bibelauslegung in der Praxis
  • Verhältnis von subjektiver Wirklichkeitskonstruktion und Glaubenswahrheit

Auszug aus dem Buch

3.2. Wege konstruktivistischer Bibelauslegung

Berücksichtigt man die bisherigen Ausführungen, so fällt auf, dass die Überschrift zu diesem Kapitel eine Tautologie enthält. Denn wenn man davon ausgeht, dass alle menschlichen Wahrnehmungen subjektive Konstrukte sind, dann muss auch das Lesen eines Bibeltextes automatisch konstruktivistisch sein. Deshalb ist der Konstruktivismus zwangsläufig „eine Perspektive, die sich vor allem von ontologischen und metaphysischen Wahrheitsansprüchen distanziert“ (Siebert 2003, S. 7).

Wie lässt sich diese Erkenntnis aber mit christlichen Glaubensüberzeugungen vereinbaren, die sich darauf stützen, dass Jesus von sich selbst behauptet: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;“ (Joh.14,6)? Schon innerhalb der biblischen Überlieferung hatte der römische Machthaber Pilatus mit einem derartigen Anspruch seine Schwierigkeiten und fragt: „Was ist Wahrheit?“ (Joh.18,38).

Die Vielfalt christlicher Gruppierungen macht deutlich, dass es „die“ Wahrheit ebenso wenig geben kann, wie es „den“ Konstruktivismus gibt.

Jesus von Nazareth stellte die gängigen Wahrheitsansprüche seiner Zeit in Frage und „wirkte als Konstrukteur neuer Wirklichkeit, einer - in vielem - neuen Gegenwirklichkeit zur Erlebenswelt damaliger palästinischer Menschen“ (Lampe 2006, S. 151). So deutete er die Aussagen der alttestamentlichen Schriften völlig neu, in dem er sie auf sich selbst bezog. „Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war“ (Lk.24,27). Seine Gleichnisse und Predigten können als Musterbeispiel konstruktivistischer Didaktik verstanden werden. Einerseits waren die Bedeutungsinhalte aus der Tradition und der alltäglichen Erfahrungswelt für die Zuhörer viabel, anderseits verband Jesus durch die Wahl der Bilder auf völlig unerwartete Weise das Heilige mit dem Profanen. Beispielsweise verglich er das Reich Gottes mit der aufgehenden Saat der Bauern, bzw. mit einem Senfkorn (vgl. Mk.4,30-33 par.). So perturbierte, d.h. verstörte er die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes. „Wichtig bei dieser Art des Aneignens war, dass Jesu Gleichnisworte lediglich den Anstoß gaben für eine Reihe kognitiver Verknüpfungen und Konstruktionen, die die Hörer selbst vornehmen mussten“ (Lampe 2006, S. 159).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob konstruktivistische Didaktik für Hausbibelkreise nutzbar ist und wie sich dies mit dem christlichen Glauben vereinbaren lässt.

2. Konstruktivistische Erwachsenenbildung: Dieses Kapitel erläutert die epistemologischen Grundlagen des Konstruktivismus und leitet daraus die Prinzipien einer Ermöglichungsdidaktik für Erwachsene ab.

3. Hausbibelkreise als Lerngruppen: Hier wird der historische Kontext von Hauskreisen beleuchtet und praktisch dargelegt, wie konstruktivistische Bibelauslegung mittels konkreter Methoden umgesetzt werden kann.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Konstruktivismus und christlicher Glaube vereinbar sind und zu einer Haltung von Toleranz und persönlicher Verantwortung beitragen können.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Erwachsenenbildung, Hausbibelkreis, Ermöglichungsdidaktik, Bibelauslegung, Wahrheitsanspruch, Wirklichkeitskonstruktion, Selbstgesteuertes Lernen, Perturbation, Viabilität, Religiöse Bildung, Lerngruppe, Subjektivität, Christentum, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendung konstruktivistischer pädagogischer Ansätze innerhalb christlicher Hausbibelkreise.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die konstruktivistische Didaktik, die Rolle von Hauskreisen als soziale Lerngemeinschaften und die Hermeneutik der Bibelauslegung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob konstruktivistisches Denken in Hausbibelkreisen praktisch anwendbar ist und wie eine solche Perspektive mit dem Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens korrespondiert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse konstruktivistischer Konzepte sowie der beispielhaften Anwendung von Methoden aus der Religionspädagogik in einem praktischen Gruppenkontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Konstruktivismus, eine Analyse der Hauskreisstruktur und eine konkrete methodische Umsetzung anhand der biblischen Geschichte von Marta und Maria.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Konstruktivismus, Ermöglichungsdidaktik, Hausbibelkreis und subjektive Wirklichkeitskonstruktion.

Wie lässt sich ein „konstruktivistischer“ Zugang zur Bibel mit dem Absolutheitsanspruch des Glaubens vereinbaren?

Der Autor argumentiert, dass nicht Gottes Realität in Frage gestellt wird, sondern die menschlichen Bilder von Gott, was zu mehr Bescheidenheit und Toleranz im Glauben führt.

Welche Rolle spielt die „Perturbation“ im biblischen Lernprozess?

Perturbation bedeutet Verstörung. Sie dient dazu, festgefahrene Deutungsmuster aufzubrechen und die Lernenden für eine neue Umrahmung ihrer Erkenntnisse zu öffnen.

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Details

Title
Verstehst du auch, was du liest? Konstruktivistische Lehr-Lernprozesse in Hausbibelkreisen
College
University of Kaiserslautern
Grade
1,0
Author
Dipl. Betrw. (FH) Christa Elberfeld (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V93990
ISBN (eBook)
9783640098682
ISBN (Book)
9783640115310
Language
German
Tags
Verstehst Konstruktivistische Lehr-Lernprozesse Hausbibelkreisen christlich Glaube Bibel Didaktik Erwachsenenbildung Lerngruppen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Betrw. (FH) Christa Elberfeld (Author), 2008, Verstehst du auch, was du liest? Konstruktivistische Lehr-Lernprozesse in Hausbibelkreisen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93990
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