Sportbeteiligung von Jugendlichen in Ost- und Westdeutschland


Hausarbeit, 2008
12 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergleich des Sportengagement von Kindern und Jugendlichen in Ost- und Westdeutschland an Hand von verschiedenen Kriterien
2.1 Allgemeine Sportbeteiligung in Ost- und Westdeutschland
2.2 Altersspezifische Sportinteresse von Jungen und Mädchen
2.3 Sportortnutzung von Jungen und Mädchen der neuen und alten Bundesländer
2.4 Sportvereinsattraktivität

3. Gründe für Differenzen zwischen den alten und neuen Bundesländern

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

17 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung stellt sich die Frage, ob es nach der Deutschen Einheit auch zu einer Gleichstellung zwischen den neuen und alten Bundesländern gekommen ist. Darüber sind viele Menschen geteilter Meinung.

Ähnlich verhält es sich aber auch im Sport. In der Bundesrepublik zählt Sport heute zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Bedeutet diese These, dass Sport bei Jugendlichen an Bedeutung gewonnen hat oder dass andere Tätigkeiten seltener ausgeübt werden? Und gilt diese Behauptung für ganz Deutschland?

Ich möchte in meiner Hausarbeit klären, wie sich das Sportengagement der deutschen Jugendlichen in den letzen Jahren entwickelt hat und ob es Differenzen zwischen den neuen und alten Bundesländern gibt. Haben Jugendliche der neuen Bundeslänger gleiche Zugangsmöglichkeiten zu Sporteinrichtungen und in welchem Umfang werden diese genutzt?

In Westdeutschland entstanden mit der Fluktuationsstudie 1978, der Paderborner Studie 1987 und der Jugendsportstudie 1992 drei sehr bedeutende Arbeiten, welche sich jedoch nur auf das Bundesland Hessen bzw. Nordrhein-Westfalen beziehen.

In der Deutschen Demokratischen Republik ist keine bzw. nur unzureichende Literatur über das Sportengagement der Bevölkerung vorhanden, so dass ein Vergleich nur sehr schwierig wäre.

Aus diesem Grund wurde 1995 eine neue Jugendsportstudie der Universität Bielefeld gemacht, bei der über 3400 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen und aus Brandenburg befragt wurden. (Kurz & Tietjens, 2000)

Am Ende dieser Arbeit möchte ich noch die Gründe für eventuelle Differenzen zwischen den Ländern erläutern und andeuten, was für eine bessere Sportbeteiligung in den kommenden Jahren nötig wäre.

2. Vergleich des Sportengagement von Kindern und Jugendlichen in Ost- und Westdeutschland an Hand von verschiedenen Kriterien

2.1 Allgemeine Sportbeteiligung in Ost- und Westdeutschland

Nach dem Mauerfall hat sich auch die Sportlandschaft in den neuen Bundesländern erheblich verändert. Vor allem Anfang der 90er Jahre kommt es in Ostdeutschland zu einer „Expansion und Pluralisierung“(zit.: Baur & Burrmann, 2003a) des Sports. Durch den Wegfall der staatlichen Sportgemeinschaften mussten die Menschen sich neue Sportalternativen suchen. Dies waren neben dem „neuen“ Vereinssport kommerzielle Sportanbieter und kommunale Einrichtungen.

In den alten Bundesländern existierten diese Möglichkeiten, um Sport treiben zu können, bereits seit einigen Jahrzehnten. Dieser dadurch entstandene Anstieg an Sportbegeisterten in Ostdeutschland wurde jedoch nach einigen Jahren gebremst da es noch an ausreichender Freizeit- und Sportinfrastruktur fehlte. Sportplätze ohne sportspezifische Exklusivität ließen vielerorts die Nutzung von sportlichen Aktivitäten nicht zu. So sind ostdeutschen Kindern und Jugendlichen heute noch nicht die Vorraussetzungen gegeben, um ihr Sportengagement zu steigern. Derzeit ist es schwer zu sagen, wie sich dieser Trend in den kommenden Jahren entwickeln wird. Ob das Sportengagement weiter stagniert oder mit dem Bau neuer Sportmöglichkeiten und der Angleichung an westdeutsche Sportstätten ein neuer Aufschwung entsteht. (vgl. Baur & Burrmann, 2003a)

Bestätigt wird diese Meinung durch die Fakten in Tabelle 1 aus der Jugendsportstudie 1995.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Sportaktivität, differenziert nach Bundesland (Jugendsportstudie 1995)

Demnach sind deutsche Jugendliche sehr sportlich. Während in den neuen Bundesländern 85 % aller Jugendlichen mindestens einmal pro Woche regelmäßig sich sportlich betätigen sind es in den alten Bundesländern sogar 88 %. Jedoch fällt auf, dass die ostdeutsche Schülerinnen und Schüler, die aktiv Sport treiben, weniger Zeit pro Woche damit verbringen, als Gleichaltrige aus den alten Bundesländern.( vgl. Tab. 1)

2.2 Altersspezifische Sportinteresse von Jungen und Mädchen

Sportinteresse ist nicht nur abhängig vom eigenen Willen. Man muss bedenken, dass es immer im Zusammenhang mit anderen Pflichten und Aufgaben steht, die oftmals höhere Prioritäten besitzen. So kann es passieren, dass Jugendliche auf Grund von ausstehenden Schulaufgaben, Hilfe im elterlichen Haushalt oder durch kleine Nebenjobs nicht die Zeit für Freizeitaktivitäten haben.

Besteht im Kindesalter noch die Zeit und Motivation Sport regelmäßig zu betreiben, so sinkt diese mit zunehmendem Alter ab. Aus diesem Grund ist die Sportbeteiligung in diesem Alter noch sehr hoch. Auch die Ost-West-Differenzen treten in diesem Alter kaum bzw. gar nicht auf. (Baur & Burrmann, 2003a)

Ab ungefähr dem 7. Schuljahr, also mit ca. 12 Jahren, treiben Jugendliche weniger Sport bzw. gestalten mit höherem Alter ihre Freizeit mit anderen Aktivitäten.

So lässt sich feststellen, dass, ebenso wie in Ost- oder Westdeutschland, das Sportengagement bis zum 18. Lebensjahr kontinuierlich abnimmt. (Kurz & Tietjens, 2000)

Dementsprechend reduziert sich der Anteil der hoch - Aktiven Jugendlichen, also derer, welche täglich regelmäßig Sport treiben. Im Gegensatz dazu steigt der Anteil derer, die unregelmäßig oder gar keinen Sport treiben von der 7. bis 13. Klasse in Nordrhein-Westfalen von 5 % auf 20 %. In Brandenburg zeigt sich eine ähnliche Tendenz. (Anhang; Abb. 1a; 1b)

Aber vor allem im Ländervergleich fällt besonders auf, dass während in den alten Bundesländern der Rückzug aus dem Sport erst ab der 9. Klasse beginnt, geht das Desinteresse am Sport der ostdeutschen Jugendlichen progressiv und bereits ab dem 7. Schuljahr voran. In beiden Teilen Deutschlands treiben mehr als 50 % der Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse einmal oder weniger pro Woche Sport. (vgl. Anhang; Abb. 1a; 1b)

Darin zeigt sich, dass dieser Rückgang des Sportengagement nichts mit Ost oder West zu tun hat, sondern andere Gründe haben muss.

Untersucht man das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in Ost- und Westdeutschland, so zeigt sich uns ein relativ ähnliches Bild. Die männlichen Sportler, egal welchen Alters, sind in beiden Bundesländern fast immer sportlich aktiver. Das heißt nicht, dass mehr Jungen Sport treiben als Mädchen, sondern, dass sie mehr Zeit mit Sport verbringen. Auffallend ist aber, dass bei den Schülerinnen und Schülern, egal welcher Klassenstufe, die relativ wenig Sport treiben, also ca. ein bis zwei Stunden pro Woche, kein Geschlechterunterschied existiert. (Kurz & Tietjens, 2000)

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sportbeteiligung von Jugendlichen in Ost- und Westdeutschland
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Sportwissenschaften)
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V94027
ISBN (eBook)
9783640098125
ISBN (Buch)
9783640111916
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sportbeteiligung, Jugendlichen, Ost-, Westdeutschland, Sportinteresse, Sportvereinsattraktivität
Arbeit zitieren
André Blaschke (Autor), 2008, Sportbeteiligung von Jugendlichen in Ost- und Westdeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94027

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