Kommunikation von Innovationen am Beispiel von E-Health Anwendungen


Masterarbeit, 2007

104 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. E-Health-Anwendungen
2.1 E-Health und das Gesundheitswesen
2.1.1 Begriffe und Definitionen
2.1.2 Vermarktung von Dienstleistungen
2.2 E-Health - Die Rahmenbedingungen
2.3 Einbettung in die Gesundheitswirtschaft

3. Innovationen
3.1 Der verwandte Innovationsbegriff
3.2 Grundlagen für die Diffusion von Innovationen
3.2.1 E-Health-Anwendungen als Innovation
3.2.2 Merkmale erfolgreicher Diffussionsprozesse
3.3 Zu „Diffusion of Innovation“ nach Rogers

4 Kommunikation
4.1 Konstruktionen von Wirklichkeit -Der Beitrag der Kommunikationstheorie
4.2 Zur Kommunikation von Innovationen
4.3 Kommunikation von E-Health-Innovationen
4.4 Kommunikation und (Unternehmens-) Kultur
4.5 Unique Selling Proposition (USP)/Unique Communication Proposition (UCP)

5. Kommunikation und E-Health-Anwendungen
5.1 Europäische und kulturelle Grundlagen - empirische Ergebnisse
5.2 SWOT-Analyse der untersuchten E-Health-Anwendungen Methodisches Vorgehen/das Experteninterview
5.4 Aussagen aus den Experteninterviews
5.4.1 Grundsätzliche Aussagen und Bewertungen
5.4.2 Das elektronische Rezept
5.4.3 Der Heilberufeausweis
5.4 4 Der elektronische Arztbrief
5.4.5 Die elektronische Patientenkarte
5.4.6 Die virtuelle Patientencommunity
5.4.7 Ergebnisse der offenen Abfrage in den Experteninterviews

6. Konsequenzen für zukünftige Kommunikationskonzepte
6.1 Einführung und Kommunikation gegenüber der Ärzteschaft
6.2 Einführung und Kommunikation gegenüber verschiedenen Patientengruppen
6.3 Kommunikative Profilbildung der untersuchten E-Health-Anwendungen
6.3.1 Das elektronisches Rezept
6.3.2 Der Heilberufeausweis
6.3 3 Elektronischer Arztbrief und elektronische Patientenkarte
6.3.4 Virtuelle Patientencommunity
6.4 Der Aufbau einer übergreifenden Wissenscommunity

7. Schlußfolgerungen
7.1 Schlußfolgerungen für die Krankenhäuser und zukünftige Gesundheitszentren
7.2 Schlußfolgerungen für die Medizintechnik- und IT-Industrie
7.3 Schlußfolgerungen für die Führung und Kommunikation

Literaturverzeichnis

Anhang: Interviewleitfaden

Summary

The communication of innovation in the field of e-health follows the distinct concept of innovation referring to a model of Rogers. The diffusion of innovation is a five step model. First the audience has to get the knowledge of the innovation. Second they have to be convinced with further arguments and information on the concrete innovation. This phase is followed by the decision. Then they have to realise the implementation of this innovation into their daily life. To end up the implementation process there has to be a conformation.

This thesis proofs this diffusion model of Rogers in the field of e-health-commodities. It shows strength and weakness, opportunities and threats of several e-business tools. It argues on several instruments of e-health and separates them from telemedicine. Communication for the acceptance of such innovation has to take into account the different likes and non-likes of the focus-groups in the healthcare sector. Patients of different age and gender, physicians and hospital administrators accept innovations in very different ways. This study tries to show, which guidelines and approaches communication concepts have to follow, if implementation of new e-health commodities should be successful. People decide on their own relevance and attitude scale. Therefore the social implementation of e-health innovations should integrate their hopes and fears into the process. This way may succeed better then others. Nevertheless the care of sensible medical data is important, the concept of open-innovation is mentioned. First steps and hind sights of the utilization for the e-health business are given.

1. Einleitung

Die Aufnahmefähigkeit des deutschen Gesundheitswesens für Innovationen ist eine wirtschaftliche Herausforderung und die Akzeptanz und der routinierte Einsatz von Technologien ein entscheidender Zukunftsfaktor im internationalen Wettbewerb der Standorte der Gesundheitswirtschaft.[1] So betrachtet ist die Ergänzung und Durchdringung der Gesundheits­wirtschaft mit weiteren innovativen E-Health-Anwendungen ist ein Indikator für die Zukunftsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems.[2] Die unter dem Oberbegriff „E-Health“[3] bekannt gewordenen Anwendungen sind technisch allerdings kaum neueren Datums. Warum kommt es erst jetzt zu Ihrer Durchsetzung in der Fläche?[4] Gibt es ein Muster hinter den Innovationen in diesem Sektor? Wie lassen sich die Erfolge und Misserfolge der unterschiedlichen Instrumente (e-Rezept, e-Arztbrief usw.) erklären? Gibt es eine gemeinsame konzeptionelle Verbindung bei der Einführung und Durchsetzung von E-Health-Anwendungen? Ist für die kommunikative Begleitung und Unterstützung ein Versprechen, wie sie der Slogan von den „Gesundheitsleistungen jederzeit und überall?“ verspricht, überhaupt realistisch und sinnvoll? Sind es nicht gerade überzogene Erfolgsversprechen, die eine sinnvolle Einbindung und Etablierung in den Alltagsabläufen und Prozessroutinen eines Krankenhauses auf verschiedenen Ebenen verhindern. Ist eine allzeitige Verfügbarkeit jeglicher Gesundheitsdienstleistung überhaupt eine realistische Zukunftsvision?

Im Rahmen dieser Arbeit sollen diese Fragestellungen der Kommunikation von Innovationen entlang der Durchsetzungsphasen der Diffusion von Innovationen nach Rogers untersucht werden. Die von Rogers postulierten „Kommunikationskanäle“ erfahren in einigen Punkten nötige Ergänzungen durch aktuelle Studien, ggf. konstruktivistische Ansätze aus den Erkenntnissen der Kommunikationstheorie. Hieraus ergibt sich ein Rahmen, der die Einbindung der Kommunikationsstrategien in die Lebenswelten der jeweiligen Zielgruppen ermöglicht. Beispielhaft für vier E-Health-Anwendungen - e-Rezept, elektronischen Patientenkarte, elektronischer Heilberufsausweis, virtuelle Patienten-Communities - werden diese im folgenden skizziert.

Die Identifizierung der First Movers und die Einbindung der early majority aus Rogers in immer weiteren Auflagen erneuerten Innovations-Konzeptes[5] sind für die Durchsetzung und die anschließende kommunikative Begleitung des Diffussionsprozesses von entscheidender Bedeutung. Anhand bestehender Studien und Materialien soll eine konzeptionelle Abschätzung chancenreicher und weniger erfolgversprechender Ansätze der Kommunikation von Innovationen für den Bereich der E-Health-Anwendungen erfolgen.[6] Es werden Hinweise und Profile für die zielgruppengerechte Anspracheformen anhand der ausgewählten E-Health-Anwendungen erarbeitet. Zudem soll untersucht werden, inwieweit Open-Innovation-Verfahren bei E-Health- Anwendungen sinnvoll sind und wie sich bessere Einbindungen von Patienten und Ärzten bei der Implementation von Innovationen erzielen lassen.

Für die Entwicklung von Kommunikationskonzepten stehen nach dem theoretischen Aufbau eines two- und multiflow-Konzeptes[7] lassen sich weitere Fragen an bisherige Kommuni­kationsinstrumente richten. Sind die Erfahrungen des konkreten Nutzens für den Patienten ausreichend kommuniziert? Sind diese für die unterschiedlichen Zielgruppen in einem Krankenhaus oder dessen Umfeld konkret im Alltagshandeln des Klinikpersonals erlebbar? Dient diese neue Technik in direkter Erfahrbarkeit den Menschen, erleichtert ihnen das Leben und unterstützt ihren Heilungsprozess?

Zudem lassen sich Fragen nach dem Zusammenhang von propagierten Einsparpotentialen und Vermittelbarkeit nicht aussparen. Stehen somit der finanzielle Aufwand und die entstehenden Investitionskosten in einem sinnvollen und nach außen hin darstellbaren Zusammenhang? In einem weiteren Rahmen wird versucht anhand der untersuchten Beispiele und geführter Experteninterviews eine Einordnung der Gesamtentwicklung des E-Health-Sektors zu geben.[8]

2. E-Health-Anwendungen

2. 1 E-Health und das Gesundheitssystem

2. 1. 1 Begriffe und Definition

Der Begriff E-Health kommt zunächst zu Beginn der 1990er Jahre auf und verweist auf den gesamten Bereich der IT-gestützten Anwendungen im Gesundheitsbereich. Die Sammel­bezeichnung E-Health[9] meint dabei keine einzelne Technologie oder Anwendung, sondern beschreibt das parallele Aufkommen und die stärkere Verbreitung des Internet, sowie den voranschreitenden und lebensverlängernden medizinischen Fortschritt.[10] Dieser ermöglicht immer mehr Menschen ein immer gesünderes, längeres Leben und bietet neue Therapiemöglichkeiten Zugleich weckt der Einsatz von IT-Technologien in der Medizin Hoffnungen auf Einsparungschancen, die den stark expandierenden Kosten der Gesundheitssysteme in den Industrieländern entgegenwirken sollen.[11] Die gezielte Vergrößerung der Schnittmengen dieser beiden Entwicklungen erzeugen vielfältige neue sozial-technische Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten im Gesundheitssektor.

Die Vielzahl der unter dem Sammelbegriff E-Health gefassten Instrumente und Methoden zeigen die Bandbreite der technischen Möglichkeiten auf, aber auch die Schwierigkeit diese sinnvoll in die Abläufe der bestehenden Gesundheitssysteme zu integrieren.

Eine weitergehende Definition von Gunther Eysenbach versteht unter E-Health eine „...Denkweise, Einstellung und Verpflichtung zu vernetztem und globalem Denken, um die Gesundheitsversorgung [...] durch den Gebrauch von Informations- und Kommunikations­technologie zu verbessern."[12]

Diese Definition grenzt sich explizit vom Begriff der Telemedizin ab. So sind zum Beispiel IT- gestützte Expertenkonsile technisch machbar, die Entfernungen überwinden, Diskussionen über Patientendaten und Bilder erlauben, die zuvor nicht möglich oder vorstellbar waren. Diese harren jedoch nach wie vor der flächendeckenden Verbreitung und Nutzung bzw. sind weit davon entfernt, herkömmliche Behandlungsmethoden und Verfahrensweisen zu ersetzen.

Die einfache Überbrückung von Entfernung steht im Fokus des Fern-Monitoring von Vitalwerten. Eine Unterstützung der Behandlung oder aber Ergänzung des Arztgespräches ermöglichen Patient-Computer-Interaktionen zur Diagnose.

Ein großer Bereich von E-Health-Anwendungen umfasst die Vernetzung der verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens (Arzt - Krankenhaus - Reha - Labor - Apotheke...) durch IT-Technologie. So sieht denn auch Eysenbach unter dem Begriff E-Health eher eine Denkweise, die der Vernetzung dient, denn eine einzelne Technologie.

Gesundheitsportale im World-Wide-Web von Versicherungen und Krankenkassen bedienen schließlich die Informationsfunktion für Patienten als Mittel zur Prävention. Die Wissensbasis der Beteiligten wird erhöht, der Zugang zu unterschiedlichen Quellen für Patienten erleichtert. Die Folgeprobleme der Einordnung und Qualifizierung dieses Wissens deuten eine Komplexi­tätssteigerung[13] im Behandlungsprozess an. IT-Technologie ist hierbei sowohl Reduktions-mittel als auch Treiber dieser Entwicklung.[14]

Die Nutzung des Instrumentes Internet obliegt somit immer noch den Vorlieben und Neigungen des einzelnen Patienten.

Eine weitere Möglichkeit zur Artikulation bieten Selbsthilfegruppen und online communities[15]. Diese tragen zu einem Austausch der Patienten untereinander bei und bieten - IT-gestützt - die Möglichkeit zur Information und dem Austausch von betroffenen und ihren Angehörigen.

In weiterer Abgrenzung zum Begriff der Telemedizin, der lediglich die Umstellung bisheriger medizinischer Leistungen auf ein anderes Medium meint, umfasst der Begriff E-Health auch die fortlaufende Innovation im Zusammenspiel der Institutionen selbst. Unter Telemedizin ist die Überwindung einer Entfernung mithilfe elektronischer Mittel z. B. zwischen Arzt und Patient oder auch Fachärzten gemeint.[16] E-Health hingegen impliziert die Einführung von Innovationen, die neben der rein technologischen Entwicklung weitere zusätzliche Entwicklungsaspekte umfassen. E-Health diffundiert somit tendenziell über die Zeit in alle medizinischen und gesundheitsnahen Bereiche, so dass es als Zielvorstellung kein gesondertes und abgegrenztes Feld, das sich durch die Verwendung spezieller Technologie auszeichnet, meint, sondern die Transformation des gesamten Gesundheitssystems zum Ziel hat.[17]

Die gegenläufige Tendenz besteht in der weiteren Verdichtung in Zentren der medizinischen Exzellenz und der Hochleistungsmedizin. Diese sind wiederum aber bei entsprechender technischer Ausstattung über Fernbefundungen etc. potentiell von überall her nutzbar. D. h. diese klassische Form der Telemedizin ermöglicht die elektronische Anbindung von integrierten lokalen Versorgungsnetzwerken an diese Exzellenzzentren und stellt einen Effizienzgewinn über die gesamte Prozess- und Behandlungskette dar.[18]

2. 1. 2 Vermarktung von Dienstleistungen

Der zunehmende Trend zur Information und Absicherung von Patienten über das Internet steht auch eine Verunsicherung durch zu viele Informationen und eine Überreizung mit Angeboten gegenüber. Die entstehenden Bemühungen zur Zertifizierung und Qualitätssicherung von Internetangeboten haben noch keinen allgemein akzeptierten Standard oder gar die Einigung auf Verfahrensweisen innerhalb einzelner medizinischer Fachgesellschaften entstehen lassen.[19] Dennoch spielen Vermarktungsansätze für Dienstleistungen im Gesundheitssektor eine zunehmende Rolle.[20]

Die Einspareffekte von E-Health-Anwendungen liegen nicht in der Technik selbst, sondern in den Prozessen, die sich vereinfachen und verschlanken lassen. Dies muss allerdings auch parallel auf der Organisationsebene stattfinden. Dieser Changeprozess ist zur Hebung der angestrebten Einsparungspotentiale notwendig und die eigentliche Herausforderung. Die Einführung einer E- Health-Anwendung an sich löst - auch aufgrund der notwendigen Anfangsinvestitionen - keine direkten Einspareffekte aus. Die vernetzte Betrachtung des E-Health-Begriffes ermöglicht es dennoch in einem ganzheitlichen Zugang über alle Institutionen und Einrichtungen hinweg, Beschleunigungs- und Verein-fachungseffekte zu erzielen. Die Konvergenz von Internet und Medizin und deren Befreiung aus der rein personengebundenen Abhängigkeit des Patienten vom behandelnden Arzt ermöglicht eine neue Sichtweise auf Heilungsprozesse und die dafür notwendigen Schritte. In den Fokus der Untersuchung gehören somit die Auswirkungen der Innovationen für die Akteure im Gesundheitswesen auf der einen und die Patienten auf der anderen Seite.[21]

In der optimistischen Variante steuern die Interessen der Patienten die einsetzende medizinische Entwicklung und Behandlung. Die Gefahr von Mehrheitsentscheidungen oder gar populistischen Zugängen stellt sich in Gesundheitsfragen aber besonders dramatisch.[22] Insofern ist das Bemühen um eine individualisierte Medizin ein gegensteuerndes Element, das allerdings Effekte der Gruppendynamik oder Medialisierung im Vorfeld einer medizinischen Behandlung kaum ausschließen kann. Mit diesen Veränderung findet auch ein schleichender Wandel der Arzt­Patientenbeziehungen statt.[23] Es stellt sich dennoch die Frage, ob das Ziel eine konsumentengesteuerte Medizin ist. Im Widerspruch zur obrigkeitsstaatlichen preußischen Tradition der ärztlichen Hierarchie in den Krankenhäusern, befindet sich das grundsätzliche Berufsbild des Arztes, sowie die Bereitschaft von Patienten zur Selbstfürsorge, bis hin zur Selbstmedikation im Wandel. Diese Entwicklung berührt die Wahrnehmung von Krankheitsbildern ebenso, wie die Rechtfertigung von Investitionen in IT- oder Krankenhaus­Infrastrukturen. Parallel hierzu entwickelt sich die Debatte um medizinische Qualität und die der direkten Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen. Die Hinderungsgründe, die bisher von seiten der Ärzteschaft in Bezug auf die Abrechenbarkeit von Fernbefundungen vorgebracht werden konnten, stellen keinen ernsthaften mehr dar.[24] In der Debatte geht es somit primär um finanzielle Anreize und nicht um die sinnvolle Ausgestaltung des Arzt-Patienten-Verhältnisses oder gar dem Wohl des Patienten.

2.2 E-Health - Die Rahmenbedingungen

Die Europäische Kommission beschreibt E-Health als Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien „across the whole range of functions that affect the health sector, from the doctor to the hospital manager, via nurses, data processing specialists, social security administrators and - of course - the patients.”[25]

Die Kommission sieht somit für die Europäische Union, laut Veröffentlichungen der Generaldirektion Informationsgesellschaft (DG Info), in der weiteren Verbreitung von E-Health- Anwendungen neben einem möglichen europäischen Wettbewerbsvorteil, die Möglichkeit zur Individualisierung und Personalisierung medizinischer Dienstleistungen.[26] Neben der parallelen Diskussion über individualisierte Behandlungen durch Gentypisierung, scheinen auch hier die Chancen und Risiken eines solchen Vorgehens auf.[27]

Der im Jahr 2004 verabschiedete europäische E-Health-Plan betont die nötige Interoperabilität unterschiedlicher Datensysteme in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Neben der eindeutigen Indentifizierbarkeit von Patienten und deren medizinischen Daten, muss eine semantische Interoperabilität die Arbeit zwischen den verschiedenen IT- und Datensystemen gewährleisten. Hieraus leitet die Europäische Kommission einen Bedarf nach einer Standardisierung und in einem weiteren Schritt zur Zertifizierung grenzüberschreitend eingesetzter IT-Systeme im Gesundheitswesen ab.[28]

Der bereits existierende DICOM-Standard (Digital Imaging and Communication in Medicine) scheint dies in Ansätzen zu berücksichtigen, reicht aber nach Meinung verschiedener Fachleute nicht aus, um zukünftige Herausforderungen zu bewältigen. Die Einigung auf Mindeststandards erscheint auch aufgrund der Zersplitterung der IT-Anbieter im Gesundheitswesen besonders schwierig.[29]

Unter gesellschaftlichem Wandel durch Innovationen soll hier die kulturelle Veränderung und Verflüssigen von reglementierten Verhalten verstanden werden. Menschen müssen überzeugt werden, dass bei der Änderung ihres bisherigen Verhaltens nicht nur keinen Schaden nehmen, sondern einen wie auch immer gearteteten Gewinn (Empathie, Teil einer Gemeinschaft werden etc.) erhalten. Sie müssen davon überzeugt werden, dass sie nicht zusätzlich (ideel oder monetär) bezahlen, sondern, dass sich neue Techniken und Anwendungen für sie auch auf anderen Feldern auszahlen.[30]

D. h. die Belastungen für die Patienten müssten für eine Überzeugungsstrategie, die dem Muster „Einführung von E-Health-Anwendungen und IT spart Geld“ folgen sollte, in den klassischen Sozialversicherungssektoren spürbar gesenkt werden. Hierfür müssten - so diese Strategie kommunikativ aufrechterhalten werden soll - überzeugende Beispiele gefunden werden, die zeigen, wie eine solche Umschichtung innerhalb des eigenen Haushaltes möglich ist oder sich für verschiedene Einkommensgruppen in monatlicher oder jährlicher Bilanz auswirkt. Zusätzlicher Gewinn an Lebensqualität und -freude, sowie die Steigerung der Behandlungsgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Systeme im Behandlungsablauf wären überzeugende Argumente. D. h. auch die standardisierte Möglichkeit des Einholens einer Zweitmeinung wäre ein gutes Innovationsargument. Hier kann ein Umdenken auf Seiten der Kassen und Leistungserbringer in der Ausgestaltung ihrer Vertragsbeziehungen ein erhebliches Potential freilegen.[31] D. h. wenn sie dies als selbstverständlichen Teil ihrer Dienstleistungs- und Servicementalität gegenüber dem Patienten begreifen und somit die Akzeptanz und Einführung von Innovationen erleichtern.[32] Mittelfristig würden die Patienten dann auch nur eine 2. Meinung einholen, wenn diese ihnen aus tatsächlichen Unsicherheitsfaktoren in der 1. Meinung nötig erscheint. Das Patientenverhalten wäre somit ein zu begrüßender aktiver Beitrag zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen und nicht ein Störfaktor oder gar sorgloser Umgang mit den Resourcen der Krankenkassen.[33] Bisher wird auf Kassenseite noch zu stark davon ausgegangen, dass eine (quasi fast illegitime) Selbstbedienung der Patienten aus einem anonymen Beitragstopf stattfindet. Ggf. ließe sich mit der Erhebung eines geringen Betrages (5-10 €), wie bei der Praxisgebühr eine Regelung in beiderseitigem Interesse einführen. Dieser Service müsste schnell und reibungslos funktionieren, die IT-Technik zwischen den Anbietern optimal einsetzen und den Patienten letztlich durch Zuverlässigkeit und Service von der Sinnhaftigkeit einer Anwendung überzeugen. Es würde zum Angstabbau[34] und mittelfristig zu einem entspannten Verhältnis zwischen Patienten, Gesund­heitsdienstleistern und Krankenkassen führen. Wettbewerb würde selbstverständlicher. Die Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen würde zudem wieder etwas näher an ein Markt- und weniger an ein persönlich fixiertes Zweierverhältnis zwischen Arzt und Patienten herangeführt.[35]

Der (ökonomische) Sinn der Einführung von E-Health- und Telematikanwendungen[36] kann nur in der aktiven Nutzung und Auslastung liegen, die allerdings nur bei einer Akzeptanz durch andere Leistungserbringer, Partner im Gesundheitswesen und die Patienten gewährleistet werden kann, und nicht in der (kommunikativen) Verhinderung ihrer Nutzung. Die Herausforderung besteht in der Herbeiführung eines Interessenausgleiches in einem zugleich für die Patienten sensiblen Bereich. Die Implementierung von Innovation und Fortschritt unterliegen in einem stark vermachteten und verrechtlichten Bereich, wie das Gesundheitswesen in Deutschland. Konflikte zwischen den Vertretern der verschiedenen Interessengruppen verzögern somit die Zeit der Diffusion (2. Faktor in Rogers Modell) erheblich. Die stärkere Rolle des Internets bietet nun scheinbar die Möglichkeit diesen Aushandlungsprozess zu umgehen oder deutlich abzukürzen. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit sollen Kriterien für eine erfolgreiche Einführung und Vermarktung von E-Health-Anwendungen[37] herausgearbeitet und anhand ihrer Verwertbarkeit für die Innovationskommunikation im Gesundheitssektor herausgearbeitet werden.

Äußerst optimistische Studien unterstellen den ITK-Technologien einen Umsatz von 3, 7 Mrd. € in 2006. BITKOM verheißt nach wie vor Einsparungspotentiale von 20-30 %, kommt jedoch über eine Auflistung der gängigen telemedizinischen Anwendungen nicht hinaus.[38] Die angegebenen Amortisationszeiten von 2-3 Jahren lassen sowohl die Prozesse, mit denen bei gleichzeitiger Umstellung Effizienzgewinne zu heben sind, außer acht und sagen auch nichts über Adaptionsstrategien oder die Anpassung in bestehende Strukturen und deren Implementations­kosten aus.[39]

Die Interoperabilität der unterschiedlichen Herstellersysteme und der verschiedenen System­elemente stellt somit eine nicht geringe Herausforderung dar. Auch wenn verschiedene Modellregionen und Kompetenznetze zum Thema E-Health (z.B. mit der Region Kiel/ Lübeck) versuchen einen übergreifenden Ansatz umzusetzen, erscheint die Vision einer herstellerübergreifenden schnittstellenoptimierten und bruchfreien Kommunikation eher als wünschenswertes Ziel, denn als greifbare Realität.

Mit der einhergehenden Durchsetzung elektronischer Erfassungs- und Abrechnungssysteme in den 2139 Krankenhäusern[40] in Deutschland ist die Bedeutung der IT-Abteilungen auch innerhalb dieses Sektors gewachsen. Nach der Verringerung der Krankenhausanzahl um knapp unter 10% in den vergangenen 10 Jahren, stehen weitere Schließungen und Reduktion der Trägerstrukturen und ggf. auch Standorte bevor. E-Health-Konzepte und telemedizinische Lösungen werden zum Teil als Möglichkeit gesehen, entfernte Regionen oder ländliche Räume an Häuser der Regional- und Maximalversorgung anzubinden, um so die Versorgung in der Fläche aufrecht zu erhalten und über Portaldienste zusätzliche Leistungen anzubieten, die ohne diesen technischen Einsatz nicht aufrecht zu erhalten wären.

Neben der Reduktion der Gesamt-Bettenanzahl verringerte sich die Bettenauslastung mit der Umstellung des Vergütungssystems auf Fallpauschalen deutlich. Ein weiterer Anpassungs­prozess ist hier in den kommenden Jahren zu erwarten Die Unterstützung der weiteren Verringerung der durchschnittlichen Verweildauer der Patienten im Krankenhaus[41] durch e- Health-Anwendungen und intelligente IT-Systeme stellt somit ein großes wirtschaftliches Potential dar.

Neben den bisher weit verbreiteten technischen Insellösungen und einzelnen Waren­wirtschaftssystemen setzen sich seit Anfang der 90er Jahre im Krankenhausbereich mehr und mehr integrierte Steuerungssysteme für einzelne Häuser, sowie Spezialbereiche der Branche durch. Neben der Einführung von SAP-Systemen z.B. in einigen Universitätskliniken ist der Wildwuchs von den Krankenhäusern selbst in Auftrag gegebenen Einzelsystemen und deren nachträglicher Vernetzung allerdings unüberschaubar geworden. In diesem Kontext sind auch die aktuellen Bemühungen der Großhersteller von digitalen Röntgensystemen zu sehen, die diese zunehmend in Koppelung mit allgemeinen Pacs-Systemen bzw. Krankenhaus­Informationssystemen (KISS) anbieten.

Eine direkte Auswirkung der Trägerstrukturen auf die Ausstattung mit E-Health-Anwendungen ist mit einer Verteilung von 38% freigemeinnützigen Krankenhäusern, 35% in öffentlicher Trägerschaft und 27% in privater Trägerschaft kaum zu erwarten. Die leicht steigende Tendenz hin zu privaten Trägern sagt zunächst nichts über deren Führung und IT-Infrastruktur aus. Die Chance zur Nutzung von Public-Private-Partnership (PPP) Modellen wird über die Trägerstrukturen hin etwas gleichwertig genutzt. Diese ermöglichen die Finanzierung von Infrastrukturen, Sanierungen oder Neubauten, die ohne diese Partnerschaften nicht zu finanzieren und zu realisieren wären.

Laut Deutsche Krankenhausgesellschaft (2007) unterscheiden sich die Verweildauer und die Bettenauslastung im Durchschnitt der Sektoren kaum. Hier dürften erst regionale Betrachtungen weiteren Aufschluss liefern.

Die Anzahl der Betten, Krankenhäuser und Belegungstage zeigen dennoch spätestens ab dem Jahr 2001 eine stark steigende Tendenz hin zu privaten Trägerschaften hin. Hier spielen neben Fusionen und Aufkäufen auch fachliche Verschiebungen von Abteilungen und Spezialbereichen in Kooperationen eine bedeutende Rolle.[42]

Der relative Anteil der Ärzte am Krankenhauspersonal nimmt dennoch ständig zu. Der Abnahme der Krankenhausbeschäftigten von 887.564 im Jahr 1995 stehen 796.097 im Jahr 2005 gegenüber. Während das nichtärztliche Personal von 785.974 auf 674.488 in diesem Zeitraum sinkt, steigt die Anzahl der im Krankenhaus beschäftigten Ärzte von 101590 im Jahr 1995 auf 121610 im Jahr 2005 an.

Innerhalb der Ärzteschaft liegen die im stationären Sektor (148.300) tätigen und im ambulanten Bereich Beschäftigten (136.200) in etwa gleichauf. Der Anteil ambulanter Operationen im Krankenhaus (nach §115b SZGB) stieg bis in das Jahr 2005 auf 29% an.

Nach der Schaffung dieser gesetzlichen Möglichkeit zur Gründung eines Medizinischer Versorgungszentrums wurde dies mit steigenden Zahlen bis März 2007 lediglich in 616 Fällen genutzt.[43] Der gezielte Einsatz von E-Health-Anwendungen darf für diesen Bereich unterstellt werden

In einer Studie am Universitätsklinikum Eppendorf wurden die Auswirkungen des verstärkten Einsatzes von E-Health-Anwendungen auf die medizinischen Ergebnisse und das Arzt­Patientenverhältnis untersucht. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis „..., dass Ärzte, welche die Möglichkeit der Gesundheitstelematik für den jeweiligen Patienten nutzen, bezüglich ihres Kommunikationsverhaltens besser bewertet werden, unabhängig von den tatsächlichen Effekten, welche die Kommunikation auf die medizinischen Ergebnisse hat.“[44]

Desweiteren wurden bei der Einführung erhebliche Unterschiede in der Adaption innerhalb der beteiligten Ärztegruppen selbst festgestellt. Der Schulungsbedarf bzw. die Anwendungsge­schwindigkeit schwankt deutlich und verweist auf einen zum Teil dramatischen Ausbildungs­rückstand unter Ärzten. Die Heranführung an andere Unterstützungssysteme müssten auch hier flexible Modelle vorsehen, um diesem Umstand Rechnung zu tragen.[45]

2.3 Einbettung in die Gesundheitswirtschaft

Die weitere Implementation von E-Health-Anwendungen ist eingebettet in die Randbedingungen des Gesundheitssystems in Deutschland. Nach Einführung der Diagnose Related Groups haben sich die Binnenstrukturen innerhalb von Krankenhäusern, der Bedeutung von Fachabteilung, die Verkürzung von Liegezeiten der Patienten, sowie die Beziehungen der Krankenhäuser zu niedergelassenen Ärzten und anderen Dienstleistern sehr stark gewandelt. Das aufsummierte Bruttoinlandsprodukt des Gesundheitswesens beträgt dennoch immer noch insgesamt ca. 11% und ist damit einer der größten Wirtschaftssektoren in Deutschland.[46] Seit einigen Jahren bemühen sich unterschiedliche Akteure analog dem Auftreten und Lobbying „klassischer Industrien“, wie z. B. der Automobilwirtschaft ein Rahmenkonzept der Gesundheitswirtschaft umzusetzen, dass die wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens einschließlich seiner „Zulieferer“ - Strukturen wie z. B. der Medizintechnik, der medizinischen und biotechnologischen Forschung stärker herausstellt und somit dem gesamten Sektor unter einer stärker wirtschaftsorientierten Sicht- und Interpretationsweise eine breitere öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz verschafft.[47]

Einige Vertreter des Konzeptes der Gesundheitswirtschaft versuchen dies nicht nur durch die Herausstellung des Begriffes und plakativer Beispiele zu verdeutlichen, sondern die einzelnen Akteure der bisher getrennten Sektoren zu verstärkter Zusammenarbeit und Entwicklung zu bewegen.[48]

Die Entwicklung des Begriffes Gesundheitswirtschaft geht zurück auf das Begriffspaar der health Econmy - health economics und stellt in angloamerikanischen Ländern weitaus gebräuchlicheren Begriff und Forschungszweig dar. Die Propagierung dieser Begriffe wird mit regionalen Entwicklungsansätzen, der Clusterung und der Herausarbeitung der Stärken von Regionen nach Michael Porter verknüpft.[49]

Zudem treten im Zuge der Globalisierung und der technischen Entwicklungen internationale wirtschaftliche Verflechtungsperspektiven der rechtlich national gebundenen Sozialver­sicherungssysteme auf. Diese reichen von einer Europäisierung über die weitere Entwicklung und Förderung des Gesundheitstourismus in „beide Richtungen“ auf (günstigere Pflege, Gesundheitsbehandlung in osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten, Behandlung vermögender arabischer Patienten in deutschen Krankenhäusern usw.) und werden von führenden Anbietern und Herstellern vorangetrieben.

Als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor „made in germany“ und internationaler Exportschlager können einzelne medizinische Angebote und medizintechnische Entwicklungen betrachtet werden, die innerhalb dieses Rahmenkonzeptes Gesundheitswirtschaft lediglich einer besseren (internatio­nalen) Vermarktung harren. Die öffentliche Wahrnehmung verändert sich jedoch in den vergangenen Jahren dramatisch. Die Beiträge unter dem Medizin- und Gesundheitslabel nehmen überproportional zu.[50] Nicht immer leicht zu unterscheiden ist die Vermarktungsstrategie einzelner Hersteller und Krankenhäuser und nicht selten ist ob der Komplexität des Themas der Ausbildungsstand der Journalisten dem Informationsangebot nicht stand.

Die „Informationswirtschaft“ ist durch ihre bundesweite Organisationsform in mehreren Verbänden (u.a. BITKOM) in ihrem professionellen Auftreten und Agieren als Interessen­gemeinschaft auch auf politischer Ebene der Gesundheitswirtschaft einige Jahre voraus. Ihre Einbettung in den parlamentarischen Prozess und das Lobbying - ohne im Rahmen dieser Arbeit die Effektivität dieses Tuns beurteilen zu wollen - lassen zumindest Absprachen und organisatorische Hintergrundstrukturen zu, die die verschiedenen Akteure der Gesundheits­wirtschaft zunehmend entwickeln. Über verschiedene Kongressveranstaltungen (Hauptstadt­kongress, Europäischer Gesundheitskongress München u.a.) versucht die WIKOM und Lohmann-Gruppe eine Organisationsplattform neben den Produktmessen (wie z.B. Medica Düsseldorf) für diesen Sektor zu schaffen.

Der Bereich E-Health hatte in diesen Zusammenhängen bisher eine geringeren Stellenwert, obwohl die Grundlagen für eine nationale Telematikplattform als potentielle Grundlage für ein umfassenderes E-Health-Verständnis, das Leistungserbringer unterschiedlichster Art ein-bezieht, auch von offizieller Seite bereits grundgelegt sind.[51] Die Verknüpfung über gemein-same Veranstaltungen und Aktivitäten mit dem Bereich der Medizintechnik und dem sektorübergreifenden Schulterschluss mit den „klassischen“ Interessenverbänden nimmt zu, gelingt aber noch nicht flächendeckend und konzertiert.

Angesichts der zumindest möglichen Exportbedeutung der Medizintechnik zu der innovative E- Health-Anwendungen zu zählen sind, überrascht diese relativ langsame Entwicklung. Die Heterogenität der Akteure und die kulturelle Dimension des Wandels weg von der staatsnah gedachten Medizin und Gesundheitsvorsorge, hin zu einem in public-private-partnership- Modellen entwickelten Sektor, können Erklärungsfaktoren hierfür geben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Bundesverband Medizintechnologie (2007) Branchenbericht Medtech 2007.

Die Überflügelung der Elektronischen Nachrichtentechnik und der Datenverarbeitung als führender Sektor der beim Europäischen Patentamt angemeldeten Patente zeigt die ökonomische und volkswirtschaftliche Bedeutung des medizintechnischen Sektors auf. Zugleich verweist er auf ein Wahrnehmungs- und Darstellungsproblem der technischen Fächer in Deutschland insgesamt.[52] Die Anwendung für den Patienten, der Effekt für die Menschen und die umgebende Gesellschaft wird in den Produkten und den an sie gebundenen Dienstleistungen meist nicht mitkonzipiert, und genügend berücksichtigt geschweige denn zielgruppengerecht kommunikativ vermittelt.

Der Begriff des medizinischen Fortschrittes und dessen, was als krank bzw. gesund anzusehen ist, unterliegt zudem kulturellen Prägungen und Voraussetzungen, die sich auch in den Denkvorstellungen[53] (z. B. der Lebenlaufperspektive und den anschließenden „Healthy Life Years“ der Europäischen Union[54] ) wiederspiegeln.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Bundesverband Medizintechnologie (2007)

Angesichts des volkswirtschaftlichen Volumens der Medizintechnologien und der über öffent­liche und private Krankenkassen, sowie der Pflegeversicherung gebundenen Mittel, eröffnet sich ein ebenfalls wachsender Sektor von verwandten Mitteln für die Begleitung und Steuerung der öffentlichen Wahrnehmung der Gesundheitswirtschaft.

3 Innovationen

3. 1 Der verwandte Innovationsbegriff

Was sind Innovationen?[55] Im Wortsinne des aus dem lateinischen „innovatio“ hervorgegangenen Begriffes bedeutet Innovation „Neuerung“. Das heißt das Umsetzen von Innovationen können die Implementierung von neuen Verfahrensweisen, Techniken oder auch Dienstleistungen sein, die nicht unbedingt eine Erfindung oder einen materiell neuen Gegenstand oder eine neue Maschine benötigen. Die Veränderung von Prozessabläufen zum Beispiel kann hochinnovativ sein.[56] Die Faktoren für die Durchsetzung und das auch mittelfristige stabile Gelingen solcher Innovationen sind vielfältig und können auch erst Jahre nach ihrer eigentlichen Entwicklung oder schriftlichen Niederlegung angewandt und eingesetzt werden. Die flächendeckende Verbreitung, bis hin zum Status als Gemeingut kann wiederum längere Zeiträume in Anspruch nehmen.

Zu untersuchen ist, wie und auf welche Weise diese Prozess der Diffusion von solchen Prozess­Innovationen kommunikativ begleitet und ihre Annahme durch verschiedene Zielgruppen beschleunigt werden kann. Eine Innovation muss somit von dem entsprechenden sozialem Umfeld als neu und als für den eigenen Alltag als nützlich empfunden werden, um Akzeptanz zu finden und mittelfristig in alltägliche Abläufe und Handlungsweisen integriert zu werden.[57]

3. 2 Grundlagen für den Diffusionsprozess einer Innovation

3. 2. 1 E-Health-Anwendungen als Innovation

Eine Verbreitung einer relativ neuen Technologie, Prozessablaufes[58] oder Dienstleistung erfordert nicht nur die Erfüllung von technischen, sondern auch von sozialen und kulturellen Voraus­setzungen. Innovationen setzen sich nur dann durch, wenn sie aufgrund unter-schiedlicher sozio- ökonomischer und kultureller Faktoren in einem gesellschaftlichen Umfeld akzeptiert werden und schließlich auch sozial und gesellschaftlich „funktionieren“. So erfolgt zum Beispiel eine Koppelung an ein bestimmtes Geschäftsmodell, das sich in konkreten Situation als tauglich und durchsetzbar erweist oder nicht.[59]

Im folgenden soll anhand einer Klärung des Begriffs Innovation sowie einer Untersuchung des Diffusionsprozesses von E-Health-Anwendungen in einem sozial- und kommunikations­wissenschaftlichen Kontext erfasst werden.

Unter „Innovation“ (lateinischer Begriff „Innovatio“) lässt sich zunächst die Entwicklung und Einführung eines neuen fortschrittlichen Verfahrens, Gerätes, oder Produktes verstehen. Everett Rogers beschreibt Innovation als eine Idee, eine Verhaltensweise, ein Objekt, das von einem Individuum als neu empfunden wird. Wenn eine Idee einem Individuum als neu erscheint, ist es eine Innovation. Das Neue an einer innovativen Idee muss nicht eine neue Erkenntnis sein. Ein Individuum kann bereits von einer Innovation Kenntnis haben, aber sich damit noch nicht auseinandergesetzt haben. Erst die Auseinandersetzung mit einer Innovation und die daraus folgende Haltung ihr gegenüber, lässt das Neue an der Innovation in Kraft treten.

Schwache Diffusionsraten von Techniken können also auch weniger auf ihre grundsätzliche Unbrauchbarkeit als auch auf das Fehlen einzelner Voraussetzungen oder Faktoren verweisen, die zu einer gelungenen und sozial akzeptierten Integration führen. E-Health-Anwendungen können somit durch das Berücksichtigen solcher hemmender Faktoren ggf. besser implementiert werden, als weiterhin auf der technischen Überlegenheit oder ihrer Modernität an sich zu beharren.

Das Herausstellen der Vorzüge muss demnach neben dem entsprechenden Stakeholder und Gatekeeper, auch dem Patienten und Nutzer einen deutlichen Vorteil zu bisherigen Behandlungs­und Vorgehensweisen bringen.

Die Eröffnung der neuen Möglichkeiten nach der Durchsetzung der flächendeckenden Anwendung von E-Health-Anwendungen mag dabei als Vision überzeugen, zur konkreten Erschließung weiterer Nutzer aus der Gruppe der early adopters oder der early majority nützen sie in der Regel wenig. Es müssen weitere konkrete Nutzenvorteile herausgestellt und für die jeweilige Zielgruppe deutlich erfahrbar gemacht werden. Die Vielfalt der innovativen Nutzungsmöglichkeiten stellt ein erhebliches Potential dar. In der Umsetzung muss es jedoch passgenau auf die Bedürfnisse und Nutzenerwartung und tatsächliche Nutzenerweiterung der jeweiligen Anwender in einer bestimmten sozialen und kulturellen Situation passen.[60] Wie jede Innovation haben E-Health-Anwendungen auch einschränkende Dimensionen (Anschaffungskosten, Strombedarf etc.) und auch sie erfordern einige Änderungen in der Verhaltensweise der Nutzer. Die Faktoren, die die Akzeptanz einer solchen Innovation beeinflussen und in der Lage sind diese Änderungen des Verhaltens zu bewirken, stellen das wesentliche Element einer gelungenen Innovationsstrategie dar.

3. 2. 2 Merkmale erfolgreicher Diffusionsprozesse

Damit eine Innovation in einer bestimmten Zielgruppe auf eine positive Reaktion treffen kann, sollte diese bestimmte Merkmale aufweisen, die eine Annahme auch mit den einschränkenden Seitenbedingungen ermöglichen und begünstigen.[61]

Relativer Vorteil

Die Innovation sollte im Vergleich zu den bisherigen Techniken, Ideen, Prozessen für den Nutzer einen deutlichen Vorteil erkennen lassen. Sie steht also immer in einem relativen Konkurrenzverhältnis zu bestehenden oder auch parallel existierenden Verfahrensweisen oder Produkten.[62] Der relative Vorteil kann sich dabei auf unterschiedlichste Eigenschaften beziehen.

Neben dem Ansehen, der Praktikabilität oder finanziellen Vorteilen können diese von unterschiedlichster Natur sein.

Kompatibilität

Die Innovation sollte mit den bisherigen Werten, Erfahrungen und Bedürfnissen der Zielgruppe vereinbar sein. Das heißt, sie muss sich möglichst problemlos in den bisherigen Zusammenhang der Anwendung und den Alltag der Zielgruppen-Mitglieder einfügen lassen können.

Einfachheit versus Komplexität

Die Einfachheit einer Innovation begünstigt ihre Annahme. Je komplexer ihre Implemen-tierung und Anwendung ist, desto mehr Seiten- und Einspruchsfaktoren sind bei ihrer Einführung zu widerlegen. Sie dient im Alltag der Reduktion von Komplexität und dem Alltagsnutzen der Zielgruppe.

Versuchsfähigkeit

Die Neuerung sollt auf einfache Art und Weise getestet und auf ihre Tauglichkeit im Alltag geprüft werden können. Erfolgreichem Versuche erleichtern die Annahme in der jeweiligen Zielgruppe erheblich.

Erfahrbarkeit

Die Folgen einer Innovation können ohne große Zeitverzögerung und möglichst direkt und einleuchtend nachvollzogen und im Kontext der Lebenswelt der Zielgruppe erfahren werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Rogers Model spielen zudem Kommunikationskanäle auf denen die Innovation vorgestellt wird und die Zielgruppe erreicht eine Rolle. Die Kommunikationsmodelle bedienen sich relativ einfacher Sender-Empfänger-Modelle, die seit dem ersten Erscheinen von Rogers Hauptwerk im Jahr 1962 deutlich überholt worden sind. Die Leistung seines Werkes liegt somit eher in der Strukturierung der zeitlichen Abfolge von Diffusionsprozessen und der grundsätzlichen Erkennens der Bedeutung von Kommunikation, denn in ihrer hinreichenden Erklärung.

Die Wahl des Kommunikationskanals zur Verbreitung einer Information sollte u.a. davon abhängig gemacht werden, wer der Sender der Information ist, welche Information gesendet werden soll und wer die Empfänger sind. Die Massenmedien, wie Radio, Fernsehen, Zeitungen, erreichen in einer kurzen Zeit eine große Menschenzahl. Der Einsatz von Massenmedien lässt allerdings die Stärken eines zwischenmenschlichen Austauschs - „Face-to-Face contact" - vermissen. Wenn das Verhalten einer Zielgruppe durch genaue Informationen und sogar durch Vorführungen zu beeinflussen ist, dann eignet sich eher ein direktes Gespräch. Hat die Innovation den Empfänger durch den geeigneten Kommunikationskanal erreicht, dann geht dieser durch einen Prozess der Entscheidung hindurch, der zur Akzeptanz oder Ablehnung der Innovation führen kann. Der Faktor Zeit spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Es erfordert nämlich einen bestimmten Zeitrahmen, bis der Empfänger von der Phase der Kenntnisnahme der Innovation bis zur Phase der Bestätigung der Vorteilhaftigkeit dieser Innovation gelangt.

Everett Rogers geht von vier Phasen der Akzeptanzentscheidung aus: In der Phase der Kenntnisnahme erfährt der Rezipient von der Existenz der Innovation, sowie von ihrer Funktion und ihren relativen Vorteilen.[63] In der Phase der Überzeugung entwickelt der Rezipient nach Rogers dann ein positives bzw. negatives Gefühl gegenüber der betreffenden Innovation. In der Phase der Entscheidung nimmt der Rezipient diese Innovation an oder verwirft diese. In der letzten Phase der Bestätigung kann der Rezipient durch das Einholen weiterer Informationen zu einer Bestätigung bzw. einer Revidierung seiner Entscheidung gelangen. Es kann somit zu einer späteren Akzeptanz bzw. späteren Ablehnung kommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Kartte, Joachim: Vernetztes Gesundheitssystem - eine gesamtökonomische Herausforderung, in: Eberspächer, Jörg/Picot, Arnold/Braun, Günther (2005): eHealth: Innovations- und Wachstumsmotor für Europa Potenziale in einem vernetzten Gesundheitsmarkt, Berlin 2005, S. 38-51. S. 46.

2 Di Tommaso, Marco R. (2005): Health Policy and high-tech industrial development, Cheltenham 2005.

3 Jähn, Karl/Nagel, Eckhard (2004): e-Health. Berlin/Heidelberg u.a. 2004.

4 Bereits die Mitteilung vom 8. 12 1999 über eine Initiative der Kommission für den Europäischen Sondergipfel in Lissabon vom 23./24. 3. 2000: eEurope - Eine Informationsgesellschaft für alle Gesundheitsfürsorge über das Netz verspricht: „Bis Ende 2003 sollten alle Bürger Europas die Möglichkeit haben, eine intelligente "Gesundheits­Chipkarte" zu besitzen, so dass über ein Netz sicher und vertraulich auf Patienteninformation zugegriffen werden kann.“ (KOM(1999) 687 endg.) Relativierend heißt es auf der Website der Europäischen Kommission nun dazu: „Im Gesundheitswesen könnte die Nutzung von Netzen und intelligenten Techniken sowie der Zugang zu Informationen und zur Gesundheitsfürsorge die Effizienz der Dienste für alle Bürger wesentlich verbessern.“ http://www.europa.eu/scadplus/leg/de/lvb/l24221.htm

5 Rogers, Everett M. (1995): Diffusion of Innovations, 4th ed. New York 1995.

6 U.a.: The Boston Consulting Group (2005): Studie zur Innovationsleistung im Gesundheitssektor, Juni 2005. Stormer, Henrik (ed.) (2006): European Conference on eHealth 2006. proceedings of the ECEH'06 Fribourg, October 12-13, 2006.

7 Merten, Klaus: Wirkungen von Kommunikation, in: Merten, Klaus/SchmiDt, Siegfried J./Weischenberg, Siegfried (1994): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft, Opladen 1994, S. 315ff.

8 Weiterführende perspektivische Fragen über den Rahmen dieser Arbeit hinaus könnten z.B. sein: Ist der verstärkte Einsatz von IT-Lösungen im Krankenhaus-Umfeld eine Unterstützung oder nur eine Begleiterscheinung eines umfassenderen Change-Prozess des deutschen Gesundheitssystemes? Können IT-Anbieter bei der Berücksichtigung z. B. von Interoperabilität der verschiedenen Anbietersysteme und Datensicherheit für die Patienten Treiber des Wandels sein? Siehe auch: Goldsmith, Jeff C. (2005): The healthcare information technology sector, in: Burns, Lawton Robert (ed.) (2005): The business of healthcare Innovation Cambrigde/New York 2005, p. 322-347.

9 Eysenbach, Gunther (2001): What is e-Health? J Med Internet Res 2/2001, p. 3 - 20.

10 Della Mea, Vincenzo (2001): What is e-Health (2): The death of telemedicine? J Med Internet Res 3/2001, p. 6.

11 Busse, Reinhard: Gesundheitsversorgung - Internationale Übersicht, in: Eberspächer et. al. (2006), S. 34.

12 Eysenbach, Gunther (2005): What is e-health? Scope and definitions of an emerging field, Toronto 2005, p. 10.

13 Weischenberg, Siegfried: Journalismus als soziales System, in: Merten/Schmidt/Weischenberg (1994), S. 436f.

14 Okunade, A.A. / Murthy, V.N.R. (2002): Technology as a „major driver“ of health care costs: a cointegration analysis of the Newhouse conjecture, in: Journal of Health Economics, No. 21, pp. 147-159.

15 Katz, James E./Rice, Ronald E./Acord, Sophia K (2004): E-health networks and social transformations: expectations of centralization, experiences of decentralization, in: Castells, Manuel (ed.) (2004): The Network Society. A Cross-Cultural perspective, Cheltenham/ Northampton 2004. Krcmar, Helmut/Leimeister, Marco Jan (2006): Community-Engeneering. Systematischer Aufbau und Betrieb Virtueller Communities im Gesundheits­wesen, Wirtschaftsinformatik 48 (2006), S. 418 - 429.

16 Haas, Peter (2006): Gesundheitstelematik. Grundlagen, Anwendungen, Potenziale, Heidelberg u.a. 2006.

17 Porter, Michael E./Olmsted Teisberg, Elizabeth (2006): Redefining health care. Creating value-based competition on results, Boston 2006. Zu den Erfordernissen transformatorischer Führung bzw. Leadership in einem solchen Prozess siehe: Burns, James Mac Gregor (1978): Leadership, New York 1978. Eine aktuelle Einschätzung erfolgt in den Schlussfolgerungen am Ende dieser Arbeit.

18 Mohr, T.J./ Schall, Thomas/ Nerlich, Michael: Telemedizin, in: Jähn/Nagel (2004), S. 36.

19 Bestehende Qualitätsmanagement-Systeme, wie z. B. EFQM, KTQ oder die allgemeinen ISO-Standards finden trotz Versuchen auf Gesundheitsinformationen im Internet noch keine allgemein akzeptierte Anwendung.

20 Bruhn, Manfred (2006): Integrierte Unternehmens- und Markenkommunikation. Strategische Planung und operative Umsetzung, 4. Aufl. Stuttgart 2006. Bruhn, Manfred (2004): Marketing. Grundlagen für Studium und Praxis, 7. Aufl. Wiesbaden 2004.

21 Die hiermit verknüpften wirtschaftlichen Wachstumshoffnungen sind ganz wesentlicher Treiber der Diskussion: Kartte, Joachim u.a. (2005): Innovation und Wachstum im Gesundheitswesen. Roland Berger View 11/2005.

22 Krohs, Ulrich: Angewandte E-Health-Ethik, in: Jähn/Nagel (2004), S. 332.

23 Mayer, Julika: Arzt-Patienten-Beziehung im Wandel, in: Jähn/Nagel (2004), S. 321. Tautz, Frederik (2002): E- Health und die Folgen. Wie das Internet die Arzt-Patient-Beziehung und das Gesundheitssystem verändert, Frankfurt/Main u.a. 2002.

24 Tillmanns, Christian (2005): Die persönliche Leistungserbringungspflicht im Arztrecht und die Telemedizin. Teleberatung, Telekonsil und Telekooperation, München 2005. Siehe insbesondere: Fernbehandlungsverbot und Pflicht zur persönlichen Leistungserbringung, S. 57ff.

25 European Commission (2007): ICT and e-Business in Hospital Activities. ICT adoption and e-business activity in 2006, Bonn/Brussels 2007, p. 14. Zu den Zielgruppen: http://ec.europa.eu/health-eu/index_de.htm

26 http://www.europa.eu/scadplus/leg/de/lvb/l24226f.htm

27 Steyer, Günter/Tolxdorf, Thomas (Hrsg.) (2006): Nationales Forum zur Telematik im Gesundheitswesen. „Gesundheitsversorgung im Netz, 7. - 8. April 2006, Berlin.

28 Schädlich, Hartmut (2003): Grenzüberschreitende Telemedizin-Anwendungen. Ärztliche Berufserlaubnis und internationale Arzthaftung, Frankfurt a. M. 2003.

29 Preusker, Uwe K. (2007): Kompass Gesundheitsmarkt 2007. Zahlen - Daten - Fakten, Heidelberg 2007.

30 Pleil, Thomas (2005): Anmerkungen und strategische Ansätze zur Kommunikation von M-Payment in: Hampe, J. Felix/Lehner, Franz/P ousttchi, Key/Rannenberg, Kai/Turowski, Klaus (Hg.) (2005): Mobile Business - Processes, Platforms, Payments. Gesellschaft für Informatik GI; Bonn, S. 74 - 86.

31 Carsten Schultz entwickelt ein Wertbeitragsmodell, dass die verschiedenen beteiligten am Heilungs- und Leistungsprozesss einschließlich des Patienten integriert. Schultz, Carsten, in: Schultz, Carsten/Gemünden, Hans Georg/Salomo, Sören (Hrsg.) (2005): Akzeptanz der Telemedizin, Darmstadt 2005, S. 139ff.

32 Czarnitzki, Dirk/Spielkamp, Alfred (2000): Business Services in Germany, Bridges for Innovation, The Service Industries Journal, 2000, S. 1-31.

33 Der Begriffes des „Co-Produzenten“ zielt bereits auf eine noch direktere Beteiligung des Patienten am Innovationsprozess. Ders. S. 149.

34 Die potentiell hysteriefördernde Wirkung weltweiter Vernetzung neben einer unterstellten Technikscheu beschreibt Eysenbach, Gunther in: Grätzel von Grätz, Philipp (2004): Vernetzte Medizin. Patienten-Empowerment und Netzinfrastrukturen in der Medizin des 21. Jahrhunderts, Hannover 2004, S. 25-32.

35 Mayer, Julika, in: Jähn/Nagel (2004), S. 325.

36 Bundesverband Medizintechnologie (2007): Branchenbericht MedTech 2007, Berlin 2007.

37 Institute for Development Policy and Management, University of Manchester (1999): Why Health Care Information Systems Succeed or Fail. Richard Heeks/David Mundy/Angel Salazar, Working Papers Nr. 9 Manchester 1999.

38 BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien/Roland Berger Strategy Consultants (2007): Zukunft Digitale Wirtschaft, Berlin 2007, S. 52.

39 Ebd. S. 51.

40 Deutsche Krankenhausgesellschaft (2007): Krankenhausstatistik, Januar 2007.

41 Laut DKG von 11, 4 Tagen im Jahr 1995 auf 8, 6 Tage im Jahre 2005.

42 Burns, Lawton Robert/Sammut, Stephen M. (2005): Healthcare innovation across sectors: convergences and divergences, in: Burns, Lawton Robert (ed.) (2005): The business of healthcare, Innovation Cambrigde/New York 2005, p. 348-364.

43 Deutsche Krankenhausgesellschaft (2007): Krankenhausstatistik, Januar 2007.

44 Telemedizinführer 2007, S. 136. Schmidt, Silke: Evaluation der telematisch gestützten Kommunikation - Ergebnisse von eValue, in: Jäckel, Achim (2007) (Hrsg.): Telemedizinführer Deutschland, 8. Ausgabe, Bad Nauheim 2007, S. 134-140.

45 Pharow, Peter/Blobel, Bernd: Probleme: und Lösungsansätze der internationalen ehealth-Standardisierung, in Jäckel (2007) Telemedizinführer, 142-148. Stausberg, Jürgen/Drösler, Saskia: Routinedaten in der Telematikplatt­form, in: Jäckel, Achim (2007) (Hrsg.): Telemedizinführer, S. 168-172.

46 Robert-Koch-Institut/Statistisches Bundesamt (Hrsg) (2006): Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 32. Bürger- und Patientenorientierung im Gesundheitswesen, Berlin 2006. 2002: 226 Mrd. Umsatz, 4 Millionen Beschäftigte.

47 Kölking, Heinz (2005): DRG und Strukturwandel in der Gesundheitswirtschaft, Stuttgart 2005.

48 Lohmann, Heinz/Kehrein, Ines (Hrsg) (2004): Innovationsfaktor Gesundheitswirtschaft. Die Branche mit Zukunft, Wegscheid 2004.

49 Porter, Michael E. (1999): Wettbewerbsstrategie (Competitive Strategy). Methoden zur Analyse von Branchen und Konkurrenten, 10., durchges. u. erw. A. Frankfurt 1999. Porter, Michael E. (2000): Wettbewerbsvorteile. Spitzenleistungen erreichen und behaupten, 6. Aufl. Frankfurt 2000.

50 Jazbinsek, Dietmar: Gesundheitskommunikation. Erkundungen eines Forschungsfeldes, in: Jazbinsek, Dietmar (Hrsg.) (2000): Gesundheitskommunikation Opladen 2000, S. 11-31.

51 Noelle, Guido/Warda, Frank (2003): Telemedizin und e-Health in Deutschland. Materialien und Empfeh-lungen für eine nationale Telematik-Plattform, Köln 2003. Dieses DIMIDI-Konzept schildert auch die Einstiegsempfehlung für das elektronische Rezept als Applikation für eine umfassende Plattform, S. 112ff.

52 Die Produktfixierung und die Botschaften der fachlich gut ausgebildeten Ingenieure schaffen es kaum, eine Vermittlung und Vermarktung in heterogene Lebenswelten verschiedener Zielgruppen und Interessenslagen zu vollziehen. Technikbegeisterung ist zumindest im Gesundheitssektor kein Verkaufsargument.

53 Siegrist, Johannes: Gesundheit und Krankheit: medizinsoziologische Perspektiven, in: Flick, Uwe (2002) (Hrsg.): Innovation durch New Public Health, Göttingen/Bern/Toronto 2002, S. 63 - 75.

54 Das Konzeptdetails der Healthy Life Years findet sich unter: http://ec.europa.eu/health/ph_information/ indicators/lifeyears_data_en.htm.

55 Mast, Claudia/Huck, Simone/Zerfaß, Ansgar (2006): Innovationskommunikation in dynamischen Märkten. Empirische Untersuchungen und Fallstudien, Berlin u.a. 2006. Zerfaß, Ansgar/Sandhu, Swaran/Huck, Simone (2004): Kommunikation von Innovationen. Neue Ideen und Produkte erfolgreich positionieren,

Kommunikationsmanager 1/2004, S. 56-58.

56 Malerba, Franco (2006): Innovation and the evolution of industries, Journal of Evolutionary Economics, 23/2006, p. 3-16.

57 Mast, Claudia/Zerfaß, Ansgar (Hrsg.) (2005): Neue Ideen erfolgreich durchsetzen: Das Handbuch der Innovationskommunikation, Frankfurt am Main 2005.

58 Im folgenden entstammen die Darstellung der Begriffe aus der neueren Auflage von Rogers Grundlagenwerk: Rogers, Everett M. (1995): Dffussions of Innovations 4th ed. New York 1995.

59 Spil, Ton A. M./Schuring, Roel W. (2006): E-health Systems Diffusion and use. The Innovation, the user and the use IT Model, Hershey/London et. al. 2006.

60 Barlow, James/Bayer, Steffen/Curry, Richard (2006): Implementing complex Innovations in fluid multi­stakeholder environments: experiences of 'telecare', in: Technovation 26/2006, p. 396-406.

61 Vijay, Mahajan/Peterson, Robert A. (1985): Models for Innovations Diffusion, London/Delhi 1985.

62 Von Hippel, Ernst (1994): Cooperation between Rivals. Informal Know-How training, in: Carlsson, B. (Hrsg.): Industrial Dynamics, Cambridge 1994.

63 Dies steht in gewissem Widerspruch zur oben ausgeführten Tatsache, das Innovation nicht an sich neu sein muss, sondern sich die sozialen oder kulturellen Kontexte um sie herum geändert haben können, um ihr dann Bedeutung zu verleihen.

Ende der Leseprobe aus 104 Seiten

Details

Titel
Kommunikation von Innovationen am Beispiel von E-Health Anwendungen
Hochschule
Technische Universität München  (Institut für Wirtschaftsinformatik, Prof, Dr. Helmut Krcmar)
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
104
Katalognummer
V93994
ISBN (eBook)
9783638065634
Dateigröße
1199 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikation, Innovationen, Beispiel, E-Health, Anwendungen
Arbeit zitieren
MBA, M.A. Volker Heitkamp (Autor), 2007, Kommunikation von Innovationen am Beispiel von E-Health Anwendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93994

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