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Die Darstellung der Industrialisierung in den deutschen Staaten aus der Perspektive unterschiedlicher Geschichtsbücher

Titel: Die Darstellung der Industrialisierung in den deutschen Staaten aus der Perspektive unterschiedlicher Geschichtsbücher

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 26 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Markus Friedrich (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Geschichte in den Schulbüchern ist eine geschichtliche Macht, die ungeheure Energien entfalten kann, zum Guten oder zum Bösen. Die Mächtigen und diejenigen, die zur Macht drängen, haben das immer gewußt.
(Walter Scheel, 1976)

Selbst wenn dem einen oder anderen die Worte des ehemaligen Bundespräsidenten etwas zu pathetisch und unheilvoll erscheinen mögen, so enthalten sie dennoch eine Tatsache, die nicht unerheblich ist: Das Schulbuch im Geschichtsunterricht spielte und spielt heute immer noch eine herausragende Rolle bei der Vermittlung von Geschichtswissen im Schulunterricht. Wider der Erwartung vieler Experten ist es nicht durch andere moderne Medien ersetzt worden, vielmehr passt es sich an die jeweiligen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Gegebenheiten an und kann dadurch mit der stets fortschreitenden Entwicklung Schritt halten. Im Laufe der Zeit haben sich die Vorstellungen von einem idealen Schulbuch mehrfach grundlegend gewandelt, es würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit jedoch sprengen, all diese unterschiedlichen Ansprüche und Kriterien an ein Schulbuch nachzuzeichnen. Vielmehr beschränkt sich die vorliegende Analyse auf Schulbücher, die um das Jahr 1970 erschienen sind.
Aus thematischer Sicht geht es vordergründig um die Industrialisierung in den deutschen Staaten des 19. Jahrhunderts. Zunächst erfolgt eine Betrachtung der Forschungslage, der Grundprobleme in Bezug auf die Industrialisierung, sowie etwaiger Streitpunkte. Hiervon ausgehend soll ein Geschichtsbuch aus der ehemaligen DDR, „Geschichte 7“ , untersucht werden, um festzustellen, wie der selbst proklamierte Arbeiter- und Bauernstaat die Modernisierung in der Industrie beurteilte und im Schulunterricht vermittelt haben wollte. Das Buch „Reise in die Vergangenheit“ , das etwa zeitgleich Ende der 1960er Jahre in der BRD erschien, soll dem erstgenannten Lehrwerk gegenübergestellt und mit diesem verglichen werden. Neben allgemeinen Beurteilungskriterien werden auch kritische Stimmen aus den 1970er Jahren zu bis dahin vorliegenden Schulbüchern Erwähnung finden, zudem soll das klassische Beispiel des in diesen Jahren propagierten Arbeitsbuches „Fragen an die Geschichte“ vorgestellt werden. Mittlerweile gilt dieses Modell als überholt und nur bedingt einsetzbar im herkömmlichen Geschichtsunterricht. Gerade weil es aber eine gänzlich andere Position innerhalb der Geschichtsdidaktik einnimmt und sich so drastisch von den Vorgängern abgrenzt, darf es bei der vorliegenden Untersuchung nicht unberücksichtigt bleiben. Selbst wenn die betrachteten Geschichtsbücher nur einen eng begrenzten Zeitraum repräsentieren, kann dennoch ein deutlicher Wandel bezüglich der Vorstellungen über die Aufgabe und den Sinn eines Schulbuches festgestellt werden. Veränderungen im Lehrwerkbereich wird und muss es immer geben, die vorliegende Arbeit steht exemplarisch für die Notwendigkeit und die Berechtigung derartiger Konzeptionsänderungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Vorbemerkungen

2. Grundtendenzen und Forschungsstand

2.1 Definition und Verlauf der Industrialisierung

2.2 Rolle des Staates in den deutschen Gebieten

3. Beurteilungskriterien einer Schulbuchanalyse

3.1 Allgemeine Kriterien

3.2 Idealtyp eines Arbeitsbuches

4. Analyse der Schulbücher

4.1 Aufbau

4.2 Autorentext und Inhalt

4.3 Quellen, Karten, Tabellen und Graphiken

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Industrialisierung in den deutschen Staaten des 19. Jahrhunderts anhand von drei ausgewählten Geschichtsbüchern aus den späten 1960er und frühen 1970er Jahren. Ziel ist es, die didaktischen Ansätze, die inhaltliche Schwerpunktsetzung sowie den Umgang mit Quellen und multiperspektivischer Darstellung in den unterschiedlichen Lehrwerken zu analysieren und deren Eignung für den Geschichtsunterricht kritisch zu bewerten.

  • Vergleichende Analyse von Schulbüchern aus der DDR und der BRD
  • Untersuchung didaktischer Konzeptionen (Lehrbuch, Lesebuch, Arbeitsbuch)
  • Rolle der Industriellen Revolution in der geschichtsdidaktischen Vermittlung
  • Kritische Bewertung von Autorentexten versus quellenbasierter Arbeit
  • Einfluss politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen auf die Schulbuchgestaltung

Auszug aus dem Buch

3.2 Idealtyp eines Arbeitsbuches

M. Dörr kritisiert die Erwartungen an ein Schulbuch gleichzeitig ein Lese- und Lernbuch sein zu müssen. Vielfach seien die herkömmlichen Geschichtsbücher zu wenig differenziert und würden unvereinbare Perspektiven und Streitpunkte zugunsten der Anschaulichkeit weglassen bzw. ignorieren. Für Dörr ist deshalb das Arbeitsbuch die Lösung des Dilemmas, da es Probleme und Themen dokumentiert und von verschiedenen Positionen beleuchtet und untersucht. Es werden eine Vielzahl von Statistiken, Bildern, schriftlichen Quellen etc. geliefert, die die eigene Urteilsbildung erleichtern und zu Kritikfähigkeit anleiten. Dadurch, dass verschiedene Seiten und Meinungen dargestellt werden, muss sich der Schüler nicht für eine Seite festlegen, sondern kann auch die Argumente der Gegenseite reflektieren. Zwar wird in anderen Schulbüchern auch durch Fragen und Aufgaben eigenes Denken angeregt, allerdings wird die Lösung des Problems häufig schon im darstellenden Text geliefert und der Lerner muss sie nur noch einmal selbst „mitdenken“. Bilder werden ebenfalls verwendet, nur meist als schmückendes Beiwerk, ohne Arbeitsauftrag oder Kontext.

All diese Unzulänglichkeiten scheint Dörr zufolge ein Arbeitsbuch lösen zu können, zugleich gesteht sie aber ein, dass ohne ein verbindliches Curriculum auch das Arbeitsbuch das Problem der Auswahl des Stoffes nicht befriedigend lösen kann. Die Ideallösung wäre für Dörr eine Materialsammlung, die sich über die gesamte Sekundarstufe I bzw. II erstreckt und diese als Einheit sieht. Die Grenze dieser Unternehmung stellt wiederum das fehlende Curriculum dar und somit begnügt sich die Autorin mit einem Kompromiss. Dieser besteht darin, dass sich Lehrbuch und Arbeitsbuch mehr und mehr aneinander angleichen und in Kombination mit Zeitungen sowie wissenschaftlichen Darstellungen die Grundlage für Schüler bieten, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgemeine Vorbemerkungen: Einleitung in die Bedeutung des Schulbuchs als Medium der Geschichtsvermittlung und Vorstellung der zu analysierenden Werke.

2. Grundtendenzen und Forschungsstand: Überblick über die wissenschaftliche Debatte zur industriellen Entwicklung und die Rolle des Staates in den deutschen Gebieten.

3. Beurteilungskriterien einer Schulbuchanalyse: Darlegung der methodischen Kriterien zur Untersuchung und Klassifizierung der gewählten Geschichtsbücher.

4. Analyse der Schulbücher: Detaillierte Untersuchung des Aufbaus, der Inhalte sowie der Verwendung von Quellen und Medien in den drei Lehrwerken.

5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der politischen Neutralität und didaktischen Eignung der untersuchten Schulgeschichtsbücher.

Schlüsselwörter

Industrialisierung, Geschichtsunterricht, Schulbuchanalyse, DDR-Geschichtsbuch, BRD-Geschichtsbuch, Industrielle Revolution, Didaktik, Kapitalismus, Quellenkritik, Lehrbuch, Lernbuch, Arbeitsbuch, Multiperspektivität, Sozialgeschichte, Historische Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert, wie das Thema Industrialisierung im 19. Jahrhundert in drei spezifischen Geschichtsbüchern aus der BRD und der DDR vermittelt wird.

Welche drei Schulbücher stehen im Zentrum der Untersuchung?

Untersucht werden die DDR-Publikation „Geschichte 7“, das BRD-Werk „Die Reise in die Vergangenheit“ sowie das als Arbeitsbuch konzipierte „Fragen an die Geschichte“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die didaktische Qualität, die Auswahl der Schwerpunkte und den Umgang mit historischen Quellen in den Büchern zu vergleichen und auf ihre Tauglichkeit zur differenzierten Urteilsbildung zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf geschichtsdidaktische Kriterien, um Aufbau, Autorentexte sowie den Einsatz von bildlichen und schriftlichen Quellen gegenüberzustellen und kritisch zu hinterfragen.

Was sind die thematischen Schwerpunkte der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung der Industriellen Revolution, der Bewertung von Arbeiterschaft und Kapitalismus sowie der Frage nach politischer Neutralität in Schulbüchern.

Welche Rolle spielen die Quellen in der Analyse?

Quellen dienen als zentrales Kriterium: Während einige Bücher sie nur illustrativ nutzen, setzt das Arbeitsbuch auf die aktive Analyse durch die Schüler, um ein differenzierteres Geschichtsbild zu fördern.

Warum schneidet das DDR-Lehrbuch aus einer bestimmten Perspektive kritisch ab?

Die Analyse zeigt, dass das Buch stark durch die offizielle Ideologie des sozialistischen Regimes geprägt ist, wobei die Industrialisierung als einseitiger Prozess mit dem Kapitalismus als Endpunkt betrachtet wird.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf das „Arbeitsbuch“-Konzept?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das „Arbeitsbuch“-Modell zwar hervorragende Ansätze für selbstständiges Lernen bietet, jedoch ohne die Unterstützung eines Lehrers den Schüler häufig überfordert.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung der Industrialisierung in den deutschen Staaten aus der Perspektive unterschiedlicher Geschichtsbücher
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Die Geschichte des 19. Jahrhunderts im Geschichtsunterricht
Note
2,0
Autor
Markus Friedrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V94005
ISBN (eBook)
9783640102662
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung Industrialisierung Staaten Perspektive Geschichtsbücher Geschichte Jahrhunderts Geschichtsunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Friedrich (Autor:in), 2006, Die Darstellung der Industrialisierung in den deutschen Staaten aus der Perspektive unterschiedlicher Geschichtsbücher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94005
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