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Ein Vorschlag für einen dynamischen Föderalismus

Das Konzept "FOCJ" von Bruno S. Frey

Title: Ein Vorschlag für einen dynamischen Föderalismus

Seminar Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Julia Hillebrandt (Author)

Economics - Other
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Summary Excerpt Details

Vorliegende Seminararbeit analysiert die von Bruno S. Frey in Zusammenarbeit mit Reiner Eichenberger entwickelten „Functional Overlapping Competing Jurisdictions“, so die vier Komponenten der Abkürzung „FOCJ“. Es handelt sich dabei um funktionale, überlappende, konkurrierende Jurisdiktionen, die einen neuen, dynamischen Föderalismus begründen, der sich nicht mehr an historisch entwickelten Grenzen orientiert, sondern diese überwindet. Das FOCJ-Konzept ist ein Vorschlag für eine neuartige Ausgestaltung der Europäischen Union, die undemokratisch und bürgerfern gestaltet ist und aufgrund der fortschreitenden Osterweiterung einigen kritischen Problemen gegenübersteht. Eine Anwendung der FOCJ auf die EU erweist sich dabei als problemorientiert und fortschrittlich. Das Konzept vermag Probleme wie die mangelnde demokratische Beteiligung der Bürger, die Umverteilung oder eine ineffiziente Bereitstellung öffentlicher Güter vor dem Hintergrund fortschreitender Globalisierung wirtschaftlicher Aktivitäten zu lösen. Mittels im Wettbewerb stehender flexibler Rechtsprechungen, die jeweils nur auf eine Aufgabe spezialisiert sind und sich sowohl geographisch als auch funktional überlappen dürfen, können Skaleneffekte besser genutzt, räumliche Externalitäten verhindert, Spezialisierungsgewinne durch Konzentration auf eine Leistung erzielt und somit öffentliche Güter kostengünstiger bereitgestellt werden. Die Einheiten werden durch Bürger „von unten“ gegründet und stärken direkt-demokratische Instrumente wie das Initiativ- und Referendumsrecht. Dadurch ermöglichen sie den EU-Bürgern, die sich gegenwärtig von den EU-Geschehnissen distanzieren, ein gestärktes Mitspracherecht an politischen Entscheidungen. Eine Integration von EU-Beitrittskandidaten kann durch das FOCJ-Konzept schritt- bzw. bereichsweise vollzogen werden und erleichtert so die Integration, die nicht mehr nur noch „all or nothing“ bedeutet. Die Erwartungen an den FOCJ-Ansatz, dass Wettbewerb zwischen den Institutionen die Wohlfahrt fördert, eine flexible Integration ermöglicht und Bürgerbeteiligung sowie intrinsische Motivation stärkt, scheinen sich zumindest theoretisch zu bewahrheiten. Da das Konzept in seiner komplexen Form jedoch unerprobt ist, wirft es noch diverse Fragen auf und gibt Anlass zur Erforschung weiterer Aspekte, bevor der Nutzen einer praktischen Anwendung genauer vorhersagbar ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

1.1. Europäische Union – Probleme und Herausforderungen

1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Föderalismus

2.1. Beschreibung, Vorzüge und Nachteile

2.2. Theorieelemente des Föderalismus

3. Functional Overlapping Competing Jurisdictions

3.1. Charakteristika

3.1.1. Functional

3.1.2. Overlapping

3.1.3. Competing

3.1.4. Jurisdictions

3.2. Vor- und Nachteile des Konzepts

4. Anwendung der FOCJ auf die EU

5. Voraussetzungen zur Verwirklichung und Auswirkungen

6. Abschlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die theoretische Eignung des FOCJ-Konzepts (Functional Overlapping Competing Jurisdictions) als Lösungsansatz für die strukturellen Probleme und das Demokratiedefizit der Europäischen Union. Dabei wird untersucht, inwiefern dieser dynamische Föderalismus durch direkte Bürgerbeteiligung und institutionellen Wettbewerb eine effizientere Bereitstellung öffentlicher Güter ermöglichen kann.

  • Analyse des FOCJ-Konzepts nach Bruno S. Frey und Reiner Eichenberger
  • Beurteilung der Anwendbarkeit auf die Europäische Union
  • Diskussion über direkte Mitspracherechte und Wettbewerb zwischen Institutionen
  • Gegenüberstellung von klassischem Föderalismus und dem dynamischen FOCJ-Modell

Auszug aus dem Buch

3. Functional Overlapping Competing Jurisdictions

Bei diesem neuen Modell des Föderalismus stehen eigenverantwortliche Rechtsprechungen im direkten politischen und fiskalischen Wettbewerb. Die Einheiten können die Ausgestaltung der öffentlichen Aufgaben, die sie wahrnehmen, selbst bestimmen und für ihre Erfüllung Steuern erheben. Aufgrund unterschiedlicher Ausweitungen können sie sich sowohl geographisch als auch funktional überlappen und konkurrieren daher um Bürger und Gemeinden, die gleichzeitig mehreren Körperschaften angehören können. Es handelt sich bei FOCJ um ein Konzept zur Ausgestaltung staatlicher Institutionen, welche die Präferenzen der Bürger so effizient wie möglich umsetzen sollen. Die Demokratie ist dabei Strukturprinzip des Modells, die Intention besteht in deren Stärkung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Die Arbeit führt in die FOCJ-Problematik ein und stellt das Demokratiedefizit sowie die Herausforderungen der EU-Osterweiterung als Untersuchungsgegenstand dar.

2. Föderalismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des klassischen Föderalismus sowie dessen Vor- und Nachteile und führt zentrale ökonomische Theoriebausteine ein.

3. Functional Overlapping Competing Jurisdictions: Hier werden die vier Kernkomponenten (Functional, Overlapping, Competing, Jurisdictions) definiert und die Vor- und Nachteile des Modells diskutiert.

4. Anwendung der FOCJ auf die EU: Das Kapitel überträgt das theoretische Modell auf den EU-Kontext und analysiert die Möglichkeiten einer flexiblen, vertieften Integration.

5. Voraussetzungen zur Verwirklichung und Auswirkungen: Hier werden die notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen auf den Nationalstaat und das Bürgerverhalten untersucht.

6. Abschlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Umsetzbarkeit des Konzepts und identifiziert weiteren Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

FOCJ, Föderalismus, Europäische Union, Demokratiedefizit, Institutioneller Wettbewerb, Bürgermitsprache, Öffentliche Güter, Fiskalische Äquivalenz, Direkt-demokratische Instrumente, Politische Integration, Subsidiarität, Dezentralisierung, Verwaltungs-monopol, Globalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das von Bruno S. Frey entwickelte Konzept der „Functional Overlapping Competing Jurisdictions“ (FOCJ) als eine Form des dynamischen Föderalismus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Strukturreform der EU, das Demokratiedefizit, ökonomische Föderalismustheorien und die Möglichkeiten der Dezentralisierung staatlicher Aufgaben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die theoretische Prüfung, ob FOCJ dazu beitragen können, die europäische Integration effizienter zu gestalten und die politische Mitsprache der Bürger zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf politikökonomischen und föderalismustheoretischen Ansätzen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Herleitung des Föderalismusbegriffs, eine detaillierte Definition des FOCJ-Modells sowie deren spezifische Anwendung auf die Europäische Union.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind FOCJ, Demokratiedefizit, Institutioneller Wettbewerb, direkte Mitsprache und fiskalische Äquivalenz.

Warum ist das FOCJ-Konzept relevant für die EU-Osterweiterung?

FOCJ ermöglichen eine schrittweise und problemorientierte Integration, was den Druck der starren EU-Strukturen auf neue Mitglieder mildern könnte.

Welche Rolle spielt die „fünfte Freiheit“?

Sie beschreibt das Recht der Bürger, zur effizienteren Erbringung öffentlicher Leistungen neue, eigenständige Jurisdiktionen (FOCJ) gründen zu dürfen.

Können Nationalstaaten durch FOCJ abgeschafft werden?

Nein, das Konzept sieht keine Zerschlagung vor, sondern lediglich das Aufheben ihres Monopols über die Gliedstaaten, was eine parallele Existenz ermöglicht.

Ist das Konzept bereits in der Praxis erprobt?

Nein, die Autorin betont, dass es sich um eine theoretische Konstruktion handelt, die noch umfangreiche Erforschung und empirische Überprüfung erfordert.

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Details

Title
Ein Vorschlag für einen dynamischen Föderalismus
Subtitle
Das Konzept "FOCJ" von Bruno S. Frey
College
University of Zurich  (Institut für Organisation und Unternehmenstheorien (IOU))
Course
Globalisierung, Wirtschaft und Recht
Grade
2.3
Author
Julia Hillebrandt (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V94011
ISBN (eBook)
9783640102679
Language
German
Tags
Vorschlag Föderalismus Globalisierung Wirtschaft Recht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Hillebrandt (Author), 2005, Ein Vorschlag für einen dynamischen Föderalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94011
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