Der Klimawandel in der ethischen Perspektive der Verantwortung

Wie lässt sich "Klimaschutz" ethisch rechtfertigen?


Hausarbeit, 2007

32 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der Klimawandel – ein Phänomen unserer Zeit ?
1.1 Die Begriffe Ethik, Natur und Verantwortung
1.2 Natürlicher und anthropogener Klimawandel
1.3 Der Treibhauseffekt („ the greenhouse effekt “)
1.4 Mögliche Folgen des Klimawandels

2. Ethische Grundannahmen
2.1 Erkenntnistheoretischer Anthropozentrismus
2.2 Erkenntnistheoretischer Wertphysiozentrismus und erkenntnistheoretischer Wertanthropozentrismus
2.3 Die Begründungsschwierigkeiten des erkenntnistheoretischen Wertphysiozentrismus

3. Die ökologische Ethik – anthropozentrische und physiozentrische Begründungsversuche für den Begriff der Verantwortung
3.1 Das Basic-Needs Argument
3.2 Das ästhetische Kontemplationsargument
3.3 Das pädagogische Argument

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Der Klimawandel – ein Phänomen unserer Zeit ?

Es war einmal … so beginnen viele Märchen, die Kindern erzählt werden, um Handlungsweisen der Protagonisten auch eine moralische Relevanz zu geben. Doch der Klimawandel ist längst kein schauriges Märchen mehr.

„Wir leben im Klimawandel.“[1]

Die Auffassung von Hans Jonas auf den derzeitigen Stand der Diskussion zum Klimawandel und Klimaschutz angewandt, geht davon aus, dass die Menschheit nicht so dumm ist sich selbst zu vernichten.

[…] da wir um die Beständigkeit des Fortpflanzungstriebes nicht zu fürchten brauchen und etwaige äußere Vernichtungsursachen […], wenn überhaupt, nur durch die unwahrscheinlichste Kombination unwahrscheinlichster und kolossalster Dummheiten unsererseits herbeigeführt werden könnten – die wir bei allem Respekt vor den Ausmaßen menschlicher Dummheit oder Unverantwortlichkeit denn doch nicht als ernstliche Möglichkeit in betracht zu ziehen brauchen.[2]

Wenn der Mensch etwas mit dem Klimawandel zu tun hat – und dies vielleicht willentlich und wissentlich ohne Gegenmaßnahmen einzuleiten – kann durchaus von einer kolossalen Dummheit gesprochen werden. Zumindest steht aber die Verantwortung des Menschen im Raum, die es nun zu begründen gilt.

Dass der Klimawandel ein globales Problem darstellt, ist spätestens seit dem Film ‚Eine unbequeme Wahrheit’ von Al Gore nicht mehr zu ignorieren.

Einige Wahrheiten hört man nicht gerne. Denn wenn man sie sich anhört und weiß, wie richtig sie sind, dann muss man sich verändern. Und Veränderung kann ziemlich unbequem sein.[3]

Veränderungen haben sich mit zunehmender Globalisierung in den letzten Jahrzehnten immer häufiger und intensiver zugetragen, sowohl in wirtschaftlicher, technologischer als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Diese Globalisierung greift auch in den Umweltsektor ein. Eine typische Unterscheidung zwischen lokalen, regionalen und globalen Umweltproblemen[4], wie es einige Wissenschaftler fordern, erscheint bezüglich des Klimawandels weniger angebracht. Denn die Erderwärmung und die daraus resultierende Klimaveränderung ist ein Phänomen globalen Ausmaßes, das letztlich jede Region der Erde betrifft.

In dieser Arbeit möchte ich den Verantwortungsbegriff bezüglich des Umwelt- und Klimaschutzes klären und begründen[5]. Hierzu beginne ich mit der Darlegung meines Verständnisses der grundlegenden Begriffe der Ethik, Natur und Verantwortung. Um den Verantwortungsbereich genauer zu kennzeichnen, so dass der Inhaltsgegenstand des Klimawandels deutlich wird, werde ich im Anschluss den anthropogenen Klimawandel, den Treibhauseffekt und die daraus resultierenden Folgen benennen. Um zu einer Unterscheidung zwischen der physiozentrischen und anthropozentrischen Position mit entsprechenden Argumenten zum Klimaschutz (d.h. zur Verantwortungsübernahme) zu kommen, möchte ich zuvor definieren, welcher Erkenntnisstandpunkt der Problemerörterung des Klimawandels zugrunde liegt. Da ich den Anspruch haben, die Handlungen der Menschen, bezogen auf den Verantwortungsbegriff, moralisch einzuordnen und zu bewerten, beziehe ich mich auf die ökologische Ethik. Diese fragt nicht nur nach den richtigen – moralisch gebotenen – Handlungen des Menschen gegenüber anderen Menschen im Allgemeinen, sondern fokussiert den ethisch richtigen Umgang des Menschen mit der Natur im Besonderen. Bei den Begründungen treten immer wieder Schwierigkeiten der Argumente auf, die ich – in gebotener Kürze und längst nicht vollständig – diskutieren möchte, um eine ethische Perspektive zur Verantwortung im Klimawandel für einen Klimaschutz aufzeigen zu können.

1.1 Die Begriffe Ethik, Natur und Verantwortung

Um zu klären, inwiefern der Mensch Verantwortung für sein Handeln im Umgang mit der Natur trägt, muss zunächst die moralische Orientierung bestimmt werden. Hierzu stütze ich mich auf eine Ethik im ökologischen Sinne und verbinde diese mit dem Begriff der Verantwortung.

Die Ethik will normativ begründete Handlungsweisen aufzeigen und so eine Antwort auf die von Kant formulierte Frage: ‚Was soll der Mensch tun’[6] geben. Wie soll der Mensch mit der Natur, also unter anderem mit der Biosphäre unseres Planeten, umgehen? Die letzten Zwecke und Werte der Handlungsweisen des Menschen stehen im Vordergrund der ökologischen Ethik[7]. Hierbei soll der Wert des glücklichen Lebens des Menschen ausgeblendet – wenn auch nicht abgestritten – werden, um für den Wert der Natur Platz zu schaffen. Eine Handlung ist demnach dann richtig, also geboten, wenn sie nicht nur alle Menschen einbezieht, sondern auch Rücksicht auf die Natur einschließt[8]. Rücksicht auf die Natur zu nehmen ist Teil des von mir präferierten Verantwortungsbegriffs.

Der Begriff Natur stammt vom lateinischen Wort >nasci< ab und beansprucht die Bedeutung des >geboren Werdens< bzw. des Entstehens und Entwickelns[9]. So verstanden ist Natur das, was nicht vom Menschen gemacht wurde[10], sondern weitestgehend von sich aus entstanden ist und sich ständig erneuert und verändert. Da sich der Mensch in den letzten Erddekaden bis in die letzten Winkel der Erde vorgewagt hat, gibt es wohl kaum noch vom Menschen unberührte, wilde und ursprüngliche Natur. Dennoch ist selbst die vom Menschen beeinflusste Natur kein künstliches Artefakt, sondern lediglich etwas von ihm um- bzw. überformtes[11]. Bereits an dieser Stelle wird das Ausmaß der menschlichen Eingriffe in die Natur deutlich, was die Verantwortungslage des Menschen für die Natur plausibel und damit den einen weit gefassten Naturschutz notwendig werden lässt.

Der Verantwortungsbegriff in dieser Arbeit wird in erster Linie als Zurechnung begangener Taten verstanden, so dass zunächst die Rechenschaft für etwas Getanes bzw. etwas Unterlassenes im Bedeutungsfokus liegt[12]. Sofern der Mensch in der Lage ist, Entscheidungsmöglichkeiten in seinen Handlungen wahrzunehmen, kann er zur Rechenschaft gezogen werden, wenn er sich für eine nachteilige bzw. falsche Handlung – wider besseren Wissens – entschieden hat.

Also ist hier die Qualität und nicht die Kausalität der Tat der entscheidende zu verantwortende Punkt.[13]

Auch wenn die richtigen Handlungen (z.B. zugunsten des Klimaschutzes) zunächst nur durch Ge- bzw. Verbote von den Menschen verstanden werden, ist die Einsichtsfähigkeit und Bewusstseinsbildung[14] ein übergeordnetes Lernziel der Menschheit. Ist diese Entwicklungsstufe erreicht, bedarf es keines Glaubens mehr an übergeordnete Gebote, Gesetzeswerke oder metaphysisch-moralischen Forderungen. Der Mensch weiß dann, was richtig ist und mit welchen Handlungen das Richtige erreicht werden kann[15]. Ob den Menschen allerdings noch so viel Zeit bleibt aus den bisherigen Fehlern der Klimapolitik zu lernen, ist, z.B. in Anbetracht des kürzlichen Scheiterns einer UN-Erklärung zum Klimaschutz[16], eher als unwahrscheinlich anzunehmen.

1.2 Natürlicher und anthropogener Klimawandel

Der Klimawandel ist nicht länger eine Metapher für ein abstraktes Phänomen, das irgendwann in der Zukunft stattfindet. Das Klima wandelt sich bereits heute in einem Ausmaß, wie es viele Menschen nicht für möglich halten. Wenn ich in dieser Arbeit über den Klimawandel bzw. Klimaveränderungen spreche, dann ist primär eine Temperaturerhöhung gemeint, die das Gesicht des Planeten Erde heute und in Zukunft grundlegend verändern kann.

Wird der Klimawandel in Politik oder Medien erwähnt, wird immer wieder auf entfernte Länder verwiesen, die jenseits der Alltagsvorstellung vieler Menschen liegen. Der Klimawandel wird hier in seinen globalen Risiken unterschätzt[17]. So wird die Klimaveränderung auf unserer Erde von der Bevölkerung zwar wahr-, aber nicht wirklich ernst genommen. Insbesondere wenn die eher halbherzigen Versprechungen der Industrie, einhergehend mit einer starken Lobbypolitik, genauer betrachtet werden, schleicht sich das Gefühl ein, dass die derzeitigen Klimaschutzbemühungen nicht genug sein können. Doch nur, wenn die Industrie ihre Anstrengungen zur Ausstoßverringerung von Treibhausgasen deutlich steigert, nehmen wir unsere kollektive Verantwortung[18] für unsere und kommenden Generationen wahr. Das Ziel ist so selbstverständlich wie leicht zu formulieren: Bewahrung einer für Menschen lebensfreundlichen Umwelt.

Doch ist es nicht nur das weit verbreitete Desinteresse an langfristigen Konsequenzen heutiger Handlungen, sondern auch der unterschiedlich motivierte Ehrgeiz, sich aus dieser Verantwortungslage herauszuwinden, das den Klimawandel in den Verantwortungsbereich des Menschen bringt. Der Klimawandel wird aufgeschoben und als ein Problem der fernen Zukunft verstanden[19]. Insbesondere die Medien verbreiten oft ein verzerrtes und meist einseitiges Bild des Klimawandels, das eher Angst auslöst, als einen konstruktiven Anstoß für z.B. eine effizientere Energieproduktion mit verminderter Treibhausgasemission und gleichzeitiger Energieeinsparung einzuleiten[20]. Wie kann bei dieser Informationslage Motivation zur Verantwortungswahrnehmung aufkommen?

Viele Kritiker dieses medial aufgebauschten Klimawandels führen das Argument ins Feld, dass der Klimawandel eine natürliche Angelegenheit sei, die auch ohne den Menschen stattfinden würde[21]. Diesem Argument ist grundsätzlich zuzustimmen, da alle wissenschaftlichen Messungen eine kontinuierliche Erwärmung aufzeigen, die das Leben auf der Erde überhaupt erst möglich gemacht hat. Hätte in den vergangenen Jahrmillionen kein ‚Klimawandel’ stattgefunden, läge die globale Durchschnittstemperatur der Erde bei ca. – 18 Grad Celsius[22]. Die Temperatur auf der Erde wäre zudem sehr instabil, so dass an denselben Stellen, die zuvor weit unter dem Gefrierpunkt lagen, nun durch direkte Sonneneinstrahlung betroffen wären. Hier würde man weit über 100 Grad Celsius messen können. Leben wie wir es kennen, kann sich bei solch Extremschwankungen der Temperatur nicht entwickeln. Der natürliche Klimawandel (durch die natürliche Emittierung von Treibhausgasen in die Atmosphäre) hat zu relativ konstanten Temperaturwerten geführt, die ein Leben ermöglichten. Wenn sich der Klimawandel auch ohne das Zutun des Menschen vollzieht, erscheinen die Forderungen nach globalen Klimaschutz zunächst absurd erscheinen, da sich der natürliche Klimawandel auch bei noch so großen Klimaschutzanstrengungen nicht vermeiden oder aufhalten lässt. Doch resultiert daraus eine Verantwortungsentlastung für den Menschen?

Die Antwort darauf bietet ein Argument, das durch seine Messbarkeit eine große Bedeutung hat. Der Mensch trägt sehr wohl die Verantwortung für den Klimawandel, da dieser durch die industriellen Tätigkeiten verstärkt und beschleunigt wird. Dieser anthropogene Klimawandel tritt vor dem Hintergrund der Treibhausgasemittierung in Kraft. Die Menschen sind derzeit die einzigen Lebewesen auf der Erde, die die technischen Möglichkeiten haben, fossile Energieträger zu fördern, um sie für die Energiegewinnung zu nutzen[23]. Diese Jahrmillionen alten Überreste längst vergangener Erdeepochen entstanden aus pflanzlichen und tierischen Überresten, die sich im Laufe der Zeit zwischen den Sedimentschichten abgesetzt haben. Zu den fossilen Brennstoffen zählen z.B. Kohle, Erdöl, Erdgas oder natürliche Materialien zur Betreibung von Kernkraftwerken (z.B. Plutonium). Da diese Substanzen lange Zeit tief unter der Erde eingeschlossen lagen, waren sie von der erdgeschichtlichen und klimatischen Entwicklung weitestgehend abgeschlossen. Erst der Mensch erkannte die energetischen Potentiale dieser fossilen Brennstoffe, förderte sie mit enormen Ehrgeiz und nutzte sie zur rasanten Entwicklung von Kultur, Wissenschaft und Zivilisation. Der Nachteilt beim Verbrauch dieser fossilen Brennstoffe liegt in der Freisetzung von Treibhausgasen, wie z.B. Kohlenstoffdioxid, das den anthropogenen Klimawandel charakterisiert[24].

Der Verantwortungsbereich des Menschen hat sich hiermit verschoben. Der Mensch ist nicht für den (natürlichen) Klimawandel verantwortlich zu machen. Aber er beeinflusst diesen Wandel enorm durch den Umgang mit z.B. fossilen Energieträgern. Verantwortung darf hier nicht zur bloßen Schuldfrage degradiert werden, sondern muss weiter gefasst werden, um so die Zukunft des Lebens im Allgemeinen und des Menschen im Besonderen mit einzubeziehen.

Wenn ich in dieser Arbeit den Begriff des Klimawandels nutze, so ist der Wandel von allgemeinen und bestimmten Lebensbedingungen gemeint. Verantwortung zu übernehmen soll, ohne eine moralisch überhebliche Schuldfrage zu stellen, als ethisch richtige Handlungsweise verstanden werden. Der Mensch trägt die Verantwortung für seine eigene Existenz auf dem Planeten Erde[25]. Wird sich der Mensch dieser Verantwortung nicht bald bewusst, setzt er nicht nur seine Lebensgrundlagen aufs Spiel, sondern vielmehr seine existenziellen Lebensbedingungen[26]. Die Erde und vielleicht auch viele der tierischen und pflanzlichen Bewohner können sich vermutlich an eine postklimakatastrophale Erde anpassen und überleben. Ob dies dem Menschen gelingt, ist heute noch nicht abzusehen. Gewiss scheint jedoch, dass sich der Lebensstandart bzw. die Lebensqualität der zukünftigen Generationen drastische ändern wird, was nicht nur normative Gerechtigkeitsfragen aufwirft, sondern vielmehr eine zukunftsorientierte Frage des verantwortlichen Umgangs mit den natürlichen und gesellschaftlichen Ressourcen[27] stellt.

1.3 Der Treibhauseffekt („ the greenhouse effekt “)

Wenn Wissenschaftler und Politiker den Begriff des Treibhauseffektes benutzen, scheint nicht immer klar zu sein, was dieser Begriff meint. So genannte Treibhausgase beeinflussen das Erdklima, indem sie den Treibhauseffekt (Aufheizung der Erdatmosphäre) verstärken[28]. Zunächst muss klargestellt werden, dass nicht die Treibhausgase allein Ursache für den Treibhauseffekt sind. Die Sonne, als ultimative Licht- und Wärmequelle schlechthin, ermöglicht nicht nur Leben auf der Erde, sondern ist auch Ausgangspunkt und Bedingung für einen Treibhauseffekt[29]. Unsere Erdatmosphäre besteht aus vielen ‚Schichten’, die dafür sorgen, dass Lebensbedingungen wie wir sie kennen, auf der Erde vorhanden sind. Diese atmosphärischen Schichten bestehen im weitesten Sinne aus Treibhausgasen, die die eingehende Sonnenstrahlung in Richtung Erde durchlassen (und dabei die schädliche UV-Strahlung minimieren)[30]. Diese Treibhausgase, wie z.B. Kohlenstoffdioxid oder Methan haben aber die Eigenschaft, die von der Erde in Richtung Weltall abgestrahlte Wärme zu reflektieren[31]. So heizt sich die Erde nicht nur dann auf, wenn eine direkte Sonneneinstrahlung stattfindet (am Tag). Sondern auch in der Nacht, wenn eine große Menge der Wärme wieder ins Weltall abgegeben wird, vermindern die Treibhausgase diesen Vorgang, was zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Erdtemperatur führt.

Die Verbrennung der Fossilstoffe stellt aber, jenseits der lokalen Luftverschmutzung, noch ein globales Wärmeproblem, das in einen seltsamen Wettlauf mit der Erschöpfung der Vorräte treten könnte. Es ist der >Treibhauseffekt<, der eintritt, wenn das bei der Verbrennung gebildete Kohledioxid sich weltweit in der Atmosphäre anreichert und wie die Glaswand eines Treibhauses wirkt, nämlich die Sonnenstrahlung einlässt, aber die Wärmerückstrahlung von der Erde nicht herausläßt.[32]

Einige würden nun fragen, warum wir dann nicht schon sehr viel früher einen Klimawandel bemerkt haben, wenn wir doch schon seit dem späten 18.Jahrhundert für einen verstärkten Treibhausgasausstoß sorgen[33]. Eine Antwortmöglichkeit bieten die klimatischen Funktionen der Meere der Erde. Diese heizen sich deutlich langsamer auf, als die Erdoberfläche. Da unser Planet zu über siebzig Prozent mit Wasser bedeckt ist[34], dauert es eine Zeit bis sich auch die Meere aufgeheizt haben. Der Kühlungseffekt des Wassers hat die Wärmereflektierung der von Menschen ausgestoßenen Treibhausgase für ein paar Jahrhunderte ‚kompensiert’. Aber ein Treibhausgas, wie z.B. Kohlenstoffdioxid, bleibt mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte in der Atmosphäre und reflektiert so, zusammen mit ständig neuen Emissionsstoffen, die Wärmestrahlung zur sich immer weiter aufheizenden Erde[35].

1.4 Mögliche Folgen des Klimawandels

Bereits seit den 1980er Jahren beschäftigen sich Forscher und Wissenschaftler mit dem Zusammenhang zwischen Treibhausgasen und dem Klimawandel. Im Jahr 2001 hat das Konglomerat IPCC[36] festgestellt,

[…] dass es nahezu als Sicher gelten kann, dass vom Menschen verursachte Emissionen an Treibhausgasen zu dem Klimawandel beigetragen haben, der über die letzten 30 – 50 Jahre beobachtet wurde.[37]

[...]


[1] Uherek, Elmar / Schreiner, Camilla: Die Erwärmung der Erde, Mainz 2007, in: http://www.atmosphere.mpg.de (Die vollständige URL-Internetseiten werden in der Literaturliste angegeben.); abgerufen am 17.04.2007.

[2] Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung, 1. Auflage, Frankfurt am Main 1979, S. 87.

[3] Gore, Al: > An Inconvenient Truth < – Eine unbequeme Wahrheit, USA 2006.

[4] Vgl.: Rechkemmer, Andreas: Lösungsansätze für globale Umweltprobleme, in: Informationen zur politischen Bildung: Globalisierung, 3. Quartal, Bonn 2003, S. 44.

[5] Das Klima ist, in meinen Augen, notwendiger Bestandteil der Umwelt bzw. der Natur.

[6] Vgl.: Kant, Immanuel: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Stuttgart 2002.

[7] Vgl.: Krebs, Angelika: ökologische Ethik I: Grundlagen und Grundbegriffe (>Ethics of Nature<), in: Nida-Rümelin, Julian (Hg.): Angewandte Ethik, Stuttgart 2005, S. 388.

[8] Vgl.: Krebs: ökologische Ethik, S. 388f..

[9] Vgl.: Krebs: ökologische Ethik, S. 389.

[10] Das Geschaffene des Menschen wird mit dem Begriff des Artefakts beschrieben und schließt z.B. Möbelstücke, Statuen oder Autos mit ein.

[11] Vgl.: Krebs: ökologische Ethik, S. 389.

[12] Vgl.: Schubert, Jörg: Das >Prinzip Verantwortung< als verfassungsstaatliches Rechtsprinzip, 1. Auflage, Baden-Baden 1998, S. 64ff..

[13] Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung, S. 173.

[14] Vgl.: Jonas, in: Schubert: Das >Prinzip Verantwortung< […], S. 93.

[15] Ich entferne mich vom normativ - ontologischen Verantwortungsbegriff von Jonas, indem ich einen anthropozentrischen - relativen Begriff von Verantwortung vertrete. [Dies werde ich noch in dieser Arbeit ausführen.]

[16] Vgl.: Hagelüken, Alexander: Muster ohne Wert – EU verweigert Unterschrift unter UN-Erklärung zu Klimaschutz, in: Süddeutsche Zeitung, 63. Jahrgang, 20.Woche, Nr. 110, München vom 14.05.2007, S. 1.

[17] Vgl.: Grothmann, Torsten: Klimawandel, Wetterextreme und private Schadensprävention, Magdeburg 2005, S. 57ff..

[18] Vgl.: Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung, S. 220.

[19] Der Klimawandel wird vielleicht, so wie es Al Gore formuliert hat, aus Bequemlichkeitsgründen als Zukunftsproblem verstanden. Vgl.: Einleitung dieser Arbeit.

[20] Vgl.: Kreßner, Tino: Wir machen grün: Klimawandel in den Medien, Mittweida 2007, in: http://www.denquer.de ; abgerufen am 27.05.2007.

[21] Vgl.: Uherek, Elmar et. al.: Menschgemachter Klimawandel ?, in: http://www.atmosphere.mpg.de ; abgerufen am 17.04.2007.

[22] Vgl.: Uherek, Elmar et. al.: Menschgemachter Klimawandel ?, in: http://www.atmosphere.mpg.de ; abgerufen am 17.04.2007.

[23] Vgl.: Edenhofer, Ottmar: Eine Ethik der Nachhaltigkeit […], Potsdam 2006, S. 745.

[24] Vgl.: Uherek, Elmar et. al.: Menschgemachter Klimawandel ?, in: http://www.atmosphere.mpg.de ; abgerufen am 17.04.2007.

[25] Vgl.: hierzu das Basic-Needs Argument in dieser Arbeit.

[26] Vgl.: Hengstenberg, Johannes D. et. al. : Klima als Lebensgrundlage, Berlin 2007, in: http://www.co2online.de ; abgerufen am 27.05.2007.

[27] Unter gesellschaftlichen Ressourcen verstehe ich die Fähigkeiten des Menschen, den Verantwortungsbegriff bzw. das Verantwortungsprinzip über sein Handeln hinaus auszudehnen (z.B. durch das Zusprechen eines moralisch relevanten Status für den allumfassenden Begriff der Natur).

[28] Vgl.: Uherek, Elmar et. al.: Die Strahlungsbilanz der Erde und der Treibhauseffekt, in: http://www.atmosphere.mpg.de ; abgerufen am 17.04.2007.

[29] Vgl.: Herrmann, Igor / Grafe, Armin et. al.: Die Sonne ist Schuld – Weltraumwetter bestimmt Erdklima, Mainz 2003, in: http://www.3sat.de ; abgerufen am: 27.05.2007.

[30] Vgl.: Behrens, Nadine et al.: Klimawandel […], Hamburg 2005, in: http://www.greenpeace.de ; abgerufen am 27.05.2007.

[31] Vgl.: Uherek, Elmar et. al.: Die Strahlungsbilanz der Erde und der Treibhauseffekt, in: http://www.atmosphere.mpg.de ; abgerufen am 17.04.2007.

[32] Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung, S. 333f..

[33] Vgl.: Ploezt, Carl et. al.: Der große Ploetz – Daten-Enzyklopädie der Weltgeschichte, 32. Auflage, Freiburg im Breisgau 2001, S. 692ff..

[34] Vgl.: Beck, Ernst-Georg/ Rahmstorf et. al.: Was ist Klima und wodurch wird es gesteuert?, Stuttgart 2007, in: http://www.biokurs.de ; abgerufen am 27.05.2007.

[35] Vgl.: Uherek, Elmar et. al.: Was geschieht mit unserem Klima?, in: http://www.atmosphere.mpg.de ; abgerufen am 17.04.2007.

[36] „Intergovermental Panel on Climate Change” vgl.: Edenhofer: Eine Ethik der Nachhaltigkeit […], S. 752.

[37] Uherek, Elmar et. al.: Menschgemachter Klimawandel? – Woher kommen die Emissionen?, in: http://www.atmosphere.mpg.de ; abgerufen am 17.04.2007.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Der Klimawandel in der ethischen Perspektive der Verantwortung
Untertitel
Wie lässt sich "Klimaschutz" ethisch rechtfertigen?
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Philosphie / Soziologie)
Veranstaltung
Umweltprobleme und Akteure
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
32
Katalognummer
V94013
ISBN (eBook)
9783638071291
ISBN (Buch)
9783638955935
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klimawandel, Perspektive, Verantwortung, Umweltprobleme, Akteure, Ethik
Arbeit zitieren
Patrick Große (Autor), 2007, Der Klimawandel in der ethischen Perspektive der Verantwortung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94013

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