Multitasking, dieser Begriff wird häufig gehört, jedoch selten verstanden. Beim Multitasking werden zwei Aufgaben gleichzeitig bearbeitet. Aber geht dies wirklich gleichzeitig vonstatten? Ist das Multitasking effizient? Diese Fragen geht die folgende Arbeit nach.
Der Begriff des Multitaskings kommt aus der IT. Jedoch springen selbst Computer zwischen mehreren Tasks (Aufgaben) hin und her. Sie erzeugen nur den Eindruck der zeit-gleichen Verarbeitung. Betrachtet man das Thema Multitasking gibt es einige interessante Aspekte zu beachten. Multitasking betrifft sowohl wirtschaftliche sowie soziale und gesundheitliche Aspekte. Somit geht Multitasking fast jeden etwas an. Diese Hausarbeit soll Klarheit über die theoretischen Hintergründe schaffen, empirische Befunde darlegen und somit auch die Relevanz des Themas aufzeigen.
Ziel der Arbeit ist zunächst eine Auseinandersetzung mit dem Thema Multitasking, im weiteren Verlauf eine Darstellung des Status Quo, sowie eine Generierung von Handlungsempfehlungen. Wie erwähnt werden zunächst die theoretischen Hintergründe zum Thema Multitasking näher erläutert. Diese werden im weiteren Verlauf in die Praxis umgesetzt und mit empirischen Befunden untermauert. Um des Weiteren die Frage zu klären, was man persönlich tun kann, um sich den Folgen des Multitasking zu entziehen, werden Handlungsempfehlungen generiert. Im Diskussionsteil wird die Vorgehensweise der Arbeit kritisch hinterfragt und ein Fazit zum Thema Multitasking erstellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen relevanter Begriffe
2.1 Aufmerksamkeit
2.2 Formen der Informationsverarbeitung
2.2.1 Die kontrollierte Informationsverarbeitung
2.2.2 Die automatisierte Informationsverarbeitung
2.3 Multitasking (Mehrfachaufgabenperformanz)
3 Theoretische Modelle zum Multitasking
3.1 Einflussfaktoren auf das Multitaskings
3.1.1 Die Aufgabenähnlichkeit
3.1.2 Die Übung
3.1.3 Die Aufgabenschwierigkeit
3.2 Theoretische Ansätze zum Multitasking
3.2.1 Die Ein-Kanal-Theorie
3.2.2 Theorien zentraler Kapazitäten
3.2.3 Die modularen Theorien
3.2.4 Die Synthesetheorien
3.3 Empirische Befunde zum Multitasking
3.3.1 Störungen des Kurzzeitgedächtnis und der kognitiven Kontrolle
3.3.2 Logischen Denken und der Langzeitgedächtnis Transfer
3.3.3 Hohes Stresspotenzial beim Multitasking
4 Methoden innerhalb des Praxis-Transfers
4.1 Status Quo – Studie zum Multitasking
4.1.1 Aufbau der Studie
4.1.2 Ergebnisse der Studie
4.2 Studie über negative Emotionen bei Multitasking
4.3 Abgrenzung des Themas Multitasking
4.4 Folgen von Multitasking in der praktischen Anwendung
4.4.1 Folgen des Multitasking für Personen
4.4.2 Wirtschaftliche Folgen des Multitaskings
4.5 Handlungsempfehlungen - Was tun gegen Multitasking?
4.5.1 Ablenkungen Eliminieren
4.5.2 Ähnliche Aufgaben gruppieren
4.5.3 Fokussieren statt Multitasken – das Singeltasking
4.5.4 Stress reduzieren statt aufbauen
4.5.5 Pausen einlegen
5 Diskussion
5.1 Erkenntnisse aus der Multitasking Forschung
5.1.1 Theoretische Hintergründe
5.1.2 Status Qou – Multitasking
5.1.3 Ergebnisse der Forschungsfragen – Die Handlungsempfehlungen
5.1.4 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die theoretischen Hintergründe von Multitasking zu analysieren, deren negative Auswirkungen auf Individuen sowie Unternehmen aufzuzeigen und praxistaugliche Handlungsempfehlungen zur Reduktion von Multitasking zu entwickeln.
- Theoretische Modelle und Determinanten des Multitaskings
- Empirische Befunde zu kognitiven Folgen und Stresspotenzial
- Wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen
- Methoden und Strategien zur Implementierung von Singletasking
Auszug aus dem Buch
Schädigung des Gehirns in Bezug auf Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis
Der Informationstransfer von dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis, ist für einen Menschen von größter Wichtigkeit. Nur so können Informationen über längere Zeit gespeichert und abgerufen werden. Informationen, die man im Alltag sammelt, werden dabei zunächst im Arbeitsgedächtnis verarbeitet und gespeichert. Im weiteren Verlauf werden die Informationen aussortiert oder ins Langzeitgedächtnis transferiert. Durch seine begrenzte Kapazitäten ist dieser Prozess nicht für die Anwendung von Multitasking ausgelegt. Der Transfer von Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis wird durch den Prozess des Memorierens beeinflusst. Dieser Prozess wird wiederrum durch die Anwendung von Multitasking negativ beeinflusst.26 Innerhalb einer Studie konnte nachgewissen werden, dass sowohl das Kurzzeit als auch das Langzeitgedächtnis durch Multitasking gestört werden kann. Dies zeigt auf, dass das Multitasken nicht nur psychisch anstrengend, sondern in gewisser Weise auch schädlich für das menschliche Gehirn ist. 27 Diese durch Multitasking entwickelte Schäden spiegeln sich auch in einem Experiment der Universität von Irvine Kalifornien wider. Sie ergab, dass man durch ständiges Multitasking bis zu 10 IQ Punkte verlieren kann. 28
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik Multitasking ein, hinterfragt dessen Effizienz und definiert das Ziel, theoretische Hintergründe sowie praktische Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.
2 Definitionen relevanter Begriffe: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Aufmerksamkeit sowie die Formen kontrollierter und automatisierter Informationsverarbeitung definiert und in den Kontext von Multitasking gestellt.
3 Theoretische Modelle zum Multitasking: Dieser Abschnitt erläutert die Einflussfaktoren wie Aufgabenähnlichkeit und Übung sowie verschiedene theoretische Erklärungsansätze für Mehrfachaufgabenperformanz.
4 Methoden innerhalb des Praxis-Transfers: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis übertragen, wobei Studien zu Auswirkungen auf Projektmanagement, psychische Gesundheit und Verkehrssicherheit analysiert werden.
5 Diskussion: Das letzte Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Stärken sowie Schwächen der Arbeit und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich des Single-Tasking.
Schlüsselwörter
Multitasking, Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung, kognitive Ressourcen, Aufgabeninterferenz, Doppelaufgabeninterferenz, Stressmanagement, Burnout-Syndrom, Singletasking, Projektmanagement, Arbeitsgedächtnis, kognitive Kontrolle, Produktivität, Zeitmanagement, Fehlerquote.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen von Multitasking, dessen Auswirkungen auf den Menschen und die Wirtschaft sowie mit Strategien, um Multitasking durch Singletasking zu ersetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten gehören kognitionspsychologische Theorien zur Informationsverarbeitung, die negativen Folgen für das Gedächtnis und die psychische Gesundheit sowie die wirtschaftlichen Kosten durch Produktivitätsverlust.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Problematik des Multitaskings zu schaffen und konkrete Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Arbeitseffizienz zu generieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse theoretischer psychologischer Ansätze sowie der Auswertung empirischer Studien aus den Bereichen Wirtschaft und Gesundheit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Modelle zum Multitasking, die Analyse empirischer Befunde sowie die praktische Übertragung und Generierung von Handlungsempfehlungen zur Arbeitsoptimierung.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Die zentralen Schlagworte umfassen Multitasking, kognitive Ressourcen, Stressmanagement, Singletasking und Produktivität.
Warum wird Multitasking oft fälschlicherweise als positiv wahrgenommen?
Der Autor führt aus, dass viele Menschen den Begriff aus der IT falsch auf den menschlichen Verstand übertragen und die Notwendigkeit von Übung zur Automatisierung unterschätzen, was zu einer trügerischen Selbsteinschätzung führt.
Welche spezifische Rolle spielt die Studie der Firma Vistem im Projektmanagement?
Die Studie verdeutlicht, dass Unternehmen mit hohem Multitasking-Score bis zu 30 Prozent weniger erfolgreich sind und ein erheblicher Teil der Kapazitäten durch ineffiziente Taskwechsel verschwendet wird.
Wie beeinflusst Multitasking laut der Arbeit das Gehirn langfristig?
Durch die ständige Überlastung der kognitiven Ressourcen kann es zu Störungen im Transfer vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis kommen, wobei Experimente sogar einen IQ-Verlust von bis zu 10 Punkten nahelegen.
- Arbeit zitieren
- Sascha Heller (Autor:in), 2020, Was bedeutet Multitasking? Theoretische Hintergründe und Folgen praktischer Umsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/940676