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Mythologische Elemente in Hermann Brochs Roman "Die Verzauberung"

Titel: Mythologische Elemente in Hermann Brochs Roman "Die Verzauberung"

Hausarbeit , 2004 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Linda Fischer (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In Hermann Brochs Roman „Die Verzauberung“ ist eine Vielzahl von Symbolen, Elementen und Allegorien zu finden, welche größtenteils der antiken Mythologie und ihren Göttern und Geschichten zuzuordnen sind. Der Autor Hermann Broch verwendet neben diesen Elementen aus der antiken griechischen Mythologie auch noch christliche und heidnische Symbole.
Mit dieser Arbeit soll der Nachweis von antiken Göttergestalten und mythologischen Elementen respektive Symbolen in der „Verzauberung“ erbracht werden.
Welche mythologischen Elemente verwendet Broch in der “Verzauberung“?
Bei der Untersuchung dieser Fragestellung soll ein Bezug zwischen den Hauptromanfiguren und den Göttern der Mythologie hergestellt werden. Weiter soll geklärt werden, ob und inwiefern die Romanfiguren der antiken Göttervorlage entsprechen oder ob sich Abweichungen in der Gestaltung der Charaktere herausstellen. Der Schwerpunkt liegt besonders bei den Gemeinsamkeiten und ihrer Umsetzung.
Als Primärquelle dieser Arbeit dient der Roman „Die Verzauberung“ von Hermann Broch. Bei der Untersuchung wurden besonders Texte und Bücher der antiken römischen und griechischen Mythologie, sowie Sekundärliteratur über biblische Symbole und allgemeine Symbolik, die auch antike und heidnische Aspekte beinhalten, herangezogen.
Eine Grundlage bietet zunächst die Darstellung der antiken Göttergestalten, die später in ihrem Bezug und in ihrer Umsetzung im Roman analysiert werden. Anschließend werden passende Symbole aufgegriffen, die zum einen Attribute der Göttergestalt und zum anderen das der entsprechenden Romanfigur sind. Diese dienen als Verbindungselemente zwischen der antiken Mythologie und Brochs Romanumsetzung. Ein primäres Symbol wird näher beleuchtet, andere fließen in der Figurenanalyse mit ein. Zum Schluss werden die Romanfiguren in ihrer Entsprechung zur antiken mythologischen Vorlage und unter Berücksichtigung der Bedeutung und Auslegung des jeweiligen Symbols verglichen und analysiert.
Da der Roman eine Fülle von mythologischen Bezügen aufweist, werden hier nur ausgewählte Elemente, exemplarisch für die vielen Parallelen, erläutert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Göttergestalten der antiken Mythologie

2.1 Demeter

2.2 Persephone

2.3 Hades

3. Ausgewählte mythologische Elemente der Antike und in der „Verzauberung“

3.1 Die Erde

3.2 Der Apfel

3.3 Das Gold

4. Die Romanfiguren

4.1 Mutter Gisson

4.2 Irmgard

4.3 Marius

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die mythologischen Bezüge in Hermann Brochs Roman „Die Verzauberung“. Das Hauptziel besteht darin, Parallelen zwischen den Romanfiguren und Gestalten der antiken Mythologie aufzuzeigen, um die tiefere symbolische Ebene und den „Zauber“ des Werkes sowie Brochs Umgang mit antiken und christlichen Motiven zu analysieren.

  • Analyse antiker Göttergestalten als Vorlage für die Romanfiguren
  • Untersuchung zentraler Symbole wie Erde, Apfel und Gold
  • Vergleich von Mutter Gisson mit der Göttin Demeter
  • Analyse der Figur Irmgard in Analogie zu Persephone
  • Deutung der Rolle von Marius Ratti als Hades-Figur und Wanderprediger

Auszug aus dem Buch

4.1 Mutter Gisson

In Brochs Roman besitzt die Figur Mutter Gisson einige Merkmale und Attribute der antiken Göttin Demeter.

Der auf den ersten Blick einfach klingende Name „Mutter Gisson“ erscheint durch einen fehlenden bzw. nicht genannten Vornamen sehr allgemein.

Diese Namensgebung reduziert die Figur jedoch in keiner Weise, sie beschreibt sie genau: Ihr Name und ihre Gestalt entsprechen einander so stark, dass ihr Name ihre Gestalt ist und umgekehrt. Durch die vom Autor wohl überlegte Wahl und die Annahme, dass „Gisson“ ein Anagramm für „Gnosis“ ist, resultiert ihre Identität. Mutter Gisson ist „die echteste Gisson“ und eine Frau „so starker Art“, was ihre Stellung als Hauptfigur im Roman und als die zentrale mythische Gestalt hervorhebt. Der eigentliche Namensgeber im Roman, ihr Mann Jäger Gisson, ist verstorben.

[…] im Falle der Gissons, der in mancher Beziehung als ein Ausnahmsfall zu betrachten ist, ist der Name Gisson von »Mutter Gisson«, wie sie allgemein genannt wurde, so restlos aufgesaugt, so restlos übernommen worden, daß man gar nicht auf den Gedanken kommt, es müsse doch einmal auch einen männlichen Träger dieses Namens gegeben haben, […].

Mathias, ihr Sohn wird nur„Bergmathias“ genannt und ihre Tochter, Milandin oder Miland Bäuerin. Beide tragen nicht den Namen Gisson, als seien sie diesem und der damit verbundenen Erkenntnis nicht würdig. In dieser Entsprechung tritt Mutter Gisson mit ihrer Mütterlichkeit und Mutterrolle für die gesamten Bergdorfbewohner in den Vordergrund, was zum einen ihre Rolle im Roman beschreibt und zum anderen den Verweis auf die Muttergöttin Demeter beinhaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, inwieweit mythologische Elemente und antike Göttergestalten in Brochs Roman „Die Verzauberung“ integriert sind und welche Funktion sie erfüllen.

2. Die Göttergestalten der antiken Mythologie: Dieses Kapitel stellt die antiken Vorbilder Demeter, Persephone und Hades hinsichtlich ihrer mythologischen Funktionen und Attribute vor.

3. Ausgewählte mythologische Elemente der Antike und in der „Verzauberung“: Hier werden die Symbole Erde, Apfel und Gold auf ihre Bedeutung in der Antike und im Kontext der Romanhandlung untersucht.

4. Die Romanfiguren: Die Hauptfiguren Mutter Gisson, Irmgard und Marius werden detailliert in Bezug auf ihre mythologischen Entsprechungen und ihre Rolle im Roman analysiert.

5. Resümee: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass die Mythologie bei Broch der Autonomie des Werkes nicht entgegensteht, sondern als bereichernde Deutungsebene dient.

Schlüsselwörter

Hermann Broch, Die Verzauberung, griechische Mythologie, Demeter, Persephone, Hades, Symbolik, Literaturanalyse, Mythos, Mutter Gisson, Romanfiguren, Bergroman, christliche Symbole, Opferritual, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die mythologischen Bezüge, Symbole und Göttergestalten, die Hermann Broch in seinem Roman „Die Verzauberung“ verwendet hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die griechische Mythologie, die christliche Symbolik, die Analyse von Romanfiguren als mythologische Archetypen sowie die Untersuchung von Motiven wie Fruchtbarkeit, Tod und Gold.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, wie Broch antike Göttergestalten in seine Romanfiguren übersetzt und ob diese den Vorlagen entsprechen oder abweichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der Primärquellen des Romans mit Sekundärliteratur zu Mythen und Symbolik verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der antiken Gottheiten, die Untersuchung relevanter Symbole und eine tiefgehende Figurenanalyse der zentralen Charaktere.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hermann Broch, „Die Verzauberung“, Mythologie, Demeter, Persephone, Hades, Symbolik, Romanfiguren und Identität.

Wie lässt sich Mutter Gisson mit der Mythologie verbinden?

Mutter Gisson wird als Entsprechung der Erdgöttin Demeter analysiert, wobei besonders ihre Mütterlichkeit und ihre Rolle als Bezugspunkt im Dorf im Vordergrund stehen.

Warum wird Marius Ratti mit dem Unterweltgott Hades verglichen?

Marius übt eine ähnliche machtvolle, verhexende Wirkung auf Irmgard aus wie Hades auf Persephone und führt sie durch die Opferung metaphorisch in das „Totenreich“.

Welche Rolle spielt das Symbol des Goldes?

Gold wird nicht nur als materieller Wert, sondern primär als Symbol für Erkenntnis, Wahrheit, Glauben und die Verbindung zum Göttlichen oder zur „Erde“ gedeutet.

Was bedeutet der „Bergroman“-Titel im Kontext der Analyse?

Der ursprüngliche Arbeitstitel „Demeter“ unterstreicht die fundamentale Bedeutung der mythologischen Ebene, die den Roman als Ganzes durchzieht.

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Details

Titel
Mythologische Elemente in Hermann Brochs Roman "Die Verzauberung"
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Veranstaltung
Grundseminar Gesamtwerke eines Autors (H. Broch)
Note
1,0
Autor
Linda Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V94000
ISBN (eBook)
9783640097197
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mythologische Elemente Hermann Brochs Roman Verzauberung Grundseminar Gesamtwerke Autors Broch)
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Linda Fischer (Autor:in), 2004, Mythologische Elemente in Hermann Brochs Roman "Die Verzauberung", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94000
Blick ins Buch
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