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Die Außenpolitik Friedrich III von 1688 - 1700

Title: Die Außenpolitik Friedrich III von 1688 - 1700

Seminar Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: André Blaschke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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1. Einleitung

Das Bild des ersten preußischen Königs Friedrichs I. ist in der heutigen Geschichtsschreibung eher negativ. Statt positiven Berichten über den Erwerb der Königskrone für Preußen und seiner Bemühungen zur Unterdrückung der Hegemonialmacht Frankreich seit 1688, kann man eher lesen, was der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. für ein schlechter Regent war.
Pech für den zukünftigen König war, dass er bis heute im Schatten dreier Monarchen des Hauses Hohenzollern steht, die hervorragende politische und militärische Talente besaßen. Auch auf dem internationalen Terrain hatte es der brandenburgische Kurfürst nicht einfach sein Erbe des Großen Kurfürsten zu verteidigen, vor allem neben so großen Persönlichkeiten wie dem russischen Zaren Peter I., dem englischen König Wilhelm III. von Oranien, dem französischen König Ludwig XIV. und dem deutschen Kaiser Leopold I.
Doch war sein Erscheinungsbild, welches als „verwachsen, klein und von labiler Gesundheit, sowie empfindsam, leicht verletzlich und schwachen Charakters“1) galt, wirklich so und war er tatsächlich ein „leicht beeinflussbarer Mann, der sein Ohr all jenen lieh, denen er Respekt schuldete oder die ihm schmeichelten und seinen stets aufs Äußerste gerichteten Wünschen willfahrten“?2)
Großen Einfluss für diesen Ruf hatte sein Enkel König Friedrich II. der Große. Für ihn war, vor allem die Außenpolitik Friedrichs III., ein „Ausdruck persönlicher Schwäche“, bei der er seine persönlichen Interessen mit denen des Staates gleichsetzte. Auch die erworbene Rangerhöhung zum preußischen König war für Friedrich den Großen nur eine Rechtfertigung für die Verschwendungssucht und die „krankhafte Neigung für Pomp und Pracht“.3)
Selbstverständlich war der brandenburgische Kurfürst berühmt für seine strahlenden Hoffeste und die prunkvollen Aufzüge. Aber auch die Schlösser und Residenzen, die er im Kurfürstentum Brandenburg und im Herzogtum Preußen errichten ließ waren kein Zeichen dafür, dass es mit Geld nicht umgehen konnte, sondern Normalität für die Zeit und die Gesellschaft des Barocks. In dieser Epoche waren Ränge und Symbole von besonderer Bedeutung und viele Monarchen strebten nach Status- und Rangverbesserung.
Vor allem für die Außenpolitik vor 1700 ist dies sehr wichtig. Friedrich III. machte kein Geheimnis daraus, dass er die Königswürde für Preußen erlangen wollte. Dies jedoch nur mit der Zustimmung des deutschen Kaisers. Was würde der brandenburgische Kurfürst schließlich alles geben, damit sich Leopold I. seiner annehmen würde?
In meiner Arbeit möchte ich vor allem auf die Bemühungen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges eingehen und erläutern, in wie weit sein Wunsch auf Rangerhöhung die Außenpolitik in diesem beeinflusste. War Friedrich III. wirklich nur auf seinen Eigennutz aus? Opferte er das Leben tausender Soldaten um sich „König von Preußen“ nennen zu können, wie es sein Enkel behauptete oder besaß er so viel „diplomatisches Fingerspitzengefühl“, dass er seine Rangerhöhung erreichen wollte und gleichzeitig die Expansionspolitik seines Vaters fortsetzen wollte.

1) Mast, Peter: Die Hohenzollern in Lebensbildern, Graz; Wien; Köln 1988, S. 85
2) Mittenzwei, Ingrid/ Herzfeld, Erika: Brandenburg-Preußen 1648 – 1789, Berlin 1988, S. 154
3) zitiert nach: Frey, Linda/ Frey, Marsha: Friedrich I.: Preußens erster König, Graz 1984, S. 11

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Außenpolitik Friedrichs III. im Zusammenhang mit seinem Wunsch auf Rangerhöhung

2.1. Die außenpolitische Lage Brandenburg – Preußens zum Regierungsantritt Friedrichs III. 1688

2.2. Die Haltung Friedrichs III. im Pfälzischen Erbfolgekrieg von 1688 – 1697

2.3. Die Friedensverhandlungen von Rijswijk

2.4. Der Weg zur Krone

3. Ein kurzes, zusammenfassendes Fazit

4. Literatur und Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Außenpolitik des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. im Zeitraum von 1688 bis 1700, wobei der Fokus insbesondere auf seinem Bestreben liegt, die Königswürde für Preußen zu erlangen. Es wird analysiert, inwieweit dieser Wunsch seine politischen Entscheidungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg beeinflusste und ob sein Vorgehen als diplomatisches Kalkül oder persönlicher Eigennutz zu bewerten ist.

  • Außenpolitische Ausgangslage Brandenburg-Preußens 1688
  • Friedrich III. und der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697)
  • Die Rolle des "Magdeburger Konzerts" in der europäischen Diplomatie
  • Friedensverhandlungen von Rijswijk und deren diplomatische Folgen
  • Der diplomatische Weg zum preußischen Königtum (Kronkonkordat 1700)

Auszug aus dem Buch

2.2. Die Haltung Friedrichs III. im Pfälzischen Erbfolgekrieg

Durch die Machtübernahme des Oraniers Wilhelm III. in England verlor Ludwig XIV. mit Jakob II. seinen letzten großen Bündnispartner. Durch Druck und Erpressung gegen das Deutsche Reich und die Republik der Vereinigten Niederlanden hatte der „Sonnenkönig“ nun nicht mehr all zu viel Erfolg. Ihm blieb nur noch die Möglichkeit Krieg zu führen um die Vormachtstellung über sein Königreich und die angrenzenden Gebiete zu wahren und neues Terrain auf deutschem Boden zu erobern.

Für dieses Vorhaben bot sich mit dem Tod des Kurfürsten Karl II. von der Pfalz (16.05.1685) eine gute Gelegenheit. Dessen Schwester, Elisabeth Charlotte "Liselotte" von der Pfalz, war die Schwägerin Ludwigs XIV. Unrechtmäßig ernannte sich der französische König als offiziellen Erben. Im September 1688 begann er darauf hin eine große Invasion gegen das Deutsche Reich. Da Kaiser Leopold I. durch den Krieg gegen die Türken viele Soldaten im Süden und Osten des Reiches stationiert hatte, nutze Ludwig XIV. diese Gelegenheit und fiel mit seinem Herr in den Kurfürstentümern Pfalz, Mainz, Trier und Köln ein. Selbst Experten, die sich im französischen Heer befanden, waren von dem Vorgehen nicht angetan und warnten den Hof, dass der Angriff auf vier Kurfürsten und den Kaiser nicht gut sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet das überwiegend negative historische Bild Friedrichs I. und stellt die Forschungsfrage nach seinem diplomatischen Geschick gegenüber seinem Enkel Friedrich II.

2. Die Außenpolitik Friedrichs III. im Zusammenhang mit seinem Wunsch auf Rangerhöhung: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert das strategische Handeln des Kurfürsten, um durch den Beitritt zu Bündnissen und die Bereitstellung von Truppen sein Ziel der Rangerhöhung zu erreichen.

2.1. Die außenpolitische Lage Brandenburg – Preußens zum Regierungsantritt Friedrichs III. 1688: Es wird die geopolitische Situation nach dem Dreißigjährigen Krieg dargestellt, die durch militärische Revolutionen und die Notwendigkeit von Bündnissen gegen die französische Hegemonie geprägt war.

2.2. Die Haltung Friedrichs III. im Pfälzischen Erbfolgekrieg von 1688 – 1697: Das Kapitel erläutert Friedrichs aktiven Widerstand gegen die Expansionspolitik Ludwigs XIV. und die Rolle des „Magdeburger Konzerts“.

2.3. Die Friedensverhandlungen von Rijswijk: Hier wird der Bruch innerhalb der Großen Allianz und die enttäuschende Behandlung Brandenburgs durch den Kaiser während der Friedensverhandlungen thematisiert.

2.4. Der Weg zur Krone: Der Abschnitt beschreibt, wie Friedrich III. trotz diplomatischen Gegenwinds und finanzieller Schwierigkeiten durch die Bereitstellung von Truppen für den Spanischen Erbfolgekrieg schließlich das Ziel der Königskrone erreichte.

3. Ein kurzes, zusammenfassendes Fazit: Das Kapitel bewertet Friedrichs Außenpolitik als ein geschicktes Agieren unter schwierigen Bedingungen, bei dem er stets die Interessen seines Hauses und Brandenburg-Preußens wahrte.

4. Literatur und Quellen: Ein Verzeichnis der herangezogenen historischen Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Friedrich III., Brandenburg-Preußen, Außenpolitik, Pfälzischer Erbfolgekrieg, Rangerhöhung, König von Preußen, Kaiser Leopold I., Ludwig XIV., Rijswijk, Diplomatie, Großmachtpolitik, Kurwürde, Spanischer Erbfolgekrieg, Bündnispolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die außenpolitischen Bemühungen des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. in den ersten zwölf Jahren seiner Regierung und untersucht sein Streben nach der Königswürde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Bündnispolitik im späten 17. Jahrhundert, den Pfälzischen Erbfolgekrieg sowie die diplomatischen Verhandlungen mit dem Kaiser und den europäischen Seemächten.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es zu klären, ob Friedrichs Außenpolitik lediglich von Eigennutz getrieben war oder ob er über ein diplomatisches Fingerspitzengefühl verfügte, um den Status seines Staates zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, Quellen und zeitgenössischen Darstellungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt chronologisch den Regierungsantritt Friedrichs, seine Rolle im Pfälzischen Erbfolgekrieg, die Friedensverhandlungen von Rijswijk und den abschließenden Weg zur Königskrone im Jahr 1700.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen zählen die Rangerhöhung zum König von Preußen, die Bündnisdynamik zwischen dem Kaiser und den Reichsfürsten sowie der Einfluss der französischen Expansionspolitik.

Welche Rolle spielt das „Magdeburger Konzert“ in Friedrichs Politik?

Das „Magdeburger Konzert“ war ein diplomatischer Zusammenschluss deutscher Fürsten unter Friedrichs Führung, der den Widerstand gegen die französische Besatzung in der Pfalz organisierte und den Reichskrieg gegen Ludwig XIV. mit initiierte.

Warum wurde Friedrich III. zeitweise von seinem Minister Danckelmann kritisiert?

Danckelmann kritisierte Friedrichs Prioritätensetzung, da er die angespannte finanzielle Situation des Landes durch die hohen Ausgaben für die Rangerhöhung und den prunkvollen Hof gefährdet sah.

Wie bewertet der Autor Friedrichs Erfolg im Vergleich zu seinem Enkel, Friedrich II.?

Der Autor stellt fest, dass Friedrich III. zwar die Rangerhöhung erreichte, ihm jedoch die „politische Härte“ und das Durchsetzungsvermögen fehlten, die sein Enkel, Friedrich der Große, später nutzte, um Preußen zur Großmacht zu führen.

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Details

Title
Die Außenpolitik Friedrich III von 1688 - 1700
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Proseminar
Grade
2,0
Author
André Blaschke (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V94026
ISBN (eBook)
9783640125210
ISBN (Book)
9783640133970
Language
German
Tags
Außenpolitik Friedrich III. Pfäl Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688 Friedensverhandlungen von Rijswijk Brandenburg Preußen Königskrönung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
André Blaschke (Author), 2008, Die Außenpolitik Friedrich III von 1688 - 1700, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94026
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