Die Arbeit zeigt die Einflussfaktoren auf den Jahreszeitlichen Abflussgang eines Fließgewässers Beispiel der Blies mit ihrem Einzugsgebiet im Osten des Saarlandes und in der Südwestpfalz.
Wirft man einen Blick auf eine Gewässerkarte der Bundesrepublik Deutschland oder eines beliebigen Bundeslandes so stellt man fest, dass die Flüsse und Bäche unser Land wie Adern und Venen den menschlichen Körper durchziehen. Die Fließgewässer sind auch in ihrer Bedeutung als „Lebensadern“ den Blutgefässen gleichzusetzen.
Die hohe Bevölkerungsdichte des Saarlandes ist vor allem auf die starke Besiedlung der Flusstäler zurück zu führen.
Die starken deutschen Wirtschaftsregionen bezeichnen sich gerne nach den Flüssen an denen sie liegen, das Ruhrgebiet, die Metropolregion Rhein-Neckar und das Rhein-Main Gebiet. Die Bundeshauptstadt Berlin, der ein großer schiffbarer Fluss fehlt, ist durch den Bau von Kanälen an das europäische Binnenschifffahrtsnetz und an die Küste angeschlossen (Institut für Landeskunde 2001, S. 35). Die deutschen Flüsse wurden lange nur noch in ihrer Bedeutung als Wasserstraße wahrgenommen. Die Wasserführung ist durch Stauseen (z. B. Edersee für die Weser) und Sperrwerke reguliert und entspricht kaum noch dem natürlichen Gang. Sowohl die „Sandoz Katastrophe“ am Rhein als auch die gehäufte Anzahl an Hochwasser in den 1990 Jahren, 1993 und 1995 an Rhein und Mosel sowie 1997 an der Oder, führten den Menschen wieder die ursprünglichen Aufgaben der Flüsse, nämlich Lebensraum und Wassertransport, vor Augen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. UNTERSUCHUNGSGEBIET
2.1 Die Blies
2.2 Saar-Nahe-Bergland: Naturräumliche Haupteinheit 19
2.2.1 Prims-Blies-Hügelland
2.2.1.1 Geologie
2.2.1.2 Relief
2.2.1.3 Böden
2.2.1.4 Vegetation und Landnutzung
2.2.1.5 Klima
2.2.2 Saarkohlenwald
2.2.2.1 Geologie:
2.2.2.2 Relief
2.2.2.3 Böden
2.2.2.4 Vegetation und Landnutzung
2.2.2.5 Klima
2.2.3 St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke
2.3 Pfälzerwald: Naturräumliche Haupteinheit 17
2.3.1 Geologie:
2.3.2 Relief:
2.3.3 Böden
2.3.4 Vegetation und Landnutzung
2.3.5 Klima:
2.4 Pfälzisch-Saarländisches Muschelkalkgebiet: Naturräumliche Haupteinheit 18
2.4.1 Westricher Hochfläche
2.4.1.1 Geologie und Morphologie des Westrichs
2.4.1.2 Relief
2.4.1.3 Böden:
2.4.1.4 Vegetation und Landnutzung:
2.4.1.5 Klima
2.4.2 Bliesgau
2.4.2.1 Geologie
2.4.2.2 Relief
2.4.2.3 Böden
2.4.2.4 Vegetation
2.4.2.5 Klima
2.5 Zusammenfassung
3. ABLAUFVERHALTEN DER BLIES: UNTERSCHIEDE IN DEN TEILEINZUGSGEBIETEN
3.1 Bliessystem
3.1.1 Abflussverhalten der Blies am Pegel Reinheim
3.1.2 Oberthal:
3.1.3 Alsfassen
3.1.4 Urweiler – Todbach
3.1.5 Ottweiler
3.1.6 Hangard – Oster
3.1.7 Neunkirchen
3.1.8 Lautzkirchen - Würzbach
3.1.9 Einöd Schwarzbach
3.1.10 Walsheim - Hetschenbach
3.2 Schwarzbachsystem
3.2.1 Moosalbe
3.2.2 Queidersbach
3.2.3 Schwarzbach Thaleischweiler
3.2.4 Schwarzbach - Contwig
3.2.5 Felsalbe - Eichelsbacher Mühle
3.2.6 Felsalbe Walshausen
3.2.7 Schwalb Hornbach
3.2.8 Hornbach Althornbach
3.3 Die Blies: Ein ozeanisches Regenregime
3.4 Unterschiede im Abflussverhalten der Teileinzugsgebiete
3.4.1 Schwankungskoeffizienten:
3.4.2 Abflussstärkste gegen abflussschwächste Monate
3.4.3 Anteil des Abflusses im Sommer am Gesamtabfluss
4. EINFLUSSGRÖßEN AUF DAS ABFLUSSVERHALTEN
4.1 Der Wasserkreislauf
4.1.1 Der lange Weg zum Wasserkreislauf – oder die Geschichte der Hydrologie
4.1.2 Der Wasserkreislauf nach modernen Verständnis
4.2 Einfluss des Niederschlags auf den Abfluss
4.2.1 Niederschlagshöhe
4.2.2 Niederschlagsarten, –typen und -formen
4.2.2.1 Entstehungsprozess
4.2.2.2 Niederschlagstypen
4.2.2.3 Niederschlagsarten
4.2.3 Niederschlagsintensität
4.2.4 Jahreszeitliche Verteilung des Niederschlags
4.2.5 Niederschlaghäufigkeit
4.2.6 Niederschlagsdauer
4.2.7 Flächenhafte Verteilung im Einzugsgebiet
4.2.8 Zusammenfassung
4.3 Einfluss der Landnutzung auf den Abfluss
4.3.1 Interzeption
4.3.1.1 Auswirkungen der Interzeption
4.3.1.2 Untersuchungen zur Interzeption
4.3.1.2.1 Interzeptionsspeicherung
4.3.1.2.2 Interzeptionsverdunstung
4.3.1.3 Zusammenfassung der vorgestellten Untersuchungsergebnisse
4.3.2 Verdunstung
4.3.2.1 Teilbereiche der Verdunstung
4.3.2.1.1 Evaporation
4.3.2.1.2 Transpiration
4.3.2.1.3 Evapotranspiration
4.3.2.2 Verdunstungsvorgang
4.3.2.3 Messverfahren der Verdunstung
4.3.2.3.1 Direkte Methoden
4.3.2.3.2 Indirekte Methoden
4.3.2.4 Untersuchungsergebnisse über Verdunstungsraten
4.3.2.4.1 Monatliche Anteile an der Jahressumme
4.3.2.4.2 Verdunstung von versiegelten Flächen
4.3.2.4.3 Verdunstungsraten nach Landnutzungsarten
4.4 Einfluss des Bodens auf das Abflussverhalten
4.4.1 Überblick über die Fließwege im Bereich des Bodens
4.4.2 Infiltration oder Oberflächenabfluss?
4.4.2.1 Boden
4.4.2.2 Korngrößen und Poren
4.4.2.3 Wasserspannung und Potentiale
4.4.2.4 Wasserleitfähigkeit
4.4.2.5Verlauf der Infiltration
4.4.2.6 Untersuchungen zur Infiltration unterschiedlicher Böden und Nutzungen
4.5 Zusammenfassung von Kapitel 4
5. DAS ABFLUSSVERHALTEN DER BLIES – EIN ERKLÄRUNGSVERSUCH
5.1 Exemplarische Abflussgänge
5.2 Erklärungsversuch mit Hilfe von Niederschlagmessstationen
5.2.1 Niederschlagshöhe
5.2.2 Jahreszeitliche Verteilung
5.2.3 Intensitäten
5.2.4 Zusammenhang zwischen Niederschlagshöhe und Abfluss
5.3 Einflüsse auf das Abflussverhalten der Blies
5.3.1 Zuordnung der politischen Einheiten zu den Teileinzugsgebieten
5.3.2 Anteil der Landnutzung in den Teileinzugsgebieten
5.3.3 Einfluss der Landnutzung durch Interzeption
5.3.4 Einfluss der Böden auf das Abflussverhalten
5.3.4.1 Prims-Blies-Hügelland:
5.3.4.2 Saarkohlenwald:
5.3.4.3 St. Ingberter Senke:
5.3.4.4 Westrich und Bliesgau:
5.3.4.5 Pfälzerwald
5.3.4.6 Zusammenfassung
5.3.5 Einfluss der Verdunstung
5.3.6 Abschließende Beurteilung des Abflussverhaltens
6. FAZIT:
7. LITERATURVERZEICHNIS:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit hat das primäre Ziel, Erkenntnisse zur Abflussbildung aus kleinräumigen Einzugsgebieten und Feldversuchen auf das größere Einzugsgebiet der Blies anzuwenden. Dabei steht nicht die exakte Vorhersage spezifischer Abflussereignisse im Vordergrund, sondern der Versuch, das unterschiedliche Abflussverhalten der einzelnen Teileinzugsgebiete zu deuten und zu erklären. Forschungsleitend ist die Frage, inwieweit allgemeine hydrologische Erkenntnisse auf ein so komplexes, heterogenes Gebiet übertragbar sind.
- Analyse des Abflussverhaltens der Blies und ihrer wichtigsten Zuflüsse im Jahresgang und bei Extremereignissen.
- Naturräumliche Gliederung des Einzugsgebietes und deren Einfluss auf die hydrologischen Prozesse.
- Untersuchung der Einflussgrößen Klima (insbesondere Niederschlag), Vegetation (Interzeption) und Boden (Infiltration) auf die Abflussbildung.
- Vergleich der Teileinzugsgebiete hinsichtlich ihrer Landnutzung und Bodenbeschaffenheit zur Interpretation der unterschiedlichen Abflussganglinien.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Wirft man einen Blick auf eine Gewässerkarte der Bundesrepublik Deutschland oder eines beliebigen Bundeslandes so stellt man fest, dass die Flüsse und Bäche unser Land wie Adern und Venen den menschlichen Körper durchziehen. Die Fließgewässer sind auch in ihrer Bedeutung als „Lebensadern“ den Blutgefässen gleichzusetzen.
Die hohe Bevölkerungsdichte des Saarlandes ist vor allem auf die starke Besiedlung der Flusstäler zurück zu führen. Die starken deutschen Wirtschaftsregionen bezeichnen sich gerne nach den Flüssen an denen sie liegen, das Ruhrgebiet, die Metropolregion Rhein-Neckar und das Rhein-Main Gebiet. Die Bundeshauptstadt Berlin, der ein großer schiffbarer Fluss fehlt, ist durch den Bau von Kanälen an das europäische Binnenschifffahrtsnetz und an die Küste angeschlossen (Institut für Landeskunde 2001, S. 35). Die deutschen Flüsse wurden lange nur noch in ihrer Bedeutung als Wasserstraße wahrgenommen. Die Wasserführung ist durch Stauseen (z. B. Edersee für die Weser) und Sperrwerke reguliert und entspricht kaum noch dem natürlichen Gang.
In meiner Arbeit soll die Bedeutung der Fließgewässer als Lebensraum ausgeblendet bleiben. Bereits bevor erste Lebewesen auf der Erde heimisch waren und folglich lange vor den Menschen, war es Aufgabe der Flüsse und Bäche den Wasserkreislauf zu schließen. Die Bedeutung der Flüsse als Teil des Wasserkreislaufes blieb lange unentdeckt, wie ich in Kapitel 4 zeigen werde. Seit Beginn der modernen Hydrologie durch die Untersuchungen von Perrault hat die Arbeit von Wissenschaftlern dafür gesorgt, dass die Einflüsse auf das Abflussverhalten bekannt sind. Die Einflussgrößen wie Klima, Boden, Vegetation, Relief und andere wurden in kleinräumigen Einzugsgebieten und in den meisten Fällen getrennt voneinander erforscht. In neuerer Zeit wurde es durch die Unterstützung von Computern möglich, mehrere Komponenten in die Berechnungen mit einzubeziehen, jedoch beziehen sich auch die meisten neueren Arbeiten lediglich auf kleine Einzugsgebiete.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung von Fließgewässern und Formulierung des Zieles, hydrologische Erkenntnisse aus kleinen Einzugsgebieten auf die Blies zu übertragen.
2. UNTERSUCHUNGSGEBIET: Detaillierte Beschreibung des Verlaufs der Blies und ihrer Zuflüsse sowie der naturräumlichen Gliederung des Einzugsgebietes.
3. ABLAUFVERHALTEN DER BLIES: UNTERSCHIEDE IN DEN TEILEINZUGSGEBIETEN: Vorstellung der 19 Pegelstationen und Analyse des Abflussverhaltens unter Berücksichtigung von Hauptwerten und Extremereignissen.
4. EINFLUSSGRÖßEN AUF DAS ABFLUSSVERHALTEN: Darstellung der hydrologischen Einflussfaktoren wie Niederschlag, Verdunstung und Boden auf die Abflussbildung.
5. DAS ABFLUSSVERHALTEN DER BLIES – EIN ERKLÄRUNGSVERSUCH: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das Einzugsgebiet der Blies, insbesondere durch die Analyse von Landnutzung und Bodeneigenschaften.
6. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Übertragbarkeit hydrologischer Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Abflussverhalten, Blies, Hydrologie, Einzugsgebiet, Teileinzugsgebiet, Niederschlag, Landnutzung, Interzeption, Verdunstung, Boden, Infiltration, Naturraum, Abflussregime, Pegel, Wasserhaushalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Abflussverhalten der Blies und ihrer Zuflüsse, um durch die Analyse verschiedener Einflussfaktoren zu erklären, warum sich das Abflussverhalten in den verschiedenen Teileinzugsgebieten unterscheidet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Hydrologie, die Geomorphologie (Naturräume), die Bodengeographie, die Landnutzung sowie die Analyse von Abflussdaten an verschiedenen Pegelstationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, gewonnene Erkenntnisse aus kleinräumigen hydrologischen Feldversuchen und Studien auf das größere, heterogene Einzugsgebiet der Blies anzuwenden, um das Abflussgeschehen besser deuten zu können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden eine naturräumliche Analyse, die Auswertung hydrologischer Zeitreihen (Abflussdaten) sowie eine korrelative Betrachtung von Landnutzungs- und Bodendaten zur Erklärung der Abflussunterschiede verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des Untersuchungsgebietes, eine umfassende Auswertung des Abflussverhaltens an 19 Pegeln, die theoretische Darlegung hydrologischer Einflussgrößen und deren Anwendung auf die konkrete Situation an der Blies.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Abflussverhalten, Einzugsgebiet, Wasserhaushalt, hydrologische Einflussfaktoren (Niederschlag, Verdunstung, Boden) und die räumliche Differenzierung in Teileinzugsgebiete.
Warum spielt der Pfälzerwald eine besondere Rolle für das Abflussverhalten?
Der Pfälzerwald zeichnet sich durch eine hohe Waldbedeckung und wasserdurchlässige Sandböden aus, was zu einem sehr ausgeglichenen, stabilen Abflussverhalten führt, das sich deutlich von anderen Einzugsgebieten unterscheidet.
Welchen Einfluss haben die vulkanischen Kuppen im Prims-Blies-Hügelland auf die Quellen?
Die vulkanischen Kuppen weisen eine geringe Bodenentwicklung auf, was bei ausbleibenden Niederschlägen zu einer schnellen Versiegung der lokalen Quellen führt, da kaum Wasser im Boden gespeichert werden kann.
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- Alexander Schwartinski (Author), 2007, Wasserführung der Blies - Einfluss der Landnutzung in den Teileinzugsgebieten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94001