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Der Exorzismus - Lästiges Überbleibsel einer vergangenen Zeit oder genuin christliche Liturgie?

Title: Der Exorzismus - Lästiges Überbleibsel einer vergangenen Zeit oder genuin christliche Liturgie?

Diploma Thesis , 2008 , 88 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Hans-Bodo Markus (Author)

Theology - Practical Theology
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Von 1000 befragten Personen glaubt nach Manfred Probst und Klemens Richter jeder vierte Deutsche an einen leibhaftigen Teufel. 49 Prozent halten ihn allerdings für eine Erfindung der Kirche und 14 Prozent aller befragten Personen sind der Meinung, dass man ihn durch exorzistische Formeln austreiben könne. Das in die Thematik des Exorzismus einführenden Kapitel 2 der vorliegenden Diplomarbeit beschäftigt sich näher mit den historischen Begebenheiten des Exorzismus an Anneliese Michel aus Klingenberg. Die Präsenz der vorliegenden Thematik versuche ich dadurch aufzuweisen, indem ich näher auf ältere und aktuelle Kinofilme eingehe, deren Inhalte sich um Teufelsglaube und Besessenheitsvorstellungen drehen. Außerdem stelle ich den Satanismus als bleibende Gefahr der Gegenwart dar und verdeutliche dadurch die Aktualität der Thematik. Nach den theologischen und biblischen Grundlagen des Exorzismus in Kapitel 3 und 4 gehe ich in Kapitel 5 ausführlich auf die Ritusentwicklung des Exorzismus in der Liturgiegeschichte ein. Inhalte dieses Kapitels bilden dabei die erneuerte Fassung des Großen Exorzismus von 1614 aus dem Jahre 1999 und dessen kritische Wertung. Die Neuausgabe des Exorzismus trifft in eine Zeit, in der okkulte und vor allem satanistische Vorstellungen Hochkonjunktur zu haben scheinen. Was genau ist aber überhaupt ein Exorzismus und wie wird er konkret durchgeführt? Wie kam er im Verlauf der Geschichte in den Gottesdienst der römischen Kirche? Darauf eine Antwort zu geben versucht Kapitel 5, bevor dann aktuelle Überlegungen zu der Frage, ob der Exorzismus in unserer westlichen Welt überhaupt noch zeitgemäß ist und wie mit möglichen Besessenen aus humanwissenschaftlicher Sicht am besten umgegangen werden sollte, die Diplomarbeit mit Kapitel 6 zum Ende führen. In diesem Kapitel gehe ich auch auf mögliche neuere Ansätze in der „Liturgie zur Befreiung vom Bösen“ ein, die den eigentlichen Exorzismus in die Nähe der Krankenpastoral zu rücken versuchen. Die gesamte Untersuchung mündet in eine abschließende Auswertung in Kapitel 7, in der ich die wichtigsten Erkenntnisse, die die vorliegende Arbeit aus meiner Sicht hervorbringt, formuliere, reflektiere und darzustellen versuche.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Der Exorzismus in der Einschätzung des heutigen Menschen

2.1 Ein Drama mit Todesfolge schockt 1976 die katholische Kirche:

Der Exorzismus an Anneliese Michel aus Klingenberg

2.2 Teufelsaustreibung à la Hollywood:

Der Exorzismus als Stoff für erfolgreiche Horrorfilme

2.3 „Tu was du willst, soll sein das ganze Gesetz“ (Liber Al vel Legis):

Der Satanismus als bleibende Gefahr der Gegenwart

3. Die theologischen Grundlagen für den Exorzismus

3.1 Die Frage nach dem Geheimnis des Bösen und dem Ursprung des Teufels:

Zu kirchlichen Lehrentscheidungen über den Teufel und die Besessenheit

3.2 Der traditionelle Teufelsglaube gerät in die Kritik:

Zum Streitfall um Herbert Haags Plädoyer „Abschied vom Teufel“

4. Die biblischen Grundlagen des Exorzismus

4.1 Der Satan als Gottes Sohn und gefallener Engel:

Zur Entwicklung der Satansfigur im Alten Testament und im apokryphen Schrifttum

4.2 „Und der böse Geist antwortete: Ich heiße Legion, denn wir sind viele“ (Mk 5,9):

Zum Umgang Jesu mit Teufel und Dämonen im Neuen Testament

5. Die Entwicklung des Exorzismus in der Liturgiegeschichte

5.1 Der Exorzismus im Erwachsenenkatechumenat und die Sachbeschwörungen über Dinge:

Zur Geschichte des Exorzismus bis zum Rituale Romanum von 1614

5.2 Ich beschwöre dich, unreiner Geist, verschwinde und fahre aus diesem Geschöpf Gottes:

Zur Darstellung des Exorzismus nach dem Rituale Romanum von 1614 und dessen

Ergänzungen aus dem Jahr 1925

5.3 Der Schock von Klingenberg ruft zum neuen Nachdenken auf:

Zur Kommission von Theologen und Humanwissenschaftlern im Jahre 1982/83

5.4 Der Teufel ist wieder los! (Focus Schlagzeile vom 8.2.99):

Zur erneuerten Fassung des Exorzismus von 1999 und dessen kritische Wertung

6. Der Umgang mit Besessenheit und dem Exorzismus in einer pluralistischen Welt

6.1 Einfach nur verrückt oder tatsächlich vom Teufel besessen?

Zu Besessenheitsphänomenen aus humanwissenschaftlicher Sicht

6.2 Der Teufel wird nicht mehr direkt angesprochen:

Die neuen Ansätze der Liturgie zur Befreiung vom Bösen

7. Auswertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Exorzismus in der katholischen Kirche und hinterfragt, ob er als zeitgemäße liturgische Praxis oder als überholtes Ritual zu betrachten ist. Zentral ist dabei die Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen, wie dem Fall Anneliese Michel, sowie die Analyse der dogmatischen Grundlagen des Teufelsglaubens und der liturgischen Entwicklung des Exorzismusrituals.

  • Historische Analyse des Exorzismus an Anneliese Michel
  • Biblische und dogmatische Einordnung der Person des Teufels
  • Kritische Betrachtung der Liturgiegeschichte des Exorzismus
  • Auseinandersetzung mit dem modernen Satanismus und okkulten Strömungen
  • Entwicklung neuer pastoraltheologischer Ansätze zur Befreiung vom Bösen

Auszug aus dem Buch

Der Exorzismus an Anneliese Michel aus Klingenberg

Mit dieser schriftlichen Genehmigung des damaligen Bischofs von Würzburg, Josef Stangl (+ 1979), an Pater Arnold Renz und Pfarrer Ernst Alt wurde die Durchführung des Großen Exorzismus nach dem Rituale Romanum von 1614 an der damals 22jährigen Pädagogikstudentin Anneliese Michel aus Klingenberg am Main legitimiert. Diese bischöfliche Genehmigung war jedoch auch der Anfang einer Kette von unglücklichen Verkettungen rund um die 76malige Durchführung dieses Exorzismus an der jungen Frau, deren trauriger Höhepunkt ihr Tod am 1. Juli 1976 war und dessen Nachwirkungen die katholische Kirche in eine tiefe Debatte über den Sinn und die Verantwortbarkeit eines an einem Menschen durchgeführten Exorzismus stürzten.

Wie sind die Ereignisse in Klingenberg 30 Jahre später zu beurteilen? Welche Konsequenzen sind aus diesem tragischen Fall für das heutige Verständnis von Besessenheit und den damit verbundenen Exorzismus zu ziehen? Hätte der Tod von Anneliese Michel aufgrund von Unterernährung und Entkräftung verhindert werden können, wenn frühzeitig von medizinischer Seite eingegriffen worden wäre? Das erste Kapitel meiner Diplomarbeit versucht, eine annähernde Antwort auf diese Fragen zu finden, ohne jedoch klar von Schuld und Versagen zu sprechen. Der Schwerpunkt liegt auf einer Darstellung der Ereignisse im Fall Klingenberg, ausgehend von der Genehmigung des Exorzismus durch Bischof Stangl im September 1975, bis zur Verurteilung der beiden Priester und der Eltern von Anneliese Michel durch das Landgericht in Aschaffenburg wegen fahrlässiger Tötung zu je 6 Monaten Haft auf Bewährung, sowie einer zusätzlichen Geldstrafe im April 1978.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Thematik mit Verweis auf mediale Popularität und den historischen Fall Anneliese Michel als Ausgangspunkt für die Untersuchung.

2. Der Exorzismus in der Einschätzung des heutigen Menschen: Darstellung des Exorzismus durch den historischen Fall Klingenberg, die mediale Rezeption in Horrorfilmen und die Problematik des Satanismus.

3. Die theologischen Grundlagen für den Exorzismus: Analyse der kirchlichen Lehrmeinungen zum Teufel und die kritische Auseinandersetzung mit Herbert Haags Plädoyer „Abschied vom Teufel“.

4. Die biblischen Grundlagen des Exorzismus: Untersuchung der Entwicklung der Satansfigur in den alttestamentlichen und neutestamentlichen Schriften sowie Jesu Umgang mit Dämonen.

5. Die Entwicklung des Exorzismus in der Liturgiegeschichte: Historischer Abriss der Ritusentwicklung vom Mittelalter über das Rituale Romanum von 1614 bis hin zu den Neufassungen und Kommissionen des 20. Jahrhunderts.

6. Der Umgang mit Besessenheit und dem Exorzismus in einer pluralistischen Welt: Diskussion der Besessenheitsproblematik aus humanwissenschaftlicher Perspektive und Vorstellung alternativer liturgischer Ansätze.

7. Auswertung: Abschließende Reflexion über die Angemessenheit des traditionellen Exorzismus und Plädoyer für neue pastorale Wege.

Schlüsselwörter

Exorzismus, Teufel, Besessenheit, Liturgiegeschichte, Anneliese Michel, Satanismus, Rituale Romanum, Dämonologie, Krankheitsphänomene, Befreiung, Theologie, Pastoral, Psychologie, Glaubenspraxis, Christentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht kritisch die Praxis und Bedeutung des Exorzismus in der katholischen Kirche, insbesondere im Kontext moderner medizinischer und psychologischer Erkenntnisse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Liturgiegeschichte des Exorzismusrituals, die biblische und dogmatische Einordnung des Teufelsbegriffs sowie der Umgang der Kirche mit Besessenheitsphänomenen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob der traditionelle Exorzismus heute noch zeitgemäß ist oder ob neue pastorale Modelle, wie die „Liturgie zur Befreiung vom Bösen“, einen besseren Umgang mit leidenden Menschen ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf theologischen Quellen, liturgischen Texten sowie humanwissenschaftlichen und psychologischen Gutachten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die biblischen und dogmatischen Grundlagen des Teufels, die Entwicklung des Exorzismusrituals über die Jahrhunderte und die kritische Aufarbeitung des Falles Anneliese Michel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Exorzismus, Besessenheit, Liturgiegeschichte, Satanismus, Theologie, Psychologie und Pastoral.

Warum spielt der Fall Anneliese Michel eine zentrale Rolle?

Der Fall dient als tragisches Beispiel für die Grenzen und Gefahren eines unkritischen Einsatzes des traditionellen Exorzismusrituals in einer modernen Zeit.

Wie unterscheidet sich die „Liturgie zur Befreiung vom Bösen“ vom klassischen Exorzismus?

Sie verzichtet auf eine direkte persönliche Anrede des Teufels und ordnet das Gebet im Rahmen der Krankenpastoral ein, anstatt magische Befreiungserfolge zu suggerieren.

Welche Position vertritt der Autor zur Existenz des Bösen?

Der Autor erkennt das Böse als ernstzunehmende Realität an, betont jedoch, dass theologische Erklärungsmodelle die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Medizinern nicht ersetzen dürfen.

Wie steht die aktuelle Kirche zur Teufelsgestalt?

Die Arbeit zeigt, dass die offizielle Lehre den Teufel zwar als personale Realität betont, jedoch innerhalb der Liturgie reformbedürftige Tendenzen und Diskussionen existieren.

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Details

Title
Der Exorzismus - Lästiges Überbleibsel einer vergangenen Zeit oder genuin christliche Liturgie?
College
University of Paderborn  (Theologische Fakultät)
Grade
2,0
Author
Hans-Bodo Markus (Author)
Publication Year
2008
Pages
88
Catalog Number
V94025
ISBN (eBook)
9783638069328
ISBN (Book)
9783638955249
Language
German
Tags
Exorzismus Lästiges Zeit Liturgie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hans-Bodo Markus (Author), 2008, Der Exorzismus - Lästiges Überbleibsel einer vergangenen Zeit oder genuin christliche Liturgie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94025
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