Events sind so alt wie die Menschheit. Schon immer haben Menschen zu verschiedenen Ereignissen, wie religiösen Ritualen, Zeremonien, Feiern und Paraden, „Events“ veranstaltet. Früher dienten diese Veranstaltungen jedoch meist sozialen Anlässen. Heute hingegen sind sie mehr ein Mittel zum Zweck, um die verschiedenen Ziele der einzelnen Interessengruppen zu erreichen. ... Die klassischen Werbemethoden wie Print-, TV- und Radiowerbung haben in den letzten Jahren durch das starke Ansteigen der Werbeintensität an Wirksamkeit verloren. Sie müssen im Gegensatz zu den Events immer stärkere Streuverluste hinnehmen. ... Diese Aufmerksamkeit, das Erlebnis und somit bessere Werbungsergebnisse versprechen sich die Unternehmen mit der Durchführung von Events. Events sollen als „neue“ Kommunikationsform die Schwächen der klassischen Werbung ausgleichen. Sie werden der Below–the–Line–Kommunikation zugeordnet. Mit dem verstärkten Einsatz von Events nahm auch die Zahl der Anbieter der Dienstleistung Event zu. Allein von 2001 bis 2003 stieg die Zahl der durchgeführten Events um 121 %. In den letzten zehn Jahren spezialisierten sich ca. 400 Agenturen auf dieses Angebot.
Eventagenturen entwickeln Ideen für ihre Kunden. Sie entwickeln Vorschläge, wie eine Veranstaltung aussehen und mit welchen Mitteln die Kundenbotschaft an die Zielgruppe weitergegeben werden kann. Die Agenturen sind für die Planung, Organisation und die reibungslose Durchführung des Events verantwortlich.
... Da der Einsatz von Events als eher junges Instrument der Werbung bzw. Kommunikation angesehen werden kann, sind die Möglichkeiten der Erfolgsmessung noch nicht ausgeschöpft. ... Diese Arbeit wird einen Einblick in das Thema Messverfahren zur Erfolgskontrolle von Events geben. Sie soll einen Überblick über einige Messverfahren schaffen und aufzeigen, inwiefern und ob sich die einzelnen Verfahren unterscheiden. Außerdem bedarf es der Klärung, ob solche Erfolgskontrollen wirklich sinnvoll sind und welche Chancen sich dadurch für die Unternehmen bzw. die Agenturen ergeben. Ebenfalls sollen die Ergebnisse der Verfahren kritisch beurteilt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen
2.1.1 Arten von Events
2.1.2 Ziele von Events
2.1.3 Merkmale von Events
2.2 Einordnung von Events in den Kommunikationsmix
3 Methodische Grundlagen
3.1 Definitionen
3.2 Grundlagen der Erfolgskontrolle
3.2.1 Erfolgskontrolle in der Kommunikation
3.2.2 Erfolgskontrolle im Eventmarketing
3.2.3 Probleme der Erfolgskontrolle im Eventmarketing
3.3 Vorstellung verschiedener Messverfahren
3.3.1 EventCheck 2000+ der TU-Chemnitz
3.3.2 fair.value nach VOK DAMS
3.3.3 max.result von max.sense
4 Empirische Grundlagen
4.1 Vergleichende Analyse der Messverfahren
4.2 Experteninterviews
4.2.1 Allgemeiner Teil
4.2.2 Unternehmens-/Agentur-Teil
5 Synopse
5.1 Chancen und Grenzen der Messverfahren
5.2 Idee zur Weiterentwicklung der Messverfahren
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht verschiedene Verfahren zur Erfolgskontrolle von Events, um deren Anwendbarkeit, Genauigkeit und Nutzen für Unternehmen und Agenturen zu bewerten und kritisch zu analysieren.
- Grundlagen des Eventmarketings und Erfolgskontrollmethoden
- Detaillierte Vorstellung etablierter Messmodelle (EventCheck 2000+, fair.value, max.result)
- Empirische Analyse durch Experteninterviews mit Branchenvertretern
- Herausforderungen und Chancen der Erfolgsmessung im Eventbereich
- Ansätze zur psychologischen Weiterentwicklung der Messverfahren
Auszug aus dem Buch
3.2.2.1 Planungs– und Entscheidungsphase
Bevor die konkrete Gestaltung des Events festgelegt wird, sind in der Vorbereitungsphase alle strategischen Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört auch eine Analyse der Unternehmenssituation. In dieser Analyse wird beurteilt, ob ein Event dazu beitragen kann, die kommunikationspolitischen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Als Nächstes erfolgt die Definition der Eventziele. Hierbei werden Inhalt, Zielausmaß, Zielobjekt und Zielgruppe festgelegt.
Im folgenden Schritt wird die Event–Marketingstrategie festgelegt. Basis dafür ist das bisher durch klassische Werbung vermittelte Erlebnisprofil des Unternehmens bzw. der Marke. Dieses Erlebnisprofil ist auch die Grundlage für das Eventkonzept. Außerdem müssen die folgenden Fragen beantwortet und in die Strategie mit einbezogen werden:
• Zielerreichung durch ein Event möglich? Oder ist eine Eventreihe nötig?
• In welchem Erlebnisumfeld soll die Kernbotschaft kommuniziert werden?
• Wie werden die Wettbewerber differenziert?
• Wie hoch ist das Kommunikationsbudget?
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung von Events sowie deren zunehmende Bedeutung im modernen Marketing zur Bewältigung von Information Overload.
2 Theoretische Grundlagen: Definiert zentrale Begriffe wie Eventmarketing und Kontrollmodelle und ordnet Events in den betrieblichen Kommunikationsmix ein.
3 Methodische Grundlagen: Erläutert die theoretischen Ansätze der Erfolgskontrolle, klassifiziert Messphasen und stellt spezifische Messverfahren für Events vor.
4 Empirische Grundlagen: Analysiert und vergleicht die vorgestellten Messverfahren und ergänzt diese durch Experteninterviews zur Praxisrelevanz.
5 Synopse: Diskutiert die Chancen und Grenzen der Messverfahren und entwickelt Ideen für eine methodische Weiterentwicklung.
6 Fazit: Fasst zusammen, dass Erfolgskontrollen für Events aufgrund steigender Budgets notwendig sind, jedoch in der Praxis oft noch an Komplexität und Kosten scheitern.
Schlüsselwörter
Eventmarketing, Erfolgskontrolle, Wirkungsanalyse, EventCheck, fair.value, max.result, Event-Management, Kommunikationsziele, Markendimension, Erlebnisdimension, Experteninterviews, Messverfahren, Effektivität, Effizienz, ROI.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Erfolgskontrolle von Events und der Evaluierung verschiedener Messverfahren, um die Wirkung solcher Kommunikationsmaßnahmen fundiert zu beurteilen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie des Eventmarketings, der methodischen Darstellung von Messverfahren sowie der empirischen Untersuchung durch Experteninterviews.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über bestehende Messverfahren zu geben, deren Unterschiede aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen, ob und wie diese in der Praxis sinnvoll eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse nutzt die Autorin eine vergleichende Analyse der Messinstrumente sowie eine empirische Befragung von Experten (Eventagenturen und Unternehmen).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Erläuterung der Modelle EventCheck 2000+, fair.value und max.result sowie die Präsentation der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Eventmarketing, Erfolgskontrolle, Wirkungsanalyse, ROI/ROE, Messverfahren und Experteninterviews sind die zentralen Begriffe.
Wie unterscheiden sich die drei im Buch vorgestellten Messverfahren?
Sie unterscheiden sich primär in der Erhebungsmethodik (rein qualitativ vs. kombiniert quantitativ/qualitativ), der Integration des Eventprozesses (Planung bis Nachbereitung) und der Anwendung von Kennzahlen oder psychologischen Analysen.
Warum zögern viele Unternehmen noch beim Einsatz von Messverfahren?
Laut den Ergebnissen der Arbeit schrecken viele Unternehmen aufgrund der hohen Kosten, des hohen Zeitaufwands in der Vor- und Nachbereitung sowie der Komplexität der Messung komplexer Wirkungszusammenhänge davor zurück.
Welche Bedeutung haben "Selbstkontrollen" in der Branche?
Selbstkontrollen, wie das Auswerten von E-Mail-Feedback oder informelle Beobachtungen vor Ort, stellen die derzeit am häufigsten genutzten, wenn auch subjektiven, Formen der Erfolgskontrolle dar.
Wie könnte eine Weiterentwicklung der Erfolgskontrolle aussehen?
Die Autorin schlägt eine interdisziplinäre Vernetzung vor, die beispielsweise psychologische Testverfahren (Persönlichkeitstests) in die bisherigen Fragebogenmodelle integriert, um menschliche Faktoren wie Stimmung und Charakter besser zu berücksichtigen.
- Quote paper
- Nicole Bäro (Author), 2006, Messverfahren zur Erfolgskontrolle von Events, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94017