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Faust 2: Die klassische Walpurgisnacht - Der Weg des Mephistopheles

Title: Faust 2: Die klassische Walpurgisnacht - Der Weg des Mephistopheles

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Kerstin Behrens (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Faust II ist in fünf Akte gegliedert. Jeder dieser fünf Akte verfügt über eine relativ geschlossene Handlung. Erst der Bezug auf die gesamte Tragödie stellt einen Sinnzusammenhang her. Der 2. Akt erhält seine selbstständige Handlung durch die Figur des Homunkulus und die klassische Walpurgisnacht, welche ein in sich geschlossener Vorgang ist. Die hauptsächliche Funktion des 2. Akts ist die Hinführung der Handlung und der Figuren zum folgenden Helena-Akt, dem Kernstück des Dramas. So stellt der 2. Akt „die Verbindung her zwischen der Beschwörung der Helena im ersten, bei der Faust die erste Schau ihrer Schönheit erlebt […], die aber in der Katastrophe endet, und seiner Vereinigung mit ihr im dritten […].“ Gegliedert wird der 2. Akt durch die drei unterschiedlichen Wege, die Faust, Homunkulus und Mephistopheles durch die Klassische Walpurgisnacht nehmen.
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf Mephistopheles und seine Erlebnisse innerhalb der Klassischen Walpurgisnacht, die schließlich zu einer Verwandlung des Teufels führen, die anders als bei Faust und Homunkulus jedoch nur oberflächlich bleibt und keine echte Metamorphose darstellt. ich werde versuchen, der art dieser Verwandlung genauer auf den Grund zu gehen. Die Rolle des Mephistopheles im 2. Akt erscheint daher besonders wichtig, weil er seinem Prinzip der Verneinung („Ich bin der Geist, der stets verneint!“) treu bleibt und dementsprechend den entgegengesetzten Weg Fausts einschlägt und nicht der größten Schönheit entgegen strebt, sondern sich der personifizierten Hässlichkeit zuwendet. Indem er zum Gegenbild Helenas, dem Schönheitsideal der Antike, wird, verneint er so auch die Ideale der Weimarer Klassik, deren ästhetisch-poetische Grundregeln auch für Goethe maßgeblich waren.

Um dies näher zu beleuchten, werde ich den Ort, wo diese Verwandlung stattfindet, ebenso wie die Begegnungen Mephistopheles´ dort mit verschiedenen Wesen und Figuren der Antike hat, analysieren.
Die von mir grundlegend verwendete Literatur umfasst hauptsächlich Texte von Dorothea Lohmeyer, Helmut Kobligk und Heinrich Rickert. Prinzipiell aber spielte die Sekundärliteratur bei dieser Arbeit eine nebengeordnete Rolle, da textnahe Interpretation und Analyse im Vordergrund standen.
Generell jedoch sind sehr viele Werke vorhanden, die die Thematik des Fauststoffs, und somit auch Mephistopheles´ Rolle, zwar aus verschiedenen Perspektiven behandeln, bei der vorliegenden Arbeit jedoch keinen Einfluss fanden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Klassische Walpurgisnacht

2.1. Die Klassische Walpurgisnacht als Ort der Veränderungen

2.2 Der Weg des Mephistopheles durch die Klassische Walpurgisnacht

2.2.1 Pharsalische Felder: Begegnung mit den Sphinxen

2.2.2. Am oberen Peneios: Begegnung mit den Lamien

2.2.3. Am oberen Peneios: Begegnung mit den Phorkyaden

3. Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und die Verwandlung des Mephistopheles während der Szene der Klassischen Walpurgisnacht in Goethes Faust II. Dabei wird analysiert, wie der Teufel durch den Kontakt mit der antiken, heidnischen Welt gezwungen ist, sein moralisches Prinzip der Verneinung in eine ästhetische Anpassung an die Form der Hässlichkeit zu überführen, um in der antiken Handlungswelt des Dramas bestehen zu können.

  • Die Klassische Walpurgisnacht als Ort der Metamorphose und des Wandels.
  • Gegenüberstellung der nordisch-christlichen und der antiken Weltanschauung.
  • Die Funktion des Mephistopheles als Prinzip der Verneinung und der Hässlichkeit.
  • Analyse der Begegnungen mit Sphinxen, Lamien und Phorkyaden als Etappen der Verwandlung.
  • Die Bedeutung der Maske der Phorkyas für den folgenden Helena-Akt.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Pharsalische Felder. Begegnung mit den Sphinxen

Zwar ist Mephistopheles zu Beginn der Szene Klassische Walpurgisnacht, als er sich mit Homunkulus und Faust fliegend den Pharsalischen Feldern nähert, noch davon überzeugt, dass er sich hier zurecht finden wird („Bin ich hier wie dort zu Haus.“25), ändert seine Meinung jedoch relativ schnell. Er fühlt sich sogleich entfremdet26. Die Nacktheit der Gestalten um ihn herum missfällt ihm. Dass ausgerechnet der Teufel, Sinnbild für Lüsternheit und Verführung, nun prüde zu sein scheint, erscheint nur auf den ersten Blick paradox: „Zwar sind auch wir von Herzen unanständig, / Doch das Antike find ich zu lebendig;“27

Die mythologischen Gestalten, denen Mephistopheles sich hier gegenübersieht, sind ihm zu ‚lebendig’ in ihrer Nacktheit. Für diese Wesen ist die Nacktheit ein natürlicher Zustand, so dass sie keine Scham deswegen empfinden. Rickert nennt sie „nicht ‚unanständig’ ausgezogen“28. Dementsprechend macht es für Mephistopheles wenig Sinn, seine Lüsternheit auszuleben. Er ist eine Kreatur mit einem moralischen Bewusstsein für Gut und Böse und repräsentiert den abendländischen Geist, der durch die christliche Geschichte geprägt und der Natur entfremdet ist. Lohmeyer fasst dies wie folgt zusammen: „[…] hier steht eine moralische Wertung der Natur gegen die Unschuld des Lebendigen. Mephistopheles […] steht als naturfeindliches Prinzip gegen die Natur als Prinzip.“29

Insgesamt behagen ihm die griechischen Gespenster nicht und er begegnet ihnen mit einem „eigenartigen Gemisch aus Verlegenheit und Frechheit“30. Zu keinem von ihnen baut er ein gutes Verhältnis auf. Die Greife beispielsweise können ihn nicht leiden („Den mag ich nicht!“31).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des 2. Akts als Hinführung zum Helena-Akt heraus und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Verwandlung des Mephistopheles innerhalb der Klassischen Walpurgisnacht.

2. Die Klassische Walpurgisnacht: Dieses Kapitel erläutert den Charakter der Szene als Ort ständigen Wandels und vergleicht die antike, republikanische Welt mit der mittelalterlichen, monarchischen Walpurgisnacht.

2.1. Die Klassische Walpurgisnacht als Ort der Veränderungen: Hier wird der historische Kontext von Thessalien und die allegorische Darstellung europäischer Zivilisationsgeschichte sowie industrieller Revolutionen innerhalb der Szenerie beleuchtet.

2.2 Der Weg des Mephistopheles durch die Klassische Walpurgisnacht: Der Abschnitt fokussiert auf die Entfremdung des nordisch-christlichen Teufels in der antiken Welt und die Notwendigkeit seiner Metamorphose.

2.2.1 Pharsalische Felder: Begegnung mit den Sphinxen: Analyse der ersten Station, bei der Mephistopheles durch seine Unkenntnis der antiken Welt und das Rätsel der Sphinxen als moralisches Prinzip demaskiert wird.

2.2.2. Am oberen Peneios: Begegnung mit den Lamien: Behandlung der Begegnung mit den wechselhaften Lamien und der Angst des Mephistopheles vor einer totalen Metamorphose, die den schönen Schein vernichtet.

2.2.3. Am oberen Peneios: Begegnung mit den Phorkyaden: Dieser Teil beschreibt das Erreichen des Ziels durch die Annahme der Gestalt der Phorkyas, womit Mephistopheles die Rolle der Hässlichkeit als Gegenpol zur Schönheit übernimmt.

3. Schlussbetrachtung und Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Mephistopheles' Verwandlung eine oberflächliche Anpassung von der Ethik zur Ästhetik darstellt, um seine Funktion als Vermittler im Helena-Akt auszufüllen.

Schlüsselwörter

Faust II, Mephistopheles, Klassische Walpurgisnacht, Metamorphose, Phorkyas, Helena-Akt, Antike, Hässlichkeit, Schönheit, Verneinung, Mythologie, Literaturanalyse, Thessalien, Ästhetik, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die spezifische Rolle und die Metamorphose des Teufels Mephistopheles in der Szene der Klassischen Walpurgisnacht in Goethes Faust II.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Verwandlung, der Kontrast zwischen der christlich geprägten Welt des Nordens und der antiken Welt des Südens sowie der Übergang von einem moralischen zu einem ästhetischen Prinzip.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, zu ergründen, wie und warum sich Mephistopheles in der antiken Nacht verwandelt und ob diese Veränderung eine echte Metamorphose darstellt oder eher eine oberflächliche Anpassung.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig textnahe Interpretationen und Analysen, gestützt auf die Auseinandersetzung mit der gängigen Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Ortsbetrachtung der Klassischen Walpurgisnacht und die detaillierte Analyse der Begegnungen des Teufels mit den Sphinxen, Lamien und Phorkyaden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Faust II, Mephistopheles, Klassische Walpurgisnacht, Metamorphose, Phorkyas und der Gegensatz zwischen Hässlichkeit und Schönheit.

Warum fühlt sich Mephistopheles in der Klassischen Walpurgisnacht zunächst unwohl?

Als nordisch-christlicher Teufel repräsentiert er das moralische Prinzip der Verneinung, das in der heidnischen, antiken Naturwelt, in der Nacktheit und Schönheit den natürlichen Zustand bilden, als fremd und deplatziert wahrgenommen wird.

Welche Bedeutung hat die Verwandlung des Mephistopheles in Phorkyas für das Drama?

Durch die Annahme der Gestalt der Phorkyas findet Mephistopheles seine Rolle als Verkörperung der Hässlichkeit, was ihn zum notwendigen Gegenpol zu Helena macht und ihn auf seine Rolle als Vermittler im folgenden Helena-Akt vorbereitet.

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Details

Title
Faust 2: Die klassische Walpurgisnacht - Der Weg des Mephistopheles
College
University of Paderborn
Course
Faust 2
Grade
1,0
Author
Magister Kerstin Behrens (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V94066
ISBN (eBook)
9783638072908
ISBN (Book)
9783640463060
Language
German
Tags
Faust Walpurgisnacht Mephistopheles Faust
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Kerstin Behrens (Author), 2007, Faust 2: Die klassische Walpurgisnacht - Der Weg des Mephistopheles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94066
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